UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 4”-Datasheet

Contents:  ROCK HARD-''Once Upon ... A Zine''-Artikel

Date:  16.01.1991 (created), 23.04.2010 (revisited), 22.01.2022 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 4

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Daß der Vergilbungsprozeß bei der ROCK HARD-Debutausgabe schon längst eingesetzt hat, ist gewiß nicht zu übersehen, was nichts daran ändert, daß das ROCK HARD bis heute das beste deutsche Metalmagazin, zu dem ich es damals schon gekürt hatte, geblieben ist - was ich sicherlich nicht nur sage, weil ich mich selbst seit mehr als 15 Jahren zum Stamm der freien Mitarbeiter des Blattes zähle.

Ich kann mich noch gut entsinnen, daß Holger Stratmann mich angrinste, als er diese Story zu Gesicht bekam, und sagte: "Oh, da hast Du 'ne Idee von uns vorweggenommen." Daraufhin erklärte er mir, daß er sich mit dem Gedanken trug, die ROCK HARD-Erstausgabe gewissermaßen nochmal aufleben zu lassen, was später mittels des ROCK HARD-Buches mit den besten ROCK HARD-Stories oder dem Nachdruck der ersten Ausgabe im DinA5-Format für eine Jubiläumsaugabe geschehen sollte.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Titel: Once Upon... A Zine
Dekolinie

ROCK HARD

Heute wollen wir zu jenem Fanzine kommen, das es zweifelsohne am weitesten gebracht hat und das für mich bis heute einen gewissen geistigen Fanzineanspruch beibehalten hat. Auch wenn es heute zu den ganz Großen gehört, so daß es gewissen Mechanismen der Szene unterworfen ist, bin ich, der ich die ROCK HARDler alle persönlich kenne, davon überzeugt, daß die Redakteure sich noch ihren Enthusiasmus beibehalten haben und nach wie vor Spaß an der Musik und der schreiberischen Arbeit haben. Selbstredend kann man nicht mehr mit der gleichen Leidenschaft am Werk sein, wie das vermutlich bei dieser hier abgebildeten ersten Ausgabe der Fall war. Es ist einfach ein Preis, den man zahlen muß, wenn ein Hobby zum Beruf wird. Es entstehen gewisse Pflichten, vor denen man sich nicht drücken kann.

ROCK HARD 1-Cover Von der heutigen Sicht aus ist dieses erste ROCK HARD auf den ersten Blick ein recht normales Heft. Wenn man sich aber in diese Zeit, das späte Jahr 1983, zurückversetzt, so muß man das Heft unter einem neuen Licht betrachten. Ein ausführliches vierseitiges Japan-Special war damals sicher nichts Alltägliches. Desweiteren beweist die Tatsache, daß METALLICAs »Kill 'em All« die LP des Monats war, Weit- und Durchblick. Dieses erste Heft wurde lediglich von Holger Stratmann und Uwe Lerch, der heute nur noch organisatorisch fürs ROCK HARD tätig ist, erarbeitet. Die Aufmachung war erdenklich einfach: zwanzig einseitig kopierte Blätter, am Rand geklammert. Diese Optik blieb bei den ersten drei ROCK HARDs erhalten. Ab der Nummer 4 war dann eine Qualitätssteigerung angesagt. Das Heft war gedruckt, mit gerasterten Fotos versehen und geheftet. Im nächsten Heft begann man dann, mit einer Farbe im Cover zu arbeiten.

Der nächste wichtige Schritt erfolgte sicher mit der Nummer 6, als Götz Kühnemund zum ROCK HARD stieß. Er hatte zuvor ein Heft namens METAL MANIACS GERMANY gemacht, so daß hier also beide Hefte vereinigt wurden - kenn' ich doch irgendwo her...

Ab der Nummer elf erschien das ROCK HARD mit Vierfarbcover, was seinen Sprung an die größere Öffentlichkeit förderte. Dies ist nämlich zugleich der Zeitpunkt, ab dem zumindest der Insider sich in die Leserliste des ROCK HARDs eintrug. Da das Heft von da an immer bekannter wurde, dürften diese Ausgaben auch vielen unter Euch bekannt sein, so daß Ihr diese Geschichte selbst weitererzählen könnt. Konsequente und konstante Bemühungen haben das Heft wachsen lassen, so daß es zu dem wurde, was es heute ist. Wollen wir uns also wieder auf die Ausgaben mit den einstelligen Zahlen, Ziffern zu gut Deutsch, konzentrieren.

