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FAAL – Faal

VÁN RECORDS

Verzweifelten und durchdringenden Doom im Death Metal-Gewand, immerzu hart an der Grenze zum sogenannten Funeral Doom, kredenzt uns das aus den Niederlanden stammende Sextett FAAL auf seinem Erstlingswerk mit dem Titel »Abhorrence - Salvation«. Der Sechser zelebriert seine Songs geradezu, was bei einer Durchschnittspieldauer von ĂŒber zehn Minuten auch notwendig ist, will man nicht in Monotonie enden. Doch davon sind die NiederlĂ€nderInnen weit entfernt, viel eher gewinnen die Jungs nebst Dame an den Tasten durch ungemein intensiven Vortrag mit Fortdauer der Spielzeit immer mehr an Wirkung. Einzig der Opener â€ș00:00â€č kommt mit knapp siebeneinhalb Minuten fast schon "radiotauglich" aus den Boxen und dient eher zum "AufwĂ€rmen", ansonsten erweisen sich die weit ĂŒber zehnminĂŒtigen Kompositionen als gerade einmal ausreichend, um der akustisch formidabel umgesetzten Verzweiflung auch gerecht zu werden. Auch wenn die Vorbilder MY DYING BRIDE, ANATHEMA oder KATATONIA (wobei ich hier jeweils die FrĂŒhphasen dieser Truppen meine) desöfteren durchschimmern, lassen uns die NiederlĂ€nderInnen an einem kollektiven Seelenstriptease auf dennoch eigenstĂ€ndiger Weise teilhaben. Auf atmosphĂ€rischen Gitarrengeflechten weiß Keyboarderin Yara Jumelet, ihre Sounds auszubreiten, um der Chose zusĂ€tzlichen Anteil an tiefschĂŒrfender Wirkung zu verabreichen, wĂ€hrend SĂ€nger Jan Bieseman fast schon zu sehr in den Hintergrund gemixt wurde, um seine verbitterten, gegrowlten Vokalpassagen hinzuzufĂŒgen.

Die daraus resultierende Melange erhĂ€lt zudem vor allem durch die immense SchwerfĂ€lligkeit der Riffs an Tiefenwirkung, ein Eintauchen in die atmosphĂ€rische Welt von FAAL ist unabdingbar, um an der musikgewordenen Verzweiflung dieser Band ĂŒberhaupt teilhaben zu können. Zwar brechen FAAL nur selten aus der genannten Vorgangsweise aus, und es könnte der Formation sogar passieren, Kritik einstecken zu mĂŒssen, weil sie ihre Nummern zu sehr "zielgruppenorientiert" vortragen, doch Langeweile kommt beim Genuß von »Abhorrence - Salvation« keineswegs auf. Vielmehr sorgt ein dezenter dunkelschwarzer Anstrich fĂŒr zusĂ€tzliche Nuancen, wĂ€hrend die Gitarristen Alex Koorengevel und Pascal Vervest desöfteren - wenn auch nur zaghafte - Unternehmungsreisen in die Welt der progressiven Sounds unternehmen, wie vor allem in â€șThe Scent Of Withered Flowersâ€č nachzuvollziehen ist.

Auch vom soundtechnischen Aspekt her wirkt das sehr rohe, griffige Klangbild in Kombination mit der durchdringenden Langsamkeit des Vortrags sehr stimmig. Das Ergebnis der Arbeit dieser Formation mit dem Titel »Abhorrence - Salvation« beweist uns, daß mit Bands wie FAAL sehr wohl auch fĂŒr Nachwuchs in jenem Genre gesorgt ist. Die Doom-Fraktion mit Hang zum Death/Doom der Ă€lteren Machart darf sich einmal mehr an einer grandiosen musikalischen Untermalung ihres irdischen Leidens laben.

http://myspace.com/faaldoom

faaldoom@gmail.com

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
FAAL im Überblick:
FAAL – Faal (Rundling)
FAAL – News vom 22.04.2009
FAAL – News vom 12.11.2009
FAAL – News vom 11.03.2013
FAAL – News vom 03.06.2013
FAAL – News vom 23.11.2013
FAAL – News vom 28.12.2013
FAAL – News vom 23.03.2016
andere Projekte des beteiligten Musikers Jan Bieseman:
SEVEN ENDS – To The Worms (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Geert van Mook:
IN AGE AND SADNESS – News vom 06.03.2009
NIBDEM – News vom 16.12.2005
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