UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Underground Empire 7 → Interview-Übersicht → TITAN FORCE-Interview last update: 29.01.2023, 21:40:36  

”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  TITAN FORCE-Interview

Date:  April 1993 (created), 01.04.2012 (revisited), 22.01.2022 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

Das ist es, was man unter Kult versteht! Zwei Jahre nach Veröffentlichung eines Albums kommt eine Band auf Tour und der gesamte Underground macht sich kollektiv naß.

Er war die "Power Metal Gods"-Tour, bei der zunächst RIOT statt ANVIL geplant waren, doch Mark Reale und seine Jungs sprangen kurz vorher ab, weshalb seinerzeit mancheiner sauer auf die Band war, da sie mehrere Eurotrips hatten platzen lassen, worauf ich ihn einige Jahre später in einem Interview auch ansprach. Auf den Tourshirts ist übrigens der Name RIOT zu lesen, sofern ich mich noch recht entsinne; Ich muß mal mein Shirt rauskramen, das schon seit Jahren ein wenig undersized ist...

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Logisch, daß wir diese Sternstunde mittels einer großen TITAN FORCE-Story festhalten mußten, die gerade mal gut genug als Titelstory (oder besser: Eröffnungsstory) für UNDERGROUND EMPIRE 7 war.

So hatte ich mir bereits am 16. April die Show in Durmersheim bei Karlsruhe angeschaut, um dann in der kommenden Woche in Offenbach bei der Show im "F63" zur Tat zu schreiten; den genauen Tag weiß ich leider nicht mehr, so daß Tips höchst willkommen sind. Nach dem ausgiebigen Interview sollte dann wie schon wenige Tage zuvor eine absolute Wahnsinnsshow folgen, bei dem im "F63" der Schweiß der Anwesenden von der Decke tropfte.

Für das Layout der Story hatten wir uns etliche optische Gags einfallen lassen: So etwa das "Bitte ankreuzen"-Design, bei dem der Leser wirklich seine Lieblingseröffnung ankreuzen konnte (um meine schräge Einleitungsidee so real wie nur möglich werden zu lassen), was wir heuer in etwas modernisierter Form nachempfunden haben; aber bitte nicht blondinenlike mit einem Edding auf Eurem Computermonitor rummalen... Weiter ging's mit einem geteilten Logo, das im leichten Raster unter den Text gelegt wurde: Auf Seite 1 war das Wort "TITAN", auf Seite 4 das Wort "FORCE" zu erspähen, während auf Seite 2 und 3 jeweils mittig ein Kasten plaziert war, bei dem zwischen dem oberen "TITAN"- und dem unteren "FORCE"-Streifen ein Livephoto eingebaut war - und natürlich sollte der untere Ausläufer des "N" vorwitzig in das jeweilige Photo reinlugen.

Heute haben wir in Sachen Logo ein etwas neuzeitlicheres Design gewählt, das von der TITAN FORCE-MySpace-Seite stammt. Wir haben es uns ausgeborgt und etwas bearbeitet, aber am Ende der Story ist dann nochmal die schlichte Form des Logo zu sehen.

In Sachen Photos hatten wir ausschließlich mit Livephotos gearbeitet plus einem Shot, der vor dem "F63" entstand. Da hatte ich allerdings etwas zu sehr mit einem schrägen Blickwinkel und selektiver Schärfentiefe experimentiert, so daß letzten Endes auf keinem der Photos alle fünf Jungs wirklich repäsentativ aussahen. Um diesem Problem Herr zu werden, haben wir heuer einfach zu Beginn ein offizielles Promophoto benutzt, das noch von »Winner/Loser« stammt (aber leider nur in dieser schlechten Qualität von einem Flyer des Fanclub vorlag), so daß wir die Story mit einem Bandphoto beenden, das ein Jahr später zusammen mit dem '94er Demo als offizieller Promoshot verbreitet wurde.

Als weitere Extraphotos, die nicht in der gedruckten Ausgabe erschienen, sind ein Singleshot von Bassist John Flores sowie der "erhöhte Tyrant" zu sehen - will heißen: Harry, der für einen TV/Videobeitrag auf einen Pfeiler geklettert war, um dem Kameramann besonders vehement seine Worte entgegenzuschmettern.

Ein ganz besonderes Schmankerl bei den Liveshots, das aber auch im Heft zu sehen gewesen war (vgl. den heuer leicht abgewandelten Klammerkommentar), stellt allerdings die Aufnahme mit Ex-JAG PANZER-Gitarrist Joey Tafolla dar, die bereits in Durmersheim entstanden war.

Es ist wirklich ein Jammer, daß TITAN FORCE nie wirklich durchstarten konnten, sondern daß wir bis zum "Bang Your Head!!!" 2002 und dann bis zum "Keep It True" 2008 warten mußten, um die Band zumindest nochmal live erleben zu können.

Leider fanden diese Shows natürlich ohne Gitarrist Bill Richardson statt, der 1998 verstarb. Der genaue Todestag sowie die Todesursache sind meines Wissens bis heute immer noch unbekannt. Da diese Story also bei einem der letzten öffentlichen Auftritte von Bill entstand, möchte ich sie ihm hiermit nachträglich widmen. Ruhe in Frieden, Bill!

