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”Y-Files”-Datasheet

Contents:  HADES (US)-Interview

Date:  14.01.1996 (created), 06.05.2022 (revisited), 06.05.2022 (updated)

Origin:  post-UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  unreleased

Reason:  medium missing

Task:  revitalize

Comment:

Mittlerweile ist UNDERGROUND EMPIRE 7 komplett online, so daß wir uns nun den Beiträgen zuwenden, die bereits für die Nachfolgeausgabe entstanden waren. Da diese nie erscheinen sollte, blieben diese Texte bislang unveröffentlicht; lediglich einige wurden für die frühen Online-Ausgaben verwendet. Daß aber wir auch nach UNDERGROUND EMPIRE 7 fleißig waren, zeigen diese Artikel, die nun auf diesem Weg veröffentlicht werden; darunter befinden sich allerdings auch einige Fragmente, die in ihrem unvollständigen Zustand wiederbelebt werden, um einen möglichst genauen Eindruck davon zu vermitteln, wie UNDERGROUND EMPIRE 8 hätte aussehen sollen.

 


 

Da HADES sicherlich zu den erklärten Lieblingsbands sowohl von Holger als auch von mir zählten, war ich natürlich begeistert, daß Holger ein weiteres Interview mit der Band gemacht hatte, zu der er seit jeher einen engen Kontakt hatte.

Supervisor:  i.V. Stefan Glas

 
 

HADES (US, NJ)-Logo

Jeder, der nicht erst seit gestern mit Gehörstürzen durch den musikalischen Untergrund wandert, wird meine Begeisterung nachvollziehen können, als ich erfuhr, daß eine der Legenden wieder auferstanden ist, um uns mit neuem Liedgut zu erfreuen. Was soll ich lang um den heißen Brei herumlabern, Ihr wißt es eh' längst alle: HADES existieren wieder!!! Obwohl nur zwei Studioalben ihr bisheriges Schaffen dokumentiert, gehören HADES unumstritten zu den größten Kultbands der Metalszene. Als sich die Band quasi während der Deutschlandtour im Jahre 1989 auflöste, hinterließ sie ein schwarzes Loch, das auch die aus ihr entstandenen Truppen, von denen außer NON-FICTION eh' keine einen Deal ergattern konnte, nicht zu füllen vermochten. Bedingt durch vereinzelte Reunionshows loderte zwar immer ein Fünkchen Hoffnung auf eine Reformierung der Band, aber die einzelnen Musiker waren zu sehr mit ihren eigenen Projekten beschäftigt. Erst jetzt, 1995, also sechs Jahre, in denen Songs wie ›Masque Of Red Death‹,›The Leaders?‹, ›Aftermath Of Betrayal‹, ›I Too Eye‹ oder das umwerfende ›The Cross‹ zu Klassikern ihres Genres gereift sind, kann man die bange Frage eines Stefan Glas' aus unserer ersten Nummer klar beantworten. "Nein", es war glücklicherweise nicht das letzte Interview mit HADES, das du damals geführt hast! Bevor ich jetzt aber alle Infos bereits in der Einleitung liefere, gebe ich doch das Wort an die Herren der Schöpfung..., äh..., die Band also.

Fallen wir also gleich mit der Tür ins Haus. Was gibt es über HADES im Jahre 1995 zu berichten? Wie sieht das Line-up aus?

Dan: Wir haben annähernd die Besetzung des ersten Albums. Allerdings mit Ausnahme unseres damaligen Bassisten Jimmy Schulman. Für ihn spielt jetzt Scott Le Page, den ihr als Gitarristen auf »Resisting Success« kennt. Ansonsten eben Alan, Tom, Ed und ich.

Das sind ja schonmal großartige News! Was ist denn aus Jimmy geworden? Ist er immer noch mit DREAMS OF VENUS beschäftigt?

Dan: Nein, DREAMS OF VENUS sind Geschichte. Die haben sich schon vor einiger Zeit aufgelöst. Jimmy dachte immer, er wäre ein Bandleader, was aber nicht stimmt. Das hat schon zu HADES-Zeiten Probleme mit sich gebracht.

