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"Bang Your Head!!!"-Festival 2011

Balingen, Messegelände & Messehalle

14.-16.07.2011

Einleitend möchte ich festhalten, daß nun endlich der Beweis geliefert werden kann, daß der alte Petrus mittlerweile ein Metaller ist! Nachdem die gesamte Region eine gute Woche zuvor heftigste Unwetter über sich ergehen lassen hat müssen, folgt pünktlich zum "Bang Your Head!!!"-Festival ein regenfreies Wochenende, das am Samstag gar von Kaiserwetter gesegnet ist. Daß erst in der Nacht zum Sonntag abermals schwere Regenschauer niedergingen, untermauert meine Theorie nur noch mehr und erfüllt mich jetzt schon wieder mit Vorfreude auf das nächste Jahr. Danke, Petrus!

ETERNAL REIGN-Liveshot

Nach einer doch etwas mühseligen, von zahlreichen Staus geprägten Anreise entern wir gegen 22.00 Uhr endlich die Messehalle, in der am Donnerstagabend die traditionelle Warm-up-Show stattfindet, die heuer unter dem Motto "A Night Of Metal Made in Germany" läuft. Von den zuvor absolvierten Auftritten der altgedienten Bremer Recken ETERNAL REIGN und der schwäbischen Jungspunde KISSIN' DYNAMITE erzählt man im Auditorium ausschließlich Gutes (was meinereiner nur bestätigen kann - Stefan).

KISSIN' DYNAMITE-Liveshot

Dies ist insofern nachvollziehbar, da sich BRAINSTORM von Beginn an voll ins Zeug schmeißen müssen, um die überaus gute Stimmung in der mehr als gutbesuchten Messehalle auch aufrechterhalten zu können. Dieses Vorhaben gelingt mit Bravour, schließlich hat das Quintett nicht nur jede Menge feinste Power Metal-Granaten wie ›Blind Suffering‹ oder ›Hollow Hideaway‹ im Talon, sondern mit Andy B. Franck auch einen Sänger, der über reichlich Entertainer-Qualitäten verfügt. Andy versteht es, die Meute noch weiter anzuheizen, und so gedeiht selbst die Premiere des vorgestellten neuen Songs ›Temple Of Stone‹ zu einem Triumphzug für den Schwaben-Fünfer auf heimischer Erde. Der überaus agile Frontmann tut sich ganz offensichtlich im Verlauf des Sets schwer, die ihm entgegengebrachte Euphorie in Worte zu fassen, und so kommt dem guten Andy ein Wort über die Lippen, das mir persönlich als das Wort des Festivals in Erinnerung bleibt. Mit einem kurzen, jedoch grundehrlichen "Balingen, Ihr seid scheißegeil!" läßt uns der gute Mann wissen, daß es ihm mehr als nur gut gefällt. Daumen hoch für die Band, die ein herzhaftes Best Of-Programm samt dem erwähnten Neuling kredenzt und ein erstes Highlight setzt!
Während der Umbaupause geht es nach draußen um den Nikotinhaushalt auf Vordermann zu bringen - Respekt vor der Disziplin der Zuseher, auch wenn dadurch im abgezäunten Freigelände das Flair einer Sardinendose entsteht.

BRAINSTORM [D, Stuttgart]-Liveshot

Das Ende der allgemeinen Rauchpause läutet das Intro von Axel Rudi Pell ein, der als Headliner alle Register zieht und auch seine Mitstreitern immer wieder ins Rampenlicht läßt. Als besonders gut in Form erweist sich Sänger Jonny Gioeli. Der Ami vermag mit imposanter Leistung zu überzeugen und vermag Tracks wie ›Fool, Fool‹ oder auch den Longtrack ›Dreaming Dead‹ perfekt umzusetzen. Als eher weniger förderlich entpuppen sich dagegen die zahlreichen Soloeinlagen (ohne dabei an Axels Klasse, oder der seines Drumtiers Mike Terrana auch nur ansatzweise zweifeln zu wollen), denn einige Tracks, die daher fast eine Viertelstunde lang andauern, verlieren dadurch leider deutlich an Wirkung, was sich auch an der Publikumsresonanz nachvollziehen läßt.
Irgendwann ist aber ohnehin Schluß, und da ab 10.00 Uhr "Frühschicht" angesagt ist, gibt es nur noch einen schnellen Schlummertrunk anstelle von Party in der Halle.

Axel Rudi Pell-Liveshot

Der Tag beginnt wolkenverhangen und auch temperaturmäßig eher frisch, doch immerhin ist es trocken, und so geht es frohgemut zur großen Bühne auf das Gelände um pünktlich zum "Metal-Frühschoppen" vor Ort zu sein. Nach dem problemlosen und hurtig vonstatten gehenden Einlaß, sowie dem "Anlernen" einiger Änderungen - Speisen und Getränke gibt es nur noch gegen Bons - und ersten Smalltalks geht es dann auch gleich los.

HUMAN ZOO-Liveshot

Durch die krankheitsbedingte Absage von CRASHDÏET wenige Tage vor dem Festival wird kurzfristig nach Ersatz gesucht und in Form der Balinger HUMAN ZOO auch gefunden. Allerdings muß auch die Running Order umgestellt werden, und so geben die "Hausherren" schließlich den Opener. Das Sextett legt von Beginn an hochmotiviert los und erweist sich als überaus dankbar für diese Rolle. Der Keyboard-lastige Melodic/Hard Rock mit zeitweiliger Saxophon-Begleitung entpuppt sich aufgrund des hohen Ohrwurmpotentials als ideales Aufwärmprogramm, und so wächst - wohl auch begünstigt durch den Heimvorteil der Truppe - die anfangs noch eher überschaubare Menschenmenge vor der Bühne binnen kurzer Zeit deutlich an. Die Band erfüllt ihre Aufgabe wirklich souverän, denn es gelingt schon zur frühen Morgenstunde die Fans zum Mitmachen zu animieren. Mehr noch, bei ›Raise Your Hands‹ und dem Finale ›Over The Horizon‹ wird sogar schon ordentlich mitgesungen. HUMAN ZOO sorgen für einen überaus gelungenen Auftakt und erweisen sich keineswegs als "Lückenbüßer".

PORTRAIT [S]-Liveshot

Nach Melodic Rock zum Start folgt die erste Dosis Heavy Metal in purster Form auf den Fuß. Das mit zu den wichtigsten Aufsteigern der Nachwuchsszene in ihrer Heimat zählende Schwedenquintett PORTRAIT präsentiert sich in Leder und Nieten (sowie im Kollektiv ohne Shirts) und geht nicht minder motiviert zur Sache. Hauptaugenmerk bei der Darbietung wird logischerweise auf Tracks des aktuellen Silberhäppchens »Crimen Laesae Majestatis Divinae« gelegt, wobei den Burschen die - songtechnisch an sich erst zum Schluß intonierte - ›The Passion‹ von Beginn an deutlich anzumerken ist. Hier wird Metal wahrlich gelebt! Spielfreude und Hingabe dominieren die Vorstellung, und zwar so sehr, daß sich Sänger Per Karlsson (der sich als Meister aller Höhenlagen entpuppt und gleich mehrfach "Sirenenalarm" auslöst) im Eifer des Gefechtes in der Setlist verhaut und das zunächst als ›The Nightcomers‹ (das danach mit Schmackes intoniert wird) angekündigt mit einem verschmitzten, aber charmanten Lächeln zu ›Darkness Forever‹ korrigieren muß. Den überaus positiven Eindruck kann das aber nicht selbstredend nicht trüben, und so ernten die Burschen auch reichlich gebührenden Applaus.

