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RIBOZYME – Argute

INDIE RECORDINGS/EDEL

Trotz der Tatsache, daß diese Band aus dem norwegischen Bergen schon mehr als 20 Jahre existiert und es in dieser Zeit auf zwei EPs und sechs Longplayer gebracht hat, spielen RIBOZYME international gesehen bislang nur eine kleine, eher unbedeutende Rolle. Woran das genau liegt, weiß man nicht so genau. Ein gewisses Maß an Polarisationspotential ist sicher vorhanden, weshalb es sich darüber auf jeden Fall wunderbar diskutieren läßt.

Auf den ersten Eindruck besteht jedoch kein Grund für Gemecker, denn an sich hat die Truppe auch auf dem von einem, ansehnlichen, künstlerisch ansprechend gestalteten Artwork veredelten, siebenten Dreher vieles richtig gemacht. Zudem sei angemerkt, daß die Norweger auch schon lange wissen, in welche Richtung es gehen soll, denn sie halten auch auf »Argute« an ihrer Gangart fest. Soll heißen, wir bekommen erneut eine teils schmissige, von einem dynamischen Vortrag lebende Melange kredenzt, die jede Menge Elemente des zeitgenössischen ProgRock enthält und nicht zuletzt aufgrund der entspannten, zugleich aber überaus fokussiert tönenden Rhythmik einmal mehr einen Vergleich zu TOOL regelrecht heraufbeschwört.

Da RIBOZYME aber weit mehr zu bieten haben, als nur diese stilistischen Mittel auf ähnlich imposante Weise umzusetzen wie die erwähnte Stilikone aus den USA, ist die Truppe dagegen gefeit, als Plagiat bezeichnet zu werden. Schließlich lassen sich im Verlauf der Spielzeit auch mehrfach deutlich emotionalere, getragenere Prog-Versatzstücke vernehmen. Diesbezüglich dürften Bands wie GAZPACHO als Referenz durchaus zutreffen. Doch das ist bei weitem nicht alles, denn auch aus dem Modern Rock sind jede Menge Zutaten zu vernehmen. Da die Jungs auch ein Faible für jene Mainstream-Größen haben, die momentan bei den ganz großen Festivals weit oben im Billing zu sehen sind, scheint sich das Quintett auch für Fans von COLDPLAY oder LINKIN PARK interessant machen zu wollen.

Doch so oft man im Verlauf der Spielzeit auch an einen (oder auch mehrere) der erwähnten großen Namen erinnert, so schnell sind die Tracks auch schon wieder in Vergessenheit geraten. Wirklich schade, daß mit Hooks dermaßen geizig umgegangen wurde, denn das Potential für Hits sollten RIBOZYME auf jeden Fall besitzen.

Daher wird auch »Argute« nicht für den Durchbruch von RIBOZYME sorgen können, auch wenn die Scheibe soundtechnisch amtlich aus den Boxen kommt und mit Sicherheit auch niemanden stört. Doch wenn selbst in den poppigsten (sprich, den eigentlich darauf angelegten!) Kompositionen keine Melodie dauerhaft im Gedächtnis bleibt, ist es nun mal schwierig, sich einen Namen zu machen.

http://www.facebook.com/ribozyme/

ordentlich 9


Walter Scheurer

 
RIBOZYME im Überblick:
RIBOZYME – Argute (Rundling-Review von 2020 aus Online Empire 83)
Soundcheck: RIBOZYME-Album »Blacklist Mercy« im "Soundcheck Heavy 106" auf Platz 39
Soundcheck: RIBOZYME-Album »Presenting The Problem« im "Soundcheck Heavy 140" auf Platz 52
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