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  UE-Home → History → Online Empire 46 → Interview-├ťbersicht → M.I.C.-Interview last update: 05.11.2020, 18:45:40  

M.I.C.-Logo

Ein Kanadier, der in China Musik macht? Da mu├č der Krieg der Kulturen doch vorprogrammiert sein! Mitnichten! Yvon Serre lebt mittlerweile sogar in China, wo er mit seiner Band M.I.C. handfeste Rockmusik macht. Eine weitere Station im Leben einer sympathischen und ebenso schillernden Pers├Ânlichkeit, bei der die Leidenschaft f├╝r die Musik schon ganz fr├╝h begonnen hatte.

M.I.C.-Headline

Hat man Dich eigentlich jemals als musikalisches Wunderkind bezeichnet? Immerhin hast Du im Alter von 8 Jahren begonnen, Gitarre zu spielen, hattest Deine erste Band mit 11, und hast mit 14 Deine ersten Songs komponiert und bist seither auch kontinuierlich bei Bands aktiv gewesen - auch wenn einige davon nur Coverbands waren. Das ist zumindest nicht unbedingt der Weg, den jedes Kind zur├╝cklegt...

Mir sind irgendwelche Titel v├Âllig egal. Ich bin lediglich ein Performer, der Spa├č dabei hat, Musik zu machen. Punkt. Keine Ahnung, wie die Leute mich nennen, aber vermutlich wurden da hinter meinem R├╝cken schon schlimmere Sachen als "Wunderknabe" gesagt. [lacht] Was soll's - manche m├Âgen denken, da├č ich gro├čartig bin, manche m├Âgen denken, da├č ich der mieseste K├╝nstler aller Zeiten bin. So ist das Leben nun mal, denn jeder hat eine andere Meinung. Ich mag es zu spielen und mache mir wegen solcher Dinge keinen Kopf.

Wie kam es zu Deinem "Fr├╝hstart"? Bist Du in einer musikalischen Familie aufgewachsen? Zumindest Dein Bruder Alain hat Dich durch etliche Deiner Bands begleitet.

Ich wollte von Anfang an Musiker werden. Mein Vater spielte Gitarre und sang, ebenso wie einige meiner Tante und meine Gro├čmutter. Mein Vater war das zweit├Ąlteste von 16 Kindern, und meine Tanten und Onkel gaben mir immer 25 Cent als ich ganz jung war, damit ich Lieder sang (Wenn man eine Familie hat, die problemlos ganze Landstriche besiedeln kann, dann kommt da schnell ordentlich was zusammen... - Red.) Bei uns zu Hause war immer eine Gitarre in Reichweite, und eine meiner Tanten, die f├╝r uns den Babysitter machte, brachte immer BEATLES-Platten mit. Ich wollte immer Musik machen und habe wohl auch meinen Bruder beeinflu├čt, Schlagzeug zu lernen. Er wurde nach einiger Zeit richtig gut und fungierte als Drummer in all' meinen fr├╝hen Bands. Mit einer davon sind wir in den fr├╝hen Achtzigern zwei Jahre lang am St├╝ck durch Kanada getourt. Sechsmal die Woche zwei Stunden pro Abend - das waren gro├čartige Zeiten! Wir wurden daf├╝r bezahlt, durchs Land zu tingeln, Parties zu feiern und Rock'n'Roll zu spielen. Darum dreht sich auch ein Song, den ich 1975 geschrieben habe und der schon weit ├╝ber 10.000 Klicks auf YouTube hat. Er hei├čt ÔÇ║Rock N Roll PartyÔÇ╣, und wir spielten ihn mit ROCK WIZARD und 1981 dann auch mit BECUZ. Diese Version wurde 1981 live in einem Fernsehstudio nach unserer zweiten Tour aufgenommen.
Ich sollte an dieser Stelle auch meine erste Band erw├Ąhnen, mit der wir ausschlie├člich Eigenkompositionen verbraten haben, die YVON SERRE GROUPE im Jahr 1983. Wir hatten damals gerade mal zwei Wochen geprobt und hatten schon unseren ersten TV-Auftritt. Dann traten wir in allen nur erdenklichen Clubs auf, um so tight wie nur m├Âglich zu werden, denn anschlie├čend wollten wir nach Montreal gehen, um alles auf eine Karte zu setzen. Um die Gl├╝cksfee war uns tats├Ąchlich hold, denn als wir im "Club Soda" in Montreal auftraten war ein Produzent anwesend, der nach neuen Bands suchte, und wir landeten einen 3-Alben-Deal. Darauf war ich ziemlich stolz. Es gibt ├╝brigens noch die M├Âglichkeit, unsere damalige Single ┬╗Renfermer en prison/Je t'aime┬ź ├╝ber diese Webseite zu beziehen.

Die sicherlich ungew├Âhnlichste Deiner Bands war mit Sicherheit THE HARRY STRAIGHT BAND. Wie um alles in der Welt bist Du auf die Idee gekommen, Dich als Clown zu verkleiden, auf Stelzen zu stehen und Musik zu machen? Gab es da Einfl├╝sse von Alice Cooper, KISS oder THE SENSATIONAL ALEX HARVEY BAND?

