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  UE-Home → Online Empire 88 → Review-Überblick → Do It Yourself-Review-Überblick → MARBIN – Â»Shreddin' At Sweetwater«-Review last update: 24.07.2021, 09:41:30  

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MARBIN

Shreddin' At Sweetwater

(10-Song-Digital-Release: 10,- US-Dollar)

Eigentlich befand sich die Band in den ersten Monaten des letzten Jahres auf ausgedehnter US-Tournee, und wollte diese einfach nur zu Ende spielen. Doch auch MARBIN waren COVID-19-bedingt abrupt zur UntĂ€tigkeit gezwungen. Anstelle der gut 250 Gigs, die man ĂŒblicherweise pro Jahr spielt, reichte es 2020 daher nur zu mageren 27. Jene, an sich mit 40 Konzerten angesetzte Gastspielreise, die ihr jĂ€hes Ende in South Carolina fand, stellt zudem auch die letzte Live-AktivitĂ€t von MARBIN ĂŒberhaupt dar.

Denn unmittelbar im Anschluß an den Tourstopp gab es fĂŒr acht Monate nicht einmal die Chance, gemeinsam zu proben. Als es schließlich doch wieder soweit war, und man zumindest zusammen ein Studio entern durfte, buchten MARBIN kurzfristig das "Sweetwater Studio" in Fort Wayne, Indiana, um dort ein improvisiertes Livekonzert mitzuschneiden. Da es wohl auch schnell gehen mußte, nahmen sich Danny Markovitch (Saxophon), Dani Rabin (Gitarre), Jon Nadel (Baß) und Drummer Everette Benton Jr. zehn Exponate ihres Schaffens erneut zur Brust, und verewigten die wĂ€hrend der Tage im Studio entstandenen Neufassungen ohne großartige Nachbearbeitung auf TontrĂ€ger.

Die Herren scheinen sich dabei so richtig ausgetobt zu haben, denn trotz der an sich eher unauffĂ€lligen Instrumentierung, verstehen sie es blendend, sich querbeet durch unterschiedliche Genres zu "ackern". So gibt man sich im eröffnenden â€șMessy Markâ€č noch eher dem Jazz in Reinkultur hin, doch schon im anschließenden â€șWhiskey Chaserâ€č sind erstmals auch Klezmer-KlĂ€nge heraushören. Die gibt es in weiterer Folge immer wieder und ĂŒberhaupt changiert die Formation nahezu permanent zwischen unzĂ€hligen Genres. Vom eleganten Jazz geht es gerne mal hin zum Blues (â€șThe Way To Richesâ€č), mitunter aber auch zum Funk, wie etwa im locker-flockig tĂ€nzelnden â€șEscape From Hippie Mountainâ€č.

Doch auch Progressive Rock in abgefahrener Manier gibt es zu vernehmen, allen voran im atmosphĂ€risch angelegten â€șElectric Zombielandâ€č. Die Kunst, dabei den "roten Faden" nicht zu verlieren, beherrscht das Quartett offenbar locker. Schließlich klingen die Nummern allesamt - und seien sie auch noch so abgefahren - in sich stimmig.

Dennoch fĂ€llt bei all der Stilvielfalt auf, daß die Gitarre von Dani Rabin das Geschehen dominiert. Dadurch werden MARBIN nicht nur dem Titel dieser Scheibe absolut gerecht, der gute Mann, der die Saiten durchaus auch mal in Manier knallharter Thrash Metal-Sixstringer zum GlĂŒhen bringt, sollte durch sein Spiel auch bei bislang ausschließlich dem Rock zugewandten Musikliebhabern auf offene Ohren stoßen.

http://www.marbinmusic.com/

von Klezmer bis Thrash Metal


Walter Scheurer

 
MARBIN im Überblick:
MARBIN – Fernweh (Do It Yourself)
MARBIN – Shreddin' At Sweetwater (Do It Yourself)
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