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  UE-Home → History → Online Empire 9 → Interview-├ťbersicht → CULPRIT-Interview last update: 09.07.2020, 19:08:16  

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Wenn es eine Band gab, der beim diesj├Ąhrigen Wacken-Festival alle Nostalgiker entgegengefiebert haben dann waren es gewi├č CULPRIT. Wer jedoch ein paar vertrocknete Feierabendmucker erwartet hatte wurden von einer der agilsten Bands des gesamten Festivals f├Ârmlich ├╝berrollt. Jeff L'Heureux (v), John DeVol (g), Scott Earl (b) und Bud Burrill (d) legten einen furiosen Gig hin, bei dem die Euphorie vor der B├╝hne keine Grenzen kannte. Diesem Ph├Ąnomen mu├čten wir auf den Zahn f├╝hlen, um endg├╝ltig die letzten L├╝cken zu unserem "Cult Complete"-Artikel schlie├čen zu k├Ânnen.

Ihr seid Euch hoffentlich bewu├čt, da├č das, was gerade passiert ein Ding der Unm├Âglichkeit ist: CULPRIT haben vor achtzehn Jahren ein Album ver├Âffentlicht, das nie offiziell in Deutschland erschien und dennoch seid Ihr hier, um beim Wacken Open Air eine Reunion-Show zu spielen. Wie lautet Eure Ausrede?

"Wenn das f├╝r dich einen Schock bedeutet, dann ist es f├╝r uns genau das gleiche", sch├╝ttelt Scott nachdenklich den Kopf. "Wir hatten bis vor ein paar Tagen keinen blassen Schimmer, da├č wir hier so popul├Ąr sind. Der Grund f├╝r alles ist Terry Gorle von HEIR APPARENT: Er spielte im letzten Jahr hier und viele Leute sprachen ihn auf CULPRIT an. Als er uns davon berichtete nahmen wir Kontakt zu HELLION RECORDS auf und beschlossen, die Platte wiederzuver├Âffentlichen und haben in die Wege geleitet, da├č wir hier spielen k├Ânnen. So kommen wir also zu unserer vierten Reunion-Show innerhalb der letzten zehn Jahre..."

├ťber den Anfangstagen von CULPRIT liegen immer noch viele undurchdringliche Schleier. Bitte helft uns, sie zu l├╝ften.

"Es begann damit, da├č Scott sich in meine j├╝ngere Schwester verliebte...", grinst John. "Wir beiden gr├╝ndeten zusammen mit Bud eine Instrumentalband namens ORPHEUS und spielten ausschlie├člich auf Privatparties, weil es in Seattle keinen Club gab, der uns buchen wollte. Wir waren damals die einzige Band in der Stadt, die Metal machte und zudem noch eigenes Material spielte. Darauf hatten die Clubs keinen Bock, obwohl wir auch Songs von RAINBOW oder SCORPIONS coverten. Irgendwann fanden wir einen S├Ąnger und bekamen wirklich einen Gig in einem Club namens "Mr. Bill's". An diesem Abend spielte die Band HAMMERFEST als Opener, bei denen Jeff und unser zuk├╝nftiger zweiter Gitarrist Kjartan Kristoffersen aktiv waren. Die beiden schlossen sich uns an und wir feuerten unseren S├Ąnger, so da├č CULPRIT geboren waren. Und quasi ├╝ber Nacht, genauer gesagt binnen eines Monats, erhielten wir unseren Deal mit SHRAPNEL RECORDS. Es ging alles rasend schnell - eigentlich zu schnell f├╝r Kids im Alter zwischen 17 und 19 Jahren."

Leider fehlt eines der CULPRIT-Members in Wacken: Kjartan.

"Er w├Ąre sehr gerne gekommen", erkl├Ąrt Scott. "Aber seine berufliche Situation hat ihm leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er ist ein sehr erfolgreicher Architekt in den Staaten und er hat einen Vertrag mit MICROSOFT, der ihm momentan keinen Freiraum l├Ą├čt. Wir hatten schon die letzten beiden Reunion-Shows ohne ihn gespielt und die Band klingt besser ohne ihn." John nimmt seinen ehemaligen Saitenkollegen in Schutz: "Das soll nicht gegen Kjartan gehen, aber wir klingen ohne ihn tighter, weil alle unsere Songs f├╝r eine Gitarre geschrieben wurden. Wir hatten die Songs bereits fertig, bevor Kjartan zu uns stie├č."

