UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 1”-Datasheet

Contents:  SIEGES EVEN-Interview

Date:  1988/'89 (created), 26.03.2001 (revisited), 09.10.2010 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 1

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several later issues still available; find details here!

Comment:

Das Fanzine-Pflichtthema zu jener Zeit - wie im Vorwort erläutert. Doch SIEGES EVEN erhielten diesen Platz an der Sonne völlig zurecht - schließlich versorgen sie uns schon seit Jahren mit exzellenter und außergewöhnlicher Musik und ihr neues Projekt LOOKING-GLASS SELF kommt langsam aber sicher auch in Schwung!

Bei kräftigem Wühlen spuckte unser Archiv tatsächlich noch ein altes SIEGES EVEN-Photo aus, das etwa 1986, '87 während der Demophase entstand und Kultpotential für sich beanspruchen kann - nicht nur weil die beiden Holzwarth-Brüder im Zeitraum zwischen den beiden Pics die Frisuren getauscht hatten.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

SIEGES EVEN-Logo

Wenn man beginnt ein Magazin zu schreiben, gibt es immer Bands, von denen man sagt, "Die müssen unbedingt in der ersten Ausgabe sein". Zu diesem Kreis gehörte in meinem Fall ganz klar SIEGES EVEN. Zum einen halte ich sie momentan für die beste deutsche Band und zum andern ist Markus schon seit einiger Zeit mein Brieffreund. Außerdem kenne ich einen Teil der Band persönlich. Also fragte ich eines schönen Tages dezent wegen eines Interviews an und die Band entsprach meinem Ansinnen (klingt doch gut, oder? - Red.). Von Seiten der Band lag der Wunsch vor, das Interview schriftlich zu führen. Da man von einem Abiturienten eigentlich verlangen kann, seine Gedanken halbwegs in Schriftzeichen umzusetzen, stand dem Kreuzfeuer nichts mehr im Weg. Einige Tage später verschwand ein Fragenkatalog (im wahrsten Sinne des Wortes! - Red.) im Briefkasten in Richtung München. Da das gesamte Interview zu lang gewesen wäre, hier der erste Teil des Interviews mit Deutschlands bestem Baßmann Oliver.

SIEGES EVEN-Bandphoto 1

Was ist die Bedeutung des Namens "SIEGES EVEN" und wie seid Ihr darauf gekommen?

Hinter dem Namen steckt keine tiefere Bedeutung. Als wir zu der Überzeugung kamen, den Bandnamen "SODOM" nicht mehr zu verwenden, suchten wir einen originellen Namen, einen wirklich einzigartigen sozusagen, um für die Zukunft irgendeine Verwechslung auszuschließen. "SIEGES EVEN" soll mit uns assoziiert werden und umgekehrt. Du siehst, auch hier legen wir einen großen Wert auf Individualität und Identität. Wenn man "SIEGES EVEN" frei übersetzt, so kann man "Abend der Belagerung" (was nun klischeehaft klingt) sagen. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Namenswahl war auch eine gewisse Eleganz bezüglich der Aussprache.

Was kannst Du im Rückblick zu der Platte sagen?

