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”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  Single-Special-Special

Date:  12.08.1992 (created), 04.11.2012 (revisited), 16.02.2017 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

Klare Sache - die Single war das Medium schlechthin für alle aufstebenden Bands der NWoBHM, weshalb es allein auf der Insel unzählige Bands aus den frühen Achtzigern gibt, die exakt eine Single gemacht haben und dann abgetaucht sind. Dem Label HIGH ROLLER haben wir es zu verdanken, daß von diesen Truppen eine nach der anderen ausgebuddelt wird.

Aus diesem Grund könnte man sicherlich problemlos ein Special in zehnfacher Länge nur mit obskuren NWoBHM-Singles basteln und würde doch nur die Oberfläche ankratzen.

Was den US-Metal betrifft, war die Single längst nicht so verbreitet, sondern hier war das Demo Verbreitungsmittel Nummer 1, während mache Bands sogar eine "große Schwarze" pressen ließen; meist handelte es sich dabei um Maxis oder EPs, aber gelegentlich sogar um komplette Vinylalben. Wie man sieht stammen die hier vorgestellten Singles auch in der Tat aus den frühen Achtzigern. Ab Anfang der Neunziger brachen sich dann nach und nach auch die selbstproduzierten CDs Bahn.

Dieses Special war übrigens eine der ersten Stories, die für UNDERGROUND EMPIRE 7 fertig waren. Wenn ich mich recht entsinne, war das Special ursprünglich sogar mal für UNDERGROUND EMPIRE 6 angedacht gewesen. Das Design der Story war identisch mit jenem des Sampler Specials, wobei natürlich das selbstgebastelte Logo entsprechend angepaßt wurde. Das im dortigen "Extra-Info" erwähnte reprotechnische Problem der Unterstrahlung sollte hier nicht auftauchen, da alle Cover gescannt worden war und somit ein hübscher seitenglatter Reprofilm belichtet werden konnte, an den nicht mehr Hand gelegt werden mußte. Saubere Sache! :-)

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

''Single-Special''-Design 1

Nach dem Schema des Sampler-Specials in UNDERGROUND EMPIRE 5 schwebte mir schon länger die Idee eines Single-Specials vor. Eines Abends als ich ziemlich geknickt nach Hause kam, war sie wieder da, diese Idee. Mit einem Feuereifer, den man einem alten Mann wie mir gar nicht mehr zutrauen würde, stürzte ich mich auf meine zugegebenermassen recht schmächtige Singlesammlung und zog ein paar Teile raus, die ich Euch nun unbedingt aufs Auge drücken muß! So spontan wie diese Story geboren wurde, so ist auch die Auswahl der nun folgenden Singles zu sehen. Weder sind es die Raritäten schlechthin, noch die besten Seven Inches aller Zeiten oder welche Superlativen man sonst noch diesen Minischeiblis aufbürden könnte. Es ist einfach ein höchst subjektiver Auszug aus dem derzeitigen Stand meiner Kollektion, mit Hauptaugenmerk auf echte Bonbons. Ich bin mir nebenbei verdammt sicher, daß dieses Special noch einige weitere Auflagen erfahren wird, auch wenn ich beim Überfliegen dieser Version einige exzessiv nette Scheiben entdecke. Doch beginnen wir einfach mit dem Anfang...

Wißt Ihr früher, als alles noch viel besser war und als wir noch..., aber lassen wir das..., damals auf jeden Fall gab es noch Underground-Bands, die statt eines Demos wagemutig ein kleines, entzückendes Vinyl pressen ließen, die einem dereinst anerkennend nicken ließen und heute Gefühle des Pioniergeistes und Entdeckerstolzes wachwerden lassen. Wenn wir dann ganz weit zurückreichen, landen wir bei der NWoBHM, die ich allerdings nur kurz streifen möchte, denn wie ich neulich beim neiderfüllten Blick auf Geralds Sammlung gesehen habe, ist er der einzige wahre Spezialist für Seven Inches dieser Zeit, so daß ich ihn nötigen werde, demnächst mal selbst eine solche Story zusammenzustellen. Hier also nur vier Zwischenlandungen!