Die Anf├Ąnge der HARRY STRAIGHT BAND sind schon 1986 zu suchen. Es war lediglich ein Name, den ich mir einfallen lie├č, als ich Montreal, eine Stadt im franz├Âsischsprachigen Teil Kanadas, verlie├č, um nach Toronto, eine Stadt im englischsprachigen Teil des Landes, zu gehen. Als meine Platte es nicht geschafft hatte, besondere Aufmerksamkeit auf dem franz├Âsischen Markt zu erregen, hatte ich den Eindruck, da├č ich einen englischen Namen brauchen w├╝rde. Die HARRY STRAIGHT BAND war im Grunde eine Kneipenband, die einige Demos aufgenommen hatte, im Radio gespielt wurde und ein paarmal im Fernsehen aufgetreten war. 1994 kam mir dann die Idee mit der Clownshow, wobei ich - richtig vermutet - von Alice Cooper und KISS inspiriert wurde. Nach den BEATLES war n├Ąmlich die Alice Cooper-Band mein gr├Â├čter Einflu├č. Ich dachte wirklich, da├č ich eine Chance h├Ątte und betrieb gro├čen Aufwand. Es hat eine Menge Spa├č gemacht, aber irgendwann war ich es leid, immer das Make-up auflegen zu m├╝ssen. Ich wei├č echt nicht, wie KISS es aushalten, das schon seit Jahrzehnten machen zu m├╝ssen! Ich verschickte das Demo ├╝berall hin und bekam sogar die Chance, beim damaligen KISS-Manager Bill Aucoin vorzusprechen (der unl├Ąngst leider verstorben ist - Red.). Ich habe viele gute Erinnerungen an die Musikszene in Toronto!
Die Show begann 1994 mit einem Clown auf Stelzen, wobei ich sie anfangs die gesamte Show lang einsetzte, sp├Ąter aber nur beim letzten Song draufstieg. Es entwickelte sich weiter zu einem riesigen Clown, der in die meisten Clubs einfach nicht reinpa├čte, mit einer Minigitarre, auf der 500 winzige batteriebetriebene Lampen leuchteten oder einer Gitarre, an der mal ein Rauchentwickler, mal ein Pyrovorrichtung angebracht war, die metergro├če Funken spr├╝hte. Ich habe erst sp├Ąter herausgefunden, da├č Ace Freley bei KISS diese ganzen Gimmicks schon lange vor mir benutzt hatte. Eines Abends tanzte ich auf meinen Stelzen auf der Tanzfl├Ąche herum und verlor das Gleichgewicht. Ich w├Ąre fast hingefallen, aber gl├╝cklicherweise tanzten gerade etliche Leute, so da├č ich mich an ein paar festhalten und den Auftritt fortsetzen konnte.

M.I.C.-Bandphoto 1

Ab dem Jahr 2007, genauer rund um die Olympischen Sommerspiele in Peking 2008, war es nicht so ungew├Âhnlich, da├č westliche Bands in China auftraten, aber bei Dir ging es weitaus fr├╝her los. Wie kam diese Einladung im Jahr 2001 nach Peking zustande? Bist Du Mitglied einer kommunistischen Partei oder mit einer Chinesin verheiratet?

Ich begann schon 1998, mich in die chinesische Gemeinschaft zu integrieren, da ich eine Ver├Ąnderung, eine Frau und Abenteuer wollte. THE HARRY STRAIGHT BAND spielte in riesigen chinesischen Restaurants in Toronto, was dazu f├╝hrte, da├č ich einige Freunde gewann, was ich dahingehend nutzen wollte, um meine Band nach China zu bringen. Im April 2000 kam ich zum ersten Mal nach Peking, wobei ich damals sogar mein eigenes Toilettenpapier mitbrachte, was zeigt, wie wenig ich ├╝ber das Land wu├čte. Ich hatte auch Bef├╝rchtungen, man w├╝rde mir vielleicht nachstellen, so da├č ich positiv ├╝berrascht war, wie freundlich die Chinesen Ausl├Ąnder empfangen. Durch die Kontakte eines Freundes ging ich in einige Nachtclubs, um ├╝ber die M├Âglichkeit zu sprechen, meine Band dorthin zu bringen. Von Peking ging es weiter nach Shanghai, wo ich mich mit einem Freund traf, den ich aus Toronto kannte. Er brachte mich in den S├╝den Chinas, in die Stadt Shenzhen nahe der Grenze zu Hongkong. Wir gingen durch einen riesigen Komplex namens "Future Times", der eine Mischung aus Am├╝sierpark und Konzerthalle darstellte, und ich verhandelte dar├╝ber, HARRY STRAIGHT nach China zu bringen. Diese Anlage war so riesig, da├č sich unter ihrem Dach sogar eine Achterbahn befand! Nach einem Monat eilte ich zur├╝ck nach Kanada, um eine Band zusammenzustellen, die den abgeschlossenen 3-Monatsvertrag mit mir erf├╝llen wollte. Als ich die neue Band beisammen hatte und wir einige Warm-up-Shows in Toronto spielten und unsere Pa├čangelegenheiten regelten, ging diese riesige Anlage in China pleite und wurde geschlossen.

Soweit ich es verstanden habe, hattest Du in China Deine ersten Auftritte mit der Yvon & Juan Show, die ein wenig an die HARRY STRAIGHT-Show angelehnt war. Du hattest da eine Kopfbedeckung, die wie eine Mischung aus einer Krone und einer Hofnarrenkappe aussah. Auf dem Cover der neuen M.I.C.-CD sieht man ein Bild davon, das kr├Ąftig durch den Photoshop gedreht wurde.