Aber immerhin war er ja wohl neben Dir der Hauptsongwriter. Auch wenn er rein quantitativ nicht gerade viel geschrieben hat, so waren seine langen, epischen, eher doomigen Shakespeare-Nummern wie ›Masque Of The Red Death‹ und ›Aftermath Of Betrayal‹ ein wichtiger Bestandteil Eures Gesamtsounds. Habt Ihr nicht Angst, daß Euch durch Jimmys Verlust ein ganzer Teil verlorengeht?

Dan: Du hast zwar recht, Jimmys Songs waren immer ein wichtiger Teil von HADES, aber das ist es nicht mehr wert. Er war immer unpünktlich bei den Rehearsals und benötigte zu lange im Studio, um seine Parts aufzunehmen. Ein unnötiger Kostenfaktor.

Relativ harte Worte über einen langjährigen Bandgefährten. Wo wir schon bei den Projekten der anderen Musiker sind, was ist denn aus SYSTEM ADDICT geworden?

Ed: Nach fünf Jahren haben wir es aufgegeben. Es war einfach zu frustrierend für alle Beteiligten, da es keinerlei Support von außen gab.

Stimmt es eigentlich, daß Du versucht hast, den Namen HADES damals mit komplett neuer Besetzung weiter zu benutzen?

Ed: Ja, aber das war eine sehr dämliche Idee. Ich suchte mir einige neue Leute und versuchte den Spirit von HADES weiterleben zu lassen. Nach etwa zwei Monaten mußte ich feststellen, daß das natürlich nicht möglich war. Das ganze Ding war reine Zeitverschwendung.

Ehrlich gesagt, fand ich das damals auch nicht so besonders schlau, aber das nur am Rande. Ziemlich erstaunt bin ich über die Tatsache, daß Tom wieder mit dabei ist. Ihn hatte ich, im Gegensatz zu allen anderen, völlig aus den Augen verloren. Man munkelte ja, daß er bei KING DIAMOND und SLAYER vorgespielt hätte. Da ich eigentlich den Eindruck hatte, daß Tom ein relativ religiöser Mensch sei und beiden Bands ein eher okkultes Image anhaftet, war ich über die Wahl dann doch eher verblüfft.

Tom: Das war auch der Hauptgrund, weshalb ich bei keiner der beiden eingestiegen bin. Außerdem kam dann ja auch das Angebot von Doro, das ich dann ja auch kurzzeitig angenommen habe.

Wie war denn das? Dieses doch eher sehr straighte Material von Doro dürfte Dich als Musiker doch wohl kaum befriedigt haben, oder sehe ich das falsch?

Tom: Stimmt, aber es war großartig, in den großen Hallen spielen zu können. Die ganze Sache war eine tolle Erfahrung für mich. Mit Doro bin ich an Plätze gekommen, die ich sonst niemals gesehen hätte. Aber musikalisch war das eher unbefriedigend.

Kommen also wieder zu anspruchsvollerer Musik und damit zu HADES zurück. Mit all' den bereits angesprochenen Reunionshows und Benefizkonzerten, die Ihr auch nach dem offiziellen Split noch gespielt habt, hatte ich den Eindruck, daß die Band in Euren Köpfen niemals wirklich gestorben war.

Alan: Ja und nein. Die Reunions haben großen Spaß gemacht, aber sie brachten nicht den alten HADES-Geist zurück. Zumindest nicht für mich. Du kannst die Leidenschaft und Hingabe einer Band, für die Du gestorben wärst, bei einer Reunionshow nicht zurückzugewinnen.

War es nicht etwas merkwürdig für eine gar nicht mehr existierende Band, ein Livealbum zu veröffentlichen?

Alan: Vielleicht, aber wir wollten endlich ein Album haben, das unsere Liveshow wiedergab und einen guten Sound hatte. Etwas, das wir mit beiden Studioalben nicht erreicht hatten. Und ich denke, daß wir das mit »Live On Location« auch erreicht haben.

Etwas strange fand ich übrigens, daß einige Songs wie ›Rape Of Persephone‹, ›In The Meantime‹ oder ›A‹ nur teilweise aufgenommen wurden. Was war der Grund dafür?

Alan: Es war nicht ausreichend Platz auf der CD. ›A‹ ist außerdem nicht gekürzt. Der Song ist tatsächlich nur so lang, wie Du auf dem neuen Album feststellen wirst.