Die Platte hatten wir in Münster Ende März/Anfang April '88 aufgenommen. Hierfür standen uns inklusive Mix 24 Tage zur Verfügung, so daß wir wir in Ruhe zu Werke gehen konnten. Ein bißchen Zeitdruck entstand hier und da hin und wieder, aber im Ganzen sind wir sehr gut zurecht gekommen. Die LP wird Ende August weltweit erscheinen (auch als CD) und verfügt über eine Spieldauer von ca. 42 Minuten. Aufgenommen haben wir folgende sieben Nummern: als Opener fungiert ›Repression & Resistance‹, es folgt der Titeltrack ›Life Cycle‹. Die letzten beiden Songs der A-Seite sind ›Apocalyptic Disposition‹ und ein Instrumental, die beide durch das selbe musikalische Thema, das zum Anfang der einen und zum Ende der anderen Nummer auftaucht, verbunden sind. Auf der B-Seite finden wir unseren alten Rehearsaltrack ›Enigma/Traveling Through Time‹, den wir neu arrangiert und neu betitelt haben. Er heißt jetzt ›David‹ und ist auch mit einem neuen Text versehen. Den Abschluß der LP bildet ›Straggler From Atlantis‹ mit dem kurzen Outro ›Arcane‹. Sämtliche Stücke sind leicht umarrangiert, teilweise neu strukturiert und im Tempo verändert. Was das Cover betrifft, so wird darauf ein Computerschaltplan zu sehen sein, in den ein Herz und ein Gehirn integriert sind. Die Bedeutung dieses Konzepts ist die, daß wir mit dieser Quasi-Symbolik die Pervertierung der Entwicklung des Menschen und seiner Gesellschaft, der im technologischen Zeitalter mit all seinen materiellen absoluten Werten wie etwa Macht, Erfolg, Karriere, Geld, etc. in seiner "Entscheidungsfreiheit" nicht allein von den Entscheidungskomponenten Herz, Gefühl und Gehirn, Verstand beeeinflußt wird, sondern sich in seinem Handeln und Denken dem Diktat der Perfektionierung, ständigen Verbesserung - wie es beispielsweise in den Wissenschaften sehr deutlich zu erkennen ist - seiner Leistungen unterwirft und Aspekte der Menschlichkeit allzu leicht vernachlässigt. (Dieser Satz ist von der Länge her eines Thomas Mann würdig! - Red.) Wo finden sich Tugenden wie Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Rücksicht, Toleranz, Achtung vor der Person und Würde des anderen Menschen, etc. denn noch. Denken und Handeln wird vom reinen Egoismus bestimmt, der wiederum sich dem Diktat des reinen eiskalten Materialismus verschreibt, den ich oben beschrieben habe. Symbolisiert wird das durch den Schaltplan, in den Herz und Gehirn als ursprüngliche Entscheidungsträger im Menschen, integriert und damit untergeordnet sind. Wie Du siehst, ist das Bild das wir uns von den Menschen unserer Zeit machen, kein allzu positives. In dieses Bild beziehen wir uns natürlich auch ein, denn Selbstkritik ist vielleicht ein Anfang auf dem Weg zum Besseren.

Hier setzt meine erste Zusatzfrage an: Prinzipiell stimme ich Dir hierbei ja zu, aber glaubst Du nicht, daß Deine Position etwas zu extrem und pessimistisch ist? Hast Du außerdem alles nicht etwas zu sehr verallgemeinert?

Die Position ist ganz offensichtlich sehr extrem und pessimistisch und logischerweise ist sie verallgemeinernd. Ich spreche von den "Menschen" unserer Zeit und muß natürlich verallgemeinern. Natürlich gibt es Ausnahmen und die mögen zahlreich - Ausnahmen bestätigen aber bekanntlich die Regel. Ich würde diesen Beurteilungsstempel, den ich formuliert habe ja auch nicht jedem Menschen auf die Stirn drücken, aber grundlegend habe ich diesen Eindruck vom Menschen unserer Zeit und zu jeder Zeile, die ich hier geschrieben habe stehe ich 100%ig. Ich bin mir ganz sicher, daß sich jeder von uns zumindest mit einem Teil von dem, was ich zu dieser Frage gesagt habe, identifizieren kann. Ein Freund von mir hat mal gesagt: "Der beste Freund ist eine Kugel wert!" Mit der fatalen Konsequenz, die hier impliziert wird, bin ich gar nicht einverstanden - jedoch sollte sich jeder seine Meinung dazu tunlichst bilden.

SIEGES EVEN-Bandphoto 2

Vergleiche bitte die Studioarbeit mit den Liveauftritten!

