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Es ging alles blitzschnell: Anfang dieses Jahres standen SONATA ARCTICA plötzlich auf der Matte. Scheinbar ohne Vorwarnung donnerten die Finnen uns ihr Klassealbum »Ecliptica« um die Ohren. Und kurze Zeit später waren sie schon on tour und demonstrierten dem Headliner STRATOVARIUS Abend für Abend, wie echte Spielfreude aussieht. Und das alles schüttelten sie einfach aus dem Ärmel. Doch Sänger Tony Kakko zieht die Notbremse.

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Eigentlich gibt es die Band schon seit 1996 - als Popband. Wir hießen damals noch TRICKY BEANS und nahmen in der Zeit drei Demos auf. Vor knapp zwei Jahren hörte ich zum ersten Mal STRATOVARIUS und wußte, daß ich unsere Musik ab sofort metallischer gestalten wollte. Doch zunächst fingen wir mal an, STRATOVARIUS-Covers zu spielen und nach einem neuen Namen zu suchen, denn TRICKY BEANS wollte einfach nicht zu unserem neuen Stil passen. Als wir vier eigene Songs geschrieben hatten, nahmen wir im Januar 1999 das »FullMoon«-Demo auf, mit dem wir prompt einen Deal mit SPINEFARM RECORDS erhielten.
Und schon fanden wir uns ein weiteres Mal im Studio wieder, um die beiden Songs ›UnOpened‹ und ›Mary-Lou‹ aufzunehmen, die letzten Sommer in Form der »UnOpened«-Maxi-CD erschienen.
Wir waren richtig zufrieden und glücklich mit der Maxi als wir einen Anruf von SPINEFARM erhielten: Sie teilten uns mit, daß ihnen »UnOpened« so gut gefallen hätte und die Resonanzen prächtig seien, so daß sie kurzerhand für uns einen weiteren Studiotermin für ein komplettes Album gebucht hätten - in zwei Wochen. Damit hatten sie uns eindeutig auf dem falschen Fuß erwischt, denn wir hatten nachwievor nur die vier Songs von unserem Demo. Also verbarrikadierten wir uns zwei Wochen lang in unserem Proberaum und stellten das Material für »Ecliptica« zusammen. Wir schrieben einige neue Songs und überarbeiteten einige unserer alten RockPop-Nummern. ›Letter To Dana‹ beispielsweise ist der erste Song, den wir je geschrieben hatten; allerdings hat die Version auf »Ecliptica« kaum noch etwas mit dem Original zu tun. Auf jeden Fall klappte die Vorbereitung so gut, daß wir sogar den Maxi-Track ›Mary-Lou‹ und eine Demonummer außen vor lassen konnten. Zwei Wochen später erlebten wir also unseren dritten Studiobesuch innerhalb des Jahres 1999.

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Hattet Ihr je damit gerechnet, daß alles so schnell gehen würde?

Wir waren schockiert! Wir hatten eigentlich überhaupt nichts erwartet. Als wir das Album in den "Finnvox Studios" abmischten, gingen wir zu SPINEFARM, um "Hallo" zu sagen - es war das erste Mal, daß wir in ihren Büros waren, denn zuvor hatten wir alles telephonisch abgewickelt. An diesem Tag erzählte der SPINEFARM-Boß ganz beiläufig, daß er einige Warm-up-Gigs für uns gebucht hätte. "Warm-up-Gigs?", fragten wir. "Klar!", entgegnete er, "Ihr müßt Euch doch für die Europatour mit STRATOVARIUS vorbereiten." Damit hatten SPINEFARM uns zum zweiten Mal überfahren. Zum Glück hatten wir als TRICKY BEANS etwa 40 bis 50 Konzerte gespielt, und die sieben Gigs auf der Finnlandtour halfen uns, daß wir uns gut auf die Tour einstimmen konnten. Die letzten Monaten waren ein wirklich wilder Ritt! Es gibt Musiker, die ihr Leben lang auf so etwas warten, und es passiert nie. Wir jedoch sind förmlich die Treppe hinaufgestürzt.

