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NIKKI PUPPET – Power Seeker

ARTIST STATION RECORDS/SOULFOOD

Vor einigen Jahren noch waren unter dem Begriff "Female Fronted Metal" in erster Linie gotisch anmutende und ebenso intonierte Kl√§nge zu erhalten. Die Damenwelt konnte sich gesangstechnisch vermehrt durch opereske Ausdrucksformen in die Herzen der Fans singen, w√§hrend das Werk und Wirken jener Frontladies, die den Hard Rock/Heavy Metal der glorreichen 80er Jahre am Leben erhielten, leider eher unbeachtet geblieben sind. Doch in letzter Zeit scheint auch der traditionelle Metal in unterschiedlichsten Formen mit Damengesang erneut eine Art neuerlichen "Fr√ľhling" zu erleben. Neben den - um im Botanik-Jargon zu bleiben - nie verwelkenden Damen von GIRLSCHOOL und der ebenso bereits seit langen Jahren aktiven Doro, waren zuletzt aber auch j√ľngere und bislang unbekannte Bands mit M√§dels am Mikro zu vernehmen, die sich an jener Phase der Historie des Metals und keineswegs am "Zeitgeist" orientieren. NIKKI PUPPET aus Hannover, die sich offenbar einen feuchtren Kehricht um etwaige "Moderstr√∂mungen" scheren, z√§hlen zwar nicht mehr unbedingt zu den ganz frischen Bl√ľten (und damit meine ich nur die Band an sich - bevor etwaige Mi√üinterpretationen in Umlauf gebracht werden) in dieser Abteilung, schlie√ülich ist dieses gemischte Doppel bereits seit l√§ngerer Zeit aktiv und l√§dt bereits zum dritten Mal zur Ernte eines Silberlings ein. Auf diesem offeriert das Quartett einmal mehr eine recht imposante Heavy Rock-Vorstellung, zu der einem zwar des√∂fteren unterschiedliche Referenzbands einfallen, die in Summe aber nicht zuletzt durch die markante R√∂hre von Nicky Gronewold dennoch √ľber ausreichend Eigenst√§ndigkeit verf√ľgt.

Das Band scheint schwer in den 80er Jahren verwurzelt zu sein, so stehen beispielsweise die treibenden, heftigen Tracks, wie der kraftvolle Opener ‚ÄļDestroy This Toy‚ÄĻ oder auch der Titeltrack ganz in Tradition von Formationen wie den bereits erw√§hnten GIRLSCHOOL oder ROCK GODDESS, w√§hrend in den epischeren, hymnischeren Momenten dagegen Erinnerungen an ZED YAGO/VELVET VIPER geweckt werden. ‚Äļ300 Warriors‚ÄĻ h√§tte gut und gerne auch auf eines der Werke jener Formation(en) gepa√üt, und auch Jutta Weinhold h√§tte ihre Sache nicht viel besser machen k√∂nnen als Nicky in besagter Nummer, die f√ľr mich eines der absoluten Highlights, dieses in Summe wirklich starken Albums darstellt. Allerdings legen es NIKKI PUPPET keineswegs darauf an, "retro" zu klingen, sondern wissen auch zeitgem√§√üe Riffs in ihre Tracks zu integrieren, vergessen dabei aber ihre eigentliche Basis niemals und werden deshalb auch mit ihrem dritten Album in erster Linie die Traditionalisten zu erfreuen wissen.

http://www.nikkipuppet.de/

info@nikkipuppet.de

gut 11


Walter Scheurer

 
NIKKI PUPPET im √úberblick:
NIKKI PUPPET – Power Seeker (Rundling)
NIKKI PUPPET – Puppet On A String (Re-Release)
NIKKI PUPPET – Puppet On A String (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Anke "Bassp√ľppi" Sobek:
SCHIERLING – Demo 2003 (Do It Yourself)
Francis Soto – Metalapolis - Part 1 (Do It Yourself)
Francis Soto – Metalapolis - Part 1 (Do It Yourself)
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