CRYSTAL VIPER-Liveshot

Mit traditioneller Kost geht es auch weiter, stehen doch die Polen CRYSTAL VIPER auf den Brettern. Das Quartett rund um die klampfende Sängerin Marta Gabriel entpuppt sich als überaus tauglich für Bühnen dieser Größe und gibt auch entsprechend Gas. Als eher unklug stellt sich im Nachhinein jedoch die Idee heraus, eine Coverversion mitten im Set zu präsentieren. Vor allem deshalb, weil ›Agents Of Steel‹ (noch Fragen?) wirklich fein intoniert wird und somit als zu hohe Meßlatte für die an sich durchaus gelungenen Eigenkompositionen fungiert. Logisch, daß man da nicht mehr herankommt. Diese Granate am Schluß hätte wohl mehr gebracht, aber egal, Applaus regnet es für die Polen dennoch und zwar nicht zu knapp.

STORMWARRIOR-Liveshot

Die gute Stimmung auf dem gesamten Festivalgelände steigt quasi im Minutentakt, was durchaus auch den einzigen "Heiden" zuzuschreiben ist. Durch die überraschend hohe Anzahl an STORMWARRIOR-Shirts im Auditorium ist das schon vor dem Set zu erahnen und in späterer Folge auch nachzuvollziehen, denn vor allem die Songs des aktuellen Albums »Heathen Warrior« ernten durchweg positive Resonanz. Ein überaus positiv absolvierter Auftritt am Frühnachmittag von den Nordlichtern STORMWARRIOR, die ihr Gefolge mit Sicherheit vergrößern können, auch wenn immer noch nicht jedermann mit den Hymnen der Jungs etwas anfangen kann.

LEGION OF THE DAMNED-Liveshot

Lust auf eine ordentliche Portion rohes, derbes Gehacktes? Nein, ich will hier nicht über kulinarische Besonderheiten referieren, doch exakt jenes gibt es in Folge in soundtechnischer Form von der Bühne aus serviert. Das niederländische Abrißkommando LEGION OF THE DAMNED steht nämlich auf den Brettern und weiß zunächst einmal optisch mit nicht minder derben Kleinigkeiten reichlich Eindruck zu schinden. Dazu servieren "Küchenchef" Maurice Swinkels und seine Belegschaft, deren neuer Mann Twan Van Geel gesondert präsentiert wird, ein üppiges Menü mit einigen Kostproben ihrer bisherigen Gustostückerl. Der brettharte, harsche Sound tut sein übriges zu einem fulminanten Thrash-Feuerwerk, auch wenn ganz augenscheinlich nicht alle Anwesenden mit der brachialen Mixtur der Niederländer etwa anzufangen wissen.
Sei's drum, in Summe erweisen sich die Jungs als absoluter Gewinn für das Festivals, zumal vor allem die Brutalo-Freaks aus der "Jungspundabteilung" abbangen ohne Ende.

CRIMSON GLORY-Liveshot

Spannung liegt danach in der Luft, umweht doch ein Hauch von Kult die Bühne und das noch bevor der erste Ton angeschlagen ist. Allein das Backdrop von CRIMSON GLORY verheißt aber schon Großes, schließlich spielen die Amis vor dem Cover ihres zweiten Albums »Transcendence«. Eine nicht gerade geringe Auflage, die jedoch für weitere Motivation sorgen sollte. Um es kurz zu machen: Die Amis machen ihrem Namen, wie auch dieser Vorgabe alle Ehre und kredenzen ausschließlich Songs der ersten beiden Alben und das spieltechnisch einwandfrei. Das Quintett wirkt topfit, wobei vor allem der neue Mann Mikro, Todd La Torre, einen fast schon übermotivierten Eindruck vermittelt. Der Kerl schlägt sich aber verdammt gut, verfügt über eine begnadete Stimme und hat es erst gar nicht nötig, seinen ohnehin unerreichbaren Vorgänger zu imitieren. Durch seine zwar nicht ganz so hohe, aber keineswegs schwache Stimme vermag Todd, nicht nur im Publikum für Begeisterung zu sorgen, ich bin mir ganz sicher, daß der große "Midnight" irgendwo da draußen im metallischen Paralleluniversum dieser Darbietung mit Wohlwollen beigewohnt hat! Seine Stimme bleibt zwar auf ewig unerreicht, sein Vermächtnis wird nun aber endlich wirklich ehrwürdig getragen, denn in dieser Form und Formation klingen CRIMSON GLORY endlich wieder so, wie wir die Band in den 80er Jahren liebgewonnen haben. Die Darbietung kann in Summe nur als absoluter Gewinn für sämtliche Beteiligten gewertet werden, schließlich haben die Fans an Göttergaben wie ›Azrael‹, ›Dragon Lady‹ oder ›Queen Of The Masquerade‹ ganz offenbar denselben Spaß wie die Band selbst, und so bleiben einzig die auf Dauer doch nervenden Ansagen von Todd und Ben Jackson nach mehr Publikumszuspruch und Lärm als Kritikpunkt anzubringen. Kinkerlitzchen im Endeffekt, ich weiß, allerdings ist ein solches Auftreten nicht stimmig mit der entspannten Atmosphäre auf dem Festivalgelände, das sich im kollektiven Schwelgen ob der Schönheit der klassischen Kompositionen wohl gerade eher "irgendwo draußen" befindet.