IRON MAIDEN

The Soundhouse Tapes

IRON MAIDEN - »The Soundhouse Tapes«-CoverDurchstarten wollen wir mit einer der vielleicht begehrtesten Singles auf dem Heavy-Sektor, wahrscheinlich jedoch nur, weil IRON MAIDEN immer noch eine der beliebtesten Heavy-Bands sind, und das trotz eines Totalausfalls namens »No Prayer For The Dying«, den man mit »Fear Of The Dark« glücklicherweise streckenweise wieder wettmachen konnte. Wie die Zukunft ohne Mister Dickinson aussehen wird, bleibt noch abzuwarten. Bekanntlich wurde diese erste Vinylveröffentlichung der Jungfrauen in einer Besetzung eingespielt, die mit der aktuellen nicht mehr viel zu tun hat: Paul DiAnno (v), Steve Harris (g), Dave Murray (b) und Doug Sampson (d). Die drei Stücke ›Iron Maiden‹, ›Invasion‹ und ›Prowler‹ hatte man von Demoaufnahmen entnommen und 1979 veröffentlicht. Je beliebter IRON MAIDEN wurden, desto zahlreicher kamen Geschäftemacher auf die Idee, die »Soundhouse Tapes« nachzupressen, so daß es heute vermutlich hundertmal so viele Bootlegs der »Soundhouse Tapes« gibt wie Originale. Vorteil dabei: Man erspäht die 7"-EP immer mal wieder auf Flohmärkten, wenn man Glück hat sogar zu halbwegs zivilen Preisen um zirka 30,- DM. Gebt Euch dann nur nicht der Illusion hin, daß Ihr ein Original in Händen haltet!

SATAN

Kiss Of Death/Heads Will Roll

SATAN - »Kiss Of Death/Heads Will Roll«-CoverSo richtig erfrischend satanistisch waren SATAN zu Beginn ihrer Karriere. Zwar nicht unbedingt der beste Einfall, den man zum Thema "Image" haben kann, aber damals wenigstens noch nicht so ausgelutscht wie heute. Diese Single wurde sogar noch vor dem legendären »Into The Fire«-Demo aufgenommen. In den "Guardian"-Studios recordete man im November 1981 die vier Stücke ›Kiss Of Death‹, ›Heads Will Roll‹, ›Oppression‹ und ›The Executioner‹, von denen aber nur die beiden ersten rund gemacht wurden. Aber auch von der damaligen Besetzung durften nur die Saitenhelden Russ Tippins (g), Steve Ramsey (g) und Graeme English (b) bleIben, während sich Trev Robinson (v) und Andy Reed (d) anschließend verabschiedeten. Ob diese Single jemals gebootlegt wurde, kann ich Euch nicht sagen - nur soviel ist sicher: für die SATAN-Single müßt Ihr mittlerweile Schweinepreise bezahlen, die nur selten noch zweistellig sind. Die weitere Karriere der Formation ist bekannt: Unter den Namen SATAN, BLIND FURY und PARIAH wurde die Band zu einer der meistignorierten der Metalgeschichte. Schande!

ELIXIR

Treachery (Ride Like The Wind)

ELIXIR - »Treachery (Ride Like The Wind)«-CoverWeitaus unbekannter sind ELIXIR, die mit dieser Single erstmals vinylisiert auf ihre Existenz hinwiesen. Leider sollte ihnen trotz der auf dem 1990 erschienen Album »Lethal Potion« einsetzenden schlagkräftigen Hilfe von Clive Burr kein allzu großer Erfolg beschert sein. Die hier erwähnte Single zeigte zwar gute Ansätze, war aber noch nicht hundertprozentig überzeugend, aber die beiden nachfolgenden großen Brüder hätten mit ihrem typischen britischen Metal der Band doch etwas mehr Aufmerksamkeit einbringen sollen. Tja, war aber nicht so, und da man seit »Lethal Potion« nichts mehr von ELIXIR gehört hat, gibt es wohl genügend Gründe anzufangen, über die Existenz der Band zu spekulieren.