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

TITAN FORCE-Logo

Da sitzt man manchmal und überlegt sich krampfhaft, was man als Einleitung eines Interviews schreiben könnte, bis man sich endlich ein paar Sätze abringen kann. Stattdessen kommen mir gleich drei Ideen, wie ich dieses TITAN FORCE-Interview eröffnen könnte. Diese drei lassen sich jedoch absolut nicht in einem Intro zusammenquetschen, und ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche Idee die am wenigsten schlechte ist. Bleibt also nur noch die Alternative, alle drei zu bringen und Euch die Auswahl zu überlassen. Euer Fave könnt Ihr ganz einfach ankreuzen!

TITAN FORCE-Design

Die Idee, TITAN FORCE fürs UNDERGROUND EMPIRE zu interviewen, existierte schon lange, nur irgendwie fehlte bislang noch die passende Gelegenheit. Diese war jedoch endlich gekommen, als die Formation aus Colorado geradezu sensationellerweise Deutschland mit einer Konzertreise beehrte. Bei ihrem Gig im Offenbacher "F63" nahm ich mir Traumstimme Harry eine gute Stunde beiseite und zeigte ihm, wie sich eine Zitrone fühlt, wenn sie durch eine Presse gejubelt wird. Eine kurze Pause gewährte ich ihm, als man zum Soundcheck läutete und anschließend ging die Entsafterübung in unverminderter Intensität weiter, jedoch mit rettender Unterstützung der restlichen Bandmitglieder. Gnadenvolle Erlösung erhielt er erst, als man geheißen wurde, sich an der vis-a-vis gelegenen Pommesbude zur Fütterung der Raubtiere einzufinden.

Da wartet man nun Jahre und Jahre und plötzlich passiert es alles innerhalb eines Monats! Zuerst kommen DREAM THEATER aus Amiland rübergeschneit und zeigen 99,9 Prozent der derzeit existenten Bands, wie mans besser macht. Als ob das nicht genug wäre, schippern auch TITAN FORCE nach Übersee, um der alten Welt eine Lektion in perfektem Power Metal zu erteilen. Ein solch denkwürdiger Moment muß natürlich im UNDERGROUND EMPIRE dokumentiert werden. Zur Verwirklichung dieses Zeitdokumentes stellte sich Wunderorgan Harry redselig zur Verfügung!

Bekanntlich gibt beziehungsweise gab es zig begnadete Bands, die wir hier in Europa ums Verrecken nicht live zu Gesicht bekommen haben, weil sich kein Veranstalter ihrer anzunehmen gedachte. TITAN FORCE, einer der grandiosesten Acts unserer Tage, hatte ich mittlerweile auch schon in dieser Kategorie untergebracht, und dort wären sie wohl auf ewig verblieben, wenn da nicht der Offenbacher "Hard'n'Heavy e.V." wäre, der sein fünfjähriges Jubiläum standesgemäß begehen wollte. Zusammen mit Ex-LIVE WIRE-Schreiber Peter "Speedy" Kirchner, den man mehr oder minder als den Mitbetreiber des europäischen TITAN FORCE-Fanclubs betrachten kann, vollbrachten sie das Wunder, an das ich schon längst nicht mehr zu glauben traute. Dafür sei ihnen ewiger, tausendfacher Dank gesagt! Eine solche Gelegenheit darf man natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen, so daß ich mir nicht nur zweimal das Konzertpackage gönnte, sondern auch mit TITAN FORCE-Platinkehlchen Harry einen gemütlichen Plausch hielt, der es zweifelsfrei verdient, die siebte Ausgabe des UNDERGROUND EMPIRE zu eröffnen!

Dreifache Rede und immer noch kein Sinn - kommen wir endlich zur Sache!

TITAN FORCE-Bandphoto 1

Es gibt etwas, das ich Dich schon immer fragen wollte: Warum hast Du Dir den Beinamen "The Tyrant" zugelegt?

"TYRANT" war der ursprüngliche Name von JAG PANZER. Weil es so viele andere Bands mit Namen TYRANT gab, änderten wir unseren Bandnamen, aber ich behielt "The Tyrant" als Künstlernamen wegen meines damals sehr aggressiven, wütenden Gesangsstils bei. Außerdem paßte mein eigentlicher Name Harry nicht zu meinem Gesangsstil, so daß ich damals befürchtete, daß ich nicht akzeptiert werden könnte. Mittlerweile habe ich gemerkt, daß es den Fans recht ist, wenn ich mich Harry nenne.

Damit deutest Du schon an, was ich nun anfügen wollte. Dein Beiname "The Tyrant" hat gewissermaßen eine Karriere durchgemacht: Auf »Ample Destruction« von JAG PANZER hast Du Dich nur "The Tyrant" genannt, auf dem Debut von TITAN FORCE stand "Harry 'The Tyrant' Conklin", und nun auf der neuen TITAN FORCE-Scheibe findet sich nur noch Dein richtiger Name!

Das liegt einfach daran, daß sich mein Gesang über die Jahre verändert hat. Mein Gesang ist heute anders, als man es mit dem Namen "The Tyrant" verbindet. Daher dachte ich mir, daß, wenn ich den Namen zu lange verwende, die Fans, die auf die härtere Schiene der JAG PANZER-Zeiten stehen, glauben, daß ich auswimpe. Ich singe heute viel mehr, als daß ich versuche, nur aggressiv mit der Stimme zu sein.

Die erste EP von JAG PANZER hatte im Original keinen Titel, jedoch wurde sie in der Szene unter dem Titel »Tyrants« bekannt. Auch die Wiederveröffentlichung bei MAUSOLEUM trägt nun den Titel »Tyrants«. Wie kommt eigentlich die EP zu diesem Namen?