Der grundlegende Unterschied besteht darin, daß der Sinn und Zweck des Studioaufenthaltes in dem Abliefern einer qualitativ möglichst astreinen Aufnahme, also was Sound, fehlerfreies Darbieten der Songs, etc. betrifft, begründet ist. Hier gilt es das Klangbild möglichst vollkommen zu gestalten, hier handelt es sich um akustische Aspekte, wohingegen beim Liveauftritt der visuelle Aspekt hinzukommt: die Leute bezahlen Geld, um dafür die Songs, die möglichst mindestens ebensogut wie auf Platte/Demo dargeboten werden sollen, und eine Show zu erleben, die möglichst spektakulär sein soll. Studioarbeit ist insofern anstrengender, als man die Musik wirklich hundertprozentig produzieren soll, wohingegen live Unstimmigkeiten (im Timing beispielsweise) doch toleriert werden oder gar nicht auffallen. Live kann man, was die Musik betrifft lockerer zur Sache gehen als im Studio, wo sehr pedantisch gearbeitet wird (in einem guten Studio), was schnell auf die Nerven gehen kann. Außerdem hat man in der Person von Kalle Trapp einen sehr kritischen Produzenten vor sich, der sich nur für eine fehlerfreie Darbietung des Tracks interessiert und nach jeder noch so kleinen Unstimmigkeit das jeweilige Take unterbricht und ständig volle Konzentration, Disziplin, Motivation und bessere Leistungen erwartet, und dies natürlich möglichst sofort, was einen ziemlichen physischen Druck mit sich bringt, der auf dem Musiker lastet. So war es zumindest bei uns bei den Aufnahmen für die erste LP. Livespielen macht mehr Spaß, denn da herrscht eine andere Atmosphäre. Du spürst ständig in irgendeinerweise die Stimmung / Reaktion des Publikums. Liveauftritte stellen eine Art von Kommunikation dar und das macht sie interessant. Liveauftritte sind eine "lebendige" Sache, wohingegen Studioarbeit doch eher steril ausfällt. Vor allem läßt sich ein objektiver Eindruck bei einem Konzert am besten von einer Band machen - denn hier kann man kaum irgendwelche Schwächen kaschieren, was im Studio immer möglich ist. Das ist auch der Punkt, warum viele Bands live so oft einen schlechten Eindruck hinterlassen.

Seid Ihr live genauso wie privat, oder verhaltet Ihr Euch da anders. Nasty Ronnie von NASTY SAVAGE behauptet ja immer, daß er sich live in sein Gegenteil verwandelt.

Bei uns gibt es da keinen Unterschied. Wir wollen Spaß haben und den Leuten zeigen, wer wir sind und wie wir sind. Da gibt es keinen gravierenden Unterschied. Unsere Musik, das ganze Projekt SIEGES EVEN entspringt quasi unserem privaten Dasein. Wir geben uns so wie wir sind und deshalb wird besagtes Projekt auch live so dargeboten ohne bei den Auftritten irgendein Kasperletheater zu bieten. Uns geht es schließlich darum, mit der Musik die Leute zu erfassen, zu erfreuen. Das beste Beispiel ist RUSH, die live wie Flaschen auf der Bühne stehen und trotzdem das für uns beste Konzert abgaben, denn die Musiker offenbarten ihre Persönlichkeit, schüttelten ihr Trumpf, ihre Musik, voller Enthusiasmus und Liebe aus dem Ärmel und begeisterten so die Zuschauerschaft. Die wunderbare Show tat ein übriges - wohlgemerkt: ein übriges. Sie war zweitrangig!

Habt Ihr Angst, daß Ihr nicht allzu viele Platten verkauft bzw. mit welcher Verkaufszahl rechnet Ihr oder wäret Ihr zufrieden?