DEATH ANGEL [US, CA]-Liveshot

Das Rückholen in die Realität muß jedoch in Windeseile erfolgen, schließlich gilt es, sich auf einen schweißtreibenden Auftritt vorzubereiten, für den alte Bekannte sorgen werden. Man kann DEATH ANGEL mittlerweile wohl fast zum Inventar des Festivals zählen, dennoch gibt es im Vorfeld Stimmen, die sich gegen einen abermaligen Auftritt des Quintetts aussprechen. Völlig unverständlich für mich, denn an Energie und Hingabe kann man dem Fünfer auch heute nichts vormachen. Nicht nur die Dreads von Sänger Mark fliegen schon im Opener ›I Choose The Sky‹ wie wild durch die Gegend, auch der Mikroständer kommt da wuchtig in Richtung Bühne gesegelt. Mit dem im schmucken ORCHID-Shirt auftretenden Damien Sisson am Baß hat die Band einen ebenso tollen Griff getätigt wie mit Schlagzeugtier Will Carroll. Das Groove-Fundament dieser beiden Recken kommt ungemein wuchtig daher und weiß sowohl Aktuelles, wie den Vorschlaghammer ›Relentless Revolution‹, aber auch Älteres (›Seemingly Endless Time‹ - noch Fragen?) perfekt zu untermauern. Auch Rob Cavestany (ist eigentlich schon einmal jemandem aufgefallen, über welch' ausgefallene Anschlag- und Grifftechnik der Bursche verfügt? Ich bekomm' bloß beim Hinsehen die Gicht... ) und Ted Aguilar brillieren, während Mark als "Vollstrecker" fungiert und die Tracks endveredelt. Kurzum: DEATH ANGEL sind und bleiben eine absolute MACHT!
Man mag den Jungs eventuell vorwerfen, sie hätten zu wenige Klassiker gespielt, am Auftritt selbst, in den überraschenderweise auch noch ›Heaven & Hell‹ (zwar leider ohne jeglichen Kommentar oder Huldigung, doch Ronnie nimmt Euch das bestimmt nicht übel, Jungs, denn Eure Version verursacht immer wieder Gänsehaut ohne Ende!) eingebaut wird, gibt es jedoch nichts zu meckern. DEATH ANGEL zeigen sich einmal mehr in Topform, liefern eine blendende Vorstellung und dürfen meiner Meinung nach gerne alle Jahre wieder kommen!

QUIET RIOT-Liveshot

Abkühlen und Runterkommen ist angesagt, viel Zeit bleibt aber erneut nicht, steht mit QUIET RIOT doch schon das nächste Großkaliber auf den Brettern. Nach jahrelangen (offenbar erfolglosen) Verhandlungen ist es dem Veranstalterteam nun endlich geglückt, diese Hard Rock-Legende nach Balingen zu holen, und das gesamte Auditorium ist sich schon vor Beginn der Show einig, daß hier und jetzt wohl die Hymne des diesjährigen "Bang Your Head!!!"-Festivals zu hören sein wird. Und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, daß die Highlights des Auftritts der kollektiv in schwarz gekleideten Amis jener Klassiker mit dem Titel ›Metal Health‹ ist. Schon beeindruckend, wie die gut 15.000 Zuseher unisono in den Refrain einsteigen und diesen inbrünstig mitsingen. Aber auch ›Cum' On Feel The Noize‹ und ›Mama We're All Crazee Now‹ ernten großartige Resonanz, ich bin mir sicher, daß die Publikumsgesänge nur selten dermaßen intensiv ausfallen wie hier. Auch Sänger Mark Huff macht seine Sache ganz gut, selbst wenn er an die Kratzbürstigkeit des verblichenen Kevin Dubrow nicht herankommt. In Summe aber ein überaus gelungener Auftritt, auch wenn in Sachen Performance nicht unbedingt viel los ist. Das Motto "Let The Music Do The Talking" kommt eben doch nicht von ungefähr und ist bei QUIET RIOT offenbar Programm.

OVERKILL [US, NY]-Liveshot

Das Billing bringt es mit sich, daß abermals kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt, denn mit OVERKILL steht danach schon die nächsten Größe auf den Brettern. Und das, was die Herrschaften aus New Jersey hier und heute zu bieten haben, braucht sich vor der starken Konkurrenz keineswegs zu verstecken. Im Gegenteil, motiviert bis in die Haarspitzen zelebrieren die Amis ihre Tracks an diesem Nachmittag mit mächtig Druck und haben obendrein eine Setlist anzubieten, die jeden langjährigen Fan in die Knie zwingt. Anbetungswürdig sind zunächst das mörderisch fetzende ›Rotten To The Core‹, das nicht minder umjubelte ›Wrecking Crew‹, sowie das von Tausenden Kehlen mitgegrölte ›In Union We Stand‹. Und als ob das nicht schon ausreicht, um jeden OVERKILLer glücklich zu stimmen, folgt mein persönliches Highlight aus dem Schaffen der Burschen auf den Fuß. Schon nach dem Eröffnungsriff fällt es mir schwer, die Contenance zu halten, und wenige Sekunden später befinde ich mich in heftigster Thrash-Trance. ›Skullcrusher‹ ist und bleibt einfach eine Göttergabe von einem Riff-Monster, und noch ehe die Nummer vollendet ist, wird mir plötzlich sonnenklar, was der Kollege Franck am Vorabend gemeint hat, als er das Wort "scheißegeil" verwendet hat. Genau so empfinde ich den Auftritt von OVERKILL, die sich meiner Meinung nach auch den "Tagessieg" holen. Völlig verdient, denn nach ›Elimination‹ und dem obligatorischen Schlußakkord ›Fuck You‹ befinde wohl nicht nur ich mich im siebten Thrash Metal-Himmel!

CRIPPER-Liveshot

Dieser Glückseligkeit fallen dann jedoch aber die Dame und Herren von CRIPPER zum Opfer. Tut mir echt leid, beim nächsten Mal komme ich der "Einladung" mir Eure hammerharten und brachial gesungen Schnittchen reinzuziehen gerne nach, irgendwann brauche aber auch ich ein Päuschen. Die kurze Zeit, die ich dann doch noch in der Halle verbringe läßt zumindest den Kommentar zu, daß die Formation überaus tight zusammenspielt, hochmotiviert erscheint und ihr Bestes versucht um sich in die Herzen der Fans zu spielen (Dieser "Schnelleindruck geht völlig in Ordnung, wobei vor allem Britta Görtz als souveräne Frontfrau auszeichnet, während Basser Bastian Helwig seine Dreadlocks geradezu furchterregend kreisen läßt. Mit einem dritten Album, das killermäßig ausfallen muß, könnten CRIPPER in die erste deutsche Thrashliga vorstoßen! - Stefan). Allzu viele Zuseher haben die Hannoveraner jedoch leider nicht, denn sie müssen nicht nur mit OVERKILL konkurrieren, sondern auch nahezu zeitgleich mit IMMORTAL auf die Bretter und die norwegischen Black Metaller scheinen in der Traditionalisten-Abteilung mehr Fans zu interessieren als ich im Vorfeld angenommen hatte.

