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  UE-Home → History → Online Empire 19 → Interview-├ťbersicht → DOOMSWORD-Interview last update: 05.11.2020, 18:45:40  

DOOMSWORD-Logo

Als eines der absoluten Highlights der ohnehin an Attraktionen reichen italienischen Metal-Szene d├╝rfen mit Sicherheit DOOMSWORD bezeichnet werden. Das Quintett in der Besetzung Deathmaster (v), Guardian Angel II (g), The Forger (g), Dark Omen (b) und Wrathlord (d), gl├Ąnzte zwar bis vor einigen Monaten noch durch Abwesenheit auf den Brettern, die die Welt bedeuten, doch sp├Ątestens im Zuge der Ver├Âffentlichung ihres mittlerweile dritten Albums ┬╗Let Battle Commence┬ź im September des Vorjahres scheint man auch im Lager der Italiener festgestellt zu haben, da├č die Fanscharen nicht nur in Plattenl├Ąden st├╝rmen, um die aktuellen Ver├Âffentlichungen ihrer Helden zu kaufen, sondern sie auch auf der B├╝hne bewundern wollen. Nach einigen erfolgreichen Festivalgigs und Einzelauftritten konnte die Band zu Beginn dieses Jahres zusammen mit FALCONER und AXENSTAR auf Tournee gehen. DOOMSWORD konnten im Rahmen dieser Gastspielreise Fans und Kritiker gleicherma├čen ├╝berzeugen, was Ihnen zwar auch schon mit ihren Alben ┬╗Doomsword┬ź (1999), ┬╗Resound The Horn┬ź (2002) und zuletzt mit ┬╗Let Battle Commence┬ź gelungen ist.
Die Euphorie rund um die Band scheint jedoch noch nie so gro├č gewesen zu sein, wie zuletzt. Ehrlich gesagt kann ich diese Jubelstimmung voll und ganz nachvollziehen, denn DOOMSWORD haben eine ganz eigene Nische gefunden, in der sie sich etablieren konnten. Ihre Songs, die von der lyrischen Seite her betrachtet, zum Gro├čteil auf geschichtlichem Hintergrund basieren, sind irgendwo zwischen den Eckpfeilern CANDLEMASS, BATHORY und MANILLA ROAD anzusiedeln. Epische, getragene Monumentalwerke sind es also, die uns DOOMSWORD pr├Ąsentieren, dazu kommt noch die, zugegebenerma├čen ein wenig gew├Âhnungsbed├╝rftige, Stimme von Deathmaster. Soviel zu den Zutaten, die heutzutage eine Kult-Band ausmachen.

DOOMSWORD-Headline

Anl├Ą├člich der Ver├Âffentlichung des aktuellen Albums im September des letzten Jahres lie├č ich es mir nicht nehmen Genaueres ├╝ber DOOMSWORD in Erfahrung zu bringen. Deathmaster pers├Ânlich nahm die F├Ąhrte ├╝ber das Netz auf:

Eure Musik klang noch nie richtig "warmherzig", allerdings kommt es mir vor, als ob es sich bei ┬╗Let Battle Commence┬ź um Euer bislang d├╝sterstes und "k├Ąltestes" Album handelt, weshalb?

Der Grund daf├╝r ist in den Texten zu suchen. Diese gaben dem Album einen wesentlich d├╝stereren Anstrich als den beiden Vorg├Ąngern. Gleichzeitig ist es uns aber auch gelungen, aggressiver und kraftvoller zu klingen. Die Texte basieren auf einem wahren Hintergrund und dieser ist eben nun einmal brutal. Im Prinzip besingen wir die Geschichte von Ivar "The Boneless", einem d├Ąnischen K├Ânig, dem es gelungen ist, einen der wenig Siege der Wikinger ├╝ber das Christentum in England zu erzwingen. Die Geschichte beginnt mit dem Opener ÔÇ║Heathen AssaultÔÇ╣, in dem wir ├╝ber die ersten Angriffe der Wikinger auf Jorvik (York) berichten. In dieser Tonart geht es auch weiter. ÔÇ║The SiegeÔÇ╣ beispielsweise handelt von einer Retourkutsche der Briten, die ordentlich zur├╝ckgeschlagen haben, um die Belagerer wieder zu vertreiben. Das Konzept endet mit ÔÇ║Blood EagleÔÇ╣, das den Ritualmord am britischen K├Ânig Aella durch die Wikinger beschreibt, und ÔÇ║My Name Will Live OnÔÇ╣, quasi einer Hommage von Ivar an sich selbst.