Erstaunlich war eigentlich die Tatsache, daß man es von Anfang an geschafft hat, das Heft relativ regelmäßig erscheinen zu lassen - gar nicht so einfach; wir können ein Lied davon singen. So gab es bei diesen zehn Ausgaben jeden Monat ein neues ROCK HARD, mit einigen Ausnahmen, in denen die Zeitspanne zwischen den Ausgaben zwei Monate betrug.

Zu Anfang berichtete das ROCK HARD primär über solche Bands, die gerade angesagt waren. So finden sich in den ersten Ausgaben hauptsächlich Bands wie ACCEPT, JUDAS PRIEST, SCORPIONS, MOTÖRHEAD, IRON MAIDEN oder SAXON. Allerdings muß man bedenken, daß die Szene damals noch ganz anders strukturiert war und man nicht an jeder Straßenecke drei Mags mit den Bands, die gerade "in" waren, nachgeschmissen bekam, so daß man sich als Fanzine auch um solche Acts kümmern mußte. Abgesehen davon war es für einen Fan sicher interessant, beispielsweise das "Monsters Of Rock"- oder das "RockPop In Concert"-Festival mal alternativ aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen - von Fans eben. Allerdings muß man sagen, daß sich, je weiter das Heft fortschritt, die Insider-Artikel mehrten. So stellte man Plattenfirmen wie NEAT RECORDS, SHRAPNEL oder METAL BLADE vor. Schon seit der ersten Ausgabe hatte man eine Rubrik, in der man neue Bands wie QUEENSRŸCHE, ROUGH CUTT, SAVAGE, SLAYER oder PRETTY MAIDS vorstellte, lange bevor Hinz und Kunz sie in ihr Repertoire aufgenommen hatten. Oder man schwärmte schon zwei Seiten lang von den New Yorker Blood Metal Donors, als sie gerade mal ihr »Power In Black«-Demo anzubieten hatten - die Rede ist natürlich von OVERKILL.

Schon recht früh widmete man sich auch Demobands und führte für sie einige Seiten ein. Außerdem verfaßte Götz eine Zeitlang ein "Deutschland Special", das sicher sehr förderlich für die nationale Szene war. Auf jeden Fall lach' ich mich jedesmal krank, wenn ich heute die Photos von SODOM, DESTRUCTION oder TANKARD (Gerre mit Bubifrisur - zum Abkugeln! - Red.) aus dem Jahre 1984 sehe.

Natürlich muß man sagen, daß besonders in den ersten Heften eine Menge Klischees zu finden sind und manche Artikel etwas unkritisch anmuten. Muß man aber nicht zugeben, daß es auch heute noch viel zu viele Klischees in dieser Szene gibt, die sich auch in Fanzines wiederfinden? Sie mögen ganz anders aussehen, haben aber dennoch den gleichen originellen Wert. Außerdem ist es am Anfang einer solchen Arbeit nur allzu verständlich, daß man sehr euphorisch an gewisse Sachen rangeht und etwas zur Übertreibung neigt, ohne daß einem dies so richtig bewußt wird. Wenn ich heute aufs erste UNDERGROUND EMPIRE zurückblicke, so muß ich feststellen, daß ich einiges zu sehr durch die rosa Brille sah. Gerald und Markus wird es da sicher nicht anders gehen. Stinknormale, evolutionär bedingte Umstände!

Na, man könnte jetzt sicher noch viel weitererzählen, aber ich will's mal dabei belassen. So jedenfalls sah der Start des ROCK HARD aus. Wer hätte damals gedacht, daß aus diesem Fanzine mal das beste Heavy-Magazin Deutschlands werden sollte?


Stefan Glas

"Once Upon... A Zine" im Überblick:
"Once Upon... A Zine" – Underground Empire 3-"Once Upon... A Zine"-Artikel (aus dem Jahr 1990)
"Once Upon... A Zine" – Underground Empire 4-"Once Upon... A Zine"-Artikel (aus dem Jahr 1991)
"Once Upon... A Zine" – Underground Empire 5-"Once Upon... A Zine"-Artikel (aus dem Jahr 1991)
"Once Upon... A Zine" – Underground Empire 6-"Once Upon... A Zine"-Artikel (aus dem Jahr 1992)
"Once Upon... A Zine" – Underground Empire 7-"Once Upon... A Zine"-Artikel (aus dem Jahr 1994)
"Once Upon... A Zine" – Online Empire 3-"Once Upon... A Zine"-Artikel (aus dem Jahr 2000)
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