Bevor ich zum ersten Mal nach China reiste, hatte ich begonnen, mit einer netten chinesischen ├ärztin auszugehen, die sp├Ąter meine Frau werden sollte. Wir haben im Dezember 2000 geheiratet. Ich hatte immer die Idee im Hinterkopf, da├č ich in China spielen wollte. Daher hatte ich die idiotische Idee, meiner Frau Keyboardspielen beizubringen. Sie hatte zwar noch nie im Leben ein Instrument gespielt, doch sie beschlo├č, sich auf meine Idee einzulassen.
Mein Plan sah vor, da├č die Basics von einer CD kommen sollten, w├Ąhrend wir den Rest live dazuspielen w├╝rden. Sie ├╝bte flei├čig und lernte etwa zehn Songs. Ich hatte immer noch das Clownoutfit im Schrank h├Ąngen, so da├č ich mich entschlo├č, wieder die Stelzen wieder einzusetzen, aber kein Make-up mehr aufzulegen. Die Narrenkappe war ein Teil des Outfits, das ich f├╝r die Show in Shenzhen entwarf, zu der ├╝brigens auch Hosen mit Kuhfellmuster geh├Ârten (aha, Mister Sammet hat also nur geklaut, oder wie..? - Red) Unser erster Auftritt war im Mai 2001; ein Freund hatte uns f├╝r einen Nachtclub sowie f├╝r einen 5-Sterne-Urlaubsort gebucht und schleppte einen Fernsehproduzenten an, der uns kennenlernen wollte.
Richtig, das M.I.C.-Coverphoto stammt von der Zeit der Yvon & Juan Show, aber es ist eigentlich ein Familienphoto: Man sieht uns darauf mit unserer Tochter Nicole, die damals etwa drei Wochen alt war. Das war auch so eine verr├╝ckte Idee... Ich hatte einige andere Coveralternativen ausprobiert, doch nichts gefiel mir. Dann fiel mir dieses alte Photo ein, und ich probierte ein wenig rum.

Nach den ersten Auftritten in Peking bist Du dann nach Chengdu gegangen, was im S├╝dwesten von China liegt? Wie unterscheiden sich die beiden Regionen, die doch immerhin etwa 1.500 Kilometer voneinander entfernt sind.

Chengdu ist die Heimatstadt meiner Frau, was der Grund war, warum wir dorthin gegangen sind. Peking ist wie eine W├╝ste, Chengdu wie eine Oase. [lacht] Das Leben in Peking ist viel teurer. Chengdu ist von wundersch├Ânen Bergen umgeben, alles ist gr├╝n und das Wasser sehr sauber. Und es gibt verdammt viele Teeh├Ąuser. Einer der gr├Â├čten Vorz├╝ge von Chengdu ist die dortige K├╝che. Verdammt scharf - ja, wirklich! Au├čerdem steht Chengdu im Ruf, da├č es dort die sch├Ânsten chinesischen Frauen gibt. Chengdu hat etwa 10 Millionen Einwohner und steht in der Rangliste der sch├Ânsten chinesischen St├Ądte in der Top Ten.

Du hast einige TV-Auftritte in China absolviert. Soweit man es von den YouTube-Videos beurteilen kann, handelte es sich um riesige Shows, bei denen extrem gro├če Zuschauermengen anwesend waren.

Ja, wir waren zum ersten Mal 2002 mit zwei Shows mit Juan im Fernsehen, und 2004 kam ich wieder nach Chengdu f├╝r die Feierlichkeiten f├╝r den 50. Jahrestag der Befreiung von Chengdu. Wir lebten damals in Japan als ich eine E-Mail erhielt, ob ich in dieser TV-Show auftreten wolle, um Chengdu zu vertreten. Sie wollten eine Band, die komplett aus Ausl├Ąndern besteht, die ich daraufhin zusammenstellte. Aber einige Wochen vor dem Sendetermin beschlossen zwei der Verantwortlichen, da├č sie es doch nicht auf diese Weise abwickeln wollte. Also erw├Ąhnte ich gegen├╝ber den TV-Produzenten meine Band M.I.C., die damals aus zwei Chinesen und zwei Ausl├Ąndern bestand, und sie sagten zu.
Am Tag vor den TV-Auftritt waren wir auf dem Weg zu den Proben auf einer Konzertb├╝hne in einer Stadt namens Du Jan Yan, die in der N├Ąhe von Chengdu liegt. Die beiden Chinesen in der Band waren schon vorgefahren, und als wir uns dem Veranstaltungsort n├Ąherten erhielt ich einen Anruf vom Bassisten, der sagte, da├č man nun doch nicht wolle, da├č Chinesen mit uns auf die B├╝hne gehen. Es war unglaublich! Ich sagte dem ├ťbersetzer, da├č ich nicht auf die B├╝hne gehen w├╝rde, sofern Billy und Chris, die beiden Chinesen von M.I.C., nicht dabei w├Ąren. Ich erhielt die Antwort, da├č wir das Problem l├Âsen w├╝rden, sobald ich eintreffen w├╝rde.
Als Mark, der vierte M.I.C.-Musiker, und ich ankamen lie├čen wir das komplette Equipment im Auto, und gingen Richtung B├╝hne. Ich mu├čte mich durch die Menge w├╝hlen, da die Veranstaltung als Open Air stattfand und viele Leute da waren, um den anderen Band zuzuh├Âren. Nachdem ich einige Minuten mit dem TV-Produzenten und dem ├ťbersetzer gesprochen hatte, gab es immer noch keine L├Âsung. So langsam wurde ich sauer und verlangte von ihnen, da├č sie den beiden Chinesen sofort das Doppelte der vereinbarten Summe zahlen sollten, sofern sie nicht mit uns auftreten w├╝rden. Doch es passierte nichts. Also nahmen wir unser komplettes Equipment und gingen zur├╝ck zu dem Wagen, der uns gebracht hatte. Der ├ťbersetzer folgte uns und sprach am Handy nerv├Âs mit dem Produzenten. Wir verluden alles in den Wagen und warteten. Nach 20 Minuten hatten wir eine Einigung erzielt, und meine chinesischen Mitmusiker bekamen ihr Geld. Also gingen wir zur B├╝hne, um unseren Job zu erledigen - und die beiden Chinesen standen trotzdem mit uns auf der B├╝hne. Endergebnis: Jeder hat mehr Kohle bekommen und letzten Endes standen Chris und Billy trotzdem mit uns auf der B├╝hne - auch wenn man nicht viel von ihnen im Videoclip sieht.
Dieser Fernsehsender bot mir neulich eine andere Show an, doch ich sagte, da├č es ich zu dem Termin verhindert sei...