Verstehe ich zwar nicht ganz, da ja auf der US-Version des Albums trotz zweier Bonustracks immer noch weitere Zeit zur Verfügung gestanden hätte, aber was soll's. Außerdem hätte man ja vielleicht ein Doppelalbum mit der kompletten Show releasen können. Was mich die ganze Zeit schon interessiert ist, was aus dem Titel ›Gambling With Your Life‹ geworden ist, der auf einigen Flyern als Bonustitel genannt wird, aber nicht drauf ist.

Alan: Die Überlegung mit dem Doppelalbum gab es nicht, da ja im Endeffekt beinahe die gesamte Show drauf ist. ›Gambling‹ ist ein alter Song von Ed und mir, der meines Wissens nach sehr wohl auf der US-Pressung steht!

Dan: Nein, tut er nicht! (Sagte ich ja bereits. Spaßig aber, daß selbst die spielenden Akteure nicht wissen, was wo drauf ist - Holger)

Bevor wir jetzt noch weitere Albernheiten von uns geben, wenden wir uns doch ganz einfach wieder HADES und deren verfrühtem Abgesang zu. Alan, Du bist dann ja nach Texas gezogen, um für eine Weile bei WATCHTOWER zu singen. War für Dich der räumliche Abstand wichtig, wieder musikalisch tätig zu werden? Hattest Du Angst, Dich einer anderen New Jersey-Band anzuschließen, während der "Geist" von HADES überall gegenwärtig gewesen wäre?

Alan: Ja, da ist was dran. Der Umzug war definitiv gut für mich. Aber ich hatte auch absolut keine Zeit, mich in Jersey nach einer neuen Band umzuschauen. Das damalige TOWER-Angebot kam einfach im richtigen Moment, und das Material war einfach großartig. Es war eine tolle Erfahrung.

Du bist ja dann leider bei den Jungs ausgestiegen. Ich habe auch von anderen Sängern gehört, daß es extrem schwierig sei, für das abstrakte Zeug überhaupt irgendwelche Gesangsmelodien zu finden. War das der Hauptgrund, oder hattest Du eventuell Probleme mit dem Leben in Texas?

Alan: Nein, auch wenn man Texas absolut nicht mit Jersey vergleichen kann, hat es mir gefallen. Allerdings war es manchmal wirklich sehr schwierig sich dem Songwriting von Doug und Ron (die WATCHTOWER-Saitenakrobaten - Holger) anzupassen. Es gab Momente, in denen es ganz einfach funktionierte, aber leider auch sehr viele, in denen gar nichts klappte. Ich habe einige Texte mit TOWER geschrieben, aber die Songs wurden niemals veröffentlicht. Soweit mir bekannt ist, haben sie sich ja jetzt auch aufgelöst. (Dazu mehr im SPASTIC INK-Interview, das aktuelleren Datums ist - Holger)

Zur allgemeinen Überraschung hast Du Dich ja dann wieder mit Dan quasi versöhnt, so daß einer effizienten Zusammenarbeit bei NON-FICTION nichts mehr im Wege stand. Da Ihr aber auch damit nicht erfolgreich im kommerziellen Sinne gewesen seid, kommt mir nun die Frage, ob ein hyperaktiver Songschreiber wie Dan Lorenzo nicht schon mal an ein Soloalbum gedacht hat?

Dan: Logisch, aber wer würde das denn bitte veröffentlichen??? Ich wollte immer schon ›Goin' Blind‹ von KISS singen. Das wäre die Gelegenheit dazu. Da ich auch ganz akzeptabel Baß spielen kann, würde ich diesen Part dann auch übernehmen. Auf ›Second Degree Sleepwalkin‹ vom neuen Album könnt ihr mich übrigens schon am Tieftöner hören. Das Album wäre sehr abwechslungsreich, von extrem heavy bis zu total komplexen Sachen.

Dan, es geistert da ein Gerücht herum, daß Du manchmal kein Geld für Lebensmittel ausgibst, um mehr in die Musik stecken zu können. Das soll sogar soweit gehen, daß Du an kompletten Tagen nichts essen sollst. Willst Du eine neue Diät erproben?

Dan: Ich hab' das tatsächlich 1986 so gehalten. Musik war immer an erster Stelle für mich. Aber jetzt habe ich einen guten Job und kann mir vier Mahlzeiten am Tag leisten.