Als wir nach L.A. gingen, um die EP aufzunehmen, hießen wir noch TYRANT. Unser Plattenlabel erklärte uns, daß es noch eine Menge anderer TYRANTs gab. Da sagte unser Produzent, daß im Hinterhof des Studios ein Volkswagen steht, auf dem ein Aufkleber mit dem Aufdruck "Jag Panzer" klebt, und er schlug uns vor, diesen Namen zu nehmen. Wir haben uns mit dem Namen angefreundet und als Bandnamen genommen. Erst später fanden wir heraus, daß der Name von einer Panzerdivision stammt.
Wir wollten die EP »Tyrants« nennen. Der Künstler, der das Cover gemalt hat, wollte jedoch nicht, daß wir den Bandnamen und den Titel auf sein Bild direkt schrieben. Als wir dann bei unserer Plattenfirma anriefen und ihnen sagten, daß wir den Titel »Tyrants« auf dem Cover stehen haben wollen, war es schon zu spät, denn die Vierfarb-Lithos waren schon gemacht. Daher wurde die EP unbetitelt veröffentlicht, aber wir haben sie unter dem Namen »Tyrants« promotet.

TITAN FORCE-Bandphoto 2

Hat eigentlich der Rest von TITAN FORCE Probleme damit, daß Dich der Name JAG PANZER immer weiter verfolgt? Immerhin spielt Ihr auf dieser Tour drei bis vier JAG PANZER-Stücke, und diese Zeit fehlt dann wiederum für TITAN FORCE-Songs!

Im Gegenteil! Sie mögen es sogar. Sie waren Fans von JAG PANZER und eröffneten in ihren Anfangstagen sehr häufig für JAG PANZER. Wir waren gute Freunde. Damals hat John noch gesungen, und ich bot ihnen an, daß ich ihnen gern helfen würde, wenn sie jemand brauchen, der ihnen ein Demo einsingt. Das tat ich dann auch: Als ich bei SATAN'S HOST war und TITAN FORCE ihr Demo aufnahmen, sang ich darauf. So kamen wir zusammen.
Wir wußten, daß JAG PANZER hier eine Anhängerschaft haben und daß Leute bei den Konzerten sein würden, die JAG PANZER-Lieder hören möchten. Es ist sogar ganz gut, daß wir einige JAG PANZER-Songs spielen können, weil einige TITAN FORCE-Nummern live nur schwer reproduziert werden können, da wir dafür Keyboards bräuchten. Wir haben schon probiert, live mit Keyboards zu arbeiten, aber der Sound war zu dünn. Daher sparen wir derzeit Geld für einen Sequenzer, mit dem wir dieses Problem bewältigen können. Sobald wir dieses Problem gelöst haben, werden wir sicher die JAG PANZER-Songs aus dem Set werfen und alle TITAN FORCE-Stücke spielen.
Es ist großartig, die JAG PANZER-Stücke zu spielen, zumal Joey am Anfang der Tour mitgespielt hat (s. das unten folgende Bild - Red.). Aber er mußte mittlerweile jedoch zurück in die Staaten, um seinen Hund zu füttern. Er hat nämlich niemand gefunden, der sich während dieser Zeit um das Tier kümmern konnte.

Harry, welch ein Gefühl ist es für Dich, daß Aufnahmen, die Du mit JAG PANZER vor zehn Jahren gemacht hast, plötzlich re-releast werden?

Es ist überraschend, daß immer noch eine Nachfrage nach diesen Sachen herrscht. Es ist gut, daß die Aufnahmen neu veröffentlicht werden, so daß die Fans nicht gezwungen sind, viel Geld für ein minderwertiges Bootleg zu zahlen. Alles, was JAG PANZER weiter am Leben erhält, ist großartig!

Hattet Ihr damals, als Ihr das Material aufgenommen habt, daran gedacht, daß so etwas mal passieren könnte?

Nein! Wir hatten zwar im Hinterkopf, daß so etwas wirklich nett wäre, aber wir haben nie und nimmer erwartet, daß wir einen solchen Trend auslösen würden. Es war eine echte Überraschung, wie gut die Platten vom Publikum aufgenommen wurde, ja, es war regelrecht ein Schock! Als dies einmal begonnen hatte, haben wir uns bemüht, daran weiterzuarbeiten und nicht in einer Welle mitzuschwimmen. Und siehe da - es hat funktioniert! »Ample Destruction« war sehr gut und »Shadow Thief« wäre auch großartig gewesen, wenn die Aufnahmen veröffentlicht worden wären. Verschiedene Songs von »Chain Of Command«, das auch nicht veröffentlicht wurde, stammten noch von »Shadow Thief«, und JAG PANZER hatten sie mit ihrem neuen Sänger nochmal aufgenommen. Beide Aufnahmen erschienen jedoch nur als Bootlegs.

TITAN FORCE-Shot: Harry Conklin

Gutes Stichwort! JAG PANZER sind vermutlich die am meisten gebootlegte Band der Welt! Was sagst Du dazu?

Neulich hat mir jemand etliche Picture Discs und Shapes gezeigt, von deren Existenz ich noch nicht mal wußte! Manche Bands mögen sich durch so etwas bedroht fühlen, aber ich finde das großartig, weil es den "Die Hard"-Fans die Möglichkeit gibt, eine Menge Artikel von einer Band zu kaufen, an die sie wirklich glauben. Es ist großartig für das Image der Band und um die JAG PANZER-Tradition weitergehen zu lassen. Für mich ist es zweitrangig, daß ich dabei kein Geld verdiene, denn es geht mir bei der Musik darum, eine Bewegung zu erzeugen und nicht darum, Geld zu verdienen! Weißt Du, ich habe durch meine ganze Karriere hindurch nie einen Pfennig Geld an den Platten verdient, an denen ich mitgewirkt habe. Wenn Geld für mich eine Rolle spielen würde, dann hätte ich schon vor vielen Jahren begonnen, etwas anderes zu machen.