Apropos - sein Name klingt so skandinavisch...

"Richtig! Er stammt aus Norwegen, aber er zog schon als kleines Kind mit seinen Eltern nach Amerika um."

Warum hat Mike Varney sich f├╝r Euch interessiert? Schlie├člich hat er f├╝r SHRAPNEL doch mehrheitlich Gitarreng├Âtter gesignt.

"Ich habe keine Ahnung, denn wir haben uns nie als Gitarrenband gesehen", sinniert John. "F├╝r uns haben immer die Songs und nie irgendwelche Gitarrensoli im Vordergrund gestanden." Scott spinnt den Faden weiter: "Letztendlich w├╝rde ich mir w├╝nschen, wir h├Ątten den Deal nie unterschrieben, denn wir pa├čten nicht in diese Musik-Kategorie und die Platte klang einfach f├╝rchterlich. Aber wir waren froh, da├č uns jemand zur Kenntnis genommen hatte, denn damals konnte keine einzige Band aus Seattle einen Deal bekommen - bis QUEENSRYCHE den gro├čen Durchbruch schafften. Ich kann es einfach nicht glauben, da├č so viele Leute ┬╗Guilty As Charged┬ź so sehr m├Âgen, denn sie spiegelt absolut nicht wider, wie die Band wirklich klang. Aber ich glaube das Feeling mu├č trotz der katastrophalen Produktion r├╝bergekommen sein, denn sonst w├Ąren wir nicht hier!"

Warum ging eigentlich alles so schnell? 1982 erschien Euer Demo, im nachfolgenden Jahr kam die Platte und dann war schon nahezu Feierabend.

"Wir waren zu jung und konnten einfach kein Management finden. Daher machten wir alles selbst und haben endlos viele Fehler gemacht", gesteht Scott. "Wir waren die Laborratte f├╝r die gesamte Seattle-Szene: Die nachfolgenden Bands analysierten, wo wir Fehler gemacht hatten und versuchten, diese zu umgehen. Du hast recht: Es ist alles superschnell vonstatten gegangen. Kjartan schickte unser Demo an Mike Varney und einen Monat sp├Ąter fanden wir uns in Kalifornien wieder, um unsere Platte aufzunehmen. Kurze Zeit sp├Ąter begann sich die Musikszene, rapide zu wandeln und kam auf den Glamtrip, so da├č CULPRIT v├Âllig fehl am Platze schienen. Wir hatten kurz vor unserer Aufl├Âsung einige sehr gute Demos aufgenommen, die kommerzieller ausgerichtet waren. Die Songs hatten die gleiche Energie, aber sie waren dem Dreieinhalb-Minuten-Radio-Schema angepa├čt. Wir nahmen die Demos mit Mike und Roger Fisher, dem Soundmann und dem Gitarristen von HEART auf, aber ich glaube sie haben uns nicht gut beraten."

Eine Kleinigkeit hat mich an dem Song ÔÇ║Player'sÔÇ╣ irritiert: Was soll der Apostroph in dem Wort, der meiner Englischkenntnissen zufolge v├Âllig grundlos dort steht...

"Da mu├čt du denjenigen fragen, der den Apostroph eingef├╝gt hat", knurrt John. "Ich habe den Text geschrieben und es gab nie einen Apostroph. Allerdings ist das nicht der einzige Fehler, der Varney unterlaufen ist: Es gibt einige Exemplare des Albums auf dem ÔÇ║Tears Of RepentanceÔÇ╣ als ÔÇ║Tears Of RepuntaneÔÇ╣ bezeichnet wurde. Dummerweise hat man f├╝r den Re-Release das Original-Artwork gescannt, so da├č der Apostroph ├╝berlebt hat. Nebenbei - eine gute Frage, die man uns in all' den Jahren noch nie gestellt hat..."

Haben CULPRIT eigentlich nur in Seattle oder auch au├čerhalb stattgefunden?