TOBRUK

Wild On The Run/The Show Must Go On

TOBRUK - »Wild On The Run/The Show Must Go On«-CoverÄhnlich gelagerter Fall bei TOBRUK. 1983 veröffentlichte man bei NEAT diese Single, die in ›Wild On The Run‹ einen phantastischen melodischen Hard Rocker präsentierte. Gleichen Titel trug das '85er Debutalbum, das ich immer noch vorzüglich finde (ich möchte mal sagen, daß TOBRUK leicht ähnlich wie BON JOVI klingen, nur noch um einiges besser waren, als die Amerikaner auf ihrem wirklich tollen Debut). Es folgte eine zweite Scheibe von TOBRUK, die jedoch nur mäßig ausfiel und anschließend hörte man nix mehr. Aufgrund der mangelnden Popularität von ELIXIR und TOBRUK wurden die 7'es mit großer Wahrscheinlichkeit nie illegal nachgepreßt, nie begehrte Sammlerstücke, nie unmenschlich teuer gehandelt, jedoch ist es auch so ziemlich auszuschließen, daß man die Singles noch irgendwo findet.

Aufgrund des Platzmangels will ich mich am Riemen reißen und mich im weiteren auf Singles auf Amerika beschränken, solche, die mithalfen in der Geburtsstunde des besten Metals, den die Welt je gesehen hat: den US-Power Metal.

ANVIL CHORUS

Blondes In Black

ANVIL CHORUS - »Blondes In Black«-CoverWer soll die Nummer 1 sein, war die Frage, die ich mir stellte, deren Antwort dann eigentlich erwartungsgemäß ANVIL CHORUS lautete. Mysteriöse Geschichten ranken sich um »Blondes In Black«, die hundertprozentig richtige Version kennt vermutlich nicht mal die Band. Die glaubwürdigste und realistischste, die mir zu Ohren kam, lautet folgendermaßen (Protestbriefe und Gegendarstellungen bitte an die Redaktionsanschrift senden): "1982 wurden die beiden Stücke ›Blondes In Black‹ und ›Once Again‹ aufgenommen und sollten als Single veröffentlicht werden. Warum das Masterband aber doch nicht in Vinyl umgesetzt wurde, lautet die sich hier anschließende große Frage. Auf jeden Fall versank die Idee, und die Band lebte noch für einige Zeit weiter [so wurde der Song ›Blondes In Black‹ noch mal für ein Demo aus dem Jahre 1983 (siehe auch die "Demoklassiker" in UNDERGROUND EMPIRE 2) aufgenommen]. Jahre später, als der Staub der Zeit die Ruinen von ANVIL CHORUS schon zur Unkenntlichkeit verschüttet hatte, tauchte ein ANVIL CHORUS-Fanatiker auf, der dank guter Beziehungen zu Doug Piercy, einem ehemaligen ANVIL CHORUS-Streiter, der zu diesem Zeitpunkt schon bei HEATHEN Wunder vollbrachte, das Masterband doch noch seiner eigentlichen Bestimmung zuführte und so der Welt ein Stück Vinyl gab, das sie schon längst verlorengeglaubt hatte." War's nun so oder nicht? Ob Ihr recht habt oder nicht, sagt Euch gleich der Wicht... Auf jeden Fall macht mich seither nicht nur der Anblick von Blondinen in Schwarz verrückt, sondern auch jeder Kontakt meiner unwürdigen Fingern mit dieser Rille. Sie ist so herrlich, wunderbar, göttlich..., zitter..., oh Gott, es geht schon wieder los.

HADES

Deliver Us From Evil

HADES - »Deliver Us From Evil«-CoverIm gleichen Jahr, 1982 also, veröffentlichten HADES, die Underground-Götter der Ostküste ihre erste Single, die die beiden Stücke ›Girls Will Be Girls‹ und ›Social Disease‹ enthielt. Beide Stücke klangen in keinster Weise nach dem, was man auf den beiden Alben in lupenreiner Qualität transzendierte, aber schließlich lagen da noch vier Jahre Entwicklungsprozeß und etliche Besetzungswechsel dazwischen. Lediglich Dan Lorenzo (g) und Tom Coombs (d) blieben auf dem Karussell, während Paul Smith (v), Joe Casilli (g) und Anthony Vitti (b) nach und nach die Fahrscheine ausgingen. Vor dem Debutalbum gab es 1985 in »The Cross/Widow's Mite« eine weitere Single, die schon sehr gut erahnen ließ, wo HADES hinwollten, aber aufgrund ihrer Auflösung nie hinkamen. Beide Singles sind immer noch problemlos zu Preisen um 20,- DM zu kriegen, jedoch läßt der schier unerschöpfliche Vorrat von »The Cross/Widow's Mite« auf eine "Neuauflage" schließen. Die hier abgebildete »Deliver Us From Evil« ist hundertprozentig ein Bootleg, so daß ich Euch noch nicht mal versichern kann, ob das Originalcover genauso ausgesehen hat.

