UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Metal Hammer 05/93 → Interview-Übersicht → GLENMORE-Interview last update: 29.01.2023, 21:40:36  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  GLENMORE-Interview

Date:  26.03.1993 (created), 04.11.2011 (revisited), 22.01.2022 (updated)

Origin:  METAL HAMMER

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue possibly still available, check here!

Comment:

Dumm gelaufen... Hatte ich noch vor wenigen Tagen jubiliert, daß ich das GLENMORE-Logoproblem so galant gelöst hatte, da bemerkte ich beim Voranschreiten zur nächsten Ausgabe, daß ich noch ein zweites Interview mit GLENMORE für den METAL HAMMER gemacht hatte. Also waren heuer alle Tricks verpönt, und ich habe so lange mit dem Albumlogo rumgespielt, bis ein nicht völlig mißlungenes Resultat entstanden ist. Schön ist trotzdem wat anderes...

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

GLENMORE-Logo

GLENMORE-Headline

Die Würfel sind gefallen, das GLENMORE-Debut ist auf dem Markt, und die Combo hat endgültig begonnen, sich einen Weg in die Herzen der Musikliebhaber zu bahnen. Der nächste Schritt wäre nun die Vorstellung der Platte. Wie die Band die zukünftigen Herausforderungen zu meistern gedenkt - danach erkundigte sich Stefan Glas bei Sänger Jürgen Volk.

GLENMORE-Bandphoto 1

GLENMORE werden die in der Originalbesetzung wiedergeborenen kanadischen Rock-Heroen SAGA begleiten. Ohne Frage eine große Sache. Aber besteht da andererseits nicht die Gefahr, daß die deutschen Newcomer für die SAGA-Freaks allzu hart daherkommen könnte? Jürgen Volk sieht darin allerdings eher eine Herausforderung: "Bei SAGA werden wir zweifelsohne ein ganz anderes Publikum haben, als wir es gewohnt sind. Wir werden uns jeden Abend vor einer Kulisse von vielleicht 2.000 Leuten behaupten müssen. Das ist ein Gedanke, der uns brutal reizt, weil es etwas ganz Neues für uns ist! Von daher freuen wir uns schon tierisch auf die Tour! Dabei werden wir unser Programm auf das SAGA-Publikum zuschneiden, ohne uns selbst zu verleugnen. Wir wollen auf jeden Fall versuchen, bei unseren Auftritten eine gewisse Stimmung zu erzeugen und nicht einfach ein Lied noch dem anderen runterzuspulen."
Welche Ansatzpunkte bieten sich dabei jedoch Frischlingen wie GLENMORE, dieses nun wirklich nicht einfache Vorhaben praktisch umzusetzen? "Wir würden sehr gern mit Diaprojektoren arbeiten, um so dem Publikum etwas mehr fürs Auge bieten zu können. Jedoch wird sich erst in den nächsten Tagen genau entscheiden, welche Möglichkeiten wir live haben werden. Wir werden mit Samplern arbeiten, um zwischen den Songs Übergänge wie auf der Platte erzeugen zu können. Außerdem werden wir noch einige kleine Tracks komponieren, mit denen wir live die Stücke verbinden können. Am wichtigsten ist es uns jedoch, daß der Sound gut wird, so daß der Hörer alle Details unserer Musik erkennen kann und der Gig ein Hörerlebnis allererster Güte wird." Grund genug, die Auftritte der "Mind Metal"-Truppe mit Spannung zu erwarten.
Wobei wir auch schon beim nächsten Punkt wären: GLENMORE haben den Begriff "Mind Metal" geprägt, um zu verdeutlichen, was man von ihnen erwarten darf: Futter fürs Gehirn! Jürgen splittet dabei den Begriff in seine Bestandteile:
"Es dauert sehr lange, bis wir einen Song fertig haben; unsere Songs entstehen teilweise über mehrere Monate hinweg. Die Grundideen stehen zwar binnen kürzester Zeit und entspringen dem Herz und Gefühl, aber dann basteln wir bis zum Exzeß an den Stücken rum, bis alle Harmonien stimmen und das Arrangement so ist, wie wir es uns vorgestellt haben. An den Songs wird sozusagen sehr viel mit dem Kopf gearbeitet, deshalb der Begriff "Mind". Trotzdem haben wir immer den Hintergedanken, daß die Musik für jeden hörbar bleiben soll! Der Begriff "Metal" ist eigentlich Blödsinn, da wir keinen Metal mehr machen, wir spielen eher harte Rockmusik. "Metal" steht vielmehr für unsere Ursprünge, denn wir kommen ganz zweifelsohne aus dem Metal-Bereich." Außerdem ergibt's eine nette Alliteration, was auch nicht verkehrt ist...
Jürgen betonte kürzlich einmal, daß die geistige Haltung der Band durch positives Denken geprägt wird und sich dies auch auf die Texte auswirkt. Wie haben wir denn das nun genau zu verstehen?
"Ich beschäftige mich seit mehr als sieben Jahren mit Esoterik und Selbsthypnose, und es hat mir für mein Leben sehr viel gebracht, so daß ich mich auch textlich damit auseinandergesetzt habe. Ich wollte in die Texte das positive Denken und den Einsatz des Unterbewußtseins mit einbringen, denn ich hasse Banaltexte, die schon tausendmal da waren. Wir investieren unheimlich viel Zeit und Energie in die Musik, so daß man keinen dumpfen Text draufsetzen kann, der alles kaputt macht! Jeder dieser Texte handelt von einem kleinen Ausschnitt dieses Themenbereiches, ›Speak To Me‹ zum Beispiel ist eine Konversation zwischen mir und meinem Unterbewußtsein, das ich auffordere, mir Impulse und Signale zu geben. Ich wollte im Endeffekt aber nicht alle Texte zu diesem Thema schreiben, weit das vielleicht zu eintönig geworden wäre. ›Miracles‹ dreht sich daher beispielsweise um die Umweltverschmutzung, um das, was wir unserer Mutter Erde derzeit antun - und daß alles eines Tages vorbei sein wird. Das Gros, nämlich acht Songs der Platte, behandeln jedoch Themenbereiche der Esoterik. Wir wollen damit allerdings keinen Zeigefinger erheben, sondern einfach nur Denkanstöße geben. Ich meine jedenfalls, daß man viele Lebenssituationen mit positivem Denken besser meistern kann. Vielleicht können manche Leute etwas damit anfangen. Das würde mich jedenfalls sehr freuen!"
Dem kann ich mich nur anschließen - THINK POSITIVE!

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

GLENMORE im Überblick:
GLENMORE – Demo '90 (Demo-Review von 1991 aus Metal Hammer 07/91)
GLENMORE – Underground Empire 4-"German Metal"-Artikel (aus dem Jahr 1991)
GLENMORE – Underground Empire 7-Interview (aus dem Jahr 1994)
GLENMORE – Metal Hammer 04/93-Interview (aus dem Jahr 1993)
GLENMORE – Metal Hammer 05/93-Interview (aus dem Jahr 1993)
Playlist: GLENMORE als Newcomerhoffnung in "Jahrescharts METAL HAMMER 1992" von Stefan Glas
Playlist: GLENMORE-Demo »Demo '91« in "Cavelist Metal Hammer 05/92" auf Platz 2 von Stefan Glas
siehe auch: Informationen über weitere Besetzungen von GLENMORE im "Extra-Info" des UNDERGROUND EMPIRE 7-Interviews
© 1989-2023 Underground Empire


Stop This War! Support The Victims.
Button: here