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  UE-Home → History → Y-Files »UE« → Review-Überblick → Demo-Review-Überblick → UNCLEAN – »Tam kdesi v hlubinách«-Review last update: 04.05.2021, 22:23:21  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  UNCLEAN-Demo-Review: »Tam kdesi v hlubinách«

Date:  1995 (estimated, created), 10.03.2009 (revisited), 19.03.2013 (updated)

Origin:  post-UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  unreleased

Reason:  medium missing

Task:  publish

Comment:

Obwohl bei den Tschechen zwischenzeitlich mal lange Funkstille war, ist die Combo heute wieder aktiv: Es erschien eine Split-Scheibe mit AGMEN, und zudem wird die Band in drei Tagen mal wieder eine Bühne unsicher machen wie die Einstiegsseite der UNCLEAN-Webseite verrät.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

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UNCLEAN-Logo

Tam kdesi v hlubinách

Okay, es gibt sie zuhauf in der Black Metal-Szene, Mark II: Die Bands mit Schminke im Gesicht. Jenes Geschmiere, das meist so lächerlich und unprofessionell ist, daß es sich bei mir die Titulierung "KISS für Arme" eingehandelt hat und im besten Falle höchstens so aussieht, als hätte King Diamond beim Schminken einen deftigen Zittermann gehabt. Daher war ich doch etwas überrascht, als ich die Maskerade der Tschechen UNCLEAN sah: verschiedenfarbig, richtig gut gestaltet, so als könnte es einem sorgfältig gemachten Horrorfilm entstammen. Doch nur einige Sekunden können UNCLEAN mich tücken. Bei genauerem Hinsehen, merkt man, daß es sich hierbei um eine computertechnische Montage handelt. Faltet man das Cover schließlich weiter auseinander, sieht man die Jungs dann auch in natura, wobei plötzlich aus dem Fünfer ein Sextett geworden ist. Den neu hinzugewonnenen Keyboarder hat man uns auf der Paintbox-Seite verheimlicht. Ungeschickterweise, denn wie es sich noch zeigen wird, spielt er eine nicht unerhebliche Rolle, ja gibt der Musik von UNCLEAN den eigentlichen Reiz. Imagemäßig schließlich deckt man vom Pentagramm über Jesus im Kopfstand mit Kreuz bis hin zum devot unterbreiteten "HELLo"-Gruß die gesamte langweilige Palette ab. Schließlich ist das Ehrensache und absolut notwendig, um in den entsprechenden Kreisen akzeptiert zu werden.

Doch wollen wir weg von den Äußerlichkeiten kommen, die in 99,9% aller Fälle eh' nur ein aufgesetztes Image aus Kommerzgründen darstellen. Musikalisch bieten UNCLEAN Midtempo-Stoff mit gelegentlichen Tempoattacken, der - wie schon angedeutet - durchs Keyboard seine persönliche Note verliehen bekommt. Der Gesang ist hundsgewöhnlich und daher auch total langweilig. Die erwartungsgemäß tiefergestimmten Gitarren brechen zu selten aus ihrem einförmigen Geratter aus, können dann aber mit guten Riffs gefallen. Erst das Keyboard kann wirklich Akzente setzen und sorgt dafür, daß man bei UNCLEAN hier und da mal kurz aufhorchen darf. Wirklich außergewöhnlich klingen UNCLEAN jedoch nie, aber fallen auch nicht negativ auf, so daß sie für den "Normalmetaller mit Interesse für die Death- und Black-Highlights" uninteressant bleiben, beim Freak mit schwarzer Passion aber schon längst auf dem Wunschzettel fürs Teufelskindchen stehen.


Stefan Glas

 
UNCLEAN im Überblick:
UNCLEAN – Tam kdesi v hlubinách (Demo)
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