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  UE-Home → Online Empire 87 → Interview-Übersicht → THE QUILL-Interview last update: 04.05.2021, 22:23:21  

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Fast vier Jahre haben die Schweden ihre Fans auf ein neues Album warten lassen. Eine Schaffenspause, in der schon so manche Band völlig aus dem Radar der Musikliebhaber verschwunden ist. Nicht so THE QUILL, die mit »Earthrise« dieser Tage eine wahre Classic Rock-WundertĂŒte kredenzen.
Warum es so lange gedauert hat, und was es sonst noch Neues aus dem Lager der Schweden zu vermelden gibt, erklÀrte uns der prÀchtig gelaunte Bassist Roger Nilsson beim vereinbarten, abendlichen TelefongesprÀch.

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Euer neues Album ist ein Hammer geworden, Gratulation! All die kritischen Stimmen, die bisher festgestellt haben, daß THE QUILL zwar ordentliche Musik, aber keine Hits schreiben, sollten ab sofort verstummen. Habt Ihr denn dieses Mal lĂ€nger als sonst ĂŒblich an den Songs gefeilt?

ZunĂ€chst einmal vielen Dank fĂŒr Dein Lob. Ich glaube zu wissen, was Du damit meinst. Eigentlich sind wir an die Aufnahmen nicht anders herangegangen als sonst, haben aber erhöhtes Augenmerk auf Hooks, Refrains und eingĂ€ngige Passagen gelegt.

Musikalische Änderungen waren ohnehin nicht zu erwarten. DafĂŒr seid Ihr zu lange im GeschĂ€ft und wohl auch zu sehr auf Tradition eingeschworen. Ich finde aber, daß nunmehr wieder ein wenig mehr FrĂŒh-90er-Elemente zu vernehmen sind als zuletzt. Stimmst Du mir zu?

Auf jeden Fall. Auch wenn wir uns nicht zwingend an einer Epoche oder gar einer bestimmten Richtung orientiert haben. Aber auch ich finde, daß sich unser neues Material wieder stĂ€rker nach unseren ersten Scheiben anhört, als das zuletzt der Fall war.

Ich bin sogar so frech und behaupte, daß »Earthrise« klingt, als ob das berĂŒchtigte "Black Zeppelin" wieder im "Monster Garden" gelandet wĂ€re...

[Lacht] Der Vergleich ist cool! Danke dafĂŒr. Wir haben unsere Vorbilder und EinflĂŒsse noch nie geheimgehalten, und daher wird sich auch niemand von THE QUILL gegen einen solchen Vergleich wehren.

Und so wirklich eilig habt Ihr es wohl auch schon lÀnger nicht mehr, oder?

Nein, absolut nicht. Ich muß zugeben, daß wir es schon seit einigen Jahren eher entspannt und gemĂŒtlich angehen. Das war fĂŒr mich persönlich auch eine der Voraussetzungen, um wieder zur Band zurĂŒckzukehren. Ich bin ja 2005 deshalb ausgestiegen, weil ich mit dem Tourstreß ein Problem hatte. Nicht direkt körperlich, aber ich habe mich damals gefragt, warum ich mir das alles in dieser IntensitĂ€t antue. Der Knackpunkt war, daß mich meine Tochter, die damals noch ganz klein war, nicht wiedererkannt hat, als nach zwei Monaten auf Tour nach Hause gekommen bin. Da habe ich mich dann schon gefragt, ob das wirklich Sinn macht. Im Endeffekt habe ich mich dann fĂŒr die Familie entschieden, bin aber nicht im Streit gegangen. Deshalb mußte ich auch nicht allzu lange nachdenken, als mich die Jungs einige Jahre spĂ€ter gefragt haben, ob ich denn wieder Lust auf die Band hĂ€tte.

THE QUILL-Headline

Seit Deiner RĂŒckkehr habt Ihr offenbar einen Vier-Jahres-Zyklus gefunden, um neues Material veröffentlichungsreif zu bekommen. Klingt nach einem Plan, oder?

Na ja. Eigentlich hat sich da einfach so ergeben. Im Prinzip schreiben wir nĂ€mlich nahezu permanent Songs. FĂŒr »Earthrise« haben wir gegen Ende 2018 mit dem Schreiben der Songs begonnen und hatten bald darauf so ungefĂ€hr zehn zumindest einigermaßen fertig. Die wurden jedoch mehrfach weiter- und nachbearbeitet. Nicht, weil wir unzufrieden waren, sondern weil immer wieder neue Ideen hinzugekommen sind, die wir ausprobiert haben.

Die Pandemie hatte auf den Fertigstellungsprozeß keinen Einfluß?

Nein, ĂŒberhaupt nicht. Zu diesem Zeitpunkt waren wir mit den Aufnahmen und der Produktion nĂ€mlich schon durch. Allerdings hat uns der Lockdown sehr wohl getroffen. Da wir nicht alle in derselben Ortschaft wohnen, haben wir uns schon lĂ€nger nicht mehr in unserem Proberaum treffen können. Das hatte zwar auf »Earthrise« keinerlei Auswirkung mehr, könnte sich aber sehr wohl auf das nĂ€chste Album auswirken. Schließlich mĂŒssen wir zum ersten Mal jeder fĂŒr sich und ganz allein an Songideen arbeiten. Die prĂ€sentieren wir uns zwar gegenseitig in Videotelefonaten oder sonstwie, eine Zusammenarbeit, wie wir sie gewohnt sind, gibt es im Moment aber leider nicht.

Bis zur Veröffentlichung eines weiteren THE QUILL-Albums wird sich die momentane Lage ja hoffentlich wieder entspannt haben...

Das hoffen wir natĂŒrlich alle. Allerdings kann es gut sein, daß wir sogar noch in diesem Jahr mit einer weiteren Veröffentlichung an den Start gehen können. Da sich das Thema "Tournee" fĂŒr die nĂ€here Zukunft erledigt hat, haben wir uns mit unserem Label darauf geeinigt, so schnell wie möglich die nĂ€chste Scheibe in Angriff zu nehmen. Daher arbeiten wir momentan an einer Vinylsingle, auf der es einige etwas rustikaler klingende Tracks zu hören geben wird, die unser SĂ€nger Magnus obendrein in schwedische Sprache eingesungen hat.

http://www.thequill.se/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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THE QUILL – ONLINE EMPIRE 28-"Living Underground"-Artikel
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