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  UE-Home → History → Online Empire 48 → Interview-├ťbersicht → COMMUNIC-Interview last update: 25.10.2020, 22:24:51  

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Erinnern wir uns kurz zur├╝ck: Im Jahr 2004 legten drei junge Norweger unter dem Banner COMMUNIC mit ┬╗Conspiracy In Mind┬ź ein geradezu sensationelles Demo vor, das von der Presse ordentlich gefeiert wurde und dar├╝ber hinaus die Band sogar f├╝r den "Indie-Riesen" NUCLEAR BLAST interessant machte. Und zwar so sehr, da├č COMMUNIC nur wenige Monate danach ihr ebenso betiteltes Debutalbum an den Start bringen konnten.

COMMUNIC-Bandphoto 1

Es folgte ein rasanter Aufstieg, wobei die Superlativen schon zu jenem Zeitpunkt bis hin zur Ernennung der "talentiertesten Newcomer" im Bereich des Prog/Power Metal ├╝berhaupt reichten. Edle Worte, auf die das Trio Oddleif Stensland (Gesang/Gitarre), Erik Mortensen (Ba├č) und Tor Atle Andersen (Drums) keine zw├Âlf Monate sp├Ąter mit ihrem zweiten Album ┬╗Waves Of Visual Decay┬ź antworteten, wodurch jene Stimmen noch euphorisierter klangen. Es folgten diverse, umjubelte Auftritte bei einigen der wichtigsten Festivals, wie dem "Bang Your Head!!!", doch danach schien die Karriere, ein klein wenig ins Stocken zu geraten, nicht zuletzt deshalb, weil das 2008er Album ┬╗Payment Of Existence┬ź nicht ganz die immens hohen Erwartungen erf├╝llen konnte. Doch dieser "Schwachpunkt" (das Album ist immer noch ein verdammt gutes, aber eben nicht ganz so genial wie seine Vorg├Ąnger) in der Laufbahn des Dreigestirns aus Kristiansand sollte dieser Tage v├Âllig vergessen sein, steht doch mit ┬╗The Bottom Deep┬ź endlich das vierte Album Herrschaften zur Ver├Âffentlichung an.

COMMUNIC-Headline

Auf diesem klingen COMMUNIC noch ein wenig intensiver als zuvor, gleichzeitig aber auch direkter und dunkler. Der technische Aspekt scheint ein wenig in den Hintergrund ger├╝ckt worden zu sein, an Emotionalit├Ąt haben die Jungs aber eine ordentliche Schippe draufgelegt. Dieser Aspirant auf die zu Jahresende verliehene Troph├Ąe zum "Album des Jahres" war selbstredend Grund genug, Oddleif zum Telefon zu bitten. Der Kerl entpuppte sich als ├╝beraus sympathischer Genosse und kam im Laufe des Gespr├Ąches immer wieder gerne auf sein frischgeschl├╝pftes "Baby" zu sprechen.

Mein Fazit zu Eurem aktuellen Album lautet kurz und b├╝ndig: "direkter, dunkler, emotionsreicher und eigenst├Ąndiger". Wie denkst Du dar├╝ber?

Danke f├╝r Deine Worte, die sich nahezu vollst├Ąndig mit meiner Meinung decken. Da wir mit ┬╗Payment Of Existence┬ź leider doch nicht so richtig durchstarten konnten und mir zudem in den letzten Monaten jede Menge Dinge widerfahren sind, die mich pers├Ânlich sehr getroffen haben, brauchte ich eine l├Ąngere Zeit, um mich wirklich darauf konzentrieren zu k├Ânnen, Songs zu schreiben. Nicht, da├č mich die Band, oder gar Musik selbst nicht mehr interessiert h├Ątten, aber es lag mir einfach zu viel anderes am Herzen, um mich in entsprechender Weise um Band und Songs zu k├╝mmern. Irgendwann ist es aber dann soweit gewesen, da├č ich mich erneut voll ins Geschehen gest├╝rzt habe. Dabei versuchte ich alles, was mich bedr├╝ckt hatte, in Songs umzusetzen, nicht zuletzt deshalb, um mich selbst wieder befreit zu f├╝hlen. Das ist im Endeffekt der Grund weshalb man beim H├Âren von ┬╗The Bottom Deep┬ź wohl auch deutlich mehr Tiefgang empfindet, als es bei COMMUNIC zuvor der Fall gewesen ist.