Angst haben wir nicht, daß wir zuwenig Platten verkaufen. Es wäre höchstens ärgerlich, denn von der vielfach entscheidungsinkompetenten Zuhörerschaft (Markt) würden wir bei schlechten Verkaufszahlen als schlechte Band eingestuft, was kompletter Unsinn ist. So wird aber nunmal entschieden. Das eherne Gesetz hierbei ist, daß eine Band, die marktgerecht feilgeboten wird, in der Regel gut verkauft. Mit der musikalischen Fähigkeit der Band hat das überhaupt nichts zu tun. (Beispiel: POISON) Wir sind glücklich Erfahrung gesammelt zu haben, ohne uns finanziell ins Unglück zu stürzen. Wir haben einen super Produzenten getroffen und SPV sind ebenfalls super. Mit der LP sind wir sehr zufrieden und die Reaktionen sind ebenfalls hervorragend! Was wollen wir also mehr? Die Verkaufszahlen sind uns scheißegal! Wir haben unser Bestes gegeben. Das haben wir für uns getan, für SPV, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, und für die Techno-Thrash-Freaks. Wir hoffen auf einen guten Verkauf, wenn dem nicht so ist: Pech gehabt. Wir sind Idealisten. Unseren Glauben werden wir nicht verlieren.

Wie ist Euere Beziehung zu STEAMHAMMER und seid Ihr mit dem Label zufrieden?

Unsere Beziehung zu SPV/STEAMHAMMER ist sehr gut. Wir haben mit C.D. Hartdegen den idealen kompetenten Kontaktmann zur Plattenfirma, die uns einen sehr guten Vertrag gemacht hat und bei der wir unsere Vorstellungen wirklich voll verwirklichen können. C.D. steht voll hinter uns und hilft uns wo er kann. Wir sind bis dato voll befriedigt.

Jetzt eine etwas gemeine Frage: wie würdet Ihr selbst Eueren Stil beschreiben?

Wie machen eine sehr technische, anspruchsvolle Musik, die allen Musikrichtungen gegenüber aufgeschlossen ist. Wenn wir z.B. einen Funky-Part interpretieren wollen, so tun wir das, wenn es sich als Ganzes super anhört. So einfach ist das. Insofern ist die ist die bloße Erwähnung "Metal" in der Stilbezeichnung völlig fehl am Platze, weil nur einen Teilbereich unseres musikalischen Spektrums abdeckend!
Mit einer Stilbezeichnung engt man sich im Grunde viel zu sehr ein. Deshalb will ich mich zu dieser Frage nicht allzusehr äußern.

Euch sind die Texte ja ziemlich wichtig. Könntest Du daher bitte ihren Inhalt anhand einiger Songbeispiele erläutern!

Du hast recht, die Texte sind uns sehr wichtig. Dementsprechend wichtig sind auch die Themen, die wir in unseren Tracks verarbeiten - alle in unserer heutigen Zeit mehr als relevant. In unserem LP-Opener ›Repression & Resistance‹ greifen wir die Diktatur des Herren Pinochet in Chile thematisch auf. In ›Apocalyptic Disposition‹ geht es um Militarismus und seine Disposition in jeder Gesellschaft (auch in unserer). Ich bin überhaupt der Meinung, daß wir Menschen, die in der Grundausbildung zum Töten geschult werden viel zu viel Einfluß in unserer Gesellschaft zugestehen. Ich hoffe auf eine Zeit, in der es keine Uniformen, Diensthierarchie, Soldaten (-ehre), Dienstabzeichen, etc. geben wird. Die ganzen diversen Militärdoktrinen, egal ob schwarz, gelb oder rot kotzen mich nämlich total an und meine Abneigung gegen den Mann in Uniform und dessen Einstellung habe ich in ›Apocalyptic Disposition‹ verarbeitet. in ›David‹ geht es um das Volk der Juden und dessen Verfolgung seit Menschengedenken. Leider gibt es heute wie eh und je noch sehr viele Menschen, die irgendeinem rassistischem, nationalistischem oder auch faschistischem Gefasel Glauben schenken und somit haben wir auch hier brennendste Thematik aufgegriffen. Wir denken, daß unsere Themen so brandheiß sind, wie unsere Finger nach dem Spielen unserer Songs!