Beruhigend zu hören. Nachdem wir jetzt die Vergangenheit aufgearbeitet haben, wenden wir uns endlich dem Thema zu, das uns wirklich alle heiß unter den Nägeln brennt. Was gibt es zum neuen Album zu sagen?

Dan: Es wird »Exist To Resist« heißen und folgende zehn Titel beinhalten: ›Exist To Resist‹, ›Rape Of Persephone‹, ›Doubt‹, ›Colorblind‹, ›Deter-My-Nation‹, ›Throughout Me, Threw Out You‹, ›Second Degree Sleepwalking‹, ›A (G) ‹, ›The Other‹ sowie eine neue Version von ›The Leaders? ‹.

Da sind ja auch diverse Songs drauf, die schon auf dem Rehearsal zur damaligen dritten HADES-Scheibe standen und somit relativ alt sind. Wieso greift Ihr auf solch altes Material zurück, anstatt mit komplett neuen Songs zu überzeugen?

Dan: Das Problem ist, wenn ich heute Songs schreibe klingen sie eher nach NON-FICTION oder meiner zweiten Band #9. ›Doubt‹ ist ein Beispiel dafür. Den Song hab' ich ursprünglich für NON-FICTION geschrieben, ihn aber für das nächste Album »It's A Wonderful Lie« nicht mehr fertig bekommen. Ursprünglich war ja noch ein anderes Tracklisting geplant. Aber während des ersten Proben zu »Exist To Resist« haben Ed und ich dann den Titelsong geschrieben.

Wie ja bereits eingangs schon angesprochen sind ja auch endlich die vom Livealbum bekannten ›A‹ und ›Rape Of Persephone‹ in kompletten Versionen vertreten. Also auch recht altes Zeug. Noch älter dagegen ist natürlich ›The Leaders?‹, das jedem, der das Debutalbum »Resisting Success« kennt, natürlich bekannt sein dürfte. Auf meinem alten Tracklisting finde ich da aber außerdem noch eine neue Version von ›Diplomatic Immunity‹. Was ist denn daraus geworden?

Dan: Das haben wir zu Gunsten neuerem Materials gekippt. Zu ›Rape Of Persephone‹ habe ich einen neuen Anfang geschrieben, da METALLICA so freundlich waren, sich den alten bei mir auszuleihen. ›The Leaders? ‹ war immer einer der Lieblingssongs unserer Fans, so daß sie nun hören, wie der Song heute klingt. Außerdem ist das vielleicht ein Anreiz für Leute, die die ersten Alben nicht kennen, sich aufgrund dieses Appetizers auch noch das alte Zeug zu kaufen.

Alle bisherigen Albentitel, man klammere jetzt natürlich die Livescheibe aus, drehen sich um Erfolg beziehungsweise um dessen Erreichen. Da Ihr gleich beim Debut die Verweigerung des Erfolges propagiert habt, stellt sich jetzt die Frage, ob man die Titel prophetisch, als schlechte Omen oder vielleicht gar als Überschrift der jeweiligen Lebenseinstellung betrachten darf?

Dan: Nein, eigentlich nicht. Es war nur ein Name, nach dem Alan und ich später unsere Publishingfirma für HADES benannten. Außerdem kann von einem schlechten Omen ja wohl kaum die Rede sein. Es gab Tausende von Bands in New Jersey. We were and are the biggest heavy band. We sold out clubs in 1985 and 1995. We were a big influence.

Nicht gerade unbescheiden, der gute Mister Lorenzo. Aber Ehre, wem Ehre gebührt. Böse Zungen mögen nun aber sagen, daß HADES 1995 nur von ihrer ruhmreichen Vergangenheit leben. Vielleicht könnt Ihr uns ja aufklären, wie Ihr das seht?

Dan: Ganz einfach. Wann gab es das letzte Mal großartige Alben von SLAYER, MEGADETH, EXODUS oder ANTHRAX? »Exist To Resist« ist ein großartiges Album!

In der Tat, ganz einfach. Mal was ganz anderes. Wie steht Ihr eigentlich zu der norwegischen Black Metal-Band gleichen Namens? Seht Ihr nicht sogar eventuell die Gefahr, daß Euch jüngere Hörer mit eben diesen verwechseln und Euch demnach für eine okkulte Band halten? Der Ursprung Eures Namens würde diese Vermutung ja nicht gerade ausschließen...

