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G-FORCE (International) – G-Force

JET RECORDS/CASTLE CLASSICS/SANCTUARY RECORDS/SPV

1980 sollte Gary Moore verbogen werden: Gary war 1979 bei THIN LIZZY ausgestiegen und hatte ein Jahr zuvor aber schon sein Soloalbum »Back On The Streets« gemacht. Die Vermutung liegt nahe, daß das Soloalbum nicht die erwartete Verkaufszahl erreicht hatte, so daß er stattdessen eine Band namens G-FORCE gründete und damit einen neuen Weg einschlug. Ob die stilistisch veränderte Ausrichtung nun die Idee von Gary selbst war oder eher auf Druck der Plattenfirma zustandekam, da es damals durchaus nicht unüblich war, daß die Labels auf ihre Künstler massiv Druck ausgeübt haben, ist wohl heute nicht mehr nachzuvollziehen. Fakt ist aber, daß G-FORCE ein Schlag ins Wasser war, so daß die Band nach diesem Album sofort wieder zu den Akten gelegt wurde. Heute ist diese Platte schon längst ins Gesamtwerk von Gary in "eingemeindet" worden und wird wie eine Soloplatte mit dem Titel »G-Force« behandelt.

Dabei hatte Gary bei G-FORCE definitiv dafür gesorgt, eine gute Mannschaft zu um sich zu scharen, und konnte mit Sänger Willy Dee, Bassist Tony Newton und Drummer Mark Nauseef fast schon ein All-Star-Team gewinnen, doch der musikalische Ansatz funktionierte einfach nicht. Lediglich mit dem Opener ›You‹ geht es relativ gut los, weil es eine starke und stimmige Komposition ist, der auch der kommerziellere Ansatz nichts anhaben konnte. Dies tut allerdings fast das Gitarrensolo, das mit einer völlig überdrehten Klangdimension den Song förmlich zerschneidet, so daß man sich ernsthaft fragt, was sich das Produzententeam dabei gedacht hat. Weiter geht es dann mit einem ordentlichen Solobeitrag von Gary, ›White Knuckles‹, dem sich dann die Nummer »Rockin' And Rollin'« anschließt. Diese sollte allenthalben bekannt sein, da sie sehr häufig im Liveprogramm von Gary zu finden waren, wo dieses doch weitgehend standardmäßige Nümmerchen am besten funktioniert. Doch bei den anschließenden sechs Songs will kein einziger mehr aufhorchen lassen, denn die Songs sind alle durchschnittlich bis belanglos mit völlig sinnbefreit eingefügten Instrumenten wie Bläsern oder Geigen, was vermutlich in der Hoffnung geschah, daß irgendein Radio-DJ dies vielleicht cool finden könne und den Song spielen würde. Doch unterm Strich braucht diese Stücke einfach niemand.

Somit ist diese Wiederveröffentlichung, für die man konsequenterweise auch keine weitere Mühe sich gegeben und sich jegliches Bonusmaterial gespart hat, allenfalls für Komplettisten interessant. Alle anderen können diese Scheibe locker vergessen.

http://www.gary-moore.com/


Stefan Glas

 
G-FORCE (International) im Überblick:
G-FORCE (International) – G-Force (Re-Release-Review von 2001 aus Online Empire 7)
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