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SADUS – Out For Blood

MASCOT RECORDS/ROUGH TRADE

Da Steve DiGiorgio in den letzten Jahren an dermaßen vielen Bands und Projekten beteiligt war, daß man mitunter die Frage stellen durfte, mit wem der Kerl noch nicht zusammengespielt hatte, blieb für sein abgestammtes Betätigungsfeld SADUS offenbar zu wenig Zeit übrig.

Erinnern wir uns zurück: SADUS wurden Mitte der 80er Jahre gegründet und konnten erstmals 1986 mit ihren Demo »D.T.P.« für Aufsehen sorgen. Im Underground konnte die Truppe mit ihren brillanten Veröffentlichungen »Illusions « (1988) und »Swallowed In Black« (1990) einigermaßen Ansehen erlangen, doch der große Durchbruch blieb, wohl nicht zuletzt deshalb, weil es für die "breite Masse" offenbar zu mühsam war, den Songs von DiGiorgio und seiner Mannschaft zu folgen, verwehrt. Für den "Durchschnitts-Thrasher" war die Band wohl zu frickelig, während der "Homo Progressivus" sich mit der Brutalität der Kompositionen niemals anfreunden konnte. SADUS standen schon immer für technisch herausragenden und dennoch ungemein druckvollen und brutalen Thrash Metal, woran sich auch bis heute nichts geändert hat.

Durch sein jahrelanges Engagement bei DEATH war es für Steve offenbar unmöglich, seine Energie auch noch für seine eigene Band aufzubringen, weshalb man recht wenig zu Gehör bekam. Zusammen mit Joe Allen (d) und Darren Travis (v, g) begann Steve unter dem Namen SADUS erst gegen 1997 wieder, Songs aufzunehmen, was zunächst in der Veröffentlichung von »Elements Of Anger« (1997) gipfelte. Dadurch wurden MASCOT RECORDS auf die Amis aufmerksam und stellten noch im selben Jahr ein Compilation-Album mit Songs der ersten drei Scheiben unter dem Titel »Chronicles Of Chaos« in die Läden. Danach folgte abermals eine "Stilleperiode" bei SADUS, in der Steve unter anderem für CONTROL DENIED, TESTAMENT, VINTERSORG oder ARTENSION aktiv war.

Erst seit kurzer Zeit sind SADUS wohl offenbar wieder das Hauptbetätigungsfeld der Herrn DiGiorgio, Allen (der auch nicht gerade untätig war und ebenfalls bei TESTAMENT und DRAGONLORD mit von der Part(y)ie war) und Travis (der noch nie in ein anderes Projekt involviert war!), weshalb es nun abermals ein neues Album der Band mit dem Titel »Out For Blood« zu bejubeln gibt. Schon der Opener ›In The Name Of...‹ ist ein mächtig brachialer Thrasher geworden und gibt die Richtung vor, die uns über die gesamte Spielzeit der insgesamt elf Songs erwartet. Im Gegensatz zu manch anderen Thrash Metal-Formationen scheuen SADUS keineswegs davor zurück, auch die eine oder andere Frickel-Passage in ihre Songs zu integrieren, was bei den spieltechnischen Fähigkeiten der beteiligten Musiker aber nicht verwundert und zudem auch perfekt ins Gesamtbild paßt. SADUS schaffen es auf ihrer neuen Scheibe gekonnt, ihre Roots, die nun einmal im traditionellen Thrash Metal der 80er Jahre liegen, nicht außen vor zu lassen und können dabei über die gesamte Speilzeit überzeugen. Zudem schafft das Trio durch das Integrieren moderner Elemente auch den Brückenschlag in die Gegenwart. So erinnert beispielsweise ›No More‹ aufgrund der futuristisch anmutenden Keyboards eher an Bands wie DARKANE als an SADUS selbst. Vielleicht hat sich Steve in den letzten Jahren zu sehr mit der Musik anderer Leute beschäftigen müssen, als er deren Werke im Studio oder auch auf der Bühne zum Besten gab, wodurch derlei Einflüsse zu erklären wären. Wer bei so einem mannigfaltigen Betätigungsfeld nicht irgendwelche anderen Elemente mitbekommen würde, müßte ohnehin taub sein und das kann man von diesen Herren beim besten Willen nicht behaupten. Im Gegenzug für ihre Mithilfe bei TESTAMENT darf übrigens Chuck Billy als Gastsänger beim Rausschmeißer ›Crazy‹ begrüßt werden, einer Nummer, die nicht nur als einer der besten Songs von »Out For Blood« in Erinnerung bliebt, sondern wohl auch auf einem der letzten TESTAMENT-Alben mit zu den Highlights gezählt hätte.

http://www.sadus.us/

super 15


Walter Scheurer

 
SADUS im Überblick:
SADUS – A Vision Of Misery (Re-Release-Review von 2007)
SADUS – Chemical Exposure (Re-Release-Review von 2007)
SADUS – Chemical Exposure (Re-Release-Review von 2007)
SADUS – D.T.P. Demo 1986 (Rundling-Review von 2003)
SADUS – Out For Blood (Rundling-Review von 2006)
SADUS – Swallowed In Black (Re-Release-Review von 2007)
SADUS – Swallowed In Black (Rundling-Review von 1990)
SADUS – Swallowed In Black (Rundling-Review von 1990)
SADUS – News vom 07.08.2001
Soundcheck: SADUS-Album »Swallowed In Black« im "Soundcheck Metal Hammer 19-20/90" auf Platz 22
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