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SINOPTIK – The Calling

ONERPM (Import)

So wirklich Notiz genommen hat man von diesem Trio aus der Ukraine eigentlich erst vor einigen Monaten - trotz der Tatsache, daß die Jungs schon 2016 beim "Global Battle Of The Bands" ĂŒberaus erfolgreich waren. Konkret durch die ersten Videos, die man im Vorfeld der Veröffentlichung von »The Calling« ins Netz gestellt hat. â€șApple Treeâ€č und â€șThe Callâ€č sind nun auch auf dem bereits fĂŒnften (!) Album von SINOPTIK vertreten, auf dem die vor geraumer Zeit aus dem Raum Donezk nach Kiew ĂŒbersiedelte Band, insgesamt neun Nummern verewigt hat. Der Großteil davon wurde von Dmitriy Afanasiev, der fĂŒr die Gitarre, die Keyboards und den Gesang zustĂ€ndig ist, und seinen beiden Kollegen Ruslan Babayev am Schlagzeug und Aleksandr Savin am Baß, mit tiefschĂŒrfenden, zum Teil autobiografisch gehaltenen Texten ausgestattet, die mitunter sehr aufwĂŒhlend ausgefallen sind und uns wissen lassen, daß die LebensumstĂ€nde in der Heimat der Band noch immer alles andere als rosig sind.

Verpackt wurden die teils anprangernden, teils regelrecht schmerzvoll dargebotenen Lyrics in ĂŒberaus abwechslungsreich gestaltete Songstrukturen, deren Fundament sowohl in den frĂŒhen 70er Jahren als auch in den 90ern zu verorten ist. Stilistisch dingfest zu machen ist »The Calling« generell nur sehr schwer, zumal sich psychedelische Klangkaskaden und erhabener ProgRock sowie Classic- und Stoner Rock-Fragmente in etwa die Waage halten.

Das eigentliche Problem von »The Calling« ist mit Fortdauer der Spielzeit allerdings dadurch auch recht rasch ausfindig gemacht. Mitunter changiert das Dreiblatt nĂ€mlich selbst wĂ€hrend einzelner Songs nahezu ansatzlos innerhalb der erwĂ€hnten Stilistiken und lĂ€ĂŸt dabei den berĂŒhmten "roten Faden" leider gĂ€nzlich vermissen. Dadurch erweist sich im Endeffekt lediglich das mit dezenter Occult Rock- und Grunge-Schlagseite sowie einem markigen Refrain ausgestattete â€șBlack Soul Manâ€č als auf Anhieb eingĂ€ngig. Bei einigen anderen Nummern, wie etwa â€șGranny Gretaâ€č, oder â€șSell God's Numberâ€č dagegen, hat man den Eindruck, die vielen Ideen wĂ€ren entweder nicht ganz zu Ende gedacht, oder nicht ausreichend arrangiert worden.

Durchaus denkbar, daß man ÜberlĂ€ngen vermeiden wollte, in den knapp vier beziehungsweise viereinhalb Minuten Laufzeit konnte man jedenfalls keine stringente Ausformulierung finden. Die von den beiden kurzen InstrumentalstĂŒcken â€șInceptionâ€č beziehungsweise â€șAbsolutionâ€č eingeleiteten â€șApple Treeâ€č und â€șThe Callâ€č wirken nicht zuletzt dadurch wesentlich kompakter und fokussierter. Ein zerfahrenes Album ist »The Calling« in Summe zwar auch nicht geworden, und auch an der musikalischen Darbietung (speziell die immer wieder akzentuiert eingesetzte Ken Hensley-GedĂ€chtnisorgel hat was!) an sich gibt es eigentlich nicht viel zu meckern. FĂŒr den Durchbruch wird es fĂŒr SINOPTIK aber trotz des erwĂ€hnten Ohrwurms nicht reichen, da leider auch nach mehreren Versuchen zu wenig in Erinnerung bliebt, und man sich bis zu diesem Hitkandidaten erst einmal regelrecht durcharbeiten muß.

http://www.sinoptik.space/

ordentlich 9


Walter Scheurer

 
SINOPTIK im Überblick:
SINOPTIK – The Calling (Rundling)
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