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ART OF FEAR

Facing Hell

(10-Song-CD-R: € 12,-)

Österreich ist ja leider nicht wirklich ein Ballungszentrum, wenn von traditionellem Metal die Rede ist. Das schlägt sich nicht nur in Zuseherzahlen bei derlei Gigs nieder, sondern auch in der für meinen Geschmack wesentlich zu geringen Anzahl an existierenden Formationen und Veröffentlichungen.

Doch immerhin gibt es "gallische Dörfer", die sich einen feuchten Dreck um den Rest der Menschheit scheren und ihren eingeschlagenen, traditionell ausgerichteten musikalischen Weg auch nach vielen Jahren noch weiterverfolgen. Zu jenen "Galliern" zählen mit Sicherheit auch ART OF FEAR aus dem westlichsten Teil der Alpenrepublik. Diese Formation existiert bereits seit gut zehn Jahren und hat seit jenen Tagen immer wieder mit ihren Veröffentlichungen im Underground aufhorchen lassen. Auch wenn man zu Beginn der Karriere noch wesentlich rauher und heftiger zur Sache gegangen ist und eine mächtige Thrash Metal-Schlagseite aufweisen konnte, war die Basis schon damals der Power Metal, zuletzt zu hören auf »Master Of Pain« und das in wahrlich exquisiter Form. Seit dieser Scheiblette sind nun allerdings auch wieder einige Jahre ins Land gezogen und die Musiker rund um Szene-Original Thomas Metzler (der ja nicht erst seit ART OF FEAR hierzulande für Furore sorgt, sondern bereits mit seinen vorherigen Formationen MORTICIAN und PSYCHO HOLIDAY überzeugen konnte) scheinen weiterhin gereift zu sein. Für »Facing Hell« gönnten sich die Jungs zunächst einmal einen Aufenthalt im Norden Deutschlands, um die Songs unter den Fittichen von Jörg Rainer Friede im "Dreamlake"-Studio aufzunehmen. Keine schlechte Idee, denn soundtechnisch ist »Facing Hell« über jeden Zweifel erhaben. Offenbar hatten ART OF FEAR zum Zeitpunkt der Produktion einen Deal in Aussicht, doch dieser ist - aus welchen Gründen auch immer - geplatzt. Dadurch läßt sich erklären, daß vorliegendes Album eigentlich aus dem Jahre 2005 stammt und mit Thomas Cassan der mittlerweile zum Ex-Sänger gewordene Frontmann darauf noch zu hören ist. In einem nicht gerade freundschaftlichen Statement auf der Website zu diesem Thema gibt die Band definitiv die Ursache für das verspätete Erscheinen von »Facing Hell« bekannt und macht zudem auch klar, weshalb das Werk nun abermals in Eigenregie, immerhin aber mit einem brauchbaren Vertriebspartner, unters Volk zu bringen versucht wird. Zum Glück haben sich ART OF FEAR davon nicht entmutigen lassen, auch wenn man den Titel ihres aktuellen Silberlings durchaus als programmatisch hinsichtlich ihrer Erfahrung mit dem Business betrachten könnte. Den Metal-Fans wäre im Falle des Nichterscheinens ein Prachtexemplar entgangen, denn die Vorarlberger haben erneut feinen Stoff anzubieten. Auch wenn das Tempo im Vergleich zu den Vorgängerwerken diesmal einigermaßen gedrosselt wurde, am Umstand, daß ART OF FEAR sehr kraftvollen und zugleich eingängigen und melodiösen Power Metal zu kredenzen haben, hat sich nicht viel geändert. Allerdings scheint sich der Reifeprozeß dahingehend ausgewirkt zu haben, daß die Jungs nunmehr mit noch eingängigeren Kompositionen aus dem Kreuz kommen. Ob es nur daran liegt, daß die Truppe durch langjährige Erfahrung auf der Bühne und im Studio mittlerweile verinnerlicht hat, wie man die Fans beglücken kann, oder ob sich etwaige Einflüsse und Inspirationshilfen verändert haben, vermag ich nicht zu beurteilen. Fakt ist jedenfalls, daß ART OF FEAR auch mit melodiösem Metal - kitsch- und klischeefrei umgesetzt wie beispielsweise in ›Jaded Rebel‹ - verdammt gute Figur abgeben. Vorherrschend bleibt aber der kräftige, durch Thomas' Stimme veredelte Metal in traditioneller Form und mit Hang zum Uptempo-Vortrag wie etwa in ›Perfect Puppet‹, das mit dezentem VICIOUS RUMORS-Anstrich aus den Boxen kommt.

Man kann mir jetzt gerne vorwerfen, durch eine rot-weiß-rote Brille zu gucken. Das berührt aber mich nur peripher, denn für mich gibt es im Moment kaum Bands, denen ich es mehr gönnen würde, einen (vernünftigen!!!) Deal unter Dach und Fach zu bekommen als ART OF FEAR, um durchstarten zu können.

http://www.artoffear.eu/

artoffear@hotmail.com

rot-weiß-rote Gallier


Walter Scheurer

 
ART OF FEAR im Überblick:
ART OF FEAR – Facing Hell (Do It Yourself-Review von 2007)
ART OF FEAR – Master Of Pain (Do It Yourself-Review von 2005)
ART OF FEAR – Powertrip (Do It Yourself-Review von 2009)
ART OF FEAR – Pride Of Creation (Do It Yourself-Review von 2001)
ART OF FEAR – News vom 22.01.2007
ART OF FEAR – News vom 10.02.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Joe Künz:
PSYCHO HOLIDAY – Demo 1992 (Demo-Review von 1994)
PSYCHO HOLIDAY – Nature Strikes Back (Rundling-Review von 1994)
andere Projekte des beteiligten Musikers Johannes Leierer:
DIVINE TEMPTATION – News vom 06.11.2009
MAYFAIR (A) – Frevel (Rundling-Review von 2019)
MAYFAIR (A) – My Ghosts Inside (Rundling-Review von 2016)
MAYFAIR (A) – Schlage mein Herz, schlage... (Rundling-Review von 2014)
MAYFAIR (A) – ONLINE EMPIRE 55-Interview
MAYFAIR (A) – News vom 12.05.2012
Playlist: MAYFAIR (A)-Album »My Ghosts Inside« in "Jahrescharts 2016" auf Platz 6 von Stefan Glas
PSYCHO HOLIDAY – Demo 1992 (Demo-Review von 1994)
PSYCHO HOLIDAY – Nature Strikes Back (Rundling-Review von 1994)
SIEGFRIED (A) – Nibelung (Rundling-Review von 2010)
SIEGFRIED (A) – News vom 07.04.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Thomas Metzler:
MORTICIAN (A) – Mortician (Rundling-Review von 2011)
MORTICIAN (A) – ONLINE EMPIRE 42-Interview
MORTICIAN (A) – News vom 02.09.2009
MORTICIAN (A) – News vom 22.04.2010
MORTICIAN (A) – News vom 20.06.2014
MORTICIAN (A) – News vom 21.10.2014
PSYCHO HOLIDAY – Demo 1992 (Demo-Review von 1994)
PSYCHO HOLIDAY – Nature Strikes Back (Rundling-Review von 1994)
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