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Ein sehr interessantes, weil mannigfaltiges Debut namens »The Mad Moon Rising« prĂ€sentierten uns vor kurzer Zeit die Finnen MANITOU. Entgegen allen Erwartungen klingt dieses nĂ€mlich relativ "unfinnisch", soll heißen das Sextett orientiert sich ebenso wenig an SENTENCED wie an CHILDREN OF BODOM. Viel eher lĂ€ĂŸt sich die Musik grob als gelungene Melange aus traditionellem Metal, Melodien ohne Ende und einer satten Portion progressiver Elemente umschreiben.
Da die Band zu den unbekannten GrĂ¶ĂŸen der Szene zu zĂ€hlen ist, war es an der Zeit ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Drummer Matti Suhonen beantwortete unterstĂŒtzt von SĂ€nger Markku Pihlaja die an die Band ĂŒbermittelten Fragen.

In unseren Breiten seid ihr nahezu gĂ€nzlich unbekannt. Laßt doch zunĂ€chst einmal die Geschichte der Band kurz revuepassieren.

Matti: Im Prinzip begannen wir gegen Ende 1997, als MANITOU zusammen Musik zu machen, also lange bevor unser Debut auf den Markt kam. Allerdings gab es im Laufe der Zeit auch diverse Umbesetzungen innerhalb der Band. Das aktuelle Line-up, bestehend aus den beiden Gitarristen Antti Lauren, Markus Vanhala, Keyboarder Jukka PerĂ€lĂ€, Bassist Ismo Laukkanen, SĂ€nger Markku und mir ist erst seit gut vier Jahren zusammen. Kurz bevor wir einen Plattenvertrag einstreichen konnten, hatten wir uns ĂŒbrigens bereits aufgelöst. »The Mad Moon Rising« stellt als gleichermaßen unser Debut wie auch unsere Reunion-Scheibe dar. So glĂŒcklich wir auch damit sind, endlich eine regulĂ€re CD aufweisen zu können, so realistisch betrachten wir auch unsere Chancen auf dem Markt bestehen zu können. Im Grunde genommen sind wir nichts anderes als ein Haufen musikverrĂŒckter Kids, denen es eben gelungen ist, mit ihrer Musik auch einen Plattenvertrag einzuheimsen.

Vor »The Mad Moon Rising« sind doch ebenfalls bereits CDs erschienen. Was gibt es denn dazu zu berichten?

Matti: Insgesamt haben wir fĂŒnf Demo-CDs eingespielt, die in erster Linie als Promo-Material fĂŒr etwaige Konzertveranstalter gedacht waren. Was die QualitĂ€t betrifft, bin ich heute nicht mehr besonders glĂŒcklich damit, aber dafĂŒr ist »The Mad Moon Rising« zu unserer Zufriedenheit ausgefallen.

Wie kam es denn zur Vertragsunterzeichnung bei RAGE OF ACHILLES, Eurer Plattenfirma?

Matti: Dazu muß zunĂ€chst gesagt werden, daß eigentlich Markus' zweite Band OMNIUM GATHERUM einen Vertrag erhalten hatten. Zu jener Zeit war MANITOU zwar bereits aufgelöst, aber Markus hat es sich nicht nehmen lassen, unser letztes Demo »Valley Of The Evergreen« an RAGE OF ACHILLES zu senden. Dort war man offensichtlich ziemlich angetan von unseren Songs und so kam die Sache wieder ins Rollen.

MANITOU (SF)-Bandphoto 1

Nach mehrmaliger intensiver Einfuhr von »The Mad Moon Rising« fĂ€llt es immer noch schwer, Euch musikalisch zuzuordnen. Zu gleichen Teilen vernehme ich Elemente aus dem Power Metal und dem progressiven Bereich, nicht zu vergessen, daß eure Songs auch mit wunderbaren Melodien nur so gespickt sind. Wie bezeichnet Ihr selbst Eure Musik?

Matti: Wir nennen es einfach Heavy Metal mit progressiven EinflĂŒssen. Allerdings besteht dabei immer die Gefahr, in die DREAM THEATER-Schiene eingeordnet zu werden, was meiner Meinung nach ĂŒberhaupt nicht zutrifft.

Da kann ich dir nur beipflichten. Woher stammen denn die EinflĂŒsse fĂŒr Eure Musik?