Das hei├čt dann wohl, da├č der Titel als Programm zu betrachten ist?

Ja, so kann man das durchaus sagen. Ich wollte mit den Songs meine pers├Ânliche Lage, die nun eben keine angenehme war, dokumentiert wissen. Da zu all den Mi├čst├Ąnden auch noch ein Todesfall gekommen war, verwendete ich das Komponieren in sp├Ąterer Folge sogar regelrecht als Therapie, um meine Trauer und Bitterkeit verarbeiten zu k├Ânnen.

Beim dritten Album spricht man ja h├Ąufig von "Make It Or Break It", Ihr seid mittlerweile schon beim vierten angekommen. Wie sehen denn die Erwartungen daf├╝r aus?

Da unser drittes Werk im Nachhinein betrachtet, leider nicht ganz so erfolgreich gelaufen ist, wie wir es erhofft hatten, versuchen wir es eben nochmals. [lacht] Mit ein Grund f├╝r diesen Umstand war mit Sicherheit auch, da├č wir es leider nicht geschafft haben, auf Tournee zu gehen. Von daher gerieten COMMUNIC zu jener Phase leider ein wenig in den Hintergrund. Momentan ist f├╝r Bands eben viel wichtiger als fr├╝her, zu touren und Konzerte zu spielen. Nur mit dem Ver├Âffentlichen von Alben hat man momentan wenig bis gar keine Chancen auf Bekanntheit.

An diesem Status wird sich aber bald wieder etwas ├Ąndern, wenn ich richtig informiert bin?

Oh ja, wir werden im September zusammen mit FORBIDDEN und DEMONICA (Zweitband der FORBIDDEN-Musiker Craig Locicero und Mark Hernandez, in die auch MERCYFUL FATE-Klampfer Hank Sherman involviert ist - der Verf.) in Mitteleuropa unterwegs sein. Eine auf den ersten Blick vielleicht ein wenig heftige Kombination, aber wer unser fr├╝heres Material kennt, und uns auch schon einmal live gesehen hat, wird wissen, da├č auch wir ordentlich Dampf zu machen verstehen.

Keine Widerrede. Allerdings darf man sich auch nicht unbedingt gro├čartige "B├╝hnen-Action" erwarten. Habt Ihr denn nicht das Bed├╝rfnis Euch - zumindest f├╝r die B├╝hne - personell zu verst├Ąrken?

Nein, das Thema hat sich f├╝r COMMUNIC erledigt. Wir hatten es in unserer Fr├╝hzeit zun├Ąchst mit einem Keyboarder versucht, klangen dadurch bei Konzerten aber schlichtweg zu verw├Ąssert. Danach versuchten wir es mit einem zweiten Gitarristen, aber auch das funktioniert nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dazu mu├č ich aber anf├╝hren, da├č die Kompositionen eben nur f├╝r eine einzige Klampfe angelegt sind und wir es nicht hinbekommen haben, mit zwei Gitarren so zu klingen, wie es sein h├Ątte sollen.

Auch eine Art "Selbstfindungsproze├č" also, den Ihr im Laufe der Jahre da durchgemacht habt. Was die Kompositionen betrifft, wage ich es ebenso, Euch exakt das f├╝r ┬╗The Bottom Deep┬ź zu attestieren.

Auch dar├╝ber freue ich mich sehr, denn nicht nur die Texte sind pers├Ânlicher gehalten denn je, auch beim Komponieren habe ich nie zuvor derma├čen viel von meiner Pers├Ânlichkeit einflie├čen lassen. Ich bin schon sehr gespannt, ob diese Tatsache auch von den Fans so wahrgenommen wird. Die ersten Reaktionen der Presse sind jedenfalls durchweg positiv ausgefallen, wobei mir aufgefallen ist, da├č man diese pers├Ânlichere Seite nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern mit Wohlwollen aufgenommen hat.

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Die Tracks sind aber nicht nur pers├Ânlicher, sondern auch ein wenig kompakter und - zumindest teilweise - k├╝rzer geworden.