"Wir haben viele Shows an der Westk├╝ste und in Kanada gespielt. Wir haben beispielsweise etliche Shows mit METALLICA und EXODUS in San Francisco gespielt."

Auf der R├╝ckseite des ┬╗Guilty As Charged┬ź-Re-Releases steht der Satz von Bret Hartman, der die Liner-Notes verfa├čt hat: "As IRON MAIDEN was to England and METALLICA was to San Francisco... CULPRIT was to Seattle." Entspricht dies den Tatsachen oder haltet Ihr es f├╝r ├╝berzogen?

"Es ist nicht so, da├č ich glaube, da├č dies die Wahrheit ist. Ich wei├č, da├č es die Wahrheit ist", bekr├Ąftigt Scott. "Wir waren eben die ersten und wir wurden sehr oft von j├╝ngeren Bands angesprochen, da├č sie durch uns inspiriert wurden, Musik zu machen. Wir schafften es damals vor Ver├Âffentlichung der Platte das "Paramount Theatre" in Seattle zwei N├Ąchte in Folge mit 3000 Zuschauern auszuverkaufen. Das mag vom heutigen Standpunkt aus nicht viel sein, aber damals war das eine kleine Sensation. Es war uns damals eigentlich nicht bewu├čt und haben all diese Reaktionen erst nach unserer Aufl├Âsung erhalten."

Was waren letztendlich die Gr├╝nde, die CULPRIT den Kragen kosteten?

"Wir waren jung, dumm und ungeduldig, hatten kein Management und wu├čten nicht, welche Richtung wir einschlagen sollten", erinnert sich Scott. "Jeder von uns f├╝hlte sich gleichzeitig in mehrere Richtungen hin- und hergerissen. Au├čerdem waren wir ma├člos dar├╝ber entt├Ąuscht, wie ┬╗Guilty As Charged┬ź ausfiel und das hat uns den Wind aus den Segeln genommen. Ich w├╝nschte wir h├Ątten noch ein Jahr lang durchgehalten..." "Die beste Musik, die wir geschrieben haben", unterbricht ihn John, "haben wir nie aufgenommen. Ich will dir eine wahre Geschichte erz├Ąhlen: Als wir ┬╗Guilty As Charged┬ź zum ersten Mal h├Ârten, sind wir schier verr├╝ckt geworden. Wir waren ├╝berzeugt, da├č wir das Geh├Ârte nie im Leben eingespielt hatten. Abgesehen davon, da├č wir die Platte quasi live eingespielt hatten und jeder in einem eigenen Raum sa├č, Kopfh├Ârer auf den Ohren hatte und wir die Songs gemeinsam spielten, wurden teilweise Spuren, die wir nur testweise eingespielt hatten, verwendet." Scott: "Als Kjartan und ich damals die Chance bekamen, unser Gl├╝ck bei Brad Sinsel und TKO zu probieren, nahmen wir sie wahr."

Wie kam der Kontakt zu Brad Sinsel zustande? Immerhin hatte er schon 1979 mit TKO eine Platte namens ┬╗Let It Roll┬ź ver├Âffentlicht. Auf dem '84er Nachfolger ┬╗In Your Face┬ź seid hingegen Ihr schon mit von der Partie.

"Wir waren miteinander befreundet, aber TKO waren damals nur eine Coverband", l├Âst Scott auf. "Erst als Brad einen Deal mit COMBAT abschlo├č brauchte er pl├Âtzlich dringend eine Band, um auf Tour gehen zu k├Ânnen. So kamen Kjartan und ich zur Band und folglich spielten wir auch die beiden Alben ┬╗In Your Face┬ź und ┬╗Below The Belt┬ź ein. Leider haben auch TKO den Durchbruch nicht geschafft - aus den gleichen Gr├╝nden wie CULPRIT: Obwohl QUEENSRYCHE mittlerweile gro├č waren schien sich niemand f├╝r Seattle zu interessieren und wir hatten kein Management, das uns aus dieser Zwickm├╝hle befreien konnten. Daher zogen wir damals aus busine├čtechnischen Gr├╝nden nach Los Angeles um, aber Brad schaffte es einfach nicht, seine ganzen Angelegenheiten in Seattle zu regeln, um endlich nachzukommen. Das bedeutete das Ende von TKO, woraufhin Kjartan und ich eine Band namens THE BANG GANG gr├╝ndeten. Wir spielten Glam-Metal, nahmen ein Album f├╝r MCA auf und unser Video zu ÔÇ║Young And RestlessÔÇ╣ wurde eine Zeitlang sehr erfolgreich bei MTV rotiert."