Hier gibt es eine ähnliche Zusatzfrage wie am Anfang: drückst Du Deine Meinung zu dem "Mann in Uniform" nicht auch etwas zu allgemein aus, denn es gibt da sicher solche und solche. Ich glaube, daß es den meisten Wehrpflichtigen eigentlich hauptsächlich darum geht ihre 15 Monate hinter sich zu bringen.

Tut mir leid, aber sobald ich eine grundlegende Thematik erörtere (dies muß ich in zwei, drei Sätzen tun!!), läßt sich eine Pauschalisierung nicht vermeiden.
Stichwort 15-Monate-Dienst-Herunterreißen: Diesen Menschen gilt der Vorwurf, daß sie sich allzu oberflächlich an eine so gravierende Thematik wie "Bundeswehr" herangehen und sich im Grunde nicht viel oder gar nicht um eine intensive geistige Auseinandersetzung bemühen. Ich finde diese Art von Bequemlichkeit nicht gut und gefährlich. Der Mensch hat die moralische Verpflichtung, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, um seinen Entschluß zu fassen, sich eine Meinung zu bilden und dann seinen Weg zu gehen und dafür auch die Verantwortung zu tragen. Wenn ich aber sehe mit welchem Desinteresse viele (nicht alle!!) bezüglich der Brisanz der Thematik "Wehrdienst" gegenüberstehen, dann muß ich schaudern. Der Zivi macht sich zumindest seine Gedanken (muß er ja bei der Formulierung seiner Begründung) - der Bundeswehrsoldat muß das nicht tun. Ich fände es köstlich, wenn man auch angehende Soldaten solch einem Test unterziehen würde.

Wer schreibt bei Euch die Songs und wie entstehen sie?

Die meisten Riffs bringt Markus, wir fügen dann hinzu, arbeiten aus, bis schließlich ein Song steht, zu dem Markus dann einen Text schreibt.

Wie schätzt Ihr selbst die Live-/Bühnenwirksamkeit Euerer Stücke ein? Sind Euere Lieder vielleicht zu kompliziert, als daß es live "abgehen" kann?

Unsere Stücke sind genauso wirksam auf der Bühne wie andere. Wenn wir sie sauber spielen und die Zuhörerschaft sich mit den Stücken beschäftigt hat, dann gibt es nicht die geringsten Probleme. Die Leute sind einfach zu sehr an Standard-Rhythmen gewöhnt, mit denen sie aufgewachsen sind - Anspruchsvolles ist nunmal nicht die Norm. Bei unseren Stücken ist Grundvoraussetzung für den Konzertbesucher sie zu kennen. So hat er dann am meisten Spaß - den hat er insofern auch, als Besucher zu unseren Konzerten kommen, um etwas Außergewöhnliches und nicht abgelutschten Standard zu hören. Und dafür garantieren wir bekanntlich (siehe LP). Für die Leute, die jeder Form von Innovation gegenüber aufgeschlossen sind, wird es live voll abgehen. Die Mehrheit der 90-Minuten-Vierviertel-Takt Monoton-Banger werden bei uns nicht zum Orgasmus kommen, denn bei uns zählt neben Gefühl auch Gehirn und Vielseitigkeit.

Wie lange spielt Ihr Euere Instrumente und wie habt Ihr sie erlernt - mit Hilfe eines Lehrers oder autodidaktisch?

Wir spielen jeder schon einige Jahre unsere Instrumente und haben uns im Grunde alles selbst beigebracht. Jetzt erst nehmen wir - bis auf Alex - alle wieder Unterricht, um uns weiter zu verbessern, und weil es Spaß macht, sich mit der Musik in ihrer vielfältigen Form zu beschäftigen.

Jeder von Euch hat einen ziemlich eigentümlichen Stil! Wie habt Ihr diesen jeweils entwickelt?

