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  UE-Home → History → Online Empire 74 → Interview-Übersicht → MANIGANCE-Interview last update: 20.11.2022, 22:24:48  

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Zu den bekanntesten und beständigsten Bands Frankreichs zählen mit Sicherheit MANIGANCE. Die Herrschaften aus der Pyrenäen-Region sorgen seit mehr als 15 Jahren für erlesenen, traditionellen Heavy Metal mit viel Melodie und konnten sich zu Recht einen verdammt guten Ruf in der Heimat erspielen. Außerhalb Frankreichs dagegen ist bislang noch nicht allzu viel zu holen gewesen. Darauf hatte Gitarrist und Gründungsmitglied François Merle eine durchaus nachvollziehbare Antwort parat, als er die Antworten auf unsere Fragen lieferte.

Nun, François, woran liegt es denn?

Uns ist klar, daß wir uns durch unsere Muttersprache selbst limitieren. Es ist eben nicht ganz einfach mit französischen Texten auch in anderen Ländern verstanden zu werden. Von daher war auch unser bisheriges Tournee-Angebot immer entsprechend regional eingeschränkt.

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Diese Antwort war durchaus zu erwarten und erscheint auch logisch. Zu einer Änderung habt Ihr bisher aber noch nicht durchringen können. Warum?

Ganz einfach: Weil wir uns damit ein Markenzeichen und eine ureigene Note verabreichen haben. Es gab und gibt zwar immer wieder mal die Idee, uns an Songs mit englischen Texten zu versuchen, doch der erste, der davon abrät, ist unser Sänger Didier Delsaux. Er ist der Meinung, daß sich sein Englisch ganz furchtbar anhört und man uns aufgrund seines Akzents nicht mögen würde. Wir respektieren diese Entscheidung natürlich, allerdings ist er momentan sehr intensiv dabei sein Englisch zu verbessern, um es eventuell in Zukunft doch zumindest auf einen Versuch ankommen zu lassen.

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Ehrlich gesagt dachte ich, diesen "Versuch" schon mit dem neuen Dreher zu hören zu bekommen, schließlich wurde dieser auf den Titel »Machine Nation« getauft.

Das kann ich gut verstehen. Ursprünglich war aber geplant, das Album »Machination« zu nennen. Daß die Bedeutung des Titels in Englisch die gleiche ist wie in unserer Muttersprache hatten wir weder im Sinn, noch wirklich bedacht. Erst unserer Manager hat uns darauf aufmerksam gemacht und auch den Vorschlag für den englischen Titel eingebracht. Auch die Jungs von unserem neuen Label MIGHTY MUSIC waren von der Idee durchaus angetan, und so haben wir uns schlußendlich dafür entschieden.

Da drängt sich doch sofort die Idee auf, die Scheibe in zwei unterschiedlichen Versionen zu veröffentlichen, wie das bereits diverse Landsleute von Euch gemacht haben, oder nicht?

Darüber haben wir uns auch schon oft unterhalten. Allerdings haben wir uns durch die Verwendung von französischen Texten ein gewaltiges Wiedererkennungsmerkmal erschaffen, und zum anderen fühlt sich Didier eben noch nicht bereit. Aktuell ist der Stand der Dinge so, daß wir wohl auch nicht ein ganzes Album in englischer Version aufnehmen, wie das einst unsere Helden SORTILÈGE taten, sondern zunächst einmal eine Auswahl treffen müssen, bei welchen Nummern es Sinn macht, eine Übersetzung des Textes anzustreben. Für uns muß nämlich gewährleistet sein, daß sowohl die Melodik erhalten bleibt als auch die Aussage des Textes.

Das klingt in der Tat logisch, zumal vor allem die Melodik schwer darunter leiden könnte. Ganz zu schweigen von den Lyrics, die bei Euch immer schon sehr wichtig gewesen sind.

Exakt! Die Texte sind für uns immer schon sehr wichtig gewesen, daran hat sich nichts geändert. Der Titel »Machine Nation« bezieht sich übrigens keineswegs auf irgendeine Nation im Speziellen, sondern ist eher als kritischer Blick unsererseits auf die Gesamtsituation der Welt und ihrer Entwicklung zu betrachten. Speziell die immer weiter voranschreitende Vereinnahmung des Menschen durch diverse, moderne technische Einrichtungen wie das Internet stimmt uns mehr als nur nachdenklich. Von solchen Tatsachen handelt aber nicht nur der Titelsong, mit solchen Themen beschäftigen uns immer wieder. Genauer gesagt verlangt es die Lage des Planeten inzwischen, sich als halbwegs intelligenter Mensch damit unaufhörlich auseinanderzusetzen.

MANIGANCE-Bandphoto 2

Kann man so stehen lassen. In Bezug auf die Band besteht aber kein Grund für Resignation?

Überhaupt nicht! Die Band bedeutet uns alles, auch wenn uns bewußt ist, daß wir nicht davon reich werden. Zumindest aber schafft es ein Teil von un,s von Musik zu leben. Ich beispielsweise werde immer wieder für diverse Produktionen engagiert und Bruno Ramos, mein Kollege an der Gitarre, hat zusammen mit diversen Musikern von NIGHTMARE und ADX eine sehr gefragte SORTILÈGE-Coverband am Laufen.

http://www.facebook.com/pages/manigance/366384643187

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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