ASPHYX-Liveshot

Meine Wenigkeit zieht es aber dennoch nicht unbedingt zu den Herrschaften aus dem hohen Norden, schließlich gibt es in der Messehalle eine der für mich essentiellsten und wichtigsten Formation des europäischen Death Metal zu bestaunen: ASPHYX. Mit zwar mörderisch lautem, aber dennoch klarem Sound legt das Quartett ordentlich los und weiß vom Beginn an für Stimmung zu sorgen. In herrlich atmosphärisches, zumeist gespenstisch grünes Licht getaucht wirkt Frontsympathikus Martin van Drunen zwar bedrohlich, seine deutschen Ansagen sind aber das Gegenteil davon, haben Charme und erinnern mich immer wieder an seinen berühmten Landsmann Rudi Carrell. Die Setlist erweist sich als gelungenes "Best Of"-Programm, wobei meiner Meinung nach vor allem der Oldie ›Wasteland Of Terror‹ hervorsticht. Dieser Brecher kann durchaus als Prüfobjekt für die Statik der Halle betrachtet werden kann, die sich als überaus tauglich erweist und auch soundtechnisch etwas hergibt. Bretthart, überaus brutal und dennoch unterhaltsam, so läßt sich das Todesmörtel-Spektakel der niederländischen Ikone beschreiben, deren Anziehungskraft es auch verursacht, daß ich im Endeffekt zum Thema IMMORTAL absolut nichts vermelden kann (So daß ich ein weiteres Mal kurz einspringen möchte, denn Abbath & Co. sind eine echte Überraschung des Festivals! Gab es im Vorfeld Stimmen, die IMMORTAL für das BYH als "nicht passend" tituliert hatten, so erweist sich eine solche Einschätzung sofort als rundweg falsch - nicht nur weil die Norweger mit ihren Pyros alles in Grund und Boden bomben, sondern eben weil die Musik der Band durch ihren majestätischen Charakter und seine unterschwelligen Melodien eben auch die breite Metallermasse ansprechen kann - einer der Gründe, weshalb die "wahren" Black Metaller die Vorreiter IMMORTAL schon längst als "Verräter" einstufen. Unter dem gestrengen Blick von "Teilmitglied" Demonaz, der sich unter dem Dach des FOH-Turms eingenistet hat, böllert sich das Trio durch seinen Set und vergißt nie das Augenzwinkern, das sich hauptsächlich in Abbaths Grimassierungen und seinem urtypischen Walk äußert. Kurz: Dem Experiment "IMMORTAL @ Balingen" kann durchweg ein erfolgreicher Reaktionsverlauf bescheinigt werden. - Stefan)

IMMORTAL [N]-Liveshot

Dieser Sachverhalt ist bei nicht wirklich schlimm, wesentlich tragischer empfinde ich da schon die Tatsache, daß ich mich nun entscheiden muß, ob ich mir denn die wiedererstarkten und von einem Großteil der Zuseher heißersehnten ACCEPT bis zum Ende hin geben werde, oder aber doch nur den ersten Teil der Show ansehe, um mich danach wieder in die Halle zu begeben, um mich zum Abschluß von der Erhabenheit von AMORPHIS wegbeamen zu lassen...
Nun, ich entscheide mich für "Multi-Tasking" und die Chose funktioniert besser als erwartet. Zum einen weil der Weg nicht wirklich weit ist, zum anderen aber, und das ist wesentlich wichtiger, weil das "Einbahnsystem" in die Halle perfekt funktioniert (und außerdem kaum ein anderer Zuseher permanent am hin- und herrennen ist, aber das ist eine andere Geschichte...).

ACCEPT-Liveshot

Mit ›Teutonic Terror‹ eröffnet die deutschen Metal-Legende ihr Set und das unter frenetischem Jubel und bei mächtigem Sound. Die Truppe wirkt überaus ambitioniert und versprüht auch reichlich Spielfreude, allerdings fällt im Verlauf der Spielzeit auf, daß Mark Tornillo sein "Schweigegelübde" offenbar noch immer nicht abgelegt hat. So wirkt es ein wenig eigenwillig, daß der einmal mehr in wirklich guter Form singende und auch von der Performance her überaus agile Ami erst nach einigen Songs zu den Fans spricht. Der Stimmung tut dies aber keinen Abbruch, ACCEPT offerieren annähernd jene Setlist, die sich auf der letzten Tour bewährt hat, und so gibt es schon im ersten Teil des Sets jede Menge Klassiker zu hören. Als Stimmungshighlights entpuppen sich einmal mehr ›Breaker‹, aber auch ›Aiming High‹ und ›Losers And Winners‹ kommen gut an und werden entsprechend gefeiert. Wie schon auf der Tour werden jedoch auch Exzerpte des aktuellen Drehers ins Publikum geballert, wobei sich ›New World Comin'‹ endgültig als unverzichtbar entpuppt. Das Programm wirkt zwar einstudiert, doch das Trio Hoffmann/Baltes/Frank versteht es problemlos, das großzügige Platzangebot auf der Bühne auszunutzen und ist permanent in Bewegung.

AMORPHIS-Liveshot

Dieser Eindruck reicht mir vorerst einmal, wobei für mich schon nach dieser knappen Dreiviertelstunde feststeht, daß ACCEPT ein wahrlich würdiger Headliner sind. Währenddessen hat sich aber auch eine mehr als nur imposante Menschenmenge in der Halle eingefunden, um sich finnischen Elegien hinzugeben und AMORPHIS, die als Backdrop ihr aktuelles Cover zu bestaunen haben, haben einmal mehr eine imposante Lichtshow am Start, um ihre Tracks zu untermalen. Im Blickpunkt steht selbstredend Derwisch Tomi Joutsen, der durch seine Agilität, aber auch allein mit seinen Dreadlocks, wie auch seiner eigenwilligen Mikrophon-Kreation für Hingucker sorgt. Doch auch die Musik der Herrschaften aus dem Norden kommt imposant aus den Boxen, und so sorgt ›The Sky Is Mine‹ schon nach wenigen Minuten für ein erstes Glanzlicht. Je öfter ich mich mit dem Material der Finnen beschäftige, desto klarer wird mir, weshalb sich die Burschen rund um Gitarrenvirtuosen Esa Holopainen in den letzten Jahren zu einer Art "Konsensband" entwickelt haben. Ihre herrlich eingeflochtenen Folklore-Passagen machen die Metalmelodien ohnehin schon für ein breites Publikum interessant, doch auch Parallelen zu "altschuligen" Dunkelheimern wie THE MISSION stelle ich immer wieder fest. Eine massenkompatible Melange also, für mich ist es sogar durchaus möglich, daß demnächst eine ganz, ganz große Nummer daraus wird. Aber wie auch immer, auch in der Gegenwart wissen AMORPHIS zu überzeugen, kredenzen reichlich brandaktuelles Material, greifen aber gerne auch auf bewährte Kamellen wie ›My Kantele‹ zurück, um die Stimmung am Siedepunkt zu halten. Beeindruckend, wie textsicher ein Teil der Zuseher ist und das nicht nur bei den Klassikern im Programm, sondern auch bei "Frischlingen" wie ›Crack In A Stone‹ oder ›You I Need‹, bei dem ich mich jedoch erneut an die "frische Luft" begebe, um zu sehen, was da draußen so abgeht.

Eine Menge! Mehr noch, der Teufel ist los in Balingen, denn ACCEPT ballern eben ihren Evergreen ›Fast As A Shark‹ in die Meute, wobei das Publikum dem nimmermüden und immer noch fitten Quintetts förmlich aus der Hand frißt und zum wiederholten Male den Gesang übernimmt. Mark Tornillo hätte in aller Ruhe auf ein Bierchen gehen können, so laut wurde gesungen und gegrölt, ein weiteres wäre auch kein Problem gewesen, denn auch bei ›Pandemic‹ - dem am deutlichsten an frühe Kompositionen angelehnten Stück von »Blood Of The Nations« - geht einiges in Sachen "Publikumschor". Noch mehr geht da nur noch beim "Finale Grande" ›Balls To The Wall‹, das durch Mitsing-, wie Gitarrenspielereien von Meister Hoffmann jedoch auf gut 15 Minuten gedehnt wird und ohne meine Wenigkeit seinen Abschluß finden muß.

