UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 75 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → LORDI – »Sexorcism«-Review last update: 20.11.2022, 22:24:48  

last Index next

LORDI – Sexorcism

AFM RECORDS/SOULFOOD

Zugegeben, musikalisch schwer nachvollziehbares, oder allzu abgefahrenes Material gab es von LORDI bisher ohnehin noch nie zu hören. Locker rockendes Entertainment im Stile von - auch vom optischen Aspekt her als Paten zu nennenden - Heroen wie KISS oder Alice Cooper stand seit jeher auf dem Programm. Auf dem 2016er Dreher »Monstereophonic: Theaterror vs. Demonarchy« zeigte die finnische "Monsterformation" auf der "B-Seite" jedoch unerwarteterweise mit einem durchgehenden Konzept auf, das nicht nur durchaus auch als filmreif zu bezeichnen war, sondern auch eine gehörige RAMMSTEIN-Affinität hinsichtlich des Riffings offenbarte.

An diese Gangart scheint die Truppe nun mit »Sexorcism« anschließen zu wollen, hat jedoch die harschen Gitarrenpassagen in Songs eingebettet, die eher an die früheren Scheiben denken lassen. Dieser Schulterschluß ist auch als durchaus gelungen zu bezeichnen, allerdings ging man vor allem mit den "marschierenden" Riffs nicht gerade sparsam um, wodurch sich gegen Ende des Albums ein gewisses Sättigungsgefühl einstellt. Und das, obwohl sich mit ›Romeo Ate Juliet‹ oder ›Hot & Satanned‹ durchaus schmissige Ohrwürmchen im Programm befinden. Ein eher schaler Nachgeschmack haftet »Sexorcism« aber trotzdem an. Dennoch schafft es LORDI einmal mehr, das Interesse auf sich zu ziehen und zwar ganz locker. Denn völlig unabhängig davon, in welcher Form auch immer man die neuen Tracks darbietet, steht es außer Zweifel, daß »Sexorcism« wieder einmal gehörig polarisieren wird. Allein der Albumtitel und das Cover werden für entsprechende Diskussionen sorgen, und wenn man sich weitere Songtitel - ›The Beast Is Yet To Cum‹ und ›Sodomesticated Animal‹ seien als garstig-grausliche Paradebeispiele hervorgehoben - zu Gemüte führt, hat man schnell begriffen, daß im Lager der Finnen ganz bewußt verstärkt auf Provokation gesetzt wird - um nicht zu sagen, gesetzt werden muß.

Durchaus möglich, daß "Mr. Lordi" und seine illustre Gesellschaft darauf abgezielt haben, um Diskussionen ob der musikalisch nur wenig aufsehenerregenden Leistung erst gar nicht aufkommen zu lassen, die Fans werden das aber mit Sicherheit nicht ganz so tragisch sehen und einer entsprechenden Live-Umsetzung entgegenfiebern. An der Tatsache, daß sich aber selbst der beste "Monster-Schmäh" irgendwann einmal abnutzt, ändert das aber trotz überaus plakativ-provokanter Songtitel und entsprechender Texte nicht viel.

http://www.lordi.fi/

ordentlich 8


Walter Scheurer

 
LORDI im Überblick:
LORDI – Babez For Breakfast (Rundling-Review von 2010)
LORDI – Monstereophonic (Theaterror vs. Demonarchy) (Rundling-Review von 2016)
LORDI – Scare Force One (Rundling-Review von 2014)
LORDI – Sexorcism (Rundling-Review von 2018)
LORDI – To Beast Or Not To Beast (Rundling-Review von 2013)
LORDI – Zombilation - The Greatest Cuts (Rundling-Review von 2009)
LORDI – ONLINE EMPIRE 15-Interview
LORDI – ONLINE EMPIRE 20-Special
LORDI – ONLINE EMPIRE 29-"Living Underground"-Artikel
LORDI – ONLINE EMPIRE 48-"Living Underground"-Artikel
LORDI – ONLINE EMPIRE 56-"Living Underground"-Artikel
LORDI – ONLINE EMPIRE 69-Interview
LORDI – ONLINE EMPIRE 89-Special
LORDI – News vom 01.01.2006
LORDI – News vom 07.04.2006
LORDI – News vom 20.05.2006
LORDI – News vom 04.10.2010
LORDI – News vom 26.10.2010
LORDI – News vom 26.04.2012
LORDI – News vom 25.07.2012
LORDI – News vom 17.12.2012
LORDI – News vom 14.03.2019
LORDI – News vom 07.05.2022
siehe auch: Die LORDI-Musiker als Darsteller im Film "Dark Floors", zu dem die Band auch einen Song beisteuert
© 1989-2022 Underground Empire


last Index next

Stop This War! Support The Victims.
Button: here