Au├čerdem hast Du in China von riesigen Open Air-Festivals ├╝ber Firmenfeiern bis zu kleinen Nachtclubs alle nur erdenklichen Auftritte absolviert. Welche sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Wir spielen eine Stadionshow in Chongqing, das per Zug etwa vier Stunden von Chengdu entfernt ist. Das war eine der aufregendsten Shows. Ich kann mich noch entsinnen, da├č ich auf dem Weg vom Backstageraum zur B├╝hne die Hand hob, und die Leute fingen an zu schreien. Das war ein verdammt gutes Gef├╝hl! Generell hat es immer viel Spa├č gemacht, wir hatten gute Hotels, tolles Essen und teilten die B├╝hne mit solch' unterschiedlichen K├╝nstlern wie Feuerspuckern, Karaokem├Ądels oder h├╝bschen chinesischen T├Ąnzerinnen. Aber auch in Nachtclubs ist es gro├čartig. Manchmal kommt es vor, da├č mitten in einem Song jemand mit zwei Gl├Ąsern Bier auf die B├╝hne kommt, um anzusto├čen. Sie erwarten dann, da├č man den Song sofort unterbricht, das Glas auf ex runterst├╝rzt und dann den Song fortsetzt. Echt verr├╝ckt! [lacht]

Wann hast Du eigentlich von der Yvon & Juan Show zu M.I.C. umgesattelt?

Die Yvon & Juan Show war nur ein Mittel, um in China spielen zu k├Ânnen, ohne eine Band zu haben... [lacht] Kleiner ScherzÔÇŽ Nein, als Juan und ich 2004 nach Chengdu zur├╝ckkamen sagte sie mir, da├č sie keine Musik mehr machen wolle. Meine Frau ist wie erw├Ąhnt ├ärztin, und ihr Interesse an den Musik war nie sonderlich gro├č. Ich hatte eigentlich auch genug von dem bisherigen Konzept. Daher fing ich an, wieder ├╝ber eine Band nachzudenken.

Was ist eigentlich nach der ersten CD mit M.I.C. passiert? Du hattest pl├Âtzlich eine neue Band publikgemacht, die NAIL hie├č und die gleiche Besetzung wie die "neuen" M.I.C. hatte.

Nach der ersten M.I.C.-CD hatten wir ein Bandmeeting, denn ich wollte eine weitere CD aufnehmen, doch niemand war daran interessiert. Daher bin ich losgezogen und habe eine neue Band zusammengestellt, denn f├╝r mich gab es keine Frage, da├č ich eine weitere CD machen wolle. Unser Promoter Nicky von TSM hatte uns geholfen, die Band flottzukriegen und bekanntzumachen, so da├č ich daran nat├╝rlich ankn├╝pfen wollte.

Also durchliefen NAIL gewisserma├čen eine Metamorphose und wurden dann zu den neuen M.I.C.? Zumindest befinden sich die beiden Songs von NAIL, die man auf YouTube finden kann, auch auf der neuen M.I.C.-CD.

Es war eine neue Band, so da├č ich auch einen neuen Namen brauchte. Nachdem NAIL ins Leben gerufen waren, dachte ich mehr und mehr dar├╝ber nach, ob wir vielleicht doch den Namen M.I.C. beibehalten sollten. Nicht da├č es der beste Namen im bekannten Universum ist, aber er war durch die erste CD schon ein wenig verbreitet. Generell ist es in diesem Business sinnvoll, mehrere CDs unter einem Namen zu machen, so da├č wir also wieder zum Namen M.I.C. zur├╝ckkehrten. NAIL spielten ausgiebig in den Clubs in und um Chengdu, um die neuen Songs einzustudieren, bevor wir sie aufnahmen.

M.I.C.-Bandphoto 2

Wie wird es mit M.I.C. weitergehen? Angela Renzetti, Eure Backings├Ąngerin von der CD, ist mittlerweile zur Rhythmusgitarristin f├╝r die Liveshows geworden.