Matti: Als gemeinsame Favoriten aller Bandmitglieder kann ich auf jeden Fall IRON MAIDEN, DIO, Ozzy, QUEENSRYCHE und ANNIHILATOR nennen. Klar hat jeder von uns unterschiedliche persönliche Vorlieben, aber die genannten Bands verehren wir alle. Außerdem haben wir auch schon Songs aller genannten Formationen gecovert, was bei unseren Konzerten immer wieder gut angekommen ist.

AuffĂ€llig ist an Euren Songs desweiteren, daß zwar ein dezenter dĂŒsterer Eindruck vermittelt wird, die fĂŒr Finnen aber sonst fast schon obligatorische Melancholie dagegen fehlt. Absicht?

Markku: Wir sind eben absolut keine "Trauerweiden". Ich finde man sollte immer nur jene Art von Musik spielen, zu der man auch gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig in der Lage ist. Blues kann man beispielsweise nur dann authentisch vermitteln, wenn man in der richtigen Stimmung dafĂŒr ist. Wer weiß, vielleicht gelingt es uns einmal, solche Art von Musik zu spielen, wenn wir reif genug dafĂŒr sind.

Wie darf ich mir denn das Songwriting bei MANITOU vorstellen?

Matti: ZunĂ€chst entsteht generell die Musik, wobei diese zumeist im Kollektiv in unserem Proberaum erarbeitet wird. In den meisten FĂ€llen kommen unsere Gitarristen mit Ideen fĂŒr Riffs oder ganzen Strukturen an, aus denen wir dann die Songs basteln. Zuletzt macht sich dann Markku an die Arbeit die richtigen Texte fĂŒr die Musik zu schreiben.

Gute Überleitung. Wenn ich die Texte richtig interpretiere, vermischen sich persönliche Erfahrungen und fiktive Geschichten zu einer gelungenen Melange, die nicht immer positiv wirkt.

Markku: Genau. Ich arbeite sehr gerne mit einer gewissen Symbolik. Dabei versuche ich, möglichst interessante Geschichten zu gestalten. So extrovertiert bin ich nun einmal nicht, daß ich mein Seelenleben in meinen Lyrics preisgeben möchte. FĂŒr die nĂ€chste Scheibe werden die Texte dann noch einen Spur dĂŒsterer ausfallen. Es gibt eben im Moment nur sehr wenig positives zu berichten.

Matti: Außerdem passen dĂŒstere Texte auch besser zu unserer Musik.

Was die Produktion betrifft darf angemerkt werden, daß der Sound zwar druckvoll ausgefallen ist, aber mit Sicherheit noch ein wenig verbesserungswĂŒrdig erscheint. Weshalb habt Ihr denn die Sache nicht einem Produzenten ĂŒberlassen, sondern stattdessen selbst Hand angelegt?

Matti: Unser Budget war dermaßen gering, daß wir nicht einmal daran denken durften, einen Produzenten bezahlen zu können. Eventuell klappt es ja beim nĂ€chsten Album.

Werdet Ihr denn auch die Chance erhalten, Eure Songs vor Publikum prÀsentieren zu können, eventuell gar auf einer Tournee?

Markku: Da sieht es im Moment sehr schlecht aus. RAGE OF ACHILLES nehmen im Moment eine kleine "Auszeit", die wohl finanzielle Ursachen haben dĂŒrfte. DiesbezĂŒglich sind wir auch auf der Suche nach einem anderen Label. FĂŒr dieses Jahr haben wir aber noch einige Konzerte in unserer Heimat organisiert.

Na, das klingt ja nicht gerade verheißungsvoll, wagen wir aber dennoch einen Blick in die Zukunft der Band.

Matti: Wie bereits erwĂ€hnt stecken wir bereits mitten in den Arbeiten fĂŒr ein weiteres Album. Wir sind schon eifrig am Schreiben neuer Songs. GeschĂ€ftlich werden wir uns wohl um einen neuen Partner umsehen mĂŒssen, aber vielleicht kommen RAGE OF ACHILLES nochmals aus ihrer Krise heraus. Wenn nicht, werden wir wohl »The Mad Moon Rising« nochmals veröffentlichen mĂŒssen.

Da steht uns wohl der Re-Release eines als Debut veröffentlichten Reunion-Albums bevor...

http://www.manitouband.com/

info@manitouband.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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