Zwar entgeht mir die Verabschiedung von ACCEPT, dafür werde ich noch Zeuge einer sensationellen Version von ›Silver Bride‹ in der Halle, die von lautstarken "Zugabe"-Rufen quittiert wird. Scheinbar sind auch AMORPHIS sehr angetan vom Empfang des Auditoriums und gewähren daher noch weitere Gustostückerl. Mit einem frenetisch abgefeierten ›House Of Sleep‹ beenden die Herrschaften das Spektakel dann aber endgültig und zwar zu einem Zeitpunkt, als das Gelände schon mehrheitlich "geräumt" und eingezäunt ist. Diesbezüglich muß einer der ganz wenigen Kritikpunkte an den Veranstalter weitergeleitet werden, denn zu diesem Zeitpunkt auch die Toiletten "wegzusperren" wäre wohl doch nicht notwendig gewesen. Ansonsten aber gibt es auch 2011 nichts zu meckern, im Gegenteil, die Atmosphäre ist meiner Meinung nach noch "familiärer" geworden und außerdem erweist sich das Billing heuer als dermaßen stark, daß "Alles-Sehen-Müsser" voll und ganz auf ihre Kosten (aber auch in "Streß") kommen und selbst notorische Nörgler nahezu keine Chance haben, sich negativ zu äußern.

Womit wir auch beim zweiten Festivaltag angelangt sind, der zumindest von der Papierform her im Vorfeld auf noch weniger "Auszeit" hindeutet (und im Endeffekt auch genauso abläuft). Leider ist das "Bang Your Head!!!" in der Nacht zum ersten Mal in der Geschichte von einem tragischen Unfall betroffen, weshalb Chef Horst Franz - trotz erfolgreich absolviertem Festival - nach Konzertende am Samstag immer noch heftig mitgenommen ist und eindringlich an die Zuseher (die sich zu jenem Zeitpunkt im SLAYER-Taumel befinden und wohl nur zu einem geringen Teil irgendetwas von Horsts Wort mitbekommen) appelliert, sich zwischen Autofahren und Alkohol zu entscheiden.

IVANHOE [D]-Liveshot

Da offensichtlich aber weder die Bands selbst, noch die zum Zeitpunkt des "Frühstücks" schon für Livemusik empfangsbereiten Zuseher etwas von der nächtlichen Tragödie mitbekommen haben, ist die Stimmung zu Beginn des Sets der süddeutschen Prog-Institution IVANHOE bestens. Mehr noch, der wolkenlose Himmel und das überaus unterhaltsame wie sympathische Auftreten der Truppe sorgen bereits zu frühester Stunde für die erste Party. Das Publikum kann der Formation gleich mehrfach Respekt abverlangen, scheinbar hat man nicht damit gerechnet, daß sich so viele Fans vor der Bühne tummeln und sogar die ersten Mitmach-Spielchen schon gut annehmen würden, wie bei ›Time Machine‹, wo schon richtig was los ist. Mit einer Huldigung an "einen der schönsten Tage des Jahres" verabschiedet sich die spielfreudige Truppe, der man sämtliche Komplimente jedoch unbedingt zurückgeben muß, da für den perfekten Start in diesen Tag einzig und allein IVANHOE sorgen.

METAL INQUISITOR-Liveshot

Die Bangschaft erscheint in diesem Jahr generell in überraschend großer Anzahl zum "Samstags-Frühschoppen", wobei ein nicht unwesentlicher Beitrag dazu wohl auch METAL INQUISITOR zuzuschreiben ist, die ja auch schon auf die bisherigen drei Veröffentlichungen überaus bemerkenswerte Resonanz erhalten haben. Der Fünfer aus Koblenz kredenzt herzhaft intonierten, wieselflinken Traditionsmetall der feine Art, agiert ungemein spielfreudig und hat zudem mit Sänger El Rojo einen überaus unterhaltsamen Frontmann in seinen Reihen. Zwar ist der gute Mann offenbar von Gedanken gequält, die Spielzeit durch sein Gelaber zu überziehen, doch die Jungs geben dermaßen Gas, daß sie zum Schluß sogar noch eine Nummer nachschieben dürfen. Gelungener Auftritt, der mit reichlich Applaus versehen wird.

ASTRAL DOORS-Liveshot

Zur Mittagszeit kann dann auch der Hunger auf Hard Rock/Heavy Metal der gediegenen, mächtigen Machart gestillt werden, gibt es mit den ASTRAL DOORS doch eine jener Formationen zu sehen, denen man die Inspiration des Lebenswerkes von Ronnie James Dio zu jeder Sekunde anhört. Selbst bis dato nicht mit deren Material vertraute Zeitgenossen stellen schon im Brecher von Opener ›Evil Is Forever‹ mit Wohlwollen fest, daß Fronthüne Nils Patrik Johansson verdächtig nach dem verstorbenen Sangesgott klingt. Ideale Voraussetzungen also, um mächtig abzuräumen, und von daher auch logisch, daß man auch reichlich Zuspruch erhält. Dieser hätte aber noch viel intensiver ausfallen können, wäre da auf der Bühne nicht zumeist Standfußball gezeigt worden. Ein wenig mehr Bewegung hätte selbst Hämmern wie ›New Revelation‹ oder dem begeistert mitgesungenen ›Power And The Glory‹ gutgetan, so aber bleibt die Truppe im Vergleich doch ein wenig farblos.

TYGERS OF PAN TANG-Liveshot

Ein Zirkusmusik-Intro verheißt dann Unterhaltung pur, und selbige gibt es bei den im Anschluß auftretenden TYGERS OF PAN TANG auch. Beeindruckend, wie mächtig klassische NWoBHM-Perlen der Kategorie ›Tyger Bay‹ oder ›Hellbound‹ nach 30 Jahren immer noch klingen, wobei es aber auch ihrem aktuellen Sänger Jacopo Meille (der seit 2004 zum Line-up zählt) zu verdanken ist, daß diese Institution anno 2011 ordentlich Dampf macht. Auch Tracks des in der aktuellen Besetzung eingespielten letzten Albums »Animal Instinct« kommen gut rüber, und so wird ›Hot Blooded‹ mit nahezu gleich viel Jubel entgegengenommen wie die Kulthymne ›Suzie Smiled‹. Angeführt vom in Ehren ergrauten, blendend aufgelegten und mächtig ambitioniert in die Saiten langenden "Ur-TYGER" Robb Weir präsentiert sich das Quintett in bester Verfassung und zaubert wohl nicht nur den NWoBHM-Fanatikern im Publikum ein Strahlen ins Gesicht, daß mit jenem der Sonne am Himmel konkurrieren kann. Thumbs up!