Derweil hat Jeff sich bei MISTRUST engagiert.

"Ich war zu diesem Zeitpunkt immer noch bei CULPRIT", unterstreicht Jeff. "MISTRUST waren sehr junge Musiker, die mich gefragt hatten, ob ich nicht den Song ÔÇ║Running For My LifeÔÇ╣ einsingen k├Ânnte, den sie zu dem ┬╗Pacific Metal Project┬ź-Sampler beisteuern sollten. Ich sagte zu und unsere Zusammenarbeit klappte so gut, da├č ich auch die komplette Platte ┬╗Spin The World┬ź einsang. Zwar waren die Jungs deutlich j├╝nger wie ich, aber mir gefiel ihre Musik sehr gut, so da├č ich froh bin, bei ihnen mitgemischt zu haben. Es gab nur eine Sache, ├╝ber die ich mich ge├Ąrgert habe, f├╝r die die Band allerdings nicht verantwortlich war: Der Bo├č von C.O.M.A. RECORDS, der ┬╗Spin The World┬ź ver├Âffentlichte, veranla├čte, da├č ein Sticker auf die Platte kam, auf dem zu lesen war, "featuring Jeff L'Heureux - formerly of Culprit." Das fanden auch meine CULPRIT-Mitmusiker nicht sonderlich witzig, aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich damals schon so eine d├╝stere Vorahnung, da├č CULPRIT nicht mehr lange Bestand haben w├╝rden."

Alle Bands, bei denen CULPRIT-Musiker am Start waren, konnten keinen nennenswerten Erfolg einstreichen. Gibt es einen Fluch, der auf Euch liegt?

"Ich habe nicht die geringste Ahnung, aber vielleicht gibt es wirklich den CULPRIT-Fluch, so da├č es besser war, da├č wir aufgeh├Ârt haben...", orakelt Scott und ├╝bergibt das Wort an Jeff: "Ich bin zwar kein Christ und ich w├╝rde niemals in meinen Songs predigen, aber ich bin ein sehr positiv denkender Mensch und versuche dies, in meinen Texte r├╝berzubringen. Vielleicht hat Satan das bemerkt und arbeitet deswegen gegen mich, damit ich ihm nicht zu viele Seelen abspenstig mache."

Etwa 1985 starteten CULPRIT einen weiteren Versuch - immerhin habe ich zwei Tapes mit unver├Âffentlichten Songs.

"Ich war nach dem Split nach LA gezogen", gr├╝belt John. "Als ich nach Seattle zur├╝ckkehrte stellten Jeff und ich eine neue Version von CULPRIT zusammen. Wir nahmen zwar ein paar Songs im Proberaum auf und spielten einige Shows, doch letztendlich kamen wir nicht sonderlich weit. Wir waren immer noch zwei bis drei Jahre zu fr├╝h dran: Zu diesem Zeitpunkt wurde jede Band in der Stadt gesignt nur weil sie aus Seattle kam. Die h├Ątten sogar uns genommen und anschlie├čend festgestellt, da├č wir keinen Grunge machen..."

Was habt Ihr ansonsten seit den CULPRIT-Tagen getrieben?

