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KROSSFIRE-Headline

Zwei Songs haben ausgereicht, um vom Talent der bulgarischen Combo KROSSFIRE ├╝berzeugt zu sein, wobei einer der beiden auch gleich mal auf der letzten "Metal Crusade" im HEAVY-Magazin gelandet war. Daher soll die Band nun etwas eingehender vorgestellt werden, was uns zugleich die Gelegenheit gibt, ein wenig in die weitgehend unbekannte bulgarische Metalszene einzutauchen. KROSSFIRE-S├Ąnger Dimo Petkov und Gitarrist Georgi Koushev begleiteten uns.

KROSSFIRE-Bandphoto 1

KROSSFIRE wurden im Jahr 2001 unter dem Namen DARK NIGHT gegr├╝ndet. Was hat Euch zu der Umbenennung inklusive "Falschschreibung" bewogen?

Georgi: Die Idee zu unserem ersten Namen DARK NIGHT hatte unser Bandgr├╝nder und Drummer Spas Markov schon, bevor er die Band ins Leben rief. Wir anderen mochten den Namen eigentlich nie sonderlich, so da├č wir immer die Idee eines Namenswechsels im Hinterkopf hatten. Als nach etwa einem Jahr die Bandarbeit ernsthafter wurde, fingen wir an, nach einem neuen Namen zu suchen. Unser damaliger zweiter Gitarrist schlug CROSSFIRE vor, nachdem er das Wort in einem Artikel in einem Magazin gesehen hatte; es war im METAL HAMMER gewesen, wenn ich mich recht entsinne. Der Name soll keine besondere Bedeutung haben, sondern er wirkt einfach cool und klingt gut. Doch wir hatten zu diesem Zeitpunkt keinen Schimmer, da├č es unz├Ąhlige Band gibt, die den gleichen Namen verwendeten. Als uns diese Tatsache jedoch irgendwann bewu├čt wurde, haben wir einfach das "C" gegen ein "K" ausgetauscht.

Dimo: Von 2001 bis 2004 hie├čen wir also CROSSFIRE, doch dann ├Ąnderten wir unseren Namen in KROSSFIRE. Wir waren damals auf die t├╝rkische Band CROSSFIRE gesto├čen, die bereits Ver├Âffentlichungen vorzuweisen hatte und sich den Namen auch hatte sch├╝tzen lassen.

Aus Euren Anfangstagen sind neben Spas nur noch die KROSSFIRE-"Saitenartisten", also Du, Georgi, und Euer Bassist Georgi Driev verblieben. Wie klang die Band am Anfang, und inwiefern haben die neuen Musiker die musikalische Ausrichtung der Band beeinflu├čt?

Georgi: Am Anfang war es mit unserem spielerischen K├╝nsten noch nicht allzu weit her, so da├č wir uns haupts├Ąchlich an m├Âglichst einfach zu bew├Ąltigende Covers heranwagten. Ich kann mich auf alle F├Ąlle noch an die zahllosen Male erinnern, wie wir ÔÇ║For Whom The Bell TollsÔÇ╣ von METALLICA gespielt haben. Nach und nach verbesserten wir uns auf unseren Instrumenten und widmeten uns auch schwierigeren St├╝cken. Einen enormen Schritt bedeutete der Zugang von Nikola Ivanov als zweiter Gitarrist: Er hatte schon jahrelang Erfahrung gesammelt, so da├č wir viel von ihm lernen konnten und uns innerhalb einer kurzen Zeit deutlich weiterentwickelten. Er brachte den Hard Rock-Einflu├č mit, der ziemlich stark unsere ersten zehn Eigenkompositionen pr├Ągte.

Dimo: In Bulgarien wollen jene Leute, die in Clubs gehen, Spa├č haben, Bier trinken und gute Musik h├Âren. Daher sind Coversongs nat├╝rlich sehr angesagt, so da├č sich die Band am Anfang auch stark darauf ausrichtete. Als ich dann sp├Ąter hinzustie├č begannen wir, uns mehr und mehr eigenen Kompositionen zu widmen. Ende 2006 hatten wir dann zehn Songs fertig, die nur darauf warteten, im Studio aufgenommen zu werden, aber ungl├╝cklicherweise nahm Nikola just zu diesem Zeitpunkt, genauer gesagt im April 2007, seinen Abschied bei uns.

