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  UE-Home → History → Online Empire 63 → Interview-Übersicht → HARDCORE SUPERSTAR-Interview last update: 22.01.2023, 19:09:57  

HARDCORE SUPERSTAR-Logo

Die musikalische Rückbesinnung auf ihre Vergangenheit hatten in letzter Zeit viele Bands auf dem Plan, doch bei weitem nicht alle konnten dabei Material liefern, das auch begeistert. Bei HARDCORE SUPERSTAR wird das kein Thema sein, schließlich hört man es den Tracks ihrer brandneuen Ohrwurm-Fundgrube »HCSS« zunächst überhaupt nicht an, daß die Inspiration dafür aus einer Retrospektive stammt. Dennoch versetzen uns die Schweden mit ihrem jüngsten "Baby" gute 20 Jahre zurück, wie Drummer Magnus "Adde" Andreasson zu berichten hat.

HARDCORE SUPERSTAR-Bandphoto 1

Interessant finde ich den Ansatz zwar durchaus, allerdings kommt er doch etwas überraschend, schließlich läuft es doch verdammt gut für Euch. Weshalb also die Rückbesinnung?

Der Ball kam ins Rollen als unser Bassist Martin Sandvik von einem Bekannten auf alte Demoaufnahmen hingewiesen wurde. Martin war dermaßen angetan davon, daß er die Teile anschleppte und sie uns förmlich aufdrängte. Und das war auch gut so, denn es machte "Boom"! Wir waren förmlich geplättet von der rohen Energie und der Power, mit der wir auf diesen Demos aus dem Jahr 1994 losgelegt haben.

Komisch. Ich dachte, HARDCORE SUPERSTAR wären erst 1997 gegründet worden?

So ist es auch! Um keine Verwirrung auszulösen, muß ich wohl noch hinzufügen, daß wir zu jenem Zeitpunkt unter dem Namen LINK aktiv waren. Martin, unser Sänger Jocke Berg, ich und der damalige Gitarrist Fredrik Johansson hatten diese Formation mit der Absicht gegründet, alle unsere unterschiedlichen Vorlieben unter einen Hut zu bringen und eine möglichst eigenständige Mixtur daraus zu kreieren. In gewisser Weise ist uns das auch gelungen, denn die Kombination aus Thrash und Glam Metal, die wir als "Street Metal" bezeichneten, gab es tatsächlich noch nicht. Wirklich erfolgreich waren wir allerdings auch nicht, zumindest aber wissen wir durch unseren Rückblick auf die Demos, daß wir sehr dynamisch und wild losgelegt haben und dabei dennoch ordentlich strukturierte Nummern aufgenommen haben.

Bei der Gründung von HARDCORE SUPERSTAR warst Du jedoch gar nicht mit dabei.

Nö. Ich hatte mich bald nach diesen Demo-Aufnahmen dazu entschieden, in die USA zu übersiedeln. Zwar war ich realistisch genug, um einschätzen zu können, daß man als Musiker noch nicht einmal in L.A. ohne harte Arbeit zu Erfolg kommen konnte, ließ mich aber dennoch dort nieder. In erster Linie um am "Musician Institute" Unterricht zu nehmen und Kurse für Schlagzeug und Baß zu belegen. Alles was ich an Musiktheorie weiß, habe ich dort gelernt, und auch mein Spiel hat sich stark verbessert. Als ich 1999 zurückkehrte und mich kurze Zeit später wieder mit meinen Kumpels - die in der Zwischenzeit als HARDCORE SUPERSTAR einen eleganten Neustart hingelegt hatten - zum Jammen verabredete, war klar, daß ich meine angelernten Fähigkeit gut umsetzen und zum Nutzen der Band einbringen konnte. Ich hatte mich in den Staaten zwar keiner Rock-Band angeschlossen, durfte aber Erfahrung als Drummer für den Gitarren-Artisten Frank Gambale sammeln und habe viel über Groove und Funk-Rhythmen bei Chaka Khan gelernt.

HARDCORE SUPERSTAR-Headline

Alles klar soweit. Auffällig ist an »HCSS« auch der Sound, der den Hörer sofort in jene Zeit zurückzuversetzen vermag, aus der die besagten Demos stammen.

Nachdem wir uns sicher waren, daß wir mit den neuen Songs den Esprit unserer Frühzeit einfangen haben können, ackerten wir uns durch unsere eigenen Sammlungen, um ausfindig zu machen, welcher Sound passend wäre und wer dafür verantwortlich war. So landeten wir bei KYUSS und MONSTER MAGNET und schlußendlich in den Armen von Joe Barresi. Die Kooperation selbst war binnen weniger Stunden fixiert. Wir hatten ihm erste Songfragmente geschickt, er war auf Anhieb begeistert, der Rest ist Geschichte!

An der Live-Tauglichkeit der neuen Tracks - von denen Ihr den fulminanten Opener ›Don't Mean Shit‹ bereits als erste Single ausgekoppelt habt - besteht kein Zweifel. Dürfte hinkünftig schwierig werden eine Setlist zusammenzustellen, ohne sich in die Haare zu geraten, oder?

Das Problem kennen wir schon länger, und bis jetzt haben es noch alle überlebt. [lacht] Wir planen natürlich, alle zehn Nummern dem Publikum vorzustellen, sind aber nicht sicher, ob sich auch alle in die Setlist integrieren lassen, schließlich will man ja auch noch diverse alte Nummern von uns hören. Da wir für dieses Jahr aber ohnehin zwei Tourneen in Europa auf dem Plan haben, sollte es sich zumindest etappenweise ausgehen, alle Songs vor Publikum spielen zu können.

HARDCORE SUPERSTAR-Bandphoto 2

Bei allem Respekt vor Eurer Umtriebigkeit hier bei uns, aber werden sich da nicht die Fans in Übersee zurückgesetzt fühlen?

Das denke ich nicht, denn völlig vernachlässigt werden sie ja nicht! Wir haben uns deshalb für eine solche Tourplanung entschieden, da es momentan hier in Europa einfach großartig läuft. Deshalb müssen sich Amerika und Japan noch etwas länger gedulden, ehe wir wieder dort gastieren. Ich bin aber davon überzeugt, daß wir so gegen Mitte 2016 auch dort wieder zu sehen sein werden.

http://www.hardcoresuperstar.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Michele Aldeghi

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HARDCORE SUPERSTAR – Online Empire 28-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2006)
HARDCORE SUPERSTAR – Online Empire 32-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2007)
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HARDCORE SUPERSTAR – Online Empire 63-Interview (aus dem Jahr 2015)
HARDCORE SUPERSTAR – Online Empire 64-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2015)
HARDCORE SUPERSTAR – News vom 26.01.2008
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