D-A-D-Liveshot

Ein weiteres witziges Intro (keine Ahnung, worum es sich dabei handelt, jedenfalls ertönen dänische Sprache und Gesang vom Band) läutet dann den Auftritt von D-A-D (die vor einem riesigen "Disneyland After Dark"-Backdrop auftreten) ein, und die Dänen beweisen einmal mehr, daß sie mit zu den ganz großen Entertainern im Business zu zählen sind. Spätestens bei ›Bad Craziness‹ steht das Publikum Kopf, doch die Stimmung wird durch das Auftreten von Frontmann Jesper Binzer, sowie durch seine charmanten Ansagen in Deutsch noch weiter angeheizt. Vor allem bei der Bandvorstellung, in der er sich dazu hinreißen läßt, mit seinem Kauderwelsch-Akzent auf "seinen Bruder" an der Gitarre zu verweisen, schießt der Kerl den Vogel ab und hat die Lacher auf seiner Seite. Als "Vogel" der besonders schrägen Art entpuppt sich einmal mehr Bassist Stig Pedersen, der nicht nur durch sein Outfit und sein Popo-Gewackel einen Hingucker der besonderen Art darstellt, sondern noch vielmehr durch seinen transparenten (!) Baß mit nur zwei rosa (!) Saiten. Doch D-A-D leben keineswegs bloß von ihrem "unkonventionellen" Auftreten, nein, in erster Linie ist es ihr zeitloser, zielgruppenübergreifender Rock, der immer und überall wirkt und für Party-Stimmung sorgt. Von daher ist es auch kein Wunder, daß Fans jeglicher Couleur zu ›Girl Nation‹, ›No Fuel Left For The Pilgrims‹ oder ›Sleeping My Day Away‹ steilgehen und der Applaus kein Ende finden will!
Jeglicher Zweifel, ob die Dänen denn nicht etwa unpassend bei diesem Festival wären, verfliegen binnen von Minuten, und nach dem Auftritt ist sich Balingen einig, das unterhaltsamste Konzert seit langer Zeit gesehen zu haben!

HARDCORE SUPERSTAR-Liveshot

Daß sich auffällig viele junge (vorwiegend weibliche) Besucher, die sich noch dazu übertrieben schick gemacht haben, um sich unters Volk zu mischen, schon während D-A-D in die vordersten Reihen drängen, verursacht zwar zunächst Verwunderung, doch der "Poser-Alarm" wird weniger von den Dänen verursacht, als vielmehr von der danach die Bretter enternden HARDCORE SUPERSTAR. Die Schweden zählen im Sleaze Rock mittlerweile zu den absoluten Top-Adressen und sind zudem seit ihrem Auftritt vor zwei Jahren auch in Balingen eine große Nummer. Von daher ist die Stimmung auch vom Opener ›Sadistic Girls‹ an prächtig. Die Formation legt immens Spielfreude an den Tag und vermag, mit unzähligen Mitsing- und Mitmach-Aktionen dafür zu sorgen, daß für prächtigste Unterhaltung gesorgt ist. Bei ›Last Call For Alcohol‹ dürfen dann gar ein Mädel und ein männlicher Zuseher auf die Bühne um mitzuträllern und mitzugrölen. Party pur ist also angesagt, und diese wird von allen Beteiligten auch voll ausgekostet. Bloß, ob sich der gute Jocke in einem Überschwang aus Euphorie, aus prophetischer Vorahnung oder doch nur aus Wunschdenken mit einem markigen "See You Next Year" von der jubelnden Menge verabschiedet, bleibt (zumindest vorerst) unbeantwortet.

PSYCHOTIC WALTZ-Liveshot

Eine "Völkerwanderung" wie selten zuvor ist das nächste, das zu beobachten ist. Offenbar haben die Fans von HARDCORE SUPERSTAR kein Interesse an jenem kulturellen Event, der danach auf dem Plan steht. Selbst schuld, kann man da nur sagen, denn mit PSYCHOTIC WALTZ steht ein weiteres Highlight des Festivals auf den Brettern, und die Herrschaften wissen rundum zu begeistern. Auch wenn im Nachhinein über die Setlist diskutiert wird, die Vorstellung selbst bedarf keiner weiteren Kommentare. Das Duo Dan Rock und Brain McAlpin sorgt für sphärische Gitarrenklänge der Sonderklasse, während Ward Evans und Drumgott Norm Leggio ein mehr als nur fettes Fundament zaubern. Das Rampenlicht (wie auch die Rampe vor der Bühne selbst) gehören jedoch eindeutig Buddy Lackey (aka Devon Graves, der sich nach zunächst etwas verhaltenem (und irgendwie verunsichert wirkendem) Beginn hinsichtlich seines Stageactings, noch vielmehr aber hinsichtlich seiner Redseligkeit immens steigert. Zwar passiert es der Band, einen Song aus dem Repertoire streichen zu müssen, was verdammt schade ist, aber die dargebotenen Tracks - beginnend beim sehr überraschenden und völlig unerwarteten Opener ›Mosquito‹ über ›Locust‹ und ›Haze One‹, hin zu einem euphorisierenden ›Freakshow‹, der Göttergabe ›Into The Everflow‹, sowie dem heißersehnten (der kurze Soundcheck vor der Show, bei dem Buddy auch seine Querflöte checkt verheißt diesbezüglich schon Gutes) und dementsprechend enthusiastisch mitgesungenen ›I Remember‹ - lassen dennoch keinerlei Wünsche übrig. Besonders hervorzuheben gilt es obendrein noch die Vocal-Performance des diesjährigen Festivals, denn Buddy zeigt sich stimmtechnisch auf absoluter Höhe und nutzt auch den Platz auf der Rampe für seine, zwar eigenwilligen, aber immerzu passenden Bewegungsabläufe, die dem Material eine ganz besondere Note verabreichen. Gegen Ende hin versucht er sich gar noch als Kommunikator und Quizmaster, um die Fans das nächste Stück erraten zu lassen, was ebenso auf Zuspruch, wie für Unterhaltung sorgt. Dadurch verursacht er zwar wohl das frühzeitige Ende des Sets, doch zumindest ist eine Wonne in die traumhaften Klänge von ›Morbid‹ einzutauchen und sich dem Genuß von ›Halo Of Thorns‹ hinzugeben. Gänsehaut und Euphorie ohne Ende sind angesagt - ein Glanzlicht!