"Ich spielte bei mehreren Bands", holt John aus. "Mit PORK FINGER habe ich heute noch einen Deal bei einem kanadischen Label. Die Musik ist nicht un├Ąhnlich wie die von CULPRIT, aber sie ist nicht ganz so hektisch und schnell und hat einen gr├Â├čeren Schwerpunkt auf der lyrischen Seite." Scott f├Ąhrt mit seinem Teil der Geschichte fort: "Nach BANG GANG schlo├č ich mich der Band SHAKE THE FAITH von Tommy Thayer von BLACK'N BLUE an. Tommy ist heute ├╝brigens der Roadmanager von KISS. Ich spielte etwa ein Jahr bei SHAKE THE FAITH bis ich dem Musikbusiness den R├╝cken kehrte und nach Boston zog. Dort schrieb ich neue Songs und kehrte nach einem Jahr nach LA zur├╝ck. Ich wollte eine neue Band ins Leben rufen und baute au├čerdem ein Tonstudio. Die Bauarbeiten waren gerade abgeschlossen als das gro├če Erdbeben von 1992 das Geb├Ąude komplett zerst├Ârte. Ich kam zu der ├ťberzeugung, da├č Gott mir damit klarmachen m├Âchte, da├č ich mich aus dem Musikbusiness zur├╝ckziehen solle. Seit 1992 habe ich also mit Musik nichts mehr am Hut - sieht man von den CULPRIT-Reunion-Shows ab." Doch auch Jeff war nicht unt├Ątig: "Ich hatte eine Band namens WAY FAR OUT und wir spielten ebenfalls sehr heavy. In der Band spielte mein damaliger Zimmergenosse mit: ein dunkelh├Ąutiger Drummer, der einer der besten Musiker ist, die ich im Leben kennengelernt habe. Er konnte in Seattle einfach keine Musiker mehr finden, die ihm ebenb├╝rtig waren und ich bedr├Ąngte ihn permanent, nach LA zu gehen. Ich bin mir sicher, da├č er es dort zum absoluten Superstar gebracht h├Ątte. Aber auf mich h├Ârt ja nie irgend jemand... Vielleicht ist das auch besser so, denn ich hatte nach WAY FAR OUT nur noch Zeit f├╝r gelegentliche Jobs bei Coverbands, da ich von den letzten Jahren etwa viereinhalb im Knast gesessen habe. Ich bin im Grunde ein gutm├╝tiger Mensch, aber man sollte mich nicht ├╝ber einen gewissen Punkt hinaustreiben. Es begann damit, da├č wir uns bei einer Probe tierisch zerstritten hatten und ich v├Âllig geladen den Proberaum verlie├č. Drau├čen lief ich einem Typen in die Arme, der mich ohne Grund dumm anmachte. Mit M├╝he und Not konnte ich mich beherrschen und bat ihn, mich in Ruhe zu lassen. Doch dieser Typ begann, mich herumzuschubsen und ich sagte ihm noch einmal, er solle sich verziehen. Doch er machte weiter, so da├č ich ausholte und ihn mit einem Schlag K.O. schlug. Der Typ lag einige Tage im Krankenhaus und ich ging wegen K├Ârperverletzung in den Bau. Ein ├Ąhnlicher Fall ereignete sich als ich versuchte habe, einen Streit zu schlichten, der sich jedoch in ein richtiges Handgemenge verwandelte. Dabei habe ich auch ein paar Leute schachmatt gesetzt und bei der Polizei war ich ja kein Unbekannter mehr - was auch daher r├╝hrt, da├č ich ein absoluter Helldriver bin und mir mit den Cops einige Verfolgungsjagden geliefert habe. Ich habe ein echtes Monsterauto und die Geschwindigkeitsbeschr├Ąnkung von 55 Meilen hat mich noch nie interessiert. Daher bin ich schon seit Jahren ein gern gesehener Gast auf dem Polizeirevier. Um es genau zu sagen, bin ich im Moment nur auf 5000 Dollar Kaution frei und d├╝rfte eigentlich nicht mal die Stadt verlassen. Stattdessen habe ich gleich den ganzen Kontinent verlassen. Es w├Ąre also ges├╝nder f├╝r mich, wenn Du den Artikel nicht ver├Âffentlichen w├╝rdest... Sobald ich wieder in Amerika bin werde ich die restlichen neun Monate meiner Strafe abbrummen."

Dennoch scheint es so, da├č es unver├Âffentlichtes CULPRIT-Material gibt. Denkt Ihr nicht, da├č wir ein Recht darauf haben?