Man hat zwar schon eine Menge über JAG PANZER geschrieben, aber ich habe noch nie gelesen, weshalb die Band damals auseinanderfiel! Es ist lediglich klar, daß Drummer Richard Hilyard, der »Ample Destruction« einspielte, die Band kurz nach der Veröffentlichung verließ, denn auf der Wiederveröffentlichung von BANZAI einige Monate später, war bereits das Bild von Reynold Carlson zu sehen!

Das ist richtig! Richard schwängerte eine Mädchen, und er wollte das Baby behalten. Sie stellte ihm die Bedingung, daß er die Band aufgeben und sich einen soliden Job zulegen muß. Er war so sehr in sie verliebt, daß er das tat, obwohl wir ihn warnten, daß sie ihn aufs Kreuz legen würde und mit ihrem anderen Typen abhauen würde, was dann auch wirklich passierte. Damals kam dann Reynold zu uns, und wir dachten, daß es eine gute Möglichkeit wäre, sein Bild auf der Wiederveröffentlichung abzudrucken. Reynold war ein äußerst vielseitiger Drummer, der neue Elemente in unseren Sound miteinbrachte. Richard hatte aufgehört, Drums zu spielen, nachdem er die Band verlassen hatte und war daher "eingerostet", so daß es für ihn unmöglich war, wieder in die Band zu kommen, da er bei diesem musikalischen Standard nicht mithalten konnte.
Die Band hat sich eigentlich nicht richtig aufgelöst, sondern Joey Tafolla und ich verschickten Demos an Bands, die nach einem Gitarristen beziehungsweise Sänger suchten. Joey war beispielsweise bei Ozzy Osbourne im Gespräch! Er wollte seine Horizonte erweitern. Eines Tages überzeugte mich Joey, daß ich mein Glück bei RIOT versuchen sollte, einfach um mal zu sehen, was passiert. RIOT hatten mich schon mehrfach zu Auditions eingeladen, weil sie Probleme mit Rhett Forester hatten. Sie sagten, daß sie nach einem Sänger mit einer Stimme wie der meinen suchen würden. Also habe ich mit RIOT eine Übereinkunft getroffen, daß ich das Geld aufbringen würde, um zu ihnen zu fliegen, unter der Bedingung, daß sie mir das Ticket für den Rückflug zahlen, egal, ob sie mich nehmen würden oder nicht. Sie stimmten zu, und ich flog zu RIOT. Die Audition überzeugte RIOT wohl, und ich wurde ihr Sänger. Wir begannen, für Liveauftritte zu proben. Als dann die Zeit kam, daß ich zurückfliegen wollte, um meinen Frieden mit JAG PANZER zu machen, sagten sie, daß sie mir das Ticket nicht bezahlen könnten, obwohl wir es zuvor vereinbart hatten. Deswegen entstanden eine große Feindseeligkeit und eine Menge Haßgefühle bei JAG PANZER gegen mich, weil sie glaubten, daß ich sie ohne ein Wort im Stich gelassen hätte. Mir waren jedoch die Hände gebunden, denn ich war in einem anderen Staat der U.S.A. und hatte kein Geld für ein Ticket zurück nach Colorado. Später als ich wieder zurück war, habe ich mich wieder mit JAG PANZER versöhnt, und wir sind heute gute Freunde. Damals brachte Reynold Bob Parduba als neuen Sänger in die Band. Wir hatten kurz zuvor »Shadow Thief« aufgenommen, und so veränderten sie einige Songs und nahmen sie zusammen mit neuem Material für »Chain Of Command« auf. Ich war einige Monate bei RIOT, und wir machten während dieser Zeit ein Demo. Doch ich hatte Probleme mit ihrem Management, das ich zu wischi-waschi fand, und die mich nicht haben wollten. RIOT jedoch wollten mich und baten mich zu warten, denn sie wollten das Management wechseln. Sie ließen mich mit sehr wenig Geld in L.A. gestrandet rumhängen, und ich wußte nicht, wie lange das noch so weitergehen sollte. Irgendwann konnte ich nicht mehr so weitermachen und zog einen Schlußstrich. Ich sagte RIOT, daß ich raus bin, aber es war trotz allem eine Trennung im Guten, denn Mark Reale schlug vor, daß wir in Kontakt bleiben, um vielleicht eines Tages etwas zusammen zu machen. Ich habe später, als sich RIOT auf »Thundersteel« vorbereiteten, nochmal zwei Songs mit ihnen aufgenommen, um ihnen auszuhelfen, bis sie einen guten Sänger gefunden hatten.

TITAN FORCE-Shot: Bill Richardson

Ich habe vor etwa eineinhalb Jahren ein Interview mit Mark Briody von JAG PANZER gemacht, in dem er erzählte, daß sie das Material für die Platte fertig hätten und nur noch den richtigen Sänger suchen würden, der das instrumental bereits eingespielte Demo einsingen würde. JAG PANZER haben dann mit Harry Amthor, der bekanntlich bei FORCED ENTRY und TAROT sang, gearbeitet, aber das hat im Endergebnis dann doch nicht länger gehalten. Da Ihr praktisch Nachbarn seid, möchte ich Dich fragen, ob Du weißt, was JAG PANZER derzeit machen?