Alan: Da wir den Namen rechtlich geschützt haben, müssen die Norweger ihren Namen ändern. Es muß ein deutlicher Unterschied zu erkennen sein. Dan hat sich mit ihnen deshalb auch schon vor einiger Zeit in Verbindung gesetzt.

Dan: Ja, aber sie wußten es eh' schon vorher. Sie kannten uns aus »Resisting Success«-Tagen. Jetzt müssen sie sich "Hades Norway" nennen.

Gut zu hören. Leider bleibt damit ein nicht unbedeutender Teil meiner Frage unbeantwortet. Shit happens. Glaubt Ihr denn überhaupt, daß es heutzutage noch einen Markt für Euren komplexen Power Metal gibt?

Dan: Sicherlich keinen allzu großen, deshalb mach' mal Werbung für uns.

Also wenn dieses Bandwurminterview keine Werbung ist, dann weiß' ich auch nicht. Wollen wir nun aber mal die geschäftliche Seite unter die Lupe nehmen. Alan und Dan haben immer sehr viel Eigeninitiative in ihre Projekte gesteckt und unter anderem selbstständig Konzerte organisiert. Was waren denn für Euch die Kriterien, die Euer zukünftiges Label erfüllen muß?

Dan: Sie müßten schnell sein. Wenn irgendwas nicht schnell klappt, verliere ich grundsätzlich das Interesse. ART OF MUSIC haben mich mit meiner Freundin rübergeflogen und haben bis jetzt optimal gearbeitet. In punkto Management sind wir aber immer noch unabhängig.

Lagen denn noch andere Angebot vor?

Dan: Nein. Wir suchen aber noch immer ein Label, bei dem Alan und ich unser akustisches Zeugs veröffentlichen können.

Ihr habt ja zwischenzeitlich »Resisting Success« als Eigenpressung mit diversen Bonustiteln auf CD gepresst. War das eine Reaktion auf die Bootlegversion, die schon seit einiger Zeit im Umlauf ist?

Dan: Nein, es gab halt eine sehr große Nachfrage nach einer CD-Version von »Resisting Success«. Da haben wir es eben selbst gemacht.

Alan: Ich habe das Bootleg gesehen. Der Bursche hat uns mächtig übers' Ohr gehauen. Aber unsere Version wird demnächst über ROCK THE NATION offiziell erscheinen!

Wird ja auch langsam Zeit, daß sich wirklich jeder diesen Klassiker ins Sortiment stellen kann. Bei so viel Aktivität im Hause HADES stellt sich natürlich die Frage nach NON-FICTION.

Alan: Momentan ist die Zukunft für HADES noch ungewiß, obwohl wir natürlich darauf brennen, »Exist To Resist« endlich zu veröffentlichen. Aber es wird in absehbarer Zukunft auch ein drittes NON-FICTION Album über SPV geben, das den Titel »It's A Wonderful Lie« tragen wird.

Da dürfte uns also demnächst noch ein Knaller ins Haus stehen. Jetzt liegt mir aber die ganze Zeit noch eine andere Frage auf der Zunge. Da Alan ja seit geraumer Zeit selbst bei einem Magazin schreibt, frage ich ihn nach dem Gefühl mal auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen. Ist für Ihn nicht recht schwierig Plattenrezensionen zu schreiben mit dem Wissen, wieviel Arbeit in so einer Scheibe steckt?

Alan: Nein. Ich denke aber, daß es mich mitunter recht milde stimmt. Ich bemühe mich halt immer um Objektivität. Aber, seien wir doch ehrlich, Musik ist immer eine subjektive Angelegenheit für den Zuhörer. Es macht aber sehr viel Spaß bei STEPPIN' OUT zu arbeiten, so daß ich jetzt auch noch für das CIRCUS-Magazine schreibe.

Er ist halt ein Workaholic. Mir ist übrigens zwischendurch mal zu Ohren gekommen, daß Du überlegt hast, gar nicht mehr zu singen. Das kann ich gerade bei Dir überhaupt nicht glauben!

Alan: Ja, Du hast recht. Ich muß singen!!! Ohne komme ich nicht klar, aber ich weigere mich weiterhin von den unbeständigen Launen der Musikindustrie kontrolliert zu werden.