Seinen eigenen Stil entwickelt man, indem man sich natürlicherweise an irgendwelchen Vorbildern - Leute, die über bessere Fähigkeiten als Du verfügen - orientiert, ihnen nacheifert aber dabei nie vergißt, seine persönliche Note seinem Spiel zu geben, indem man versucht seine Gefühle beim Spielen umzusetzen und zu einem Part beispielsweise das zu spielen, was am besten dazu paßt, was man instinktiv als optimal empfindet. Wir versuchen jeder, das zu spielen, was gut klingt. Wir orientieren uns somit nur an unserem ganz individuellen Geschmack. Und da jeder Mensch im Grunde einen von seinen Mitmenschen verschiedenen Geschmack hat, ergibt sich somit ein eigentümlicher Stil. Fertig. Aus.

Du sagst, daß Ihr nach Euerem Geschmack und Gefühl die Lieder schreibt. Daher würde mich interessieren, wie weit Ihr in der Musiktheorie (also Harmonielehre, etc.) bewandert seid und ob Ihr Euere Lieder diesen Gesetzen unterordnet, oder ist Euch Euer Gefühl wichtiger als die theoretische Richtigkeit der Lieder?

In Musiktheorie sind wir einigermaßen bewandert, was aber nicht unbedingt heißen mag, daß wir uns beim Songwriting irgendwelchen musiktheoretischen Konventionen unterwerfen. Das Gefühl kann also durchaus der Theorie widersprechen - somit geben wir dem Gefühl mehr Gewicht. Das macht aber nichts, denn: am Anfang war das Gefühl, dann kam das Analysieren und das Erkennen von Gesetzmäßigkeiten, die man dann in Konventionen gepackt hat. Im reinen Gefühl steckt also auch Logik. Insofern kann uns niemand Vorwürfe machen ob dem "Wert" unserer Musik.

Hiermit dürfte Oliver wohl überdeutlich bewiesen haben, daß die einzelnen Mitglieder von SIEGES EVEN nicht nur "einen auf intellektuell macht", sondern, daß er fähig ist, seine Gedanken klar zu artikulieren. Ein wirklich hochinteressantes Interview wie man wohl behaupten kann. Der zweite Teil des Interviews wird in unserer nächsten Ausgabe erscheinen (sofern wir die jemals zustande bringen, grins!! - Red.). Das Interview ist nun schon etwas älter, aber dennoch wollten wir keine Fragen streichen, weil das Interview eigentlich nur als Ganzes seinen Reiz behält. Um die Aktualität aber nicht mit Füßen zu treten, hat uns Oliver News über SIEGES EVEN zukommen lassen.

Die neue LP wird im August unter Leitung von Kalle Trapp eingespielt werden und im Oktober erscheinen. Die Spieldauer wird voraussichtlich circa 60 min betragen. Für die CD wollen wir zusätzlich einen Bonustrack aufnehmen. Bei den Tracks handelt es sich nur um neue Stücke. Wir sind gerade eifrig dabei das Songmaterial fertigzustellen und zu verfeinern. Eine LP-Seite wird übrigens nur eine Nummer mit der Spieldauer von ca. 28 min und dem Titel ›Tangerine Dream Of Solace‹ haben (Ich kann es schon kaum erwarten, dieses Opus zu hören! - Red.). Weitere Tracks sind ›Open Season‹ (handelt von Rushdie und den "Satanischen Versen") oder ›The Second Call To Lane‹ (hier setzen wir uns erneut mit Chile auseinander, dessen Volk ja jetzt leichtfertig nach dem Plebiszit gegen Pinochet an die Einführung der Demokratie glaubt). Die LP, deren Titel bis dato noch nicht feststeht, wird auch noch eine Akustikgitarrennummer enthalten, auf der ich vielleicht mit Akustikbass spielen werde. Wir versuchen jetzt so bald wie nur irgend möglich eine Art Vorproduktion unserer Songs zu starten, damit die LP bei den Aufnahmen im August nahezu perfekt wird und alle begeistert, und zwar auch Nichtmetaller. Wir sind stil- und soundmäßig nämlich wesentlich flexibeler und eigenständiger geworden. Laßt Euch also überraschen!

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

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