KROSSFIRE-Einzelshot: Dimo Petkov

Ich kann mir vorstellen, da├č die Entscheidung, ihn mit Eurem Keyboarder Peter Boshnakov zu ersetzen, eine deutliche Ver├Ąnderung der Musik mit sich brachte.

Georgi: Genau! Das hat die Band komplett umgekrempelt. Wir wollten eigentlich immer m├Âglichst heavy zur Sache gehen, aber Nikola war dagegen. Nachdem er einige Jahre mit uns gespielt hatte, entschlo├č er sich, die Musik an den Nagel zu h├Ąngen, denn sein Job f├╝hrte ihn ins Ausland. Also war es f├╝r uns klar, da├č wir unsere urspr├╝ngliche Intention umsetzen w├╝rden und eine h├Ąrtere, aber auch progressiver ausgerichtete Richtung zu beschreiten. Daher suchten wir nach einem Keyboarder anstelle eines zweiten Gitarristen, und so kam Peter zu uns. Es war wie ein Neustart f├╝r uns, denn wir warfen neun unserer Songs ├╝ber Bord und ├╝bernahmen nur ÔÇ║Angels CryÔÇ╣. Dann begannen wir also von neuem, Songs zu komponieren, die exakt unseren Vorlieben entsprachen.

Dimo: Das war die perfekte Gelegenheit, um diesen Richtungswechsel umzusetzen. Ich bin ein riesiger Fan von KAMELOT und CONCEPTION, und wir wollten als Band eine ├Ąhnliche Richtung einschlagen. Peter steht enorm auf progressive Musik von Bands wie SYMPHONY X oder DREAM THEATER, so da├č er eine ganz neue Komponente in unsere Musik brachte. Er ist ein toller Komponist, Musiker und ein guter Freund, so da├č wir ├╝bergl├╝cklich sind, ihn bei uns zu wissen. Dennoch war es ein riskanter Schritt, denn uns war bewu├čt, da├č wir den Gro├čteil unserer damaligen Songs nicht weiterhin nutzen konnten.

Ich finde Euren Stil recht au├čergew├Âhnlich. War bei dessen Entwicklung auch Eure bulgarische Herkunft wichtig?

Georgi: Oh je, es ist heutzutage so schwer, einen Stil zu beschreiben. Es gibt so viele Genres und Subgenres, da├č es echt verwirrend ist. Wahrscheinlich w├╝rde ich Begriffe wie "Power" und "Progressive" benutzen, um uns zu charakterisieren. Es ist uns vor allem wichtig, da├č die Songs nie banal ausfallen; so haben wir beispielsweise bei einem Song niemals Doublebass von der ersten bis zur letzten Sekunde. Andererseits wollen wir auch die progressive Note nicht ├╝berbetonen, sondern setzen diese Elemente nur gelegentlich ein, um dem Song die W├╝rze zu verleihen. Wir m├Âchten also, da├č unsere Musik interessant ist, aber auch nicht zu abgedreht ausf├Ąllt. Wir sind zudem bem├╝ht, die Songs eing├Ąngig zu gestalten, so da├č es nicht nur uns Spa├č macht, sie zu spielen, sondern eben auch dem H├Ârer, sie anzuh├Âren. Inwiefern sich unsere Heimat in unserer Musik widerspiegelt, vermag ich gar nicht zu sagen, aber wir haben ein paar Songs, die leicht von ├Âstlicher Musik beeinflu├čt sind. Ein Song dreht sich um ein Thema, das eng mit unserer Kultur verkn├╝pft ist: Es handelt von Alexander dem Gro├čen.

Dimo: Unserer Meinung nach ist unsere Musik einfach heavy und progressiv. Wir gehen in diese Richtung und versuchen dabei, unseren eigenen KROSSFIRE-Stil zu entwickeln. In unserem Land gibt es nicht viele Bands, die diese Art von Musik spielen, sondern Blues, Alternative, Hard Rock oder auch Death und Black Metal machen den L├Âwenanteil aus. Wir wollen nicht mit aller Gewalt anders als andere Band sein, sondern wir spielen einfach die Musik, die uns gef├Ąllt, und sind dabei bem├╝ht, unsere eigene Pers├Ânlichkeit mehr und mehr hervorzubringen.

KROSSFIRE-Einzelshot: Georgi Koushev

Bislang habt Ihr lediglich zwei Songs studiotechnisch festgehalten, die sich auf Eurer ┬╗Touch Of Destiny┬ź-Single befinden. Auf Eurer DVD konnte ich dann nochmal ein paar weitere Eigenkompositionen ersp├Ąhen, doch generell stellt sich die Frage, ob Ihr langsame Songwriter seid.