Die Zukunft wird zeigen, ob die gleichen Mitglieder beisammenbleiben werden. (Dieses etwas unstete Line-up ist auch ein Grund daf├╝r, da├č in dieser Story Photos von unterschiedlichen M.I.C.-Besetzungen auftauchen - Red.) In Moment sind schon die Drums f├╝r die kommende CD aufgenommen, und Huang, der Bassist, wird demn├Ąchst loslegen. Angela ist sowohl eine sehr talentierte S├Ąngerin wie auch Gitarristin. Au├čerdem ist sie eine gute Performerin.

M.I.C. hatten in der Vergangenheit einige Gastmusiker. Wie kam es dazu?

Die Gastmusiker sind darauf zur├╝ckzuf├╝hren, da├č ich immer den Eindruck hatten, da├č ich ihre Hilfe brauchen w├╝rde, um unseren Sound zu bereichern. Sie kamen meist in unserem Studio vorbei, um ihre Parts einzuspielen. Lediglich Uchida "Yugi" Yuuji und Jun Sugimoto aus Japan haben ihre Parts zu Hause aufgenommen und mir ihre Files via Internet geschickt. Ich habe sie getroffen als ich in Japan lebte. Sie sind sehr gute Musiker, die bei einer Band namens TROUBLE TRIBE JAPAN spielen.

M.I.C. bestanden immer aus Musikern aus China und Kanada. Wo war die Band fr├╝her prim├Ąr beheimatet, wo habt Ihr geprobt? Da Du mittlerweile in China lebst, ist der Sitz der Band jetzt nat├╝rlich dort. Ist Euer neues Bandmitglied Angela auch nach China gezogen?

Ja, bei M.I.C. spielten immer Chinesen und Musiker aus anderen L├Ąndern. Der Anfang der Band liegt 2004/'05, w├Ąhrend meines vierten Besuches in China. Mein Plan sah damals vor, etwa ein Jahr in China zu leben, woraus jetzt mittlerweile schon fast sechs Jahre geworden sind.
Angela traf ich, w├Ąhrend ich 2009 einige Shows f├╝r gro├če Firmen spielte, und ich lud sie ein, auf der zweiten CD zu gastieren. Sie wird eventuell auch einige Backing Vocals auf der dritten Platte beisteuern, was momentan aber noch nicht ganz sicher ist.

Ich sch├Ątze mal, da├č ich Dein Alter mit etwa 50 Jahren halbwegs richtig hochgerechnet haben d├╝rfte. Seit welchem Alter kannst Du von der Musik leben, und was hast Du sonst noch gearbeitet, um Deine Miete zahlen zu k├Ânnen?

Ich denke immer noch wie ein 15-J├Ąhriger - z├Ąhlt das? [lacht] Ich werde in ein paar Wochen wirklich 50 Jahre alt. Ich wei├č nicht, ob ich jemals aufh├Âren werde aufzutreten. Ich habe ein paar kurze Pausen eingelegt, kam aber immer wieder zur├╝ck. Ich hatte ein paar andere Jobs auf Teilzeitbasis wie Reiseverkehrskaufmann oder Kindergartenlehrer, die ich aber alle geha├čt habe.

Wenn man sich Deine Musik anschaut, so kann man feststellen, da├č sich Dein Songwriting ├╝ber die Jahre nicht dramatisch ge├Ąndert hat. Selbst Deine franz├Âsischen Songs von der YVON SERR├ë GROUPE haben gewisse Gemeinsamkeiten mit den aktuellen M.I.C.-Songs. Kannst Du dem zustimmen?

Du hast recht! Es scheint, als habe sich mein Geschmack und mein Stil nicht sonderlich ver├Ąndert haben seit ich 15 Jahre alt war. Wenn ich einen Song schreibe, dann mu├č er sich auch beim performen gut anf├╝hlen, denn ich bin vorrangig ein Performer; kein S├Ąnger, kein Gitarrist, sondern blo├č ein Performer, der seinen Spa├č haben will - wie ein kleines Kind. Ergo: Es ist das beste, wenn sich ein Song gut anf├╝hlt, wenn ich ihn live spiele, denn dann werden auch die Leute Freude daran haben.

Bei den neuen M.I.C.-Songs h├Âre ich deutliche Einfl├╝sse von den BEATLES (was eine Referenz an Deine fr├╝hen Tage bei Deiner Band THE JR. BEATLES sein kann) ├╝ber QUEEN bis hin zu Rock'n'Roll. Gibt es andere Einfl├╝sse f├╝r Dich?

Wie ich schon gesagt hatte, war ich immer ein gro├čer Fan der BEATLES, die seit ich denken kann, andere Band direkt oder indirekt beeinflu├čt haben. Andere wichtige Einfl├╝sse sind in meinem Fall der auch schon erw├Ąhnte Alice Cooper oder BAD COMPANY, MOTT THE HOOPLE, Johnny Winter, Rick Derringer, Lenny Kravitz, GREEN DAY, Rob Zombie und so weiter.

Hast Du irgendwelche chinesischen Einfl├╝sse in Deiner Musik verarbeitet. Inwiefern beeinflussen die chinesischen Musiker die Songs? W├╝rden sie anders klingen, wenn Du nur mit kanadischen Musikern zusammenspielen w├╝rdest?

Es war eigentlich sogar umgekehrt, denn ich habe mir chinesische Songs, die wir spielen, so zurechtgebogen, da├č sie zu meinem Stil passen. Den Leuten ist es egal, welche Version sie h├Âren. Sie kennen das chinesische Original, so da├č sie auch mit meiner Version klarkommen. Ich glaube nicht, da├č meine Songs anders klingen w├╝rden, wenn keine chinesischen Musiker daran beteiligt w├Ąre. Rock is Rock!