Das stimmt, doch das hat sich eher zuf├Ąllig ergeben. H├Ątte ein Song nach l├Ąngerer Spielzeit verlangt, w├Ąre diese auch so ausgefallen. Wie schon erw├Ąhnt, lagen mir beim Komponieren zahlreiche Angelegenheiten am Herzen, so da├č ich ein Ventil finden mu├čte, um alles loszuwerden und zu kompensieren. Das Schreiben der Songs hat mich dann zwar wieder auf andere Gedanken gebracht, das Album als Ergebnis jedoch ist daf├╝r deutlich d├╝sterer geworden. Um ┬╗The Bottom Deep┬ź in seiner Gesamtheit exakt so klingen zu lassen, wie es meine Intention verlangte, habe ich mich auch zum ersten Mal im Alleingang an die Produktion herangewagt. Ich hoffe mit Erfolg. [lacht] Zumindest ich empfinde die etwas rauhere Gangart, f├╝r die ich mich im Studio entschieden habe, als perfekt passend.

Da du uns ja nicht mit etwaigen "Experimenten" die Ehre erwiesen hast, wird sich wohl auch kaum ein Fan am Sound sto├čen, sondern viel eher erneut in Eure musikalische Darbietung f├Ârmlich abtauchen. Zwar wird man sich auch mit ┬╗The Bottom Deep┬ź ein wenig intensiver besch├Ąftigen m├╝ssen, als es bei anderen Bands der Fall ist, doch hat man sich einmal in die ungemein vielschichtigen Strukturen eingelebt, wissen die Nummern immens zu fesseln. Ist dieser Effekt denn auch bei Konzerten f├╝r Euch festzustellen?

Ja, schon fr├╝her ist mir immer wieder aufgefallen, da├č es bei unseren Gigs verh├Ąltnism├Ą├čig ruhig zugeht und zahlreiche Fans einfach nur mit geschlossenen Augen dastehen und den Kl├Ąngen offenbar hingebungsvoll lauschen. Ist aber auch klar, denn unsere Musik ist ja auch nicht unbedingt "Mosh-Pit"-kompatibel, und hinzu kommt auch noch, da├č wir eben nur zu dritt sind und so auch nicht die M├Âglichkeit haben, das Publikum gro├čartig zu animieren, oder irgendwie anders mit einzubeziehen.

Es mu├č ja auch nicht zwingend immer die sprichw├Ârtliche Kuh fliegen, denn solange die Musik stimmt, gibt es auch gegen Genu├č auf besagte Weise nichts einzuwenden. Klar ist ein Trio in Sachen "B├╝hnenshow" ein wenig im Nachteil, aber welche Vorteile gibt es denn f├╝r die klassische Dreierbesetzung?

Jede Menge. [lacht] Zum einen, da├č es schlicht einfacher ist, drei Menschen irgendwo unterzubringen und von daher das Platzangebot selbst in kleinsten Clubs kaum ein Thema ist. Aber auch in Bussen kommt man sich zu dritt nicht so schnell ins Gehege. Am Wichtigsten aber ist und bleibt die Tatsache, da├č COMMUNIC in dieser Besetzung einfach am besten funktionieren. Und so nebenbei bleibt bei Gagen auch mehr ├╝brig, wenn man nur durch drei teilen mu├č. [lacht]

Deinen Worten entnehme ich nicht nur eine gesunde Einstellung, sondern auch einen mehr als nur lobenswerten Realit├Ątsbezug.

Ich bin mit COMMUNIC in der gl├╝cklichen Lage, Menschen mit Musik erfreuen zu k├Ânnen, und von daher sehe ich es auch als Pflicht an, mich ihnen gegen├╝ber in dieser Funktion so fair wie m├Âglich zu verhalten. Das ist auch mit ein Grund daf├╝r, weshalb ich in meiner Karriere noch nie betrunken auf die B├╝hne gestiegen bin. Ich will ja schlie├člich das Bestm├Âgliche mit und f├╝r COMMUNIC erreichen. Wozu also einen auf "Show" - in welcher Form auch immer - machen? Ich und wir sind eben so wie wir sind.

Das bemerkt man auch bei Konzerten, wobei ich annehme, da├č Ihr Eure Fanschar mit dem Eurem neuen Dreher abermals vergr├Â├čert werden k├Ânnt.