Georgi: Diese Songs, die Du auf der DVD geh├Ârt hast, geh├Âren zu jenen, die wir mittlerweile verworfen haben, so da├č Du sie also ├╝berhaupt nicht mitz├Ąhlen darfst. [lacht] Zus├Ątzlich zu den beiden Songs auf unserer Single haben wir im Moment acht oder neun Songs, die fast fertig sind und aufgenommen werden k├Ânnten. Wir entschlossen uns nach ┬╗Touch Of Destiny┬ź, da├č wir beim n├Ąchsten Studiobesuch ein komplettes Album aufnehmen wollen. Daher warten wir, bis die Songs ausgereift sind, und freuen uns schon jetzt drauf, wenn wir sie endlich aufnehmen k├Ânnen. Beim Songwritingproze├č haben wir das Problem, da├č wir alle unsere regul├Ąren Jobs haben und Dimo sogar in einer anderen Stadt arbeitet. Daher schicken wir unsere Ideen mittels Internet hin und her, haben aber nur die M├Âglichkeit, etwa drei- bis viermal im Monat zu proben. Das macht es nat├╝rlich noch schwieriger, sich f├╝r Shows vorzubereiten.

Gibt es denn schon konkrete Aufnahmepl├Ąne?

Dimo: Das ist schwer zu sagen, denn der Geldfaktor spielt da eine gro├če Rolle, aber wir hoffen, da├č wir es bis zum Ende des Jahres schaffen werden.

Ihr scheint Euch riesig ├╝ber die Teilnahme an der "Metal Crusade" gefreut zu haben. Immerhin habt Ihr eine eigene, recht aufwendig gestaltete Abteilung auf Eurer Homepage eingerichtet, die sich nur diesem Thema widmet. Au├čerdem habt Ihr ein Trailervideo dazu erstellt und wurdet sogar im Radio deswegen interviewt!

Georgi: Die Teilnahme hat uns sehr geholfen! Es kommen immer wieder neue Leute auf unsere MySpace-Seite, die uns erz├Ąhlen, da├č sie uns auf der "Metal Crusade"-CD geh├Ârt haben. Au├čerdem hast Du uns ja verraten, da├č unser Song mehrfach beim"Bang Your Head!!!"-Festival in den Umbaupausen gelaufen ist. F├╝r uns als bulgarische Band ist das wirklich eine gro├čartige Sache!

Dimo: Wir sind in der Tat aus dem H├Ąuschen deswegen, denn in unserer Heimat hat das noch keine Underground-Band geschafft. Da wir unsere Fans immer wissen lassen wollen, was bei KROSSFIRE passiert, halten wir sie mittels unserer Webseite oder unseren Profilen bei den Social Networks ├╝ber solche Dinge auf dem Laufenden. Wir hielten es f├╝r eine gute Idee, die Seite f├╝r unsere Webpage und den Trailer f├╝r unsere Seiten bei YouTube und Vimeo zu basteln.
Wir haben in der Tat auch ein Interview wegen der Teilnahme an der "Metal Crusade"-CD gegeben. Der Sender nennt sich "Radio Varna", und Martin Nikolov, der die Sendung "From The Other Side" macht, war mein Gespr├Ąchspartner. Er hat mich per Telephon interviewt. Es ist eine Sendung, die sich dem Metal in Bulgarien im Allgemeinen widmet. Sie f├╝hren oft Interviews mit allen nur erdenklichen Musikern und Bands. Zudem spielen sie viele Rock- und Metalsongs. Auf ihrer Webseite kann man zudem Photos und News zu Konzerten in Bulgarien sehen.

KROSSFIRE-Einzelshot: Georgi Driev

Ich habe gesehen, da├č Ihr einen "digitalen Plattenvertrag" mit der Firma TOXITY RECORDS f├╝r ihre "MusicSpace"-Plattform unterschrieben habt. Gebt Ihr Euch damit zufrieden, Eure Musik als Download anzubieten, oder wollt Ihr auch einen normalen Deal, der Euch erm├Âglicht, eine regul├Ąre CD zu machen?

