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  UE-Home → History → Online Empire 50 → Interview-Übersicht → KROSSFIRE-Interview last update: 29.02.2024, 16:30:54  

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Metal aus Bulgarien? Für Insider längst keine Besonderheit mehr, aufgrund der Seltenheit des Bandvorkommens jener Region hierzulande für weniger Underground-affine Zeitgenossen aber wohl immer noch etwas Exotisches. Das wird sich aber hoffentlich nun endgültig ändern, schließlich zählt mit KROSSFIRE ein wahrlich edles Exemplar zu den Aushängeschildern der dortigen Szene.
An dieser Formation ist bereits die Frühzeit imposant, denn schon bald nach der Gründung im Jahr 2001 konnten sich diese Burschen durch zahlreiche Gigs eine ganze Menge Fans in ihrer Heimat Bulgarien erspielen, unter anderem als Support für JAG PANZER anno 2005. Die Truppe konnte sich in dieser ersten Phase, in der zwei Gitarristen zum Line-up zählten, auch vor stilistisch nicht wirklich passenden Bands wie PUNGENT STENCH bestehen, was weiter für die Qualität spricht.
Die kraftvoll intonierte Mucke von KROSSFIRE ist seit dem Einstieg von Keyboarder Peter Boshnakov im Jahr 2007 zwar noch eine Nuance melodischer geworden sowie mit einem dezenten Prog-Anstrich versehen worden, dennoch dominiert der Power Metal nach wie vor das Geschehen. Die Klasse ihres ersten Langeisens »Learning To Fly« sorgte vor allem hierzulande für Begeisterung, die durch den nunmehr "offiziellen" Release des Albums wohl noch weiter steigen wird.
Davon ist auch Sänger Dimo Petkov überzeugt, der sich unserem allseits beliebten "Frage/Antwort"-Spielchen stellte.

KROSSFIRE-Bandphoto 1

Was erwartet Ihr denn von der Neuauflage Eures Debutalbums? Die Frage stellt sich insofern, da Ihr »Learning To Fly« ja erst vor einem Jahr in Eigenregie aufgelegt habt?

Da wir offenbar doch mehr Fans mit unserer Musik anzusprechen imstande sind, als wir angenommen hatten und noch nicht einmal zu träumen gewagt hätten, hoffen wir natürlich durch die nunmehr deutlich bessere Business-Situation unseren Status noch weiter ausbauen zu können. Einen Grundstock dafür sollten wir zwar gelegt haben, das Aufbauen einer internationalen Fangemeinde ist aber erst jetzt realistisch.

Nachvollziehbar. Wie aber kam es denn überhaupt zum Vertrag bei PURE STEEL RECORDS?

Da die Inhaber selbst begeisterte Metalfans sind, war es überhaupt nicht schwierig ins Geschäft zu kommen. Im Gegenteil, die Jungs sind von sich aus an uns herangetreten und haben uns einen Deal angeboten, da sie vom Album restlos begeistert waren. Feine Sache!

Geschmack beweist man im Lager von PURE STEEL immer wieder. Warum aber wurde denn das Cover verändert, es sah doch ganz ordentlich aus?

Das geht auf die Kappe unseres Labels. Die Jungs hatten eher ein Motiv vor Augen, daß besser zu unserer Musik paßt. Nun denn, das Unterfangen ist gelungen, denn der optische Aspekt konnte durch die Neuauflage in der Tat noch verbessert werden.

Aber wirklich nötig wär's nicht gewesen. Wurscht - das Teil knallt amtlich, und das ist vieeeeel wichtiger. Wie waren die Reaktionen auf das Album bisher?

Sensationell! Nicht nur, daß wir unsere Fans in Bulgarien einmal mehr begeistern konnten, es ist uns damit endlich auch gelungen, uns in anderen Teilen Europas - vor allem aber bei Euch in Deutschland - einen Namen machen zu können. Die euphorischen Reviews bei Euch konnten auf uns aufmerksam machen, und genau da wollen wir auch ansetzen und uns noch weiter steigern.

Gute Einstellung. Habt Ihr denn bereits weiteres Material am Start?

Oh ja! Zwei Tracks sind sogar schon vollständig und warten nur noch darauf, im Studio eingetütet zu werden. Wir haben zu Beginn des Jahres damit begonnen und jede Menge weitere Ideen und Songfragmente in petto. Wir denken, daß wir bis 2013 mit dem nächsten Album am Start sein können.

Wie darf man sich das Songschreiben bei Euch generell vorstellen?

Leider ist das bei uns nicht ganz so einfach, da wir nicht in unmittelbarer Nähe zueinander beheimatet sind. Von daher müssen wir wohl oder übel auf "moderne" Möglichkeiten zurückgreifen und schicken mitunter Ideen zunächst immer wieder hin und her, bevor wir jemals als Band daran arbeiten können. Erst wenn wir uns dann für Proben treffen ist ein solches Feeling zu verspüren, aber auch das ist nicht unkompliziert, da wir uns dafür erst immer Urlaub nehmen müssen und so weiter.

An der Bandsituation als solche ändert das aber zum Glück nichts. Mit dieser seid Ihr wohl aktuell durchaus zufrieden, oder?

