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NEED – Norchestrion: A Song For The End

IKAROS RECORDS (Import)

Beim fünften Longplayer ist diese Formation aus Athen inzwischen angekommen, und setzt darauf ihren eingeschlagenen Weg sowohl stilistisch als auch musikalisch mit aller Konsequenz fort. Auch von der Titelauswahl her ist man sich treugeblieben und schließt mit »Norchestrion: A Song For The End« an das 2017er Epos »Hegaiamas: A Song For Freedom« und dessen 2014er Vorgänger »Orvam: A Song For Home« an.

Es gibt sogar noch weitere Indizien dafür, die annehmen lassen, daß bei diesen Griechen bleiben hat sollen, wie es war. So setzt NEED auch weiterhin auf Ein-Wort-Songtitel, und zudem hat man - ob Zufall, oder nicht, darf gerne diskutiert und philosophiert werden - die Spielzeit erneut um gut um drei Minuten erhöht.

Zugegeben, letztgenanntes klingt zwar ein wenig abstrus, doch das trifft zum Glück nicht auf die musikalische Darbietung der Hellenen zu. Ganz im Gegenteil, das Quintett versteht es nämlich einmal mehr, mit einer zwar abgefahrenen, aber dennoch von Grund auf stringent konzipierten, und strukturell nachvollziehbaren Melange zu überzeugen. Auch das ist zwar bereits bei den Vorgängeralben der Fall gewesen ist, dennoch ist festzuhalten, daß sich sehr wohl einiges getan hat.

Vor allem im Hinblick auf die Zugänglichkeit der Kompositionen scheint der Fünfer nämlich gehörig getüftelt und nachgebessert zu haben. Schließlich weiß sich ein Großteil der Tracks selbst dann ins Langzeitgedächtnis einzuprägen, wenn die Basis an sich eine abgefahrene Prog-Metal-Vorführung darstellt. Nicht zuletzt dadurch verfügt die Formation nun auch über einen erhöhten Wiedererkennungswert, selbst wenn sich Vorbilder wie FATES WARNING (vor allem im Opener ›Avia‹, das an die »Dissconnected«-Phase der US-Amerikaner denken läßt) oder DREAM THEATER (das immer wieder in furiosen Duellen kulminierende Zusammenspiel von Gitarre und Keyboards macht deutlich, wo man sich im Lager der Griechen vorrangig orientiert) immer noch heraushören lassen. Durch die mitunter etwas dunkle Atmosphäre gilt es in weiterer Folge auch noch EVERGREY als Referenz nennen. Anzunehmen, daß sich die Hellenen speziell für den fast zehnminütigen Titelsong von ihren ehemaligen Tourkollegen inspirieren haben lassen. Aber auch PAIN OF SALVATION darf man als Einfluß nicht vergessen, schließlich ist bei NEED ein ähnliches Faible für moderne, elektronische Einsprengsel nicht von der Hand zu weisen. Fans der erwähnten Genre-Größen sollten NEED daher auf jeden Fall eine Chance geben!

Bleibt bloß zu hoffen, daß die Truppe mit dem Untertitel »A Song For The End« nicht darauf hinweisen möchte, daß der Laden in Bälde geschlossen wird.

http://www.needband.com/

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
NEED im Überblick:
NEED – Norchestrion: A Song For The End (Rundling-Review von 2021)
NEED – Siamese God (Rundling-Review von 2011)
NEED – The Wisdom Machine (Rundling-Review von 2007)
NEED – News vom 06.09.2013
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