M.I.C. sind bis dato haupts├Ąchlich in China aufgetreten. Hast Du daher eine Zeitlang in China gelebt?

Ich habe seit 2000 insgesamt ├╝ber f├╝nf Jahre lang in China gelebt, bin aber immer wieder zwischen China und Kanada hin- und hergependelt. Ich hatte immer ein gutes Leben in China. Ein gutes Land!

In einem YouTube-Clip h├Ârt man Dich, da├č Du Dich auf Chinesisch mit den Leuten unterh├Ąltst und da├č Du einen Song namens ÔÇ║Chengdu shi wo jiaÔÇ╣ singst, der einen chinesische Text hat. Wie gut sprichst Du Chinesisch? Meines Wissens ist Chinesisch eine der am schwersten zu erlernenden Sprachen der Welt.

'"Chengdu shi wo jia" hei├čt ├╝bersetzt "Chengdu ist meine Heimat", und es hat mir nichts ausgemacht, den Song zu singen, auch wenn er etwas poppig ist, denn ich liebe Chengdu in der Tat. Ich spreche Mandarin nicht allzu gut, aber ich mache langsam Fortschritte. Schreiben kann ich allerdings nur meinen Namen in chinesischen Buchstaben. Dennoch singe ich acht chinesische Songs, wobei ich nicht wirklich wei├č, was ich da singe. Es ist keine einfache Sprache.

Wie ist das Leben in China im Vergleich zu Kanada? Hast Du in China eigentlich eine eigene Wohnung oder lebst Du nur in Hotels?

Das Leben in China ist gro├čartig. Wir haben seit mehr als f├╝nf Jahren unser eigenes Appartement und f├╝hren ein ganz normales Leben. Meine Frau unterrichtet an der medizinischen Fakult├Ąt der Universit├Ąt, und unsere Tochter Nicole geht in die Schule. Ich wei├č nicht, ob sich das Leben in Kanada und Deutschland gro├čartig unterscheidet, was ich ja vielleicht mal herausfinden werde, denn ich w├╝rde gerne in Deutschland auftreten. Ich liebe es n├Ąmlich zu reisen und w├╝rde zudem mal gerne in Hamburg spielen, wo die BEATLES begonnen hatten. Das w├Ąre echt cool!
Die gesetzlichen Bestimmungen in China sind aber auf alle F├Ąlle anders als in Kanada oder Nordamerika. So braucht man in China zum Mopedfahren keinen Helm zu tragen. Selbst Motorradfahrer tragen nur selten einen Helm, obwohl es eigentlich gegen das Gesetz ist. Es gibt auch keine Gesetze ├╝ber Alkohol hier. Man kann Bier, Schnaps oder Wein ├╝berall kaufen, selbst in ganz kleinen L├Ąden. Streiks gibt es in China nicht. Es wird unheimlich viel gebaut in China: Alte Geb├Ąude werden abgerissen und m├╝ssen Platz f├╝r neue machen, was mir eigentlich nur so sehr gef├Ąllt. China wird zu sauber. [lacht] Aber es gibt ein echtes Problem mit Ratten. Man sollte seine Fenster und T├╝ren nachts nicht aufstehen lassen, sofern man keine Schutzgitter aus Metall hat. Wir hatten fr├╝her Gitter aus Plastik, in die eine Menge L├Âcher reingefressen waren, und wir verbrachten den Sommer weniger mit Schlafen als mit dem Killen von Ratten. Aber irgendwann merkten sie wohl, da├č unser Haus weniger einer guter Platz f├╝r Parties ist, sondern vielmehr eine t├Âdliche Falle. [lacht] Jetzt wagen sich die Ratten noch nicht mal mehr in die N├Ąhe unseres Hauses...

War es schwer, sich in die chinesische Kultur einzufinden?

Nein, denn ich war unz├Ąhlige Male in China bevor ich permanent ├╝bersiedelte. Gewi├č, die Kultur unterscheidet sich, aber sie in nicht so v├Âllig anders wie man anfangs denken mag.

Wie waren eigentlich die Reaktionen auf Eure Konzerte in China? Bei den Auftritten ausl├Ąndischer Bands rund um die Olympischen Spiele h├Ârte man davon, da├č die Security bestehend aus Polizisten und Milit├Ąrs die Konzerte sofort abbrach und das Publikum niederkn├╝ppelte, wenn es zu sehr aus dem H├Ąuschen gerieten.

Meiner Erfahrung nach geht das chinesische Publikum genauso mit wie sonstwo auf der Welt. Lediglich die Japaner sind von Haus aus ein wenig reservierter. Irgendwelche Probleme, da├č das Publikum niedergekn├╝ppelt wurde, gab es bei unseren Konzerten nie. Als die Olympischen Spiele in Peking anstanden, hatte man allerdings alles st├Ąrker reglementiert. Ich durfte rund um die Olympischen Spiele acht Monate lang keine CDs oder DVDs verschicken. Alles scheint bis zum Zerrei├čen gespannt zu sein, wenn die Olympischen Spiele in ein Land kommen, denn viele Organisationen wollen aus der weltweiten Aufmerksamkeit ihren Profit schlagen. Daher ist so etwas wohl normal.