Dimo: Solche Digitaldeals kommen heutzutage immer h├Ąufiger zustande und werden immer wichtiger. Das Internet erlaubt eine schnelle Promotion und einen schnellen Verkauf der Musik, w├Ąhrend CDs gepre├čt, mit einem gedruckten Booklet versehen und anschlie├čend vertrieben werden m├╝ssen. Dennoch ist uns wichtiger, eine physikalische CD zu machen und zu verbreiten, wobei wir die Downloads als zus├Ątzliches Werbewerkzeug nicht aus den Augen lassen wollen.

Georgi: Eine regul├Ąre CD hat eindeutig Vorrang f├╝r uns - selbst wenn sie nur den Zweck h├Ątte, sie den ma├čgeblichen Labels zuzusenden, um herauszufinden, wie es um unsere Chancen bestellt ist.

Live spielt Ihr Songs von so unterschiedlichen Bands wie IRON MAIDEN, KAMELOT, SAVATAGE, RAINBOW, MANOWAR, AVANTASIA oder sogar BON JOVI. W├Ąhlt Ihr sie aus, weil die Bands Euch beeinflu├čt haben, oder weil diese Songs einfach popul├Ąr sind? Kurz gesagt: Grassiert die Coverplage auch in Bulgarien, so da├č Euer Set notgedrungen auch Coverversionen enth├Ąlt?

Georgi: Es ist ein wenig von beidem: Die ├╝bliche Spielzeit f├╝r eine Clubshow betr├Ągt etwa drei Stunden, was eine sehr lange Zeit ist, so da├č wir auf Fremdkompositionen zur├╝ckgreifen m├╝ssen. Andererseits wird aber auch erwartet, da├č wir bekannte Songs spielen. Der negative Aspekt dabei ist, da├č das hiesige Publikum es nicht gewohnt ist, zu Gigs zu gehen, bei denen Bands ausschlie├člich Eigenkompositionen spielen. Die Coversongs w├Ąhlen wir so aus, da├č wir einige Songs spielen, die das Publikum einfach erwartet, und einige, auf die wir richtig Bock haben.

2008 habt Ihr eine Show f├╝r Eure ┬╗Seven Years On Stage┬ź-DVD gefilmt. Bei der Show habt Ihr sogar einen riesigen Geburtstagskuchen mit dem Bandlogo & Co, bekommen. Was war an der Zahl sieben so speziell, da├č Ihr sie so ausgiebig gefeiert habt?

Georgi: Jeder unserer Jahrestage ist etwas besonderes f├╝r uns, so da├č wir jeden m├Âglichst amtlich feiern m├Âchten, sofern sich die Gelegenheit dazu bietet. Damals kam hinzu, da├č wir gerade unsere erste Demo-CD ┬╗Touch Of Destiny┬ź ver├Âffentlicht hatten, so da├č sich eine solche Party einfach anbot.

Ich war ├╝berrascht wie nah Eure beiden Demosongs ÔÇ║Touch Of DestinyÔÇ╣ und ÔÇ║Angels CryÔÇ╣ in der Liveversion von der DVD an die Studioversion rankommen - vor allem, was Dimos Gesang betrifft. Seid so gut aufeinander eingespielt, oder habt Ihr - wonach es eigentlich nicht klingt - kr├Ąftig im Studio nachbearbeitet?

Georgi: Wir haben nichts an der DVD herummanipuliert. Der Sound stammt sogar direkt von den Kameramikros und wurde noch nicht mal gemastert. Wir waren uns eine ganze Zeitlang unschl├╝ssig, ob wir die DVD ├╝berhaupt ver├Âffentlichen sollten, aber wir wurden immer wieder von Fans deswegen gefragt, so da├č wir sie dann herausbrachten. Was unseren "Trainingsstand" betrifft, kann ich nur sagen, da├č unsere Weiterentwicklungen haupts├Ąchlich durch unser gemeinsames Spiel zustande kommen. Dabei ist es nat├╝rlich auch von Vorteil, da├č wir uns gegenseitig sehr gut kennen und auch menschlich gut miteinander harmonieren.

Dimo: Ich versuche, die Songs immer gleich zu singen - egal ob bei den Proben, bei Konzerten oder im Studio. Das ist nicht schwierig, da ich zus├Ątzlich zu den gemeinsamen Proben auch ausgiebig alleine ├╝be.

KROSSFIRE-Einzelshot: Peter Boshnakov

Der Auftrittsort, an dem Eure DVD entstanden ist, sieht eher wie eine normale Diskothek aus. Wie steht es in Eurer Heimat um Liveclubs, in denen Metalbands auftreten k├Ânnen?

