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”UNDERGROUND EMPIRE 4”-Datasheet

Contents:  ROCK HARD-''Once Upon ... A Zine''-Artikel

Date:  16.01.1991 (created), 23.04.2010 (revisited), 09.11.2016 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 4

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Da├č der Vergilbungsproze├č bei der ROCK HARD-Debutausgabe schon l├Ąngst eingesetzt hat, ist gewi├č nicht zu ├╝bersehen, was nichts daran ├Ąndert, da├č das ROCK HARD bis heute das beste deutsche Metalmagazin, zu dem ich es damals schon gek├╝rt hatte, geblieben ist - was ich sicherlich nicht nur sage, weil ich mich selbst seit mehr als 15 Jahren zum Stamm der freien Mitarbeiter des Blattes z├Ąhle.

Ich kann mich noch gut entsinnen, da├č Holger Stratmann mich angrinste, als er diese Story zu Gesicht bekam, und sagte: "Oh, da hast Du 'ne Idee von uns vorweggenommen." Daraufhin erkl├Ąrte er mir, da├č er sich mit dem Gedanken trug, die ROCK HARD-Erstausgabe gewisserma├čen nochmal aufleben zu lassen, was sp├Ąter mittels des ROCK HARD-Buches mit den besten ROCK HARD-Stories oder dem Nachdruck der ersten Ausgabe im DinA5-Format f├╝r eine Jubil├Ąumsaugabe geschehen sollte.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Titel: Once Upon... A Zine
Dekolinie

ROCK HARD

Heute wollen wir zu jenem Fanzine kommen, das es zweifelsohne am weitesten gebracht hat und das f├╝r mich bis heute einen gewissen geistigen Fanzineanspruch beibehalten hat. Auch wenn es heute zu den ganz Gro├čen geh├Ârt, so da├č es gewissen Mechanismen der Szene unterworfen ist, bin ich, der ich die ROCK HARDler alle pers├Ânlich kenne, davon ├╝berzeugt, da├č die Redakteure sich noch ihren Enthusiasmus beibehalten haben und nach wie vor Spa├č an der Musik und der schreiberischen Arbeit haben. Selbstredend kann man nicht mehr mit der gleichen Leidenschaft am Werk sein, wie das vermutlich bei dieser hier abgebildeten ersten Ausgabe der Fall war. Es ist einfach ein Preis, den man zahlen mu├č, wenn ein Hobby zum Beruf wird. Es entstehen gewisse Pflichten, vor denen man sich nicht dr├╝cken kann.

ROCK HARD 1-Cover Von der heutigen Sicht aus ist dieses erste ROCK HARD auf den ersten Blick ein recht normales Heft. Wenn man sich aber in diese Zeit, das sp├Ąte Jahr 1983, zur├╝ckversetzt, so mu├č man das Heft unter einem neuen Licht betrachten. Ein ausf├╝hrliches vierseitiges Japan-Special war damals sicher nichts Allt├Ągliches. Desweiteren beweist die Tatsache, da├č METALLICAs ┬╗Kill 'em All┬ź die LP des Monats war, Weit- und Durchblick. Dieses erste Heft wurde lediglich von Holger Stratmann und Uwe Lerch, der heute nur noch organisatorisch f├╝rs ROCK HARD t├Ątig ist, erarbeitet. Die Aufmachung war erdenklich einfach: zwanzig einseitig kopierte Bl├Ątter, am Rand geklammert. Diese Optik blieb bei den ersten drei ROCK HARDs erhalten. Ab der Nummer 4 war dann eine Qualit├Ątssteigerung angesagt. Das Heft war gedruckt, mit gerasterten Fotos versehen und geheftet. Im n├Ąchsten Heft begann man dann, mit einer Farbe im Cover zu arbeiten.

Der n├Ąchste wichtige Schritt erfolgte sicher mit der Nummer 6, als G├Âtz K├╝hnemund zum ROCK HARD stie├č. Er hatte zuvor ein Heft namens METAL MANIACS GERMANY gemacht, so da├č hier also beide Hefte vereinigt wurden - kenn' ich doch irgendwo her...

Ab der Nummer elf erschien das ROCK HARD mit Vierfarbcover, was seinen Sprung an die gr├Â├čere ├ľffentlichkeit f├Ârderte. Dies ist n├Ąmlich zugleich der Zeitpunkt, ab dem zumindest der Insider sich in die Leserliste des ROCK HARDs eintrug. Da das Heft von da an immer bekannter wurde, d├╝rften diese Ausgaben auch vielen unter Euch bekannt sein, so da├č Ihr diese Geschichte selbst weitererz├Ąhlen k├Ânnt. Konsequente und konstante Bem├╝hungen haben das Heft wachsen lassen, so da├č es zu dem wurde, was es heute ist. Wollen wir uns also wieder auf die Ausgaben mit den einstelligen Zahlen, Ziffern zu gut Deutsch, konzentrieren.