Sie haben einen neuen Sänger aus Denver, der auch Harry heißt. Sie versuchen jetzt, ein starkes Netzwerk zu flechten und das Line-up zu stabilisieren, bevor sie ein Demo veröffentlichen. Mark hat mir geschworen und mich gebeten, auf der Tour zu verbreiten, daß sie wirklich sehr bald etwas Neues veröffentlichen werden.

Zurück zu Dir, Harry! Dein nächster Schritt hieß SATAN'S HOST...

SATAN'S HOST begann bereits während meiner JAG PANZER-Phase. SATAN'S HOST waren große Fans von JAG PANZER, und sie kamen irgendwann nach einer Show zu mir. Sie sagten, daß Ihr Projekt bereit für die Aufnahme einer Platte sei, daß sie aber keinen Sänger dafür finden könnten, und da sie meinen Gesang mochten, fragten sie mich, ob ich die Platte für sie einsingen könne. Da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch bei JAG PANZER war, stellte ich lediglich die Bedingung, daß sie mich wie einen Studiomusiker bezahlen. Als es dann mit JAG PANZER und RIOT nicht klappte, fragte ich SATAN'S HOST, ob die Sängerposition immer noch frei sei. TITAN FORCE waren damals zwar schon im Kommen, aber ich kannte sie nicht gut genug, um sie zu fragen, ob sie mich in der Band haben wollten. Ich wußte, daß SATAN'S HOST damals besonders in Europa recht populär wurden, da diese, ähm, laß' sie mich "Mosh-Welle" nennen, immer stärker wurde. Daher hielt ich es für einen guten Business-Schachzug, bei SATAN'S HOST einzusteigen. Außerdem zeigte es mir, daß ich auch mit einer Thrash Metal-Band singen konnte. Es war mir stets wichtig, meine Horizonte zu erweitern und neue Erfahrungen mit meiner Stimme zu machen.

Konntest Du Dich mit dem Image von SATAN'S HOST in irgendeiner Form identifizieren?

Nein, das konnte ich nie. Ich habe ihnen immer gesagt, daß SATAN'S HOST für mich mehr ein Job sei. Für den Gitarristen Patrick Elcams, der sich "Satan Patrick Evil" nannte, und Drummer Rob Evans, der den Namen "D. Lucifer Stele" trug, war die Band eine religiöse Erfahrung, und ich machte ihnen deutlich, daß ich sofort raus wäre, wenn sie von mir verlangen würden, daß ich bei ihrer schwarzen Religion mitmache. Wir nahmen »Midnight Wind«, die zweite Platte von SATAN'S HOST, auf, und etwa zeitgleich mußte der Typ von WEB RECORDS in den Knast, und daher wurde »Midnight Wind« nie veröffentlicht. Es kam dann zusammen, daß wir feststeckten, weil die Platte nicht veröffentlicht werden konnte und daß die anderen Musiker immer mehr Druck auf mich ausübten, bei ihrer Religion miteinzusteigen, so daß ich mit SATAN'S HOST Schluß machte!

Du hattest bei SATAN'S HOST den Namen "Leviathan Thisiren". Hattest Du Dir den Namen selbst gewählt?

Nein! "Leviathan Thisiren" war der Name, den jeder Sänger erhalten hätte, ganz gleich, wer es gewesen wäre. Hättest Du bei SATAN'S HOST gesungen, so hättest Du auch "Leviathan Thisiren" geheißen (Hihihi, der Typ hat mich noch nicht singen gehört... - Red.). Ihr Konzept besagte, daß der Norden an "Belial" (diesen Namen trug der Bassist - Red.), der Osten an "Lucifer", der Süden an "Satan" und der Westen an "Leviathan" übergeben wurde. Diese vier Charaktere waren, glaube ich, die vier Wächter, der Tore der Hölle, oder so ähnlich! Jeder hatte seine eigene Farbe. "Satan" war rot, "Belial" war blau, "Lucifer" war tiefpurpurrot, fast schwarz und "Leviathan" war grün. Dies alles war bis ins Kleinste durchgeplant. Jeder mußte einem bestimmten Image folgen. Ich mußte auf der Bühne beispielsweise schlangenartige Bewegungen machen, um "Leviathan" zu verkörpern. Solange ich diese Rolle nur spielen mußte, war es für mich in Ordnung. Als sie dann aber wollten, daß ich "evil" werde, ging die Sache für mich zu weit, denn ich konnte mein religiöses Glaubensbekenntnis nicht ändern.

TITAN FORCE-Shot: Tourgast Joey Tafolla

Ich finde es interessant, daß Du so offen und ausführlich über Deine Vergangenheit sprichst, denn ich habe festgestellt, daß viele Musiker nicht gerne über ihre Vergangenheit reden!

Meine Vergangenheit ist es, was mich hierher gebracht hat, hierher wo ich jetzt gerade stehe! Man sollte sich stets seiner Vergangenheit bewußt sein und auch kritisch drüber nachdenken, ohne jedoch darin steckenzubleiben!

Was kannst Du über die Bandgeschichte von TITAN FORCE erzählen? Der Punkt, an dem ich zum ersten Mal von der Band hörte, war, als sie das »In A Blaze Of Glory«-Demo veröffentlichten, welches Du schon eingesungen hattest. Was weißt Du über die Zeit davor?