Georgi: Genau, es handelt sich um einen normalen Laden, der einmal in der Woche eine Rock/Metal-Nacht veranstaltet. Nachdem wir ein paarmal dort gespielt hatten, freundeten wir uns mit dem Clubbesitzer an, der uns auch weiterhin unterst├╝tzte, so da├č wir beschlossen, unser Jubil├Ąumskonzert dort stattfinden zu lassen. In Sachen Liveclubs sah es in den letzten beiden Jahren recht gut aus, aber dank der Finanzkrise haben wir mittlerweile echte Probleme, ├╝berhaupt noch live auftreten zu k├Ânnen.

Dimo: In Bulgarien gibt es so etwas wie einen reinrassigen Metalclub nicht. In den Musikclubs werden alle Stilrichtungen gespielt, an manchen Abenden mit Liveband, an anderen mit DJs. Hinzu kommt, da├č es nicht gerade viele solcher Clubs gibt; vielleicht sind es zehn St├╝ck im ganzen Land.

Ihr habt eine Menge Videos auf Eurem Vimeo-Account - sogar von den Coversongs. Seht Ihr Videos als ein derart wichtiges Medium an?

Georgi: Ja, denn alles, was die Leute in positiver Hinsicht auf uns aufmerksam machen kann, ist wichtig f├╝r uns.

Es scheint auch so, da├č Ihr 'ne Menge Zeit investiert, um spezielle Artworks f├╝r die Band zu entwerfen oder um Livephotos ins Internet zu stellen. Wird das von Euren Fans honoriert?

Georgi: Ja, wir haben schon viele Komplimente f├╝r unsere Webseite und f├╝r unsere MySpace-Pr├Ąsenz bekommen. Die Credits daf├╝r gehen komplett an Dimo.

Dimo: Wir versuchen, unsere Band auf alle m├Âgliche Arten zu promoten, sei es mittels der Homepage, auf MySpace, Facebook oder mittels Videokan├Ąlen wie YouTube und Vimeo. Dabei hilft ein gutes Design, das das Auge einf├Ąngt, nat├╝rlich immens, so da├č wir eine Menge Energie hineinstecken. Viele Leute, die sich auf unserer Webseite f├╝r unseren Newsletter angemeldet haben, fragen auch oft nach Livephotos, so da├č wir diesen Wunsch gerne erf├╝llen.

Dimo singt mittlerweile auch bei DEFENDER. Inwiefern beeinflu├čt dies KROSSFIRE? DEFENDER existieren ein wenig l├Ąnger. Sind sie auch gr├Â├čer als KROSSFIRE?

Georgi: Es gibt keine Begriffe wie "gr├Â├čer" und "kleiner" bei den hiesigen Bands. Alle stehen auf einer Stufe und haben die gleichen Chancen.

Dimo: Es gibt eigentlich keine Beeinflussung f├╝r KROSSFIRE, da DEFENDER einen ganz anderen Stil spielten. Sie sind eine gute Band, die einfach kein Gl├╝ck mit S├Ąngern und Drummern hat. Ihr Frontmann stieg letzten April aus, so da├č ich beschlo├č, ihnen zu helfen. Derzeit stellt es f├╝r mich kein Problem dar, gleichzeitig bei zwei Bands aktiv zu sein. Vor etwa drei bis vier Monaten ist allerdings mal wieder ein Drummer ausgestiegen, so da├č DEFENDER derzeit auf Eis liegen. Ich arbeite allerdings auch noch mit einem anderen Gitarristen an einem anderen Projekt namens FIRELANDIA, mit dem wir bislang zwei Songs aufgenommen haben. Wie Du siehst, bin ich sehr besch├Ąftigt.

KROSSFIRE-Einzelshot: Spas Markov

Welche anderen bulgarischen Bands findet Ihr erw├Ąhnenswert?