Bist Du im Rückblick mit »Ecliptica« zufrieden, oder ist alles so schnell gegangen, daß Du gerne einiges ändern würdest?

Für ein Debütalbum bin ich mit »Ecliptica« zufrieden, wenn ich jedoch die Möglichkeit hätte, würde ich es nochmal komplett neu aufnehmen.
Allerdings wird es jetzt etwas langsamer bei uns vorangehen: Unser Drummer Tommy und Basser Janne müssen ab Juli ihren Militärdienst ableisten. Wir haben also sechs Monate Zeit, um das nächste Album vorzubereiten. Und das ist eine Ewigkeit für uns. Aber - wer weiß - vielleicht brauchen wir den Zeitdruck beim Songschreiben...

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Rühren die starken Melodien, die Eure Songs auszeichnen, von den poppigen Tagen her?

Ich glaube schon, denn Melodien waren schon immer ein wichtiger Bestandteil unserer Lieder. Für mich beginnt das Komponieren einer neuen Nummer immer mit einer guten Melodie; alles andere folgt dann. Ich habe schon immer QUEEN geliebt - wegen ihrer tollen Melodien - und mein Interesse an STRATOVARIUS wurde vor allem aufgrund ihrer Melodien geweckt.
Ich bin immer derjenige, der die neuen Songideen mitbringt, und dann kommt er [deutet auf Gitarrist Jani] und vergewaltigt sie. Aber das funktioniert hervorragend: Mein Songwriting ist nicht metallisch genug, sondern die meisten meiner Kompositionen sind leichte Pianomelodien. Wenn Jani dazu losbrettert stimmt die Mischung.

Ihr kommt vom nördlichsten Zipfel Finnlands. War es schwer, dort eine Band an den Start zu bringen?

Nein, es war sogar ziemlich leicht. Unser ehemaliger Gitarrist stellte die Band zusammen und verließ sie kurze Zeit später - er ist gut darin, Bands auf die Beine zu stellen, schafft es aber nie, lange dabeizubleiben. Wahrscheinlich hat er sich zu Tode geärgert, als er gesehen hat, wie es im letzten Jahr für uns abging. Ähnlich war es mit unserem ehemaligen Bassisten: Er wollte unseren Stilwechsel nicht mitmachen und stieg aus - drei Monate bevor wir den Deal unterschrieben. Doch wir fanden in Janne schnell einen neuen Basser, der aus der gleichen Stadt stammt wie wir anderen. Kurz vor der Tour engagierten wir noch unseren Keyboarder Mikko, der als einziger aus dem Süden Finnlands stammt.

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Von Anfang an hat Euch der Name STRATOVARIUS begleitet - kaum ein Review, in dem das Stichwort nicht fiel. Wie wollt Ihr es schaffen, daß Ihr nicht zu STRATOVARIUS-Clones verkommt?

Ich kann mit Sicherheit sagen, daß wir uns nicht in diese Richtung entwickeln werden. Bei STRATOVARIUS dominieren schnelle Double-Bass-Songs, und das ist nicht unser Metier. Wir werden auf jeden Fall rockiger werden. Du kannst Dich auf unserer neuen EP, die im August erscheinen wird, davon überzeugen: Sie wird zwei neue Songs, darunter die fehlende Demonummer, sowie ›Full Moon‹ enthalten. Außerdem gibt es zwei Coverversionen: ›Still Loving You‹ von den SCORPIONS, das absolut nicht mehr wie die Vorlage klingt, sowie ›I Want Out‹ von HELLOWEEN - ich weiß, das Lied wurde schon zu Tode gecovert, aber wir haben ihm unsere eigene Note verliehen - versprochen!

http://www.sonataarctica.info/

tony@sonataarctica.info

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Stefan Glas [Photos 2-4]

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