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  UE-Home → History → Online Empire 69 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick →  – Â»Diabolica«-Review last update: 17.11.2019, 14:47:42  

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– Diabolica

AFM RECORDS/SOULFOOD

Über die Kompetenz des belgischen Saitenartisten Dushan Petrossi braucht lĂ€ngst nicht diskutiert zu werden, schließlich sorgt er seit mehr als 15 Jahren immer wieder fĂŒr Staunen ob seiner Fingerfertigkeit. Doch nicht nur an seinem ArbeitsgerĂ€t ist der Mitt-40er ein Könner, der gute Mann hat sich im Laufe der Zeit auch zu einem ĂŒberaus gewieften Songschreiber entwickelt.

Seit einigen Jahren scheint er obendrein vor Ideen regelrecht ĂŒberzugehen, denn auch wenn nahezu drei Jahre seit dem letzten IRON MASK-Dreher »Fifth Son of Winterdoom« vergangen sind, darf man nicht vergessen, daß er 2015 mit seiner Nebenbaustelle MAGIC KINGDOM veröffentlichungstechnisch aktiv war. Aktuell liegt das Hauptaugenmerk jedoch wieder bei IRON MASK, die zwar lĂ€ngst ĂŒber eine beachtliche Fanbase verfĂŒgen, von der breiten Masse jedoch bislang strĂ€flich ĂŒbersehen wurden. Inwiefern diese Tatsache dem Umstand geschuldet ist, daß "StabilitĂ€t" im Line-up bisher leider nur als Fremdwort im Kontext vorhanden war, mag durchaus zutreffend sein, in letzter Konsequenz war die Formation aber auf jeden Fall einfach zu spĂ€rlich prĂ€sent.

Ob sich das von nun an Ă€ndern wird, bleibt zwar noch offen, mit Diego Valdez konnte jedoch binnen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurzer Zeit eine neuer Mann fĂŒr den Gesangsposten rekrutiert werden, und von daher ist ein Aufschwung zu erwarten. Daß der Argentinier mit zu den ganz großen Talenten zĂ€hlt, ist lĂ€ngst kein Geheimnis mehr, konnte er zuletzt doch auf der aktuellen Scheibe von ASSIGNMENT brillieren. Der an sich bei HELKER aktive SĂ€nger scheint aktuell jedoch förmlich ĂŒber sich hinauszuwachsen, schließlich kommt seine Darbietung auf »Diabolica« seiner bisherigen Meisterleistung bei ELECTRONOMICON auf deren letzter Scheibe »Unleashing The Shadows« verdammt nahe.

Zugute kommen seiner, in den getragenen Momenten einen Hauch der Magie des unerreichten Ronnie James Dio verbreitenden Stimme, selbstredend auch die aktuellen Kompositionen von Petrossi. Die Nummern von »Diabolica« wirken im Vergleich zu den VorgĂ€ngerwerken von IRON MASK nĂ€mlich zugleich um eine gehörige Portion Bombast reduziert und kommen stattdessen mit einem gewaltigen Mehranteil an Epik und Heavyness aus den Boxen. Diese, wenn auch stilistisch an sich nur geringfĂŒgige KursĂ€nderung macht diese Scheibe zur bis dato wohl feinsten aus dem Output des belgischen Saitendehners. Offenbar ein kluger Schachzug, weder auf ausgeklĂŒgelte Konzeptgeschichten zu setzen, sondern ausgefeilte, dafĂŒr aber kompakte Tracks mit Schmackes zu servieren. Allen voran das dezent orientalische (und von der Gitarrenarbeit an die tĂŒrkischen Vorzeige-Metaller von PENTAGRAM/MEZARKABUL gemahnende) â€șAraratâ€č entpuppt sich als epische Hymne der Sonderklasse, aber auch der Titelsong, das abgefahrene, mit Malmsteen'scher Flitze-Technik dargebotene â€șDoctor Faustâ€č können vollends begeistern.

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beeindruckend 12


Walter Scheurer

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