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  UE-Home → History → Online Empire 74 → Review-Überblick → Re-Release-Review-Überblick → MONTROSE – »Montrose«-Review last update: 14.07.2024, 22:35:51  

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MONTROSE – Montrose

RHINO RECORDS/WARNER MUSIC

Nachdem er zuvor bereits für namhafte Größen wie Van Morrison, Herbie Hancock und Edgar Winter gearbeitete hatte, beschloß der in San Francisco geborenen, jedoch in Denver, Colorado aufgewachsene Ronnie Montrose, eine Karriere als Solokünstler zu starten. Zusammen mit Bill Church (b) und Denny Carmassi (d) gründete er 1973 die nach ihm benannte und von ihm auch als Songwriter, Gitarrist und "Mädchen für fast alles" angeführte Band MONTROSE. Als Sänger rekrutierte die Formation einen bis dahin völlig unbekannten Sänger namens Sammy Hagar, und in dieser Besetzung ging es noch im Gründungsjahr ins Studio, um das selbstbetitelte Erstlingswerk einzuspielen.

Dieses enthält mit ›Rock The Nation‹, ›Bad Motor Scooter‹, ›Space Station #5‹ und ›Rock Candy‹ nicht weniger als vier Titel von absolutem Welt-Format. Diese brachten dem Album Platin-Status ein und werden aus gutem Grund mit zu den ganz großen Rock-Klassikern gezählt. Allein die Anzahl an Bands, die sich an Songs von »Montrose« mit Coverversionen versucht haben, könnte ein feines Festival-Billing ergeben. Kein Zweifel also, daß dieses von Ted Templeman nach allen Regeln der seinerzeitigen Produzentenkunst aufgenommene Werk ein Referenzteil für die musikhistorische Entwicklung des harten Rocks in den US of A darstellt.

Für die Neuauflage hat man sich deshalb nicht lumpen lassen und den Songs einen feinen, druckvollen neuen Mix verabreicht, wodurch vor allem die knackigen Gitarrenriffs des Chefs, aber auch die damalige Gesangstalentprobe des bei MONTROSE quasi das Fundament für seine spätere Karriere legenden Sammy Hagars noch besser zur Geltung kommen.

Noch imposanter wirkt aber die "Bonus"-Abteilung, für die man weder Kosten noch Mühen gescheut hat. Neben sechs Demoversionen (unter anderem ist das auf dem Album selbst nicht verewigte ›Shoot Us Down‹, das MONTROSE aber sehr wohl im Live-Programm hatte) bekommt man nämlich auch noch einen interessanten und ausgiebigen Live-Mitschnitt geboten. Zum ersten Mal auf Tonträger überhaupt, bekommt man eine Radio-Live-Session für den Sender KSAN zu hören, für den MONTROSE in das "Record Plant"-Studio im kalifornischen Sausalito im April 1973 geladen war. Zwar mangelt es der Aufzeichnung logischerweise an entsprechender Live-Atmosphäre, dermaßen deftig wie die Herren hier zur Sache gingen, taten das damals aber wohl nur ganz wenige. Allein die alles niederwalzende Version von ›Roll Over Beethoven‹ macht klar, weshalb »Montrose« als "First American Heavy Metal Album" tituliert wurde. Ein Pflichtkauf für Rockmusik-Historiker und alle, die es noch werden wollen!

http://www.ronniemontrose.com/


Walter Scheurer

 
MONTROSE im Überblick:
MONTROSE – Montrose (Re-Release-Review von 2018 aus Online Empire 74)
MONTROSE – Paper Money (Re-Release-Review von 2018 aus Online Empire 75)
MONTROSE – Online Empire 20-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2004)
MONTROSE – News vom 17.06.2003
MONTROSE – News vom 06.01.2006
MONTROSE – News vom 29.03.2008
Playlist: MONTROSE-Album »Montrose« in "Playlist Heavy 140" auf Platz 1 von Stefan Glas
siehe auch: BULLETBOYS covern den MONTROSE-Song ›Rock Candy‹ für den Film "Wayne's World"
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