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  UE-Home → History → Online Empire 57 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → DEATH HAWKS – »Death Hawks«-Review last update: 10.06.2024, 23:20:47  

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DEATH HAWKS – Death Hawks

CARGO

Wie dem Metaller seine Kutte heilig ist, dürfte offenbar auch für den Retro-Rocker von heute ein entsprechendes Outfit unabdingbar sein. Anders ist es für mich nämlich nicht zu erklären, weshalb sich augenscheinlich blutjunge Gesellen auf diversen Promobildern vermehrt in Kleidern zeigen, die wahlweise Erbstücke der "Love Generation" sind, oder gar von einem der wöchentlichen Flohmärkte stammen. Ob man dadurch an Authentizität gewinnen kann, vermag ich nicht zu beurteilen, ich persönlich fühle mich aber zumindest gut unterhalten, wenn ich Photos von Formationen wie DEATH HAWKS zu sehen bekomme, denn diese Finnen wirken schon auf den ersten Blick wie einer Zeitmaschine entstiegen.

Noch unterhaltsamer ist jedoch, daß die vier Burschen auch akustisch die letzten Dekaden völlig ignorieren und uns ein Album kredenzen, das uns auf direktem Weg in eine Zeit zurückbeamt, in der selbst nicht mehr ganz so jugendliche Zeitgenosse wie meine Wenigkeit noch eher Zukunftsmusik waren. Will sagen, DEATH HAWKS kommen mit einem Sound daher, den man nicht nur auf den ersten Eindruck hin am ehesten in den späten 60er Jahren zuordnen ist, wobei obendrein noch hinzufügen ist, daß die Finnen ihr Soundkorsett dermaßen "antik" überbringen können, daß quasi nur noch die imitierten Kratzer von alten Schallplatten fehlen. Dennoch klingt die Chose ganz ordentlich, und vor allem der mächtige Psychedelic Rock-Anteil, der in bisweilen tonnenschwerer Version aus den Boxen wabert, stellenweise aber auch mit eleganter Jazz-Schlagseite glänzt, läßt »Death Hawks« zur Wirkung kommen. Doch nicht nur dadurch wissen die Burschen zu imponieren, sie lassen auch jede Menge lässige Grooves vom Stapel und haben vom betörend atmosphärischer Flower Power-Gangart über fetzigen Boogie bis hin zum frühen Prog/Folk/Rock in JETHRO TULL-Manier (auch weil die Finnen auf den Einsatz von Flöten zurückgreifen) nahezu die gesamte Bandbreite an Klängen, die es in jener Zeit zu hören gab, zu bieten.

Lust auf diese nette, gepflegte Zeitreise? Dann los - aber nicht vergessen, sich entsprechend in Schale zu werfen...

http://www.deathhawks.com/

gut 11


Walter Scheurer

 
DEATH HAWKS im Überblick:
DEATH HAWKS – Death Hawks (Rundling-Review von 2013 aus Online Empire 57)
DEATH HAWKS – Sun Future Moon (Rundling-Review von 2015 aus Online Empire 65)
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