Die drei Flores-Brüder begannen unter dem Namen TITAN. Damals sang John noch. Als sie dann einige Songs für ein Demo fertig hatten, merkten sie, daß es besser wäre, einen Leadsänger zu haben. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar, so daß sie zu dritt weitermachten. Als dann Bill zu ihnen kam, änderten sie den Namen in TITAN FORCE um. Sie hatten sich einen guten Namen erspielt, lange bevor ich in die Band kam.
Wir hatten irgendwann mal eine JAG PANZER-Reunion, bei der ich während einer ihrer Shows auf die Bühne kam und mit ihnen einige alte Lieder spielte. An diesem Abend sang ich auch ›Fist To The Sky‹ bei TITAN, die ebenfalls bei diesem Konzert mitspielten. Deswegen, glaube ich, bin ich irgendwann zu TITAN FORCE gegangen, weil mir die Atmosphäre in der Band an diesem Abend so gut gefiel und weil ›Fist To The Sky‹ in unsere Liveversion toll klang.

Ihr habt bislang zwei Platten gemacht! Ich würde gerne über die Cover sprechen, die ich beide recht ungewöhnlich finde! Es ist öfter der Fall, daß man einfach ein Bandphoto auf dem Cover sieht, aber bei Eurem Debut habt Ihr etwas verwendet, das für mich wie Heizstäbe aussieht, die mit zwei Farben beleuchtet wurden und darauf, wurden die Photos der einzelnen Musiker abgebildet!

Es sind ganz eng gewickelte Spiralen, die man bei uns "springs" nennt. Da wir aus Colorado Springs kommen, dachten wir, daß es eine ganz passende Idee sei. Wir wollten die Spiralen eigentlich so mit rot und blau anleuchten, daß dabei ein 3D-Effekt entstanden wäre, aber das kam im Druck nicht rüber. Daher haben wir uns entschlossen, die beiden Farben zu trennen. Blau von hinten - rot von vorne!
Es hatte keinerlei Bedeutung, sondern wir hielten die Doppeldeutigkeit für sehr reizvoll und wollten es extrem vergrößert und auffällig eingefärbt abbilden, so daß jemand, der die Platte sieht, sich fragen muß, was es ist. Vielleicht nimmt der dann die Platte in die Hand schaut sich Titel an und kauft vielleicht die Platte.

TITAN FORCE-Shot: John Flores

Das Cover von »Winner/Loser« zeigte die Hand eines Hofnarren, die leicht vertrocknet wirkte...

Ja, das ursprüngliche Design enthielt eine Skeletthand, aber wir dachten, daß dies nicht zur Band paßt. Der Schädel war uns recht, denn er trug eine Narrenkappe, aber wir baten den Künstler, die Hand zu verändern. Sie sieht aus wie die Hand eines Ghouls oder einer ähnlichen Kreatur, was wiederum paßt, da einige unserer Songs eine düstere Seite haben.

Beide Platten wurden von Kevin Clock produziert, dem Ihr auf den Platten "extra super mega special thanx" abstattet. Kann man sagen, daß er essentiell für den TITAN FORCE-Sound ist?

Er war wie ein weiteres Bandmitglied! Er hatte sehr viel Input für die Songs und hat sehr viele Stunden damit zugebracht, jedes noch so kleine Detail durchzugehen, bevor wir die Songs endgültig aufnahmen. Ja, er ist wirklich essentiell für unseren Sound. Wir wollten das bestmögliche Resultat für möglichst wenig Geld, denn unser Budget war immer sehr klein.

Was kannst Du im Rückblick über US METAL RECORDS/SHARK RECORDS sagen?

Wir stehen nicht mehr bei ihnen unter Vertrag, was eigentlich ganz gut ist. Wir haben nämlich jetzt genügend Zeit, die besten Songs für unser nächstes Album auszufiltern, wir können diese Tour spielen und werden intensiv alle erdenklichen Label abchecken. Wir werden uns bei dieser Entscheidung gewiß nicht hetzen lassen.
Als wir bei US METAL RECORDS/SHARK RECORDS unterschrieben, war es ein guter Vertrag für uns, denn sie waren als einzige bereit, uns das Budget zur Verfügung zu stellen, das wir brauchten, im Gegensatz zu allen anderen Labels. Sie haben unsere Ideen hervorragend umgesetzt und sich an dem orientiert, was die Band wollte. Die Zusammenarbeit war wirklich gut! Das einzige, was etwas problematisch war, ist die Tatsache, daß sie nicht genug Mittel zur Verfügung hatten, um uns für eine Tour nach Europa zu bringen. Außerdem haben wir in Belgien erfahren, daß unsere Fans Probleme hatten, unsere Platten zu kriegen, weil sie nur in wenigen Geschäften zu finden waren, was natürlich ärgerlich ist. Aber man muß sagen, daß wir im großen und ganzen mit US METAL RECORDS/SHARK RECORDS zufrieden waren. Es ist ein Independent-Label und kann daher nie und nimmer die Möglichkeit eines Majors haben.

TITAN FORCE-Shot: Harry Conklin

An diesem Punkt muß sich Harry zwecks Soundcheck abseilen. Im Anschluß daran redeten wir im Tourbus weiter, wobei nun auch der Rest der Band mitmischte.

Deine Texte wirken sehr außergewöhnlich! Kann man sagen, daß es Gedichte sind?

Harry: Richtig, aber ich würde eher das Wort "Kurzgeschichte" verwenden. Ich will Texte, aus denen der Hörer etwas lernen kann und die ihm helfen, sich mit der Band zu identifizieren. Ich denke, daß die Buchstaben mindestens so wichtig sind wie die Noten, und daher möchte ich etwas Sinnvolles aussagen. Der Rest der Band denkt genauso! They don't want me to write cheesy words like, "Hey baby, come and sit on my face!". Sie wollen, daß ich Texte schreibe, die Intellekt enthalten, weil das auch bei der Musik der Fall ist. Sie haben mir schon mehrfach gesagt, daß ich einen Text zum Überarbeiten besser nochmal ans Zeichenbrett heften sollte.

