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ALIENATED

Heart Soul Fire

(5-Song-CD: Preis unbekannt)

Ehrlich. Journalisten sind arme Schweine. Ihr glaubt gar nicht, wie öde 99,99 Prozent aller Bandinfos sind, so daß man sie am liebsten keines Blickes würdigen möchte. Daher war das Info von ALIENATED ein ganz besonderer Hochgenuß: In witzigem Schreibstil offenbart man uns dort die Entstehungsgeschichte der Band, deren Höhepunkt ich Euch nicht vorenthalten möchte: "ALIENATED, dass [sic!] sind ein russischer Vulkaniseur, ein jugoslawischer Amateur-Cowboy und zwei norddeutsche Bauernsöhne, die gemeinsam von ihrer perversen Neigung zu leicht pussigem Metalrock getriebenem Drang zur Selbstdarstellung, beschlossen haben, die Welt zu erobern. Angefangen hat alles bei einem Zuchtbullenwettbewerb mit anschließender Brautschau." Im weiteren Verlauf dieses köstlichen Pamphlets erfahren wir, daß einer der zukünftigen Rockstars nur im Sinn hatte "hektarträchtige Bräute abzuschleppen", der andere seine "illegalen mazedonischen Kampfbullen" verhökern wollte, während die beiden Brüder lediglich als "Viehtreiber" angestellt waren, "die nebenbei knallharten Männermetal spielten". Beim Höhepunkt des Abends, der Junggesellenversteigerung, "gab der Jugo mit 'ner Wandergitarre sein musikalisches Tuntengefiedel zum Besten und der Vulkaniseur versuchte sich als singender Romeo mit deutschrussischem Akzent". Das hatte seine Folgen, wie uns der Waschzettel für Stand-up-Comedians anschließend wissen läßt: "Die Brüder merkten sofort, dass bei diesen 'Halbaffen' musikalisches Talent vorhanden war, dass [sic! - schon wieder...] nur durch eine ordentliche Gehirnwäsche geschult werden musste. Also lud man diese beiden Typen für mehrere schweißtreibende Wochen auf den Bauernhof ein, wo gemeinsam der Grundstein für ALIENATED gelegt wurde."

"Ab diesem Zeitpunkt wurde die Sache ernst", resümiert das feuerrote Lachblatt treffend. Denn: Nun wird es auch ernst für uns, da wir endlich in das eigentlich Review einsteigen müssen. Doch letzten Endes machen es uns ALIENATED sehr einfach mit ihrer Musik: Sobald der Opener ›A New World Rising‹ verklungen ist, bietet der Vierer METALLICA in Reinkultur - und zwar die Hetfield-Crew zu jenen Tagen, als man sie noch mit Abstrichen ertragen konnte, will heißen, zwischen »And Justice For All« und dem schwarzen Album. Da ALIENATED allerdings das geschafft haben, was den Herren Multimilliardären heute nur noch per Zufall gelingt, nämlich gute Songs zu schneidern, darf man »Heart Soul Fire« gerne mal abtesten und anchecken. Oder auch umgekehrt.

alienated@alien-empire.de

heart soul power


Stefan Glas

 
ALIENATED im Überblick:
ALIENATED – Heart Soul Fire (Do It Yourself-Review von 2002)
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