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MEER – Playing House

KARISMA RECORDS (Import)

Ursprünglich als Duo aus der Taufe gehoben, sind MEER inzwischen zu einer achtköpfigen Formation herangewachsen. Die im norwegischen Hamar beheimatete Truppe scheint im Laufe der Jahre aber nicht nur nominell erweitert worden zu sein, auch stilistisch dürfte man sich im Laufe der Zeit mehrfach zu Neuerungen entschlossen haben.

Zwar muß ein Vergleich zum Erstlingsalbum, und damit etwaige Angaben zur Entwicklung mangels Kenntnis dessen ausfallen, doch allein, was die Formation auf »Playing House« zu bieten hat, ist dermaßen umfangreich, daß selbst mehrere Durchläufe nicht ausreichen, um sich ein umfassendes Bild von diesem Ensemble machen zu können.

Angeführt von Johanne und Knut Kippersund, die sich den Gesang anteilsmäßig teilen, bekommt man eine zwar üppige und bombastisch arrangierte, zu keiner Sekunde jedoch kitschige Melange zu hören. Diese beinhaltet eine Menge feiner Details und Nuancen, die sich erst nach und nach erschließen lassen. Allzu komplex, oder gar verschachtelt ist das Songmaterial zwar auch nicht, dennoch scheinen MEER in erster Linie nach Herzenslust aufzuspielen und keineswegs bestrebt, sich durch eingängiges Material Gehör zu verschaffen.

Das dürfte auch nicht ganz so einfach sein, denn man setzt auf ein zwar pompöses, tief in den 70er Jahren verwurzeltes Symphonic/Art/ProgRock-Gebräu, das auf Hooks, aber auch auf Effekthascherei jedweder Art verzichtet. Nicht jedoch auf das zur Schau stellen der