Wie sch├Ątzt Du das Verh├Ąltnis zwischen China und den westlichen L├Ąndern ein? Siehst Du Dich als ein Botschafter des Westen, der China einen Teil der westlichen Kultur bringt, was in Deinem Fall Rockmusik ist? Oder denkst Du eher, da├č in den westlichen L├Ąndern ein falsches Bild von China existiert und Du eher den Menschen in den westlichen L├Ąndern ├╝ber die Realit├Ąt in China erz├Ąhlst?

McDonalds gibt es hier schon seit 1980... Au├čerdem gibt es eine Menge anderer nordamerikanischer Fastfood-Ketten hier. Ich sehe mich nicht als Botschafter. Ich will nur Musik machen. Meines Erachtens hat jedes Land das Bestreben, andere L├Ąnder etwas weniger reizvoll darzustellen, so da├č sich die Leute im eigenen Land wohler f├╝hlen. Nordamerika verrichtet einen gro├čartigen Job dabei, China als ein Dritte Welt-Land hinzustellen. Das war wohl auch der Grund, warum ich damals bei meinem ersten Besuch in China Bammel hatte und mein eigenes Toilettenpapier mitbrachte. Das lag nur an der schlechten Presse rund um das Wort Kommunismus...

Was wir ├╝ber China zu glauben wissen wird nat├╝rlich von Politikern und den Medien auf beiden Seiten gefiltert, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen. Gestatte uns doch einen neutralen Blick hinter die Kulissen, und erz├Ąhl' uns etwas ├╝ber Dein Leben in China!

Die Menschen sind ├╝berall auf der Welt ziemlich ├Ąhnlich. Die meisten gehen zur Arbeit, um Geld zu verdienen, erziehen ihre Kinder, gehen ins Bad, schauen Fernsehen und gehen zu Bett. Frauen gehen hier mit 55, M├Ąnner mit 60 in Rente. Das d├╝rfte in Deutschland ├Ąhnlich sein, oder? Ich kann mich noch erinnern, da├č mir die Leute hier fr├╝her ihren Platz im Bus angeboten haben. Jetzt kommen zu viele Ausl├Ąnder hierher; ich f├╝hle mich nicht mehr so au├čergew├Âhnlich... [lacht] China ist sehr angenehm. Im Gegensatz zu Kanada, wo f├╝r alles ein Auto brauchst, weil es so weit weg ist, brauche ich hier nur ein Fahrrad, weil alles so nah ist. Ich fahre sogar zu Gigs mit dem Fahrrad. Ich schnappe meinen Rucksack und meine Gitarre und radele los. Und abgesehen davon sind Taxis sehr g├╝nstig, denn eine Fahrt kann unter Umst├Ąnden weniger als einen Dollar kosten.

Du sprichst sehr positiv ├╝ber die Situation in China. Stellt es f├╝r Dich kein Problem dar, da├č es in China keine Meinungsfreiheit gibt, oder da├č es staatlich vorgeschrieben ist, da├č Paare nur ein Kind haben d├╝rfen?

Die Sache bez├╝glich der Meinungsfreiheit in China ist nicht so schlimm, wie oftmals angenommen wird. Mao ist weg, aber die Welt scheint zu denken, da├č er immer noch da sei. [lacht] Die Menschen hierzulande brechen gerne Regeln. Daher haben viele Paare mehr als ein Kind. Abgesehen davon: Wenn man von einer Familie abstammt, die nur ein Kind hatte, dann hat man die Erlaubnis, zwei Kinder zu bekommen. Du mu├čt selbst hierherkommen, um herauszufinden, wie es in China ist. Ich behaupte nicht, da├č China perfekt ist, sondern ich sage lediglich, da├č ich hier ein gro├čartiges Leben habe! Meine Frau sagt immer: Wenn man ein Schild mit der Aufschrift "Rasen betreten verboten" aufstellt, kann man sich sicher sein, da├č jemand dar├╝bertrampelt. [lacht] Es gibt viele Gesetze in China, und die meisten werden gebrochen - so wie man beispielsweise nicht mit drei oder vier Personen auf einem Fahrrad fahren darf und es trotzdem gemacht wird... Ich scheue mich auf alle F├Ąlle davor, nach Kanada zur├╝ckgehen zu m├╝ssen, wo ich mich all diesen Bestimmungen und Gesetzen unterwerfen m├╝├čte.

Wie wichtig sch├Ątzt Du die Rolle der Musik auf Chinas Weg zur Demokratie ein? Es d├╝rfte au├čer Frage stehen, da├č die Musik ein Puzzlesteinchen war, das zum Fall der innerdeutschen Mauer beigetragen hat.

Ver├Ąnderungen brauchen eine lange Zeit, und manche Dinge ├Ąndern sich nie. Aber China hat alles, was es braucht. und mehr. Mehr und mehr Menschen kaufen neue Autos oder neue H├Ąuser. Das Leben wird mit Sicherheit besser. Wie ├╝berall in der Welt hat das gro├če Business die Kontrolle ├╝ber alles. Sie wollen, da├č Du Geld ausgibst, Geld leihst und so weiter. Alles dreht sich um Geld, oder etwa nicht? Die Welt wird zu einem gro├čen McDonalds... Eine Sache, die man in Amerika ha├čt, ist die Tatsache, da├č wir in China neue Software und neue Filme f├╝r etwa einen Dollar bekommen.
Um Deine Frage zu beantworten: Ich wei├č nicht, ob die Musik das Denken der Menschen ver├Ąndern wird. Die Kinder von heute erinnern sich gewi├č nicht mehr an die Kulturrevolution, und falls sie etwas dar├╝ber wissen, dann gibt es bestimmt eine Menge Dinge, die sie mehr interessieren. Wie ├╝berall auf der Welt dreht sich auch das Leben der hiesigen Kinder um Computerspiele, Internet, SMS, den Freund oder die Freundin. Sie brauchen sich keine Sorgen um ihr t├Ągliches Brot zu machen. Die meisten Kinder sind total verzogen.