In ›Chase Your Dreams‹ forderst Du die Leute auf, niemals ihre Träume aufzugeben und so lange am Ball zu bleiben, bis sie wahr werden. Wie ist es mit Dir? Hast Du schon alle Deine Träume verwirklicht?

Harry: Der Titel war eigentlich gar nicht meine Idee, sondern er existierte schon mit einem anderen Text, bevor ich zu TITAN FORCE kam. Die anderen ließen mich aber den alten Text nicht sehen, sondern gaben mir den Titel und ließen mich einen neuen Text schreiben. Ich denke, daß wir alle fünf unsere Träume verfolgen, einfach weil wir zusammen in dieser Band sind! Manchmal glauben Menschen nicht fest genug an sich, und ich hoffe, daß mein Text ihnen den Drive gibt weiterzumachen, bis ihre Träume eines Tages wahrwerden.

John: Selbst für uns ist gerade ein Traum wahrgeworden! Hierher zu kommen und in Europa zu touren war ein absoluter Traum für uns! Es ist mit Sicherheit ein Höhepunkt unserer Karriere, wenn nicht sogar unseres ganzen Lebens! Wir wollten es eigentlich überhaupt nicht glauben und waren erst davon überzeugt, als wir unsere Flugtickets in Händen hielten.

TITAN FORCE-Shot: Bill Richardson & Harry Conklin

In ›Fool On The Run‹ habt Ihr die Zeile "Don't confuse your dreams with what is real, No!". Die Gesellschaft versteht es prächtig, einem alle Träume auszutreiben! Welche Träume hast Du Dir von der Realität schon durcheinanderbringen lassen?

Harry: Wenn Du Dich von der Gesellschaft gefangennehmen läßt und Ihr erlaubst, Dich niederzudrücken, dann wirst Du Deine Träume aus dem Blick verlieren! Aber Du darfst der Umklammerung der Gesellschaft nicht erlauben, Kontrolle über Dich zu übernehmen.

Mario: Sowohl in Amerika als auch hier in Deutschland hat jeder sehr viel Freiheit und die schwerste Entscheidung, die jeder treffen muß, ist, was er mit seinem Leben anfangen will! Diese Entscheidung wird Dir nicht abgenommen!

Stefan: Wir haben auf der Tour schon einige Journalisten getroffen, die uns runterziehen wollten, weil unsere Musik ihrer Meinung nach unpopulär sei. Sie wollten wissen, warum wir trotzdem weitermachen oder ob wir frustriert sind! Wir haben immer zu ihnen gesagt, "Fuck you! Warum sollten wir frustriert sein? Wir sind hier in Europa und dürfen jeden Abend unsere Musik spielen!". Verstehst Du, ich komme aus Colorado tausende Meilen hierher, spreche mit Dir, kann unsere Musik für viele unserer Fans spielen - wie kann ich frustriert sein???

Sind TITAN FORCE ›New Age Rebels‹?

Harry: Weißt Du, ich hielt den Song als ich zum ersten Mal hörte, wie die anderen ihn im Proberaum spielten, für eine großartige Hymne, eine Hymne der Jugend. Jugendliche werden stets als Rebellen angesehen, deshalb der Bestandteil "rebels" im Songtitel. Ich war damals der Meinung, daß wir einen neuen, frischen Sound hatten, den wir auch heute immer noch haben, so daß mir die Kombination ›New Age Rebels‹ einfiel.
Wir sind keineswegs Rebellen, sondern es war lediglich unsere Huldigung an die Jugend. Wir sind höchstens insofern Rebellen, als daß alle Rockmusiker von der Gesellschaft als Rebellen angesehen werden. Auch wenn praktisch kein Rockmusiker gegen die Gesellschaft rebelliert, so werden sie doch für Rebellen gehalten, weil sie nicht in die Schemen der Gesellschaft passen. Genauso werden alle, die an Heavy Metal glauben, von der Gesellschaft als Rebellen angesehen. Das ist das einzige Statement, das wir mit dem Wort "rebels" bezwecken!

Ich weiß aus zuverlässigen Quellen, daß Ihr zu Hause gute Jobs habt und ein recht gesichertes Leben führen könnt. Sind TITAN FORCE eine Band, die deswegen den Biß und den Hunger verloren haben?

Harry: Auf keinen Fall! Wir hatten immer den Hunger, hierher zu kommen und zu touren. Der Grund, weshalb wir so lange brauchen, bis eine neue Platte steht, liegt darin, daß wir sehr lange an unseren Songs arbeiten, bis jeder absolut mit ihnen zufrieden ist. Es braucht viel Zeit, bis wir die perfekte Kombination gefunden haben. Wir wollen eine Platte, auf der jedes Stück höchst hörbar ist und seinen eigenen Reiz hat! Unseren Biß aber hatten wir zu keinem Moment verloren!

TITAN FORCE-Shot: Mario Flores, Harry Conklin & John Flores

Erzählt uns bitte, welche wissenswerten Neuigkeiten es bei TITAN FORCE gibt!