AVATAR

City Beneath The Surface

AVATAR - »City Beneath The Surface«-CoverWir schreiten chronologisch voran und kommen zu SAVATAGE, beziehungsweise AVATAR wie sie sich 1983 noch nannten. Mit ihrer Debutscheibe schenkten sie der Szene Metal mit der brachialen Urgewalt einer Springflut, der trotzdem die zarte Filigranität eines lauen Frühlingsmorgens besitzt. Nicht umsonst sind die Stücke ›City Beneath The Surface‹, ›Sirens‹ und ›The Whip‹ der erste Meilenstein in der glorreichen, aber leider nicht proportional erfolgreichen SAVATAGE-History. Der 3-Tracker erschien bei PAR RECORDS, die auch für die legendäre Blue Label-Version von »Sirens« verantwortlich sind oder auch das CRIMSON GLORY-Debut ursprünglich veröffentlichten. Auch von »City Beneath The Surface« gibt es mittlerweile mehr Bootlegs wie Sand am Meer, so daß Ihr bei etwas intensiverer Suche für Preise um 30,- DM ein Exemplar sicherstellen könnt. Zwecks weiterer Details zu dieser Scheibe blättert einfach nochmal das SAVATAGE-Interview in UNDERGROUND EMPIRE 3 auf.

SIREN

Metro-Mercenary

SIREN - »Metro-Mercenary«-CoverAuch Doug Lee, den man aufgrund der Geschichte von SIREN, die ihn als Seele und Motor des Florida-Outfits offenbarte, mit der Band gleichsetzen kann, startete auf dem Sektor der Rundlichkeit klein. »Metro-Mercenary« der Titel der Single, war zugleich der Song der B-Seite und mußte sich im Endergebnis nach Punkten gegen ›Terrible Swift Sword‹ geschlagengeben. Ansonsten brauche ich wohl kaum etwas zu SIREN zu sagen, außer daß Doug endlich mal wieder eine neue Platte machen könnte. Die Single »Metro-Mercenary« werdet Ihr noch bei den bekannten Quellen finden. Es ist recht sicher anzunehmen, daß die Single nicht nachgepreßt wurde, und sie wird Euch nur etwa 10,- DM kosten.

MILITIA

The Sybling

MILITIA - »The Sybling«-CoverZum Abschluß noch ein Vinyl, das stets für Schweißausbrüche und zittrige Hände sorgt. Im Original gab es von MILITIAs »The Sybling« ca. 120 Exemplare im 12"-Format als Testpressung. Zu gut deutsch - es ist zu 99,99 Prozent ausgeschlossen, daß jemals wieder eines dieser Exemplare auftauchen wird, aber vor einiger Zeit wurde die Scheibe im 7"-Format nachgepreßt. Also auch hier ein Bootleg, aber dies ist definitiv die einzige Möglichkeit, »The Sybling« doch noch in die eigene Sammlung zu stellen. Trotzdem liegen die Preise im dritten Quartal des ersten Hunnies.

Wie Ihr seht, ist gerade bei solchen Singles der Bootleg-Teufel kräftig am Werke, so daß wir es hier mit einem zweischneidigen Schwert zu tun haben. Die Bands werden also für ihre Arbeit nicht entlohnt. Wenn ich mir andererseits die hier vertretenen Bandnamen anschaue, deren Frühwerke Opfer des Bootleggings wurden, so existieren entweder die Bands schon lange nicht mehr (wie beispielsweise HADES oder MILITIA) beziehungsweise haben sie die drei Kröten, die durch diese Pressungen abspringen würden, wahrlich nicht mehr nötig (siehe IRON MAIDEN). Die endgültige Beurteilung will ich Euch übergeben und lasse stattdessen einfach mal den Begriff "Sammlerobjekt" im Raum stehen.

Der Blattrand gebietet mir nun endgültig Einhalt, aber ich möchte mal sagen, ich habe nahezu alle Teile, die "einfach unbedingt sein müssen" untergebracht. Eine Fortsetzung folgt bestimmt.


Stefan Glas

''Single-Special''-Design 2


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