"Wir hatten bei dem ┬╗Guilty As Charged┬ź-Re-Release dar├╝ber nachgedacht, das Material zu verwenden, haben aber die Livest├╝cke vorgezogen", antwortet Scott. "Diese alten Demos waren einfach nur Arbeitstapes, die wir f├╝r uns mitgeschnitten hatten. Ich kann mir nicht erkl├Ąren, wo du diese Aufnahmen her hast! [(-: Ich sage nur Tapetrading... :-) - Red.] Wie auch immer... Diese Aufnahmen waren nie zur Ver├Âffentlichung bestimmt. Wenn wir diese Songs ver├Âffentlichen w├╝rden m├╝├čten wir sie zuvor vern├╝nftig aufnehmen. Wir sind ohnehin immer noch angefressen wegen ┬╗Guilty As Charged┬ź, so da├č wir keinesfalls noch mal solch' ein unprofessionelles Album machen w├╝rden."

Stand denn jemals zur Debatte, ┬╗Guilty As Charged┬ź komplett neu einzuspielen?

"Wir haben mehrfach dr├╝ber gesprochen", nickt John. "Aber wir sind zu dem Schlu├č gekommen, da├č wir es als historisches Dokument so belassen wie es ist. Immerhin haben wir ┬╗Guilty As Charged┬ź zu verdanken, da├č wir jetzt hier sitzen. Eines Tages vielleicht, wenn wir alt und grau sind, werden wir die Platte noch mal komplett nur f├╝r uns aufnehmen. Vielleicht w├╝rden wir den ein oder anderen Song neu einspielen, aber im Moment glaube ich nicht daran, obwohl ich die Songs gerne so h├Âren w├╝rde wie sie gedacht waren."

Wie kamen die anderen Reunion-Shows zustande und warum wurde nie mehr daraus?

"Bei der ersten Show etwa sieben bis acht Jahre nach dem Split hatten wir dar├╝ber nachgedacht weiterzumachen", verdeutlicht Scott. "Allerdings lebe ich seither in Kalifornien und war damals au├čerdem in einer anderen Band, so da├č es nicht klappte. Die beiden anderen Shows spielten wir einfach nur, weil wir Bock hatten - zumal es sich einmal um eine Outdoor-Show vor 4000 Leuten handelte. Es ist immer eine gewisse Magie da, wenn wir zusammenkommen. Zudem konnten wir uns nicht vorstellen, da├č wirklich jemand Interesse an uns haben k├Ânnte."

Seltsamerweise hat es nie eine Band gegeben, die versucht hat, CULPRIT zu kopieren. Waren CULPRIT nicht bekannt genug oder ist Eure Musik so einzigartig, da├č man sie nicht imitieren kann?

"Ich glaube, es ist eine Kombination von beidem", ├╝berlegt John. "In Seattle gab es etliche Bands, die wir beeinflu├čt haben. Allerdings wurde keine dieser Bands au├čerhalb von Seattle bekannt. Ich glaube, da├č es letztendlich f├╝r Bands interessanter war, METALLICA nachzueifern."

http://www.culpritlives.com/

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Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photo: Stefan Glas

CULPRIT im ├ťberblick:
CULPRIT – Guilty As Charged (Re-Release)
CULPRIT – ONLINE EMPIRE 5-"Cult Complete"-Artikel
CULPRIT – ONLINE EMPIRE 8-"Living Underground"-Artikel
CULPRIT – ONLINE EMPIRE 9-Interview
CULPRIT – News vom 10.08.2010
CULPRIT – News vom 27.12.2011
CULPRIT – News vom 28.09.2018
CULPRIT – News vom 07.02.2019
Playlist: CULPRIT-Liveshow Wacken, "Wacken Open Air"-Festival 04.08.2001 in "Jahrescharts 2001" auf Platz 1 von Stefan Glas
andere Projekte des beteiligten Musikers John DeVol:
STONEBENDER – News vom 25.07.2014
andere Projekte des beteiligten Musikers Scott Earl:
TKO – Below The Belt (Re-Release)
TKO – News vom 02.02.2008
TKO – News vom 02.02.2008
andere Projekte des beteiligten Musikers Kjartan Kristofferson:
TKO – Below The Belt (Re-Release)
TKO – News vom 02.02.2008
andere Projekte des beteiligten Musikers Jeff L'Heureux:
MISTRUST (US) – Spin The World (Re-Release)
MISTRUST (US) – News vom 13.03.2009
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