UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 53 → Review-Überblick → Re-Release-Review-Überblick → Frank Marino & MAHOGANY RUSH – »RealLIVE!«-Review last update: 04.05.2021, 22:23:21  

last Index next

Frank Marino & MAHOGANY RUSH – RealLIVE! (Doppel-Digipak-CD)

STRING COMMANDER/MIG/INTERGROOVE

Schon seit den Anfangstagen des Unternehmens MAHOGANY RUSH in den frühen 70er Jahren war dieses ganz klar von der Handschrift des Gitarristen Frank Marino geprägt. Logo, denn schließlich war er es auch, der mit seinem eleganten, aber dennoch immerzu auch recht heftigem Stil an der Gitarre das Sagen hatte und dadurch auch von Beginn an zum Chef avancierte. Zu Beginn noch von seinem Bruder Vince an der zweiten Klampfe unterstützt konnte sich die Formation durch Auftritte zusammen mit Helden wie AEROSMITH oder Ted Nugent schnell einen guten Ruf auf dem Live-Sektor erspielen. Doch auch für ihre Veröffentlichungen wurden die Kanadier immer wieder lobend erwähnt, wobei es logischerweise erneut Frank war, dem man für sein in erster Linie an Jimi Hendrix angelehntes Spiel gesondert zu würdigen wußte.

Zwar beschränkte sich der Erfolg des Unternehmens auf den amerikanischen Kontinent, doch zumindest durch diverse Live-Mittschnitte konnte man sich auch in der "alten Welt" ein gutes Bild vom Schaffen von Frank Marino & MAHOGANY RUSH machen, von deren Improvisationskunst man geradezu "Wunderdinge" kolportierte. Davon geprägt sind selbstredend auch die in der Diskographie zu findenden Live-Dokumente - das 1978er-Album »Live« und das erst anno 2004 aufgelegte »Real Live!« - wobei letzteres - das an sich bereits drei Jahre vor dem Veröffentlichungsdatum, genauer gesagt am 8. September 2001, im "Club Soda" zu Montreal aufgezeichnet wurde - und dieser Tage eine Neuauflage erfährt.

Auf diesem Doppeldecker lassen sich jedoch nicht nur die erwähnte Vorliebe der Formation für das Anspielen und Einflechten von unterschiedlichen Themen innerhalb anderer Kompositionen vernehmen, sondern ebenso auch die von Frank die gesamte Karriere über regelrecht zelebrierte Huldigung an seinen "Lehrmeister" Jimi Hendrix. Kein Wunder also, daß man den Konzertabend mit ›Voodoo Chile‹ auch gleich mit einer solchen begonnen hatte, wobei sich die Marino-Version aufgrund der dreckigeren, blues-lastigeren Spielweise doch deutlich von jener seines Zeit- und in Sachen Hendrix auch "Gesinnungs"-Genossen Stevie Ray Vaughn unterscheidet. Imposant erscheint für mich zudem die Art und Weise des Gesangs von Frank, der dabei dem Timbre des Großmeisters verdammt nahekommt. Nicht minder gelungen klingt aber auch ›Red House‹, das zu Beginn einen fast schon jazzigen Unterton enthält, in weiterer Folge jedoch in einen tieftraurigen Blues überleitet und hinsichtlich des Spielwitzes ebenfalls seinem Schöpfer, Jimi Hendrix, gerecht wird. Daß Frank Marino aber nicht nur als Gitarrist ein begnadeter Künstler ist, sondern auch ein ebensolcher als Komponist und Arrangeur, wird mit unzähligen Beispielen bewiesen, wobei sich dabei die Liveversionen der "Eigengewächse" (allen voran ›The World Anthem‹ und ›Tales Of The Unexpected‹) stark von den Studioversionen unterscheiden.

Die Variationen der Formation tendierten sowohl in Richtung eines entspannten jazzig angehauchten "Wohlfühl-Blues", wußten durch verstärkte Schlagzahl und verzerrte Gitarrenklänge jedoch durchaus auch ein gewisses Hard Rock-Flair zu versprühen. Mitunter lassen die Herrschaften sogar innerhalb mancher Jam-Sessions, zu denen man sich offenbar im Verlauf der Spielzeit mehrfach verleiten hat lassen, erkennen, daß es durchaus möglich ist, auf elegante Weise von einem erwähnten Extrem ins andere "überzugleiten" und das mit Bravour und ohne die Stimmung im Auditorium, noch den "Fluß" an sich, zu verlieren.

Zwar ist es Frank Marino niemals wirklich gelungen, außerhalb des heimatlichen Kontinentes großartig für Furore zu sorgen, zumindest in seiner Heimat aber hat sich der gute Mann längst ein Denkmal mit seinem Sound erschaffen. Coole Geschichte also diese Neuauflage, wobei ich persönlich hoffe, daß man sich demnächst auch dem erwähnten ersten Live-Album, wie auch den Studiowerken des Kanadiers annehmen wird.

http://www.mahoganyrush.com/


Walter Scheurer

 
Frank Marino & MAHOGANY RUSH im Überblick:
Frank Marino & MAHOGANY RUSH – RealLIVE! (Re-Release)
Frank Marino & MAHOGANY RUSH – RealLIVE! (Rundling)
unter dem ehemaligen Bandnamen Frank Marino:
Frank Marino – Full Circle (Re-Release)
Frank Marino – From The Hip (Re-Release)
© 1989-2021 Underground Empire


last Index next

Einen Schuß ins Blaue wagen? Zu einer zufälligen Story geht's...
Button: hier