Erstaunlich war eigentlich die Tatsache, da├č man es von Anfang an geschafft hat, das Heft relativ regelm├Ą├čig erscheinen zu lassen - gar nicht so einfach; wir k├Ânnen ein Lied davon singen. So gab es bei diesen zehn Ausgaben jeden Monat ein neues ROCK HARD, mit einigen Ausnahmen, in denen die Zeitspanne zwischen den Ausgaben zwei Monate betrug.

Zu Anfang berichtete das ROCK HARD prim├Ąr ├╝ber solche Bands, die gerade angesagt waren. So finden sich in den ersten Ausgaben haupts├Ąchlich Bands wie ACCEPT, JUDAS PRIEST, SCORPIONS, MOT├ľRHEAD, IRON MAIDEN oder SAXON. Allerdings mu├č man bedenken, da├č die Szene damals noch ganz anders strukturiert war und man nicht an jeder Stra├čenecke drei Mags mit den Bands, die gerade "in" waren, nachgeschmissen bekam, so da├č man sich als Fanzine auch um solche Acts k├╝mmern mu├čte. Abgesehen davon war es f├╝r einen Fan sicher interessant, beispielsweise das "Monsters Of Rock"- oder das "RockPop In Concert"-Festival mal alternativ aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen - von Fans eben. Allerdings mu├č man sagen, da├č sich, je weiter das Heft fortschritt, die Insider-Artikel mehrten. So stellte man Plattenfirmen wie NEAT RECORDS, SHRAPNEL oder METAL BLADE vor. Schon seit der ersten Ausgabe hatte man eine Rubrik, in der man neue Bands wie QUEENSR┼ŞCHE, ROUGH CUTT, SAVAGE, SLAYER oder PRETTY MAIDS vorstellte, lange bevor Hinz und Kunz sie in ihr Repertoire aufgenommen hatten. Oder man schw├Ąrmte schon zwei Seiten lang von den New Yorker Blood Metal Donors, als sie gerade mal ihr ┬╗Power In Black┬ź-Demo anzubieten hatten - die Rede ist nat├╝rlich von OVERKILL.

Schon recht fr├╝h widmete man sich auch Demobands und f├╝hrte f├╝r sie einige Seiten ein. Au├čerdem verfa├čte G├Âtz eine Zeitlang ein "Deutschland Special", das sicher sehr f├Ârderlich f├╝r die nationale Szene war. Auf jeden Fall lach' ich mich jedesmal krank, wenn ich heute die Photos von SODOM, DESTRUCTION oder TANKARD (Gerre mit Bubifrisur - zum Abkugeln! - Red.) aus dem Jahre 1984 sehe.

Nat├╝rlich mu├č man sagen, da├č besonders in den ersten Heften eine Menge Klischees zu finden sind und manche Artikel etwas unkritisch anmuten. Mu├č man aber nicht zugeben, da├č es auch heute noch viel zu viele Klischees in dieser Szene gibt, die sich auch in Fanzines wiederfinden? Sie m├Âgen ganz anders aussehen, haben aber dennoch den gleichen originellen Wert. Au├čerdem ist es am Anfang einer solchen Arbeit nur allzu verst├Ąndlich, da├č man sehr euphorisch an gewisse Sachen rangeht und etwas zur ├ťbertreibung neigt, ohne da├č einem dies so richtig bewu├čt wird. Wenn ich heute aufs erste UNDERGROUND EMPIRE zur├╝ckblicke, so mu├č ich feststellen, da├č ich einiges zu sehr durch die rosa Brille sah. Gerald und Markus wird es da sicher nicht anders gehen. Stinknormale, evolution├Ąr bedingte Umst├Ąnde!

Na, man k├Ânnte jetzt sicher noch viel weitererz├Ąhlen, aber ich will's mal dabei belassen. So jedenfalls sah der Start des ROCK HARD aus. Wer h├Ątte damals gedacht, da├č aus diesem Fanzine mal das beste Heavy-Magazin Deutschlands werden sollte?


Stefan Glas

"Once Upon... A Zine" im ├ťberblick:
"Once Upon... A Zine" – UNDERGROUND EMPIRE 3-"Once Upon... A Zine"-Artikel
"Once Upon... A Zine" – UNDERGROUND EMPIRE 4-"Once Upon... A Zine"-Artikel
"Once Upon... A Zine" – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Once Upon... A Zine"-Artikel
"Once Upon... A Zine" – UNDERGROUND EMPIRE 6-"Once Upon... A Zine"-Artikel
"Once Upon... A Zine" – UNDERGROUND EMPIRE 7-"Once Upon... A Zine"-Artikel
"Once Upon... A Zine" – ONLINE EMPIRE 3-"Once Upon... A Zine"-Artikel
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