Wie gehst Du mit dem politischen System in China um? Du hattest beispielsweise 2004 bei der "55th Anniversary Of The Liberation Of Chengdu"-Show gespielt. Ich sch├Ątze mal, da├č es sich dabei um Feiern f├╝r die Gr├╝ndung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 durch Mao Zedong handelte, nachdem er und die Kommunisten im Chinesischen B├╝rgerkrieg den Sieg errungen hatten. Es ist erwiesen, da├č Mao w├Ąhrend seiner Regierungszeit f├╝r den Tod von Millionen Menschen verantwortlich war. Daher erinnert mich in diesem Zusammenhang das Wort "Befreiung" an den Ausspruch von Julius Caesar, der bei der Unterjochung fremder V├Âlker auch immer davon gesprochen hat, ihnen "Frieden zu bringen". Wie auch immer - Du hast bei dieser Veranstaltung gespielt. Hattest Du das Gef├╝hl, von den chinesischen Machthabern f├╝r ihre Zwecke instrumentalisiert zu werden? Oder hast Du dabei nur an Deine Musik gedacht?

Das politische System in China besch├Ąftigt mich nicht. China hat mich sehr gut behandelt. Keine Regierung ist perfekt. Selbst wenn Webseiten wie YouTube oder Facebook blockiert werden, ist hier alles weitaus liberaler als andere L├Ąnder es uns glauben machen wollen. Aber es gibt immer noch Elemente von Mao in machen Facetten des allt├Ąglichen Lebens. Bez├╝glich Mao und dem Ausdruck "Befreiung" kann ich nur sagen, da├č meiner Meinung nach, jeder Diktator oder Pr├Ąsident (Du kannst hier auch gerne K├Ânig oder K├Ânigin sagen) den Kopf verliert, wenn er an die Macht kommt. Sie denken, sie seien Gott - manche mehr, manche etwas weniger. Manche t├Âten mehr Menschen, manche weniger, das hat uns die Geschichte gelehrt. Es scheint, als w├╝rden viele Menschen Julius Caesars Ausspruch benutzen, um die Rohstoffquellen anderer L├Ąndern an sich zu rei├čen. Au├čerdem bringt es die Leute meistens in Schwierigkeiten, wenn sie zu viel ├╝ber Politik reden, wei├čt Du...

Daher wollen wir das Thema Politik jetzt auch beenden. Was gibt es abschlie├čend noch ├╝ber M.I.C. zu sagen?

Ich bin immer noch damit besch├Ąftigt, die zweite CD ┬╗Out 2 Rock┬ź zu promoten, aber die neue CD ist in der Entstehung und wird hoffentlich gegen Jahresende ver├Âffentlicht werden! Ihr k├Ânnt also noch eine Menge von M.I.C. erwarten!

Wie man an diesem Schlu├čstatement sieht, ist dieses Interview schon vor einiger Zeit entstanden. Mittlerweile hat sich die Band nochmal ver├Ąndert und besteht neben Yvon, der erneut f├╝r Gesang und Gitarre zust├Ąndig ist, aus S├Ąngerin Angela Renzetti, dem japanischen Bassisten Uchida "Yugi" Yuuji, der schon zwei Songs auf dem ersten M.I.C.-Album eingespielt hatte, Keyboarder Dave Smith aus Liverpool, der gerade erst zur Band gesto├čen ist, und Drummer Tommy Burke aus London, der seit 2009 immer mal wieder kurzfristig bei M.I.C. involviert gewesen war. Diese Besetzung ist auf den beiden Photos zu sehen und hat auch die neue CD ┬╗3rd Degree┬ź eingespielt, die in den n├Ąchsten Tagen ver├Âffentlicht wird.

http://www.yvonserre.com/mic.html

yvonserre@hotmail.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

M.I.C. im ├ťberblick:
M.I.C. – 3rd Degree (Do It Yourself)
M.I.C. – 5th Avenue (Do It Yourself)
M.I.C. – 6th Sense (Do It Yourself)
M.I.C. – Made In China (Do It Yourself)
M.I.C. – On All 4's (Do It Yourself)
M.I.C. – On All 4's (Do It Yourself)
M.I.C. – Out 2 Rock (Do It Yourself)
M.I.C. – ONLINE EMPIRE 46-Interview
M.I.C. – News vom 22.02.2010
M.I.C. – News vom 19.03.2012
andere Projekte des beteiligten Musikers Huang Hong Liang:
NAIL (CHN) – News vom 29.10.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Zhao Quin:
NAIL (CHN) – News vom 29.10.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Yvon Serr├ę:
NAIL (CHN) – News vom 29.10.2009
Yvon Serr├ę – Broche ├á Foin (Do It Yourself)
Yvon Serr├ę – Trap (Do It Yourself)
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