DOOMSWORD-Bandphoto 1

Das lyrische Konzept an sich mag so ungew├Âhnlich gar nicht erscheinen. Wie aber kommt eine italienische Band auf eher typisch nordische Themen?

Wir haben uns in unseren Texten schon immer mit Themen besch├Ąftigt, die auf volkskundlichem und kulturellem Hintergrund basieren. Vor allem V├Âlker, die der Natur sehr nahe standen, haben es mir angetan. Schon auf unserem Deb├╝t befa├čte ich mich mit Texten, die von Wikingern oder den Kelten handelten. Damals lie├č ich mich aber auch noch von reinen Fantasy-Geschichten inspirieren, denn diese Art Literatur liebe ich schon jahrelang. In letzter Zeit habe ich mich aber sehr eingehend mit der Geschichte der Wikinger besch├Ąftigt, was im Endeffekt zu den lyrischen Erg├╝ssen auf ┬╗Let Battle Commence┬ź gef├╝hrt hat.

Demnach war Geschichte dein Lieblingsfach in der Schule, oder kam das Interesse erst sp├Ąter?

Da hast du v├Âllig recht. Schon in meiner Schulzeit war ich davon begeistert. Ich habe die Liebe zur Geschichte ├╝ber die Jahre beibehalten und unz├Ąhlige B├╝cher zu speziellen Themen gelesen. Die Texte und das Konzept hinter DOOMSWORD sind letztendlich nichts weiteres als die logische Konsequenz meiner pers├Ânliche Vorlieben.

Weil wir gerade bei den Vorlieben sind: Diese d├╝rftet Ihr auch in musikalischer Sicht verarbeitet haben. Mir kommen da MANILLA ROAD, CANDLEMASS und vor allem die alten BATHORY in den Sinn. Welche Gr├Â├čen der metallischen Historie sollten denn noch angef├╝hrt werden?

Wir sind nicht nur Musiker, sondern auch Metal-Fans geblieben. Die angef├╝hrten Bands z├Ąhlen auf jeden Fall zum erweiterten Favoritenkreis aller Band-Mitglieder. Unbedingt erw├Ąhnt werden m├╝ssen aber noch LIEGE LORD, CIRITH UNGOL, HEAVY LOAD, MEDIEVAL STEEL und viele mehr. Nicht zu vergessen auch noch MANOWAR, allerdings nur die ersten vier Alben.

Das Jahr 2003 d├╝rfte wohl zu Eurem bislang erfolgreichsten geworden sein. So hattet Ihr die Chance auf einigen gr├Â├čeren Festivals, wie dem "Keep It True" oder dem "Headbangers Open Air" aufzuspielen. Kann man mittlerweile schon von Eurem "Durchbruch" sprechen?

Na ja, ich glaube nicht, da├č es sehr viele Leute gibt, die sich ├╝berhaupt f├╝r DOOMSWORD interessieren. Die meisten Metal-Fans bevorzugen doch eher schnellere und vor allem wesentlich melodi├Âsere Sachen als DOOMSWORD. Wir bleiben aber zuversichtlich, da├č es eines Tages tats├Ąchlich gelingen k├Ânnte, aus dem Underground auszubrechen. Die Festivals waren eine ├╝beraus lehrreiche und interessante Erfahrung f├╝r uns alle. Mir ist es bis jetzt noch gar nicht aufgefallen, wie loyal Metal-Fans sein k├Ânnen. Da gab es tats├Ąchlich Freaks, die ├╝ber 800 Kilometer Anreise in Kauf nahmen, nur um bei einem derartigen Festival dabei zu sein. Au├čerdem war es mehr als geil, Bands wie OMEN, KILLER oder BLITZKRIEG nicht nur ansehen zu k├Ânnen, sondern auf dem selben Event selbst spielen zu d├╝rfen. Wir werden ebenso unseren Auftritt beim letztj├Ąhrigen "Skeleton Bash"-Festival in Innsbruck nicht vergessen, wo die Stimmung ebenfalls phantastisch war, wie auch das gesamte Konzert selbst.

