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THE KORDZ – Beauty & The East

MASS RECORDS/SAOL/H'ART

Eine Band aus dem Libanon ist schon etwas Besonderes, und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, was mich erwartet, als ich die Playtaste drücke. Nach einem kurzen Intro steigen die Jungs aus Beirut mit ›Deeper In‹ satt ein, und ich bin völlig überrascht. Leicht grungige Töne schallen mir entgegen, ein hervorragender Sound und vor allem ein toller Sänger mit sehr angenehmer Stimme. Eingängig, abwechslungsreich, frisch. Sehr gut. Dann ›Nothing Or Everything‹: rotzig, dreckig, hart. Die Vocals sind verfremdet, und eine spacige Orgel untermalt den Sound von harten Gitarren. Treibende Drums und immer wieder Breaks, bei denen man die Hände in die Luft recken und schreien möchte. Absolutes Adrenalin. Bei diesem Song sind die ersten orientalisch angehauchten Töne auszumachen, die beim nächsten Track noch intensiver eingebunden werden und diesen leicht schrägen Song wie den Soundtrack zu einem unruhigen Traum wirken lassen. Der Titel ›Insomnia Kid‹ ist somit perfekt umgesetzt. Das folgende ›Get Behind‹ ist gut, jedoch hätte ich mir an diesem Punkt des Albums stilistisch etwas Abwechslung gewünscht. Und THE KORDZ erhören tatsächlich meine Bitte. Leider ist der Titelsong der Schwachpunkt der CD. Natürlich erwartet man von einer Band aus dem Libanon auch arabische Klänge, hier wird für meinen Geschmack dann doch etwas zuviel des Guten getan. Bei ›Last Call‹ rockt es aber wieder fröhlich los. Und wenn ich sage fröhlich, dann meine ich das auch so. Dieser Song wurde bereits 2004 als Single veröffentlicht und verhalf der Band auch weit über die Landesgrenzen hinaus zu einem recht hohen Bekanntheitsgrad. Eines der stärksten Stücke ist die Ballade ›Save Me‹. Moe Hamzeh singt einfach schön, klingt verletzlich und sensibel. Die Musik erinnert mich streckenweise an Pink Floyd in ihrer »The Wall«-Phase. Nach dieser kleinen Verschnaufpause geht's wieder rockig und schräg zur Sache. Bei aller Güte der Songs, machen sich bei mir jedoch leichte Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Insbesondere ›Heroes'n'Killers‹ ist etwas anstrengend. Mein Durchhaltevermögen wird belohnt mit einer weiteren phantastischen Ballade: ›The Garden‹ schwelgt wieder in Traumbildern, zerrt den Hörer jedoch zwischendurch immer wieder in die Realität. Es fällt auf, daß die Lieder häufig fließend ineinander übergehen. So wirkt beispielsweise der Song ›Purgatory‹ wie die rockige Fortsetzung des vorangegangenen ›The Garden‹. Nach dem leicht progressiven Stampfer ›The End‹ zeigen sich THE KORDZ mit ›Again‹ und ›The One‹ nochmals von ihrer radiotauglicheren Seite. Den Abschluß macht der Gute-Laune-Rocker ›Nic-O-Teen‹. Ein gelungener Rausschmeißer.

»Beauty & The East« ist eine sehr gute Scheibe. Tolle Melodien zu lässigen Rhythmen wechseln sich ab mit schrägen Grooves, die durch orientalische/arabische Töne einen progressiven Touch bekommen. Wer auf gitarrenorientierten Rock steht, ist hier genau richtig. Produzent Ulrich Wilde (DEFTONES, WHITE ZOMBIE) hat am Mischpult hervorragende Arbeit geleistet. Einziger Kritikpunkt ist die extreme Anhäufung arabischer Melodien im Mittelteil der CD, die ich dann doch als etwas anstrengend empfinde.

Zum Schluß möchte ich auf zwei Links hinweisen. Die Geschichte von THE KORDZ könnt Ihr detailliert nachlesen unter

http://www.saol-music.com/kunstler/the-kordz

Besonders interessant ist

http://therefordesign.net/blog/projects/the-kordz-logo-beauty-east/

Hier läßt sich nachverfolgen, wie der Schriftzug der Band kreiiert wurde, inklusive der entsprechender Kommentare der Design-Firma. Ein außergewöhnlicher und seltener Blick hinter die Kulissen.

http://www.thekordz.com/

super 15


Thomas Heyer

 
THE KORDZ im Ãœberblick:
THE KORDZ – Beauty & The East (Re-Release)
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THE KORDZ – ONLINE EMPIRE 48-Interview
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