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APOKRYPTA

Alle in den Sarg

(12-Song-CD-R: € 3,50)

Ein noch recht junges Trio aus dem Süden Deutschlands mit Namen APOKRYPTA hat es sich zum Ziel gemacht, mit seinen Songs, die musikalisch irgendwo im Grenzbereich zwischen Death/Thrash/Black und Dark Metal liegen und den dazugehörigen deutschsprachigen, teilweise sehr provokativ ausgeführten Texten, auf sich aufmerksam zu machen. Eben jenes Vorhaben sollte den Jungs mit den Pseudonymen "No. 252" (v), "Simonomis" (g) und "Demetium" (g) auch durchaus gelingen können, denn die insgesamt zwölf Songs von »Alle in den Sarg« sind allesamt sehr interessant gestaltet und lassen das Potential dieser Formation deutlich erkennen. APOKRYPTA verstehen ihr spieltechnisches Handwerk fraglos, mangels eines Drummer stammen zwar die Rhythmen von einer Maschine, doch die dadurch erzielte unterkühlte, klinisch-sterile Atmosphäre läßt die Songs erst so richtig in deren abgefahrenem Erscheinungsbild aus den Boxen dröhnen. Da es die Gitarristen gut drauf haben, ihre Riffs sehr abwechslungsreich zu gestalten, besteht auch zu keiner Sekunde Gefahr der Monotonie, wovor eine Band mit Drumcomputer ja niemals gefeit ist. Doch der permanente Stil- und Stimmungswechsel weiß zu beeindrucken, auch wenn die Atmosphäre für mich auf Dauer doch etwas zu sehr negativ auf das Gemüt drückt. Im Verlauf der Spielzeit fällt auf, daß APOKRYPTA stilistisch keinesfalls eindeutig zuzuordnen sind, denn immer wieder wechseln sie zwischen all den genannten Subgenres, schaffen es jedoch nicht zuletzt durch ihren, zugegebenermaßen eingangs etwas gewöhnungsbedürftigen, Sound sehr wohl, für ein homogenes Erscheinungsbild zu sorgen. Hinsichtlich der Musik selbst sei abschließend noch angemerkt, daß ich noch viel mehr als ein Schlagzeug einen wummernden Baß vermisse, der offenbar aber von der Band gar nicht benötigt wird. Nach einem Drummer aus Fleisch und Blut halten die drei Herren mittlerweile nämlich sehr wohl Ausschau, nicht aber nach einer Verstärkung am Viersaiter. Und weil wir eben beim Thema "Fleisch und Blut" angelangt wären, sollte auch nicht unerwähnt bleiben, daß APOKRYPTA in der Zwischenzeit auch livetechnisch ihre Auftritte mit allerlei "Accessoires" verfeinern, was wohl in der bayrischen Heimat der Formation für jede Menge Schwierigkeiten sorgen könnte. Der sich hinsichtlich der Texte ergebende Nähe zu EISREGEN steht demnach ein musikalisch sehr eigenständiges Produkt gegenüber, das zum Glück nicht nur auf die Provokationen der lyrischen Vorträge angewiesen ist.

http://www.apokrypta.com/

vomacka@web.de

...und den Deckel drauf


Walter Scheurer

 
APOKRYPTA im Überblick:
APOKRYPTA – Alle in den Sarg (Do It Yourself-Review von 2007 aus Online Empire 33)
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