Jeff Scott Soto-Liveshot

Durch Probleme bei der Anreise von Sänger Ronnie Atkins müssen die an sich nun auf dem Plan stehenden PRETTY MAIDS ihren Auftritt mit Jeff Scott Soto tauschen, der zwar früher als geplant ran muß, dafür aber auf der großen Bühne auftreten darf. Der Ami wirft sich nebst Begleitmannschaft auch voll ins Zeug und seine schmackhaften Melodic-Kamellen (von denen ein Großteil aus dem Repertoire von TALISMAN stammt) klingen auch durchaus fein, allerdings schafft es die Formation nicht, die Stimmung am Kochen zu halten. Zugegeben, es gibt einfachere Vorhaben, als nach PSYCHOTIC WALTZ auf die Bretter zu müssen, und sieht man von diesem "Problem" ab, machen die Herren - angeführt von Konditions- und Stimmwunder Jeff ihre Sache auch durchaus gut, im Vergleich zum vorher vernommenen Kulturgut verkommen Tracks wie der lässig intonierte Opener ›21th Century‹ oder das mächtig groovende ›Color My XTC‹, aber eben doch nur zu "netter Beschallung". Wie auch immer, Soto stellt unter Bewies mit zu den ausdruckstärksten Barden zu gehören und kann diesen Auftritt mit Sicherheit als Gewinn in seiner Biographie verzeichnen, zumal man sich bei seinem Aktionsradius nur verwundert die Frage stellen kann, wo überall der gute Mann in der Halle herumgewuselt wäre, die Bühne jedenfalls wäre definitiv zu klein für ihn gewesen.

SONATA ARCTICA-Liveshot

Mit netten Melodien geht es auch danach weiter im Programm, stehen doch die finnischen Durchstarter von SONATA ARCTICA auf dem Programm. Die Burschen haben in den letzten Jahren ordentlich an Routine und Selbstsicherheit gewonnen und agieren nunmehr als eingespielte Einheit. Darüber hinaus erweist sich die Truppe heute auch als wahre "Hit-Maschine", die Fans jeder Altersschicht zu begeistern weiß. Ganz gleich, ob Melodic Metal-Schnittchen wie ›Flag In The Ground‹ oder aber balladeskes Material wie die Tränendrüsennummer ›Last Drop Falls‹ kredenzt werden, das Publikum frißt den Nordlichtern förmlich aus der Hand. Sänger Tony Kakko stellt einmal mehr seine Entertainerqualitäten unter Beweis und vermag, mit unterhaltsamem Ansagen ebenso für Stimmung zu sorgen wie mit seiner Gesangsperformance. Als Hingucker entpuppt sich daneben auch sein tastendrückender Kollege Henrik Klingenberg, der zwar optisch den wilden und ungestümen Wikinger abgibt, diesen Eindruck aber mit einem tragbaren grausam quietsch-lilafarbenen Keyboard zu kontrapunktieren weiß. Mit immenser Dankbarkeit für die Tatsache, vom Publikum gut aufgenommen zu werden, auch wenn sie sich selbst darauf berufen, die "softere Seite" des Heavy Metals zu intonieren, verabschieden sich die Sympathieträger mit ›Don't Say A Word‹ nach einer gefühlt viel zu kurzen, weil ungemein unterhaltsamen Spielzeit aber auch schon wieder. Schade drum, doch spätestens jetzt wird kein Wort mehr fallen, ob denn die Burschen ihre gute Position im Billing auch verdienen. Natürlich tun sie das, und zudem dürfen sie auch sehr gerne wieder kommen, um Stimmung zu machen, egal, ob mit oder ohne ›Vodka‹!

DESASTER [D]-Liveshot

Wem es zwischenzeitlich nach weniger Melodien gelüstet, der bekommt knapp vor dem Ende des SONATA-Gigs die Chance, sich in der Halle von den Koblenzern DESASTER ordentlich die Nackenmuskeln massieren zu lassen. Eine überaus beachtliche Anzahl an Zusehern will genau das, und so ist die Stimmung in der Halle bei den Brachial-Metallern auch entsprechend gut. Nicht nur musikalisch bekommt man hier die Essenz aus Thrash, Death und Black Metal in roher, räudiger Form geboten, auch der optische Aspekt der Truppe verdeutlich dieses, steht mit Basser Odin doch auch ein bepinselter Musiker auf den Brettern. Nicht schlecht, aber dennoch ziehen die Burschen im Endeffekt die Arschkarte, da im Verlauf des Sets ein großer Teil der Zuseher erneut zur großen Bühne wandert, um sich HELLOWEEN reinzuziehen.

HELLOWEEN-Liveshot

Meine Wenigkeit erwartet aufgrund des eher mauen letzten Gigs beim "Bang Your Head!!!" anno 2006 nicht allzu viel, doch auch ich werde von Beginn an eines Besseren belehrt und positiv überrascht. Die Band wirkt überaus motiviert und legt mit der programmatischen Frage ›Are You Metal?‹ gleich amtlich los. Aber sicher doch, kann man da nur antworten und, wie anhand der Resonanz des Publikums sehr schnell festgestellt werden kann, offenbar ganz Balingen. Angeführt von einem stimmlich wiedererstarkten Andi Deris und einem bewegungsfreudigen Michael Weikarth wissen HELLOWEEN, jeglichen Zweifel an ihrer Klasse vom Start weg verpuffen zu lassen. Und zwar nicht bloß wegen ihrer akuten Top-Verfassung, sondern auch wegen einer grandios zusammengebastelten Setlist. Klar, mit Gassenhauern wie ›Eagle Fly Free‹, ›Dr. Stein‹ oder ›I'm Alive‹ kann man nicht viel falsch machen, und so ist die diesbezüglich Euphorie im Publikum auch kein Mirakel, aufgrund der wirklich feinen Leistung der Musiker fällt die Stimmung aber auch beim sehr gewagten, knapp 20 (!) minütigen Medley aus ›Keeper Of The Seven Keys‹, ›King For A 1000 Years‹ und ›Halloween‹ keineswegs ab, und das muß man dieser Band erst einmal nachmachen! Da auch der "Frischling" ›Where The Sinners Go‹ gut aufgenommen wird und die Herren mit ›I Want Out‹ ein fulminanten Schlußpunkt setzen, müssen HELLOWEEN mit Sicherheit zu den Überraschungen des Festivals gezählt werden, denn die Herren werden mit ihrer Leistung wohl nicht nur mich überrascht haben.

PRETTY MAIDS-Liveshot

Die nun endlich vollständigen Dänen PRETTY MAIDS sehen sich danach einer brechend vollen Halle gegenüber. Logisch, schließlich war das Melodic-Kommando ja auch für die große Bühne gebucht. Zwar hat die Formation jetzt das Problem, das Ende ihres Sets zeitgleich mit SLAYER bestreiten zu müssen, doch dafür dürfen die "Mädels" insgesamt 70 Minuten ran. Mit dem Titeltrack ihres aktuellen Albums »Pandemonium« startet die Truppe gut los, ehe sich Meister Atkins für die Verschiebung und Komplikationen entschuldigt und sämtliche Gerüchte zum Schweigen bringt, schließlich ist alles auf einen kaputten Flugzeugmotor zurückzuführen. Den Zusehern ist das ohnehin egal, Hauptsache die Band spielt überhaupt und legt sich zudem noch mächtig ins Zeug. Die beiden zu "reifen Damen" gewordenen Ur-MAIDS Ronnie Atkins und Ken Hammer an der Gitarre zeigen mitsamt ihren wesentlich jüngeren Mitstreitern, daß sie das Rocken noch lange nicht verlernt haben und präsentieren einen wirklich gelungenen Auszug aus ihrem Repertoire. ›Back To Back‹ ist da ebenso enthalten wie auch ›Rodeo‹ und das längst zu einer PRETTY MAIDS-Nummer "gewachsene" ›Please Don't Leave Me‹. Den gesamten Auftritt kann ich jedoch nicht mit verfolgen, was zwar sehr schade ist, denn es fehlt zu diesem Zeitpunkt ja noch mein MAIDS-All-Time-Fave ›Red, Hot & Heavy‹, aber schließlich scharren Tom Araya, Kerry King, Dave Lombardo und "Ersatzmann" (eigentlich eine Frechheit, wenn man die Energie dieses Kerls auf der Bühne verspürt) Gary Holt schon in den Starlöchern, und das will ich auf gar keinen Fall versäumen.
Gut für mich schon frühzeitig eine Entscheidung getroffen zu haben, denn an diesem zweiten Festivaltag hätte es wohl Komplikationen beim "Multi-Tasking" gegeben. Durch den regen Zuspruch den die PRETTY MAIDS verdientermaßen erhalten, wird die Halle für weitere Zuseher nämlich ab ungefähr der Hälfte des Sets gesperrt. Schade zwar für diejenigen, die sich der Macht SLAYER nicht gewachsen sehen und in die Halle "flüchten" wollen, durch die Begleitumstände aber durchaus nachvollziehbar diese Maßnahme.