Das w├Ąr' fein, obwohl erst einmal gesichert werden mu├č, da├č uns nicht einige der sogenannten "Fans" schon l├Ąngst wieder vergessen haben. Aber ganz so schlimm kann es nicht sein, denn bis dato lief es hier in Europa schon ganz gut f├╝r uns. Wobei ich allerdings Deutschland nochmals gesondert hervorheben mu├č, weil wir hier mit Sicherheit die meisten Fans erreichen. Aber nat├╝rlich w├Ąre es cool, auch andere "M├Ąrkte" erschlie├čen zu k├Ânnen. Speziell in den Staaten scheint mit Musik wie unserer momentan wieder ein bi├čchen was zu rei├čen zu sein, von daher w├Ąre es nat├╝rlich besonders toll, auch einmal in den USA spielen zu k├Ânnen.

Na dann - ab in den Flieger!

Wenn das so einfach w├Ąr'... Da es in unserem derzeitigen Status nicht wirklich Sinn machen w├╝rde eine Headliner-Tour zu absolvieren, m├╝ssen wir erst einmal abwarten, ob uns eine gr├Â├čere Band als Support mitnehmen und akzeptieren w├╝rde, oder wir zumindest an einer Gastspielreise mit weiteren Bands teilnehmen k├Ânnen. Du kannst mir aber glauben, da├č ich der Erste bin, der zum Flughafen gondelt, sollte es soweit sein. [lacht]

Das glaub' ich Dir aufs Wort, zur Sicherheit w├╝rde ich schon einmal mit diversen Taxi-Unternehmen Kontakt aufnehmen, auch wenn bis dahin wohl noch einige Zeit vergehen wird.

Nicht mehr allzu viele Tage hingegen dauert nur noch, ehe es COMMUNIC in Mitteleuropa zu sehen gibt. Die Burschen werden im September live zu bewundern sein, und zwar tats├Ąchlich im erw├Ąhnten Hammer-Package mit FORBIDDEN und DEMONICA.
Wann auch immer dieser Tourtro├č in Eurer N├Ąhe gastieren sollte, haltet Euch diesen Termin auf jeden Fall frei, schlie├člich handelt es sich um einen Pflichtbesuch!
Und zum Abschlu├č gilt es noch anderen einen Fixtermin zu notieren, den 22. Juli n├Ąmlich, denn da erscheint ┬╗The Bottom Deep┬ź hochoffiziell!

http://www.communic.tk/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

COMMUNIC im ├ťberblick:
COMMUNIC – Conspiracy In Mind (Do It Yourself)
COMMUNIC – Conspiracy In Mind (Rundling)
COMMUNIC – The Bottom Deep (Rundling)
COMMUNIC – ONLINE EMPIRE 16-"Rising United"-Artikel
COMMUNIC – ONLINE EMPIRE 23-Interview
COMMUNIC – ONLINE EMPIRE 24-"Living Underground"-Artikel
COMMUNIC – ONLINE EMPIRE 27-Interview
COMMUNIC – ONLINE EMPIRE 28-"Living Underground"-Artikel
COMMUNIC – ONLINE EMPIRE 48-"Living Underground"-Artikel
COMMUNIC – ONLINE EMPIRE 48-Interview
COMMUNIC – News vom 16.08.2011
Playlist: COMMUNIC-Album »Conspiracy In Mind« in "Jahrescharts 2005" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: COMMUNIC-Album »Conspiracy In Mind« in "Jahrescharts 2005" auf Platz 7 von Walter Scheurer
Playlist: COMMUNIC-Album »The Bottom Deep« in "Jahrescharts 2011" auf Platz 7 von Walter Scheurer
Playlist: COMMUNIC-Album »Waves Of Visual Decay« in "Jahrescharts 2006" auf Platz 10 von Walter Scheurer
Playlist: COMMUNIC-Album »Waves Of Visual Decay« in "Jahrescharts 2006" auf Platz 9 von Holger Andrae
andere Projekte des beteiligten Musikers Tor Atle Andersen:
APOSTASY (N) – News vom 07.04.2003
SCARIOT – ONLINE EMPIRE 14-"Rising United"-Artikel
andere Projekte des beteiligten Musikers Erik Mortensen:
DIMENZION: PSYCHOSPHERE – News vom 02.07.2014
INGERMANLAND – Beyond Equator (Do It Yourself)
andere Projekte des beteiligten Musikers Oddleif Stensland:
INGERMANLAND – Beyond Equator (Do It Yourself)
Samuel Arkan's ORIGINS – News vom 10.09.2009
SCARIOT – ONLINE EMPIRE 14-"Rising United"-Artikel
┬ę 1989-2020 Underground Empire


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