Ich hab' außerdem gelesen, daß die doch recht düster-aggressive Ausstrahlung von NON-FICTION eine Art Befreiung für Alan und Dan darstellen würde, ohne die sie wahrscheinlich komplett andere Persönlichkeiten wären. Wie darf man das denn verstehen?

Alan: Ohne klarem Ziel vor Augen bin ich immer irgendwie verloren. Ich war kurze Zeit ein Pothead, aber seit ich wieder voll beschäftigt bin, hat sich das Problem gelöst. Momentan konzentriere ich mich auf ALL TIME LOW, ein Projekt, bei dem Mike Cristi (Drummer von NON-FICTION - Holger) sämtliche Instrumente spielt. Das ist sehr schauriges Material.

Meine Güte, es scheint unglaublich, in wieviele Projekte die Jungs investieren. Dan hat nämlich nebenbei auch noch ein Truppe namens #9 am Start, bei der ebenfalls Mike Cristi, sowie Dan Nastasi und Damon Trotta beteiligt sind. Das Debut »Trim The Fat« ist beinahe im Kasten. Zur HADES muß ich eigentlich keine großartigen Worte verlieren. »Exist To Resist« setzt erwartungsgemäß genau da an, wo die Band mit »If At First You Don't Succeed...« eine recht beachtliche Fanschar hinterließ. Trotzdem klingen die neuen Songs absolut nicht angestaubt, höchstens etwas old-fashioned, was aber heute eher als Kompliment aufzufassen ist. Vor allem durch die Kombination aus älteren Songs und aktuellen Titeln entstand mit »Exist To Resist« ein sehr abwechslungsreiches Album, das es übrigens als streng limitierte Picture-LP inklusiver zweier Bonustitel geben wird. Die nächste frohe Botschaft, die mich kurz vor Fertigstellung des Artikels erreichte, betrifft das genannte zweite Album, welches ebenfalls im Winter von ART OF MUSIC wiederveröffentlicht wird. Die Scheibe, die leider an recht mäßigem Sound litt, wurde komplett remastered und enthält ebenfalls folgende vier Extrasongs: ›American Reparation‹, ›Forgive & Regret‹ (NON-FICTION 1993), ›Nightrider‹ (HADES 1984 mit Paul Smith am Mikro), sowie eine andere Version von ›Second Degree Sleepwalking‹, nur mit Alan und Dan und einem Drummer. Dieses Teil wird es ebenfalls als strikt limitiertes Picture-Vinyl geben, allerdings ohne die Bonusnummern. Nach all diesen extrem positiven Ereignissen, gibt es leider auch einen Wehrmutstropfen. Momentan ist nämlich leider keine HADES-Tour in Sicht. Um das zu ändern, rate ich Euch dringendst, das Album zu kaufen, damit die Jungs ihre Koffer packen und schleunigst über deutsche Bühnen wüten dürfen. Es liegt an Euch...

http://www.facebook.com/hades-62573480663/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Holger Andrae