SLAYER [US]-Liveshot

Doch wie auch immer man zur Thrash-Institution SLAYER auch stehen mag, ein Entkommen ist heute unmöglich, denn die vier Herren, die sich weder durch großartige Bühnenshow, schon gar nicht durch "übermäßige" Kommunikation in Szene setzen, sondern getreu dem Motto "Let The Music Do The Talking" ein mächtiges Brett nach dem anderen servieren, metzeln in dieser lauen Sommernacht alles in Grund und Boden. Im Auditorium unmittelbar vor der Bühne erweckt der gnadenlos und spieltechnisch einwandfrei dargebotene Mix aus Aggression und Brutalität den Eindruck, man befinde sich unter einem Panzer. Im Verlauf der Spielzeit kommt mir mehrfach der Gedanke, daß am nächsten Tag das Messegelände wohl frisch asphaltiert werden muß, dermaßen intensiv kommt der Sound aus den Boxen! Der wortkarge, stimmlich durchaus fitte Tom Araya läßt sich zwar nur ganz selten zu Danksagungen und Ansagen hinreißen, versprüht aber dennoch eine erhabene Bösartigkeit, die ihresgleichen sucht. Da können sich ganze Rudel von Pandabären in der Tat noch was abschauen! An seiner Seite lassen die Herren King und Holt ein Riffgewitter der Extraklasse niederprasseln, während "Mister Unterschenkel" Dave Lombardo, mit schier außerirdischen Doublebass-Einsätzen einen Höllen-Groove verursacht.
Weitere Fragen? Wohl kaum, denn die Darbietung läßt auch was die Setlist betrifft, keine Wünsche übrig. So gibt es nach dem Eröffnungsschlag ›World Painted Blood‹/›Hate Worldwide‹ ein Inferno vom Härtesten, daß die Thrash-Welt zu bieten hat. Neben ›War Ensemble‹ und ›Dittohead‹ weiß vor allem das fulminante ›Dead Skin Mask‹ mächtig zu beeindrucken, ebenso das unkaputtbare ›The Antichrist‹. Zu ›Spirit In Black‹ gibt es sogar eine Ansage von Tom, nicht verraten wird jedoch, daß ›Mandatory Suicide‹ unmittelbar daran anschließt. Kurz vor dem Ende des Auftritts folgt dann die ultimative Vollbedienung, wobei es einmal mehr ›Angel Of Death‹ ist, mit dem SLAYER zum Gnadenstoß ansetzen. Jedoch nicht, ohne zuvor ihren - meiner Meinung nach - besten Track aller Zeiten überhaupt mit Nachdruck und der Urgewalt eines Erdbebens zu kredenzen. Dieser läßt mich seit diesem denkwürdigen Samstag auf die Frage, wo denn dieses Balingen eigentlich liegt, wo mich meine Sommer-Wallfahrt immer hinführt, nicht mehr schlicht mit dem üblichen "so ungefähr 60 km südwestlich von Stuttgart" antworten, sondern mit einem überzeugten ›South Of Heaven‹. Ganz klar, Balingen muß jener Ort sein, der hier besungen wird, keine Frage!

LORDI-Liveshot

Ein mehr als nur würdiger Headliner - meiner Meinung nach sogar einer der mächtigsten, denn Balingen je erleben durfte! Dieser trägt jedoch auch die "Schuld" daran, daß meine Wenigkeit die zum Abschluß noch in der Halle gastierenden LORDI "schwänzt", um mich fix und fertig, aber glückselig zur Ruhe zu begeben. Zu meiner Entschuldigung sei zwar noch hinzugefügt, daß zahlreichen anderen Zeitgenossen dieses Ereignis aufgrund akuter Überfüllung ebenso verwehrt bleibt, doch ganz ehrlich - SLAYER kann hier und heute einfach nichts, aber auch gar nichts mehr toppen (Womit meinereiner ein letztes Mal auf den Plan gerufen wird - zumal es nicht mal sicher gewesen wäre, daß Du einen Platz an der LORDI-Sonne bekommen hättest, denn die Messehalle platzt schon aus allen Nähten, während Tom & Co. noch auf der großen Bühne lärmen, so daß die Halle wie schon bei PRETTY MAIDS nach kurzer Zeit wegen Überfüllung geschlossen werden muß. Spätestens bei LORDI ist die Klimaanlage der Halle gnadenlos überfordert, denn die Finnen zünden bei den ersten drei Songs dermaßen viele Pyros, daß anschließend das Saunaklima fast nicht mehr zu ertragen ist. Zum Glück gibt es da monströse Göttergaben wie ›Would You Love A Monsterman‹ oder das auf alle Zeiten unvermeidliche ›Hard Rock Halleluja‹, daß man auch triefnaß mit Mister Lordi und seinen Monsterkumpels weiterfeiert, um dem BYH 2011 einen passenden Abschluß zu bescheren. - Stefan)

Zwar gibt es - wie von Veranstalter Horst Franz kurz vor dem Feuerwerk unter tiefsten Emotionen mitgeteilt - einen überaus bedauerlichen Unfall zu vermelden, was die Musik an sich betrifft, wird das "Bang Your Head!!!"-Festival 2011 jedoch als eines der essentiellsten überhaupt in die Historie eingehen!
Man darf gespannt, was uns da im kommenden Jahr erwarten wird. Es wird weder die für die Veranstalter, noch für die Künstler selbst einfach werden, dieses Billing zu übertreffen, lassen wir uns also überraschen, wenn die Veranstalter in der Zeit vom 12. bis zum 14. Juli zum "Bang Your Head!!!" 2012 laden.


Walter Scheurer

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Stefan Glas

Photos: Walter Scheurer [ASTRAL DOORS, DEATH ANGEL, IVANHOE], Stefan Glas [Rest]


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