Dimo: Es gibt einige gute Underground-Bands hier: DEFENDER, IVORY TWILIGHT, EXTAZIA, SICKFLAG, ODDCREW, AMARANTH, PANTOMMIND, MYSTICA oder SJK. Nat├╝rlich will ich nicht vergessen, die guten Bands der ├Ąlteren Garde wie АХАТ (manchmal auch AHAT geschrieben), EPIZOD, B.T.R. oder THE CRICKETS zu erw├Ąhnen.
Es ist hierzulande sehr schwer f├╝r Rock und Metal. Die Leute sind l├Ąngst nicht so offen f├╝r diese Musik wie in Deutschland, Skandinavien und so weiter. Es gibt Metalfans hier, aber die meisten gehen nicht in einen Club, wenn sie die Band nicht kennen - ziemlich bl├Âd, was? Zudem wollen die meisten Clubbesitzer kein Geld investieren, um ihren Laden mit einer guten B├╝hne und Soundanlage auszustatten.

Die bulgarische Szene ist hierzulande kaum bekannt. Du hast gerade schon einige Bands genannt. Was sollte man ansonsten ├╝ber die Entwicklung der bulgarischen Metalszene wissen?

Dimo: Es ist sehr schwer f├╝r eine Band in Bulgarien, l├Ąnger als zwei oder drei Jahre aktiv zu sein. Der Lebensstandard ist sehr niedrig hier, so da├č den Leuten das Geld fehlt, um sich gute Instrumente zu kaufen. Ich glaube, da├č dies in den westlichen L├Ąndern einfacher ist. Zudem hatte ich ja schon erw├Ąhnt, da├č es nur wenige Clubs gibt, in denen man theoretisch auftreten kann, aber nicht jede Band bekommt die entsprechende Chance geboten. Die Clubbesitzer spucken nur selten eine Gage aus, so da├č wir meistens auf eigene Kosten anreisen. Pay to play gibt es also auch hier...
In den Achtzigern und fr├╝hen Neunzigern gab es in B.T.R., EPIZOD, ERA, TROTYL, IMPULSE, SOLARIS, CONCURRENT oder ER MALAK ein paar Bands, die es geschafft haben, da├č ihr Name auch au├čerhalb von Bulgarien ein wenig bekannt wurde, aber das war's. Sie waren gute Band, die aber keine Zukunft hatte - traurig aber wahr.
Wir hoffen, da├č sich die Situation f├╝r die bulgarische Szene in Zukunft bessern wird.

Worauf w├╝rdest Du es zur├╝ckf├╝hren, da├č bislang keine bulgarische Band internationalen Erfolg einstreichen konnte?

Dimo: Ich wei├č es wirklich nicht. Vielleicht h├Ąngt es mit den vielen Jahren hinter dem eisernen Vorhang zusammen, wodurch bis 1989 alles, was aus dem Westen kam, verboten war. Zu Zeiten des Kommunismus wurde man sogar verfolgt, wenn man Rockmusik h├Ârte und lange Haare hatte. Es war damals unm├Âglich, an unfassende Informationen ├╝ber Rockmusik oder Rockbands zu gelangen. Die Kinder von heute k├Ânnen sich das ├╝berhaupt nicht vorstellen, denn heute gibt es das Internet und Meinungsfreiheit. Wir hoffen, da├č sich die Plattenfirmen auch f├╝r die osteurop├Ąischen L├Ąnder interessieren, denn sie k├Ânnen dort einige coole Band entdecken!

Eure Heimatstadt Plowdiw ist eine der ├Ąltesten St├Ądte Europas. Ist das etwas besonderes f├╝r Euch oder ist Euch die Geschichte der Stadt einerlei?

Georgi: Ich liebe Plowdiw! Es ist eine wundersch├Âne Stadt. Ein paar antike ├ťberreste wie der Kolosseum und des Theater, die komplett aus dem Fels herausgehauen wurden, sind noch zu ersp├Ąhen. Wir haben eine Altstadt, in der alles so erhalten wurde, wie es vor einigen hundert Jahren ausgesehen hat. Plowdiw hat den typischen urbanen Charakter, ist aber zugleich sehr entspannt.

Dimo: Kurz: die sch├Ânste Stadt Bulgariens!

http://www.krossfirebg.com/

dimo@krossfirebg.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

KROSSFIRE im ├ťberblick:
KROSSFIRE – Learning To Fly (Do It Yourself)
KROSSFIRE – Learning To Fly (Rundling)
KROSSFIRE – ONLINE EMPIRE 36-"Rising United"-Artikel
KROSSFIRE – ONLINE EMPIRE 45-Interview
KROSSFIRE – ONLINE EMPIRE 50-Interview
andere Projekte des beteiligten Musikers Dimo Petkov:
DEFENDER (BG) – News vom 02.06.2009
┬ę 1989-2020 Underground Empire


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