Mehr als das! Wir denken, daß KROSSFIRE stärker denn je sind. Deshalb blicken wir auch positiv in die Zukunft und wollen uns alle auch weiterhin verbessern und weiterentwickeln und das nicht nur als Band. Was wir jedoch sehr gerne geändert hätten, wäre uns Bekanntheitsstatus. Deshalb wir hoffen natürlich, daß wir es in absehbarer Zeit auch schaffen, zu Euch zu kommen, um live zu spielen.

KROSSFIRE-Headline

Apropos: Von Euren Shows erzählt man sich nur Feinstes - wie würdest Du uns "Greenhorns" Eure Performances beschreiben?

Wir denken, daß wir auf der Bühne noch stärker sind als auf Tonkonserve. Ein Kritiker hat uns einmal sogar mit den Worten: "Fire and storm has just swept us away" beschrieben. Keine Ahnung, wie gut wir wirklich sind im Vergleich zu anderen Bands, auf jeden Fall lieben wir es, live zu spielen und versuchen dabei auch immer, das Beste zu geben.

Welche Gigs waren denn die Highlights für Euch bisher?

Von den letzten Shows, die wir gespielt haben, waren es eigentlich immer jene bei Motorradtreffen hier bei uns in Bulgarien. Was für eine Stimmung! Inzwischen haben wir sehr viele Bekannte in dieser Szene und bekommen daher auch regelmäßig die Chance zu spielen. Bei den "Black Roses" aus Kasanlak haben wir schon fast eine Inventarnummer. [lacht] Es macht aber auch immer wieder Spaß, für diesen Club zu spielen. Die Organisation ist perfekt, Bühne wirklich groß und das Drumherum auf absolut professionellem Niveau.

Außerhalb Bulgariens geht aber scheinbar nicht wirklich viel?

Nein leider, aber wir arbeiten dran. [lacht] Im letzten Jahr konnten wir zumindest schon in Griechenland auftreten und zwar auf einem Treffen, das die "Macedonian Warriors Hellas", einer der größten Motorrad-Clubs in Griechenland organisiert haben. Das war schon mal ein verdammt guter Auftritt, vielleicht gelingt uns ja das selbe auch mal bei Euch!

Das wäre auch für uns eine coole Sache, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, daß es einfachere Unterfangen gibt. Hat sich denn in den letzten Jahren etwas verbessert für Bands in Bulgarien? Vor einiger Zeit noch wurde man ja als Metalband in vielen Ländern des sogenannten "ehemaligen Ostblocks" nicht gerade mit Wohlwollen beachtet.

Doch, verändert hat sich innerhalb des letzten Jahrzehntes doch einiges, auch wenn es wohl noch immer nicht ganz so einfach ist wie bei Euch. Damals - also vor der Öffnung des "Eisernen Vorhangs" - war die Situation aber noch viel schlimmer. Mitunter wurde man wirklich verfolgt, wenn man dabei "erwischt" wurde, daß man sich an der "bösen" Musik des Westens ergötzt oder diese gar selbst zu spielen im Schilde führt. Für Euch mag das unvorstellbar klingen, aber es war wirklich nicht einfach - allerdings bin ich durchaus zufrieden, denn im direkten Vergleich geht es uns als Band nunmehr deutlich besser, wie man auch sagen kann, daß sich der Lebensstandard hier bei uns deutlich verbessert hat.

Das klingt verheißungsvoll für Eure zukünftigen Aktivitäten und auch für die bulgarische Metalszene an sich. Gibt es neben Euch für uns Underground-Trüffelschweinchen in Bulgarien aktuell noch weitere Schätze zu entdecken?

Jede Menge, wobei diese auch aus allen nur erdenklichen Genres der Rockmusik stammen! Die Szene gedeiht prächtig, obwohl es immer noch sehr schwierig ist, Gigs zu organisieren. Die momentane Wirtschaftslage macht es nämlich auch nicht einfacher, so daß es immer ein Risiko darstellt, als Band etwas auf eigene Kosten zu unternehmen. An weiteren Namen sollte man sich auf jeden Fall IVORY TWILIGHT, TORNADO, YUVIGI, FYELD, MYSTICA, ODD CREW und WARTIME merken, die allesamt das Zeug dazu haben, weit über die Grenzen hinaus bekannt zu werden. Das ist auch unser erklärtes gemeinsames Ziel!

Bleibt nur noch zu hoffen, daß es KROSSFIRE zumindest annähernd gelingen kann, dieses Ziel auch zu erreichen, ich jedenfalls drück' der Band schon mal die Däumchen!

http://www.krossfirebg.com/

dimo@krossfirebg.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

KROSSFIRE im Überblick:
KROSSFIRE – Learning To Fly (Do It Yourself-Review von 2011 aus Online Empire 48)
KROSSFIRE – Learning To Fly (Rundling-Review von 2011 aus Online Empire 49)
KROSSFIRE – Heavy 123-Special (aus dem Jahr 2009)
KROSSFIRE – Heavy 128-Interview (aus dem Jahr 2010)
KROSSFIRE – Online Empire 36-"Rising United"-Artikel (aus dem Jahr 2008)
KROSSFIRE – Online Empire 45-Interview (aus dem Jahr 2010)
KROSSFIRE – Online Empire 50-Interview (aus dem Jahr 2012)
KROSSFIRE – News vom 10.10.2021
Soundcheck: KROSSFIRE-Album »Learning To Fly« im "Soundcheck Heavy 139" auf Platz 25
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