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  UE-Home → History → Online Empire 50 → Interview-Übersicht → PALACE (D, Speyer)-Interview last update: 03.12.2021, 22:11:49  

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Mehr als 20 Jahre schon lassen PALACE, die bekanntermaßen aus SAINTS ANGER hervorgegangen sind, deren einziges Album »Danger Metal« anno 1985 von MAUSOLEUM RECORDS aufgelegt wurde, ihren urwüchsigen Heavy Metal mit viel Herzblut erklingen. Nachzuhören auch auf ihrem aktuellen Werk, dem bereits sechsten Studiodreher in der Bandhistorie mit dem Titel »Dreamevilizer«, für den Gitarrist Jason Mathias durchaus Erfolgschancen sieht.

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Auch wenn ich mir Eure Mucke zuvor bereits bekannt gewesen ist, war ich vom Albumtitel wie auch vom Track ›Between Heaven And Hell‹ insofern überrascht, da es doch nicht um die erwartete Hommage an Ronnie James Dio handelt. Sind diese Titel etwa nicht mit unserem verstorbenen Sangesgott in Verbindung zu bringen?

Nein. Wir schätzen das Werk von DIO zwar durch die Bank sehr, als Tribut war der Albumtitel aber keineswegs gedacht. Viel eher klang die Kombination der Worte einfach cool, und von daher gibt es keinen Bezug zu Ronnie. Dasselbe gilt auch für ›Between Heaven And Hell‹.

Oopss, reingefallen. Wenn wir von musikalischen Inspirationen reden, liege ich mit den alten Helden des Heavy Metal aber nicht nochmals falsch, oder?

Keineswegs. Wobei wir als Band in erster Linie ACCEPT als Einfluß nennen, während Dir unser Sänger HP auf diese Frage sofort JUDAS PRIEST als Antwort entgegenbrüllen würde. [lacht]

Gut nachvollziehbar und außerdem auch eine verdammt feine Auswahl. Traditionalisten unter den Metallern werden aber auch mit »Dreamevilizer« ihr Glück finden. Was denkst Du ist mit diesem Album für PALACE denn alles möglich?

Hoffentlich eine Menge! Einleitend kann ich Euch mitteilen, daß es um die Band - von der geschäftlichen Seite her betrachtet - niemals zuvor günstiger gestanden hat als jetzt. Damit ist schon einmal eine gesunde Basis vorhanden. Und abgesehen davon scheint neuerdings auch wieder eine gute Zeit für klassischen Heavy Metal angebrochen zu sein.

Apropos Geschäft: Ihr habt mit FIREFIELD RECORDS ein neues Label gefunden. Ist der Vertrag bei Eurer früheren Plattenfirma ausgelaufen, oder gab es andere Hintergründe für den Wechsel?

Wir fühlen uns bei unserem neuen Label wirklich gut aufgehoben und erhalten die volle Unterstützung. Die Jungs werfen sich voll ins Zeug, um ihr Bestes für uns zu tun. Allein die Möglichkeit, Interviews geben, war vor einiger Zeit noch alles andere als selbstverständlich. Die Chance mit dem neuen Businesspartner zusammenzuarbeiten kam auch zum bestmöglichen Zeitpunkt, denn unser vorheriger Vertrag war auf zwei Alben beschränkt und eben ausgelaufen.

Teutonenstahl wie Eurer wird bekanntermaßen vorwiegend hier in Europa geschätzt. Siehst Du denn auch Chancen in anderen Regionen für Euch?

Auf jeden Fall! Erst vor kurzer Zeit habe ich mitbekommen, daß sich momentan in den Vereinigten Staaten auf dem Sektor des traditionellen Heavy Metal wieder einiges tut und momentan auch die Nachfrage nach "Teutonic Metal" immens gestiegen ist. Ich bin zwar lange genug im Geschäft, um die Realität nicht aus den Augen zu verlieren, aber wenn sich eine Gelegenheit ergeben sollte, dort zu spielen, müßten wir geradezu zuschlagen. Aber auch für das Album selbst, das übrigens weltweit vertrieben wird, sehe ich durchaus gute Chancen.

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Da Ihr ja zu jener Kategorie Künstler gehört, die Musik als mehr oder weniger professionell betriebenes Hobby betrachten müssen, stellt sich die Frage, wie denn eine Tournee überhaupt zu bewältigen wäre?

Da haben wir Glück: Wir haben nämlich allesamt Arbeitgeber, die uns zubilligen würden, den gesamten Jahresurlaub am Stück zu verbraten, wenn sich eine solche Chance für eine durchgehende Tournee ergeben würde. (Da wird wohl einige Zeit nach diesem Gespräch in der Tat nicht mehr viel vom jährlichen Urlaubsanspruch für die Herren übriggeblieben sein, waren PALACE doch mit PRIMAL FEAR und BRAINSTORM flächendeckend auf der "Metal Nation"-Tournee in Mitteleuropa unterwegs. - der Verf.)

Als weiteren Vorteil kann man für einen solchen Fall auch den Umstand betrachten, daß Ihr Euch lange Zeit kennt und somit wißt, mit wem Ihr Tag und Nacht verbringen würdet. Man darf PALACE wohl salopp als verschworene Gemeinschaft betrachten?

Aber sicher! Man kennt seine Kollegen und deren Marotten zur Genüge. [lacht] Mehr noch, nach so langer Zeit fühlt sich die Band geradezu wie eine Familie an. Unangenehme Überraschungen können dadurch so gut wie nicht mehr passieren.

Darf ich mir PALACE demnach als Band im klassischen Sinne vorstellen, die sich regelmäßig im Proberaum trifft, um an Songs zu basteln? Oder hat Euch der Zeitgeist längst eingeholt und Ihr schickt nur noch mp3s innerhalb der Band hin und her ohne Euch direkt zu begegnen?

Wir treffen uns tatsächlich noch immer sehr oft in unserem Proberaum, wenn möglich sogar zweimal die Woche! Und zwar entweder, um neue Songs zu stricken oder um am Live-Set zu arbeiten. Da sich das allerdings leider nicht immer für alle Mitglieder arrangieren läßt, greifen wir ab und an doch auch auf die Technik zurück und arbeiten jeder für sich an neuen Nummern. Die Fertigstellung erfolgt dann aber doch wieder gemeinsam, und so soll es auch bleiben.

Daß es sich bei PALACE in der Tat um eine Gemeinschaft handelt, konnten Augenzeugen der erwähnten Tourneereise (die PALACE übrigens mit DOMAIN-Bassist Steven Wussow als Aushilfe am Tieftöner bestritten haben - Stefan) miterleben, auf der sich PALACE als wirklich starker Supportact bewiesen haben!

http://www.palace-music.de/

jason@palace-music.de

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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