Zwischen euren letzten beiden Ver├Âffentlichungen sind ja - sehr zur Freude Eurer Fans - gerade einmal anderthalb Jahre vergangen. Werdet Ihr dieses Tempo beibehalten k├Ânnen?

Das werden wir schaffen. Da DOOMSWORD ein wesentlicher Bestandteil unseres t├Ąglichen Lebens geworden ist und wir konsequent proben und uns st├Ąndig im Proberaum treffen, um neue Songideen weiterzubearbeiten, haben wir uns mittlerweile ein z├╝giges Arbeitstempo angeeignet. Dazu kommt noch, da├č unsere musikalischen Ideen allesamt in eine Richtung tendieren, weshalb es beim Songwriting zu keinen langatmigen Diskussionen kommt, sondern hurtig drauflos komponiert werden kann.

DOOMSWORD-Bandphoto 2

Zum Abschlu├č mu├čte Deathmaster noch seine Meinung zur derzeitigen Lage der Metal-Szene in Italien kundtun, was er wie folgt formulierte:

Im Prinzip existiert keine richtige "Szene" bei uns. Ich wei├č, italienische Bands sind vor allem in Mitteleuropa zum Teil schwer angesagt, allerdings fahren diese allesamt eher die symphonische Schiene. Ich finde diese Art "Metal" nicht unbedingt interessant. Viel eher meine ich, da├č sich der "echte" Metal, der im Moment bei uns noch schwer im Underground zu finden ist, ├╝ber kurz oder lang durchsetzen wird. Es gibt unz├Ąhlige Bands, denen ich Erfolg eher g├Ânnen w├╝rde, aber was soll's. DOOMSWORD z├Ąhle ich generell nicht zur typisch italienischen Szene, denn uns sind diese typischen Klassik-Elemente genauso fremd, wie die traditionelle "mediterrane" Lebenseinstellung. Mit all unseren Themen und nicht zuletzt der "anderen" Musik sehen wir uns eher als Au├čenstehende, die zuf├Ąllig aus Italien stammen.

Na, neugierig geworden? Dann aber hurtig in den n├Ąchsten Plattenladen, um die eine oder andere Scheibe von DOOMSWORD abzugreifen. Auf dem Nachhauseweg findet sich mit Sicherheit auch noch eine B├╝cherei mit brauchbarer Abteilung f├╝r Geschichte. Na los, worauf wartet Ihr noch?

http://www.doomsword.it/

doomsword@123mail.org

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

DOOMSWORD im ├ťberblick:
DOOMSWORD – Let Battle Commence (Rundling)
DOOMSWORD – My Name Will Live On (Rundling)
DOOMSWORD – ONLINE EMPIRE 16-"Living Underground"-Artikel
DOOMSWORD – ONLINE EMPIRE 17-"Living Underground"-Artikel
DOOMSWORD – ONLINE EMPIRE 19-Interview
DOOMSWORD – ONLINE EMPIRE 20-"Living Underground"-Artikel
DOOMSWORD – ONLINE EMPIRE 35-"Living Underground"-Artikel
DOOMSWORD – News vom 05.09.2002
DOOMSWORD – News vom 12.09.2003
DOOMSWORD – News vom 30.12.2003
DOOMSWORD – News vom 13.08.2009
DOOMSWORD – News vom 19.01.2011
DOOMSWORD – News vom 06.01.2013
Playlist: DOOMSWORD-Album »The Eternal Battle« in "Jahrescharts 2011" auf Platz 8 von Walter Scheurer
Playlist: DOOMSWORD-Liveshow Lauda-K├Ânigshofen, "Keep It True"-Festival 24.04.2015 in "Jahrescharts 2003" auf Platz 1 von Holger Andrae
andere Projekte des beteiligten Musikers Alessio "Sacred Heart" Berlaffa:
OVERMASTER – News vom 02.06.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Emiliano "Wrathlord/Kiske/Gungnir" Bertossi:
GJALLARHORN (I) – Nordheim (Rundling)
WOTAN (I, Mailand) – News vom 23.10.2013
WOTAN (I, Mailand) – News vom 29.10.2016
andere Projekte des beteiligten Musikers "Deathmaster/Vali":
GJALLARHORN (I) – Nordheim (Rundling)
┬ę 1989-2020 Underground Empire


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