HADES (US, NJ) im Überblick:
HADES (US, NJ) – DamNation (Rundling-Review von 2001)
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HADES (US, NJ) – If At First You Don't Succeed (Re-Release-Review von 2011)
HADES (US, NJ) – Live On Location (Re-Release-Review von 2011)
HADES (US, NJ) – Nothing Succeeds Like Success (Re-Release-Review von 2005)
HADES (US, NJ) – Resisting Success (Re-Release-Review von 2000)
HADES (US, NJ) – Resisting Success (Re-Release-Review von 2011)
HADES (US, NJ) – The Lost Fox Studio Sessions (Rundling-Review von 2000)
HADES (US, NJ) – UNDERGROUND EMPIRE 1-Interview
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HADES (US, NJ) – Y-FILES »UE«-Interview
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HADES (US, NJ) – ONLINE EMPIRE 4-"Living Underground"-Artikel
HADES (US, NJ) – ONLINE EMPIRE 39-"Eye 2 I"-Artikel: »Bootlegged In Boston 1988«
HADES (US, NJ) – ONLINE EMPIRE 44-"Living Underground"-Artikel
HADES (US, NJ) – ONLINE EMPIRE 48-"Eye 2 I"-Artikel: »Re-United & Re-Ignited - Live At Dingbatz - April 2010«
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HADES (US, NJ) – News vom 13.08.2009
HADES (US, NJ) – News vom 15.02.2010
HADES (US, NJ) – News vom 20.04.2010
HADES (US, NJ) – News vom 22.04.2010
HADES (US, NJ) – News vom 23.09.2011
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SYSTEM ADDICT – UNDERGROUND EMPIRE 7-Special
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NON-FICTION – It's A Wonderful Lie... (Rundling-Review von 1996)
NON-FICTION – Non-Fiction (Rundling-Review von 1990)
NON-FICTION – UNDERGROUND EMPIRE 3-Special
NON-FICTION – UNDERGROUND EMPIRE 5-Interview
NON-FICTION – UNDERGROUND EMPIRE 7-Special
NON-FICTION – News vom 27.04.1990
NON-FICTION – News vom 13.05.2009
PATRIARCHS IN BLACK – News vom 06.12.2021
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THE CURSED – News vom 21.08.2006
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VESSEL OF LIGHT – News vom 20.12.2018
andere Projekte des beteiligten Musikers Jimmy Schulman:
CASSIUS KING – News vom 10.03.2021
DREAMS OF VENUS – Promotape 1992 (Demo-Review von 1994)
Dan Lorenzo – Cut From A Different Cloth (Do It Yourself-Review von 2005)
NON-FICTION – Demo '90 (Demo-Review von 1991)
VESSEL OF LIGHT – News vom 08.06.2018
VESSEL OF LIGHT – News vom 20.12.2018
andere Projekte des beteiligten Musikers Alan Tecchio:
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AUTUMN HOUR – ONLINE EMPIRE 42-Interview
AUTUMN HOUR – News vom 16.01.2009
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HEATHEN'S RAGE – News vom 16.02.2015
LEVEL FIELDS – ONLINE EMPIRE 63-Special
LEVEL FIELDS – News vom 28.04.2014
MIND'S MIRRORS – News vom 14.12.2009
NON-FICTION – Demo '90 (Demo-Review von 1991)
NON-FICTION – In The Know (Rundling-Review von 1994)
NON-FICTION – It's A Wonderful Lie... (Rundling-Review von 1996)
NON-FICTION – UNDERGROUND EMPIRE 5-Interview
NON-FICTION – UNDERGROUND EMPIRE 7-Special
NON-FICTION – News vom 13.05.2009
POWER (US, NJ) – Justice Of Fire (Rundling-Review von 1995)
POWER (US, NJ) – Justice Of Fire (Rundling-Review von 1995)
SATURNINE SMILE – News vom 02.06.2005
SCREAMING METAL – News vom 16.01.2009
SEVEN WITCHES – Amped (Rundling-Review von 2006)
SEVEN WITCHES – ONLINE EMPIRE 27-"Living Underground"-Artikel
SEVEN WITCHES – News vom 13.06.2005
SEVEN WITCHES – News vom 19.01.2009
SEVEN WITCHES – News vom 23.09.2011
SEVEN WITCHES – News vom 03.04.2012
SEVEN WITCHES – News vom 18.12.2012
Playlist: SEVEN WITCHES-Liveshow Hamburg, Ballroom 06.04.2006 in "Jahrescharts 2006" auf Platz 5 von Holger Andrae
Mike LePond's SILENT ASSASSINS – News vom 07.12.2013
WATCHTOWER – News vom 10.05.1990
WATCHTOWER – News vom 22.06.1990
WATCHTOWER – News vom 15.02.2010
WATCHTOWER – News vom 22.04.2010
WATCHTOWER – News vom 12.05.2010
WATCHTOWER – News vom 21.10.2015
Playlist: WATCHTOWER-Album »Concepts Of Math: Book One« in "Jahrescharts 2016" auf Platz 1 von Gerald Mittinger
Playlist: WATCHTOWER-Album »Concepts Of Math: Book One« in "Jahrescharts 2016" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: WATCHTOWER-Album »Concepts Of Math: Book One« in der Kategorie "aktuelle Faves" auf Platz 3 von Gerald Mittinger
siehe auch: Alan Tecchio als Mitwirkender bei "A Night Of HADES Music With Alan Tecchio & Friends"
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