Harry: Ich kann Dir noch nichts über einen neuen Deal erzählen, da nichts fest ist. Ich kann nur sagen, daß wir mehrere Angebote erhalten haben. Man hat uns eine Menge Versprechungen gemacht, und wir sind gerade dabei herauszufinden, welche zuverlässig sind und welche nicht! Wir haben zwei neue Songs, die komplett sind, so daß wir sie sogar hier auf der Tour in unserem Set hatten. Desweiteren haben wir mindestens vier Songs, die nahezu fertig sind und eine Menge Ideen, an denen wir arbeiten. Wir stehen also kurz davor, ein Demo zu produzieren.

›Only The Strong‹, der neue Song, den ich bislang live gehört habe, klang sehr viel mehr rhythmusorientiert als die alten Stücke. Wird das die neue Schiene von TITAN FORCE?

Stefan: Beide neuen Songs, die bislang fertig sind, haben zufällig diesen Charakter. Aber das neue Stück von Bill ist total anders. Zwar sehr heavy, aber mit einem tollen Groove. Die Stücke werden sehr verschiedenartig werden!

Ihr habt einen Song tausendmal live und im Proberaum gespielt, bevor Ihr ihn Studio aufnehmt, und er klingt jedesmal ein klein wenig anders! Anschließend spielt Ihr den Song immer weiter live und so verändert er sich. Trotzdem ist es nur diese eine Version, die Ihr irgendwann mal im Studio fixiert habt, die verewigt ist. Ist es für einen Musiker ein Problem, daß ein lebendiger Song, der sich für ihn ständig ein wenig wandelt, für den Rest der Welt auf diese eine Version festgelegt ist?

Harry: Wir waren beispielsweise bei ›Master Of Disguise‹ sehr überrascht, wie populär er ist. Für uns war der Song einfach einer unter unseren anderen Songs. Wir haben jedoch viele Nachfragen nach ›Master Of Disguise‹ erhalten, besonders von Frauen!

Stefan: Weißt Du, wir arbeiten stets an einem Song, und wir entwickeln ihn immer weiter, bis wir schließlich zu der Überzeugung kommen, daß der Song nun so ausgereift ist, daß wir ihn aufnehmen können. Natürlich kommen dann im Studio Effekte und ähnliches dazu. Hätten wir unsere Songs zum Beispiel einige Monate später aufgenommen oder hätten einfach wir mehr Geld gehabt, um länger im Studio zu bleiben, so hätten die Stücke bestimmt anders geklungen.

TITAN FORCE-Bandphoto 3

Irgendwie ein Interview, das mir so anmutete, als würde ich mit einem uralten Freund beziehungsweise uralten Freunden einen kleinen netten Talk halten! Die Zeit verging, ohne daß man es merkte, und es wurde so viel gesagt, daß es Papier kaum zu fassen imstande ist! Kein Wunder, denn diese Band ist wirklich ein extrem netter Haufen, der sich auch nicht zu schade war, nach der Show mit jedem einzelnen Fan zu reden, der sie etwas fragen wollte.
Abschließend möchte ich noch einen Tip für Insider loswerden: Die Demos, die die Band unter dem Namen TITAN ohne Harry gemacht hat plus einige andere Aufnahmen, sind für 13,- DM beim hiesigen Fanclub erhältlich. Ich kann mir gut vorstellen, das dieser Hinweis für etliche Leser megamässig interessant ist. Ich jedenfalls habe sofort das Geld geopfert, um meine Neugierde zu befriedigen!

Der Fanclub ist nebenbei auch für JAG PANZER und seit dieser Tour auch für ANVIL zuständig! Desweiteren dürfte Euch vielleicht die Adresse interessieren, unter der Ihr TITAN FORCE in Amerika erreichen könnt. Die Adresse des dortigen Fanclubs lautet:

http://www.facebook.com/pages/titan-force/49655814757

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Stefan Glas [Photo 2-9], Todd Caudle [Photo 10]

TITAN FORCE-Logo

 

TITAN FORCE im Überblick:
TITAN FORCE – All What It Is (Re-Release-Review von 2002 aus Online Empire 10)
TITAN FORCE – Titan Force (Rundling-Review von 1990 aus Underground Empire 2)
TITAN FORCE – Winner/Loser (Rundling-Review von 1991 aus Underground Empire 4)
TITAN FORCE – Underground Empire 3-"Known'n'new"-Artikel (aus dem Jahr 1990)
TITAN FORCE – Underground Empire 7-Interview (aus dem Jahr 1994)
TITAN FORCE – Online Empire 12-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2002)
TITAN FORCE – Online Empire 35-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2008)
TITAN FORCE – News vom 18.05.1991
Playlist: TITAN FORCE-Album »Demo '90« in "Playlist Metal Hammer 02/91" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: TITAN FORCE-Album »Winner/Loser« in "Jahrescharts METAL HAMMER 1991" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: TITAN FORCE-Album »Winner/Loser« in "Playboylist Underground Empire 5" auf Platz 3 von Axel Westrich
Playlist: TITAN FORCE-Liveshow Balingen, W.O.M. 27.06.2002 in "Jahrescharts 2002" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: TITAN FORCE-Liveshow Lauda-Königshofen, "Keep It True"-Festival 04.04.2008 in "Jahrescharts 2008" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: TITAN FORCE-Liveshow Lauda-Königshofen, "Keep It True"-Festival 25.04.2015 in "Jahrescharts 2015" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: TITAN FORCE-Liveshow Offenbach, F63 24.04.1993 in "Jahrescharts METAL HAMMER 1993" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: TITAN FORCE-Liveshow Würzburg, "Metal Assault"-Festival 17.02.2018 in "Jahrescharts 2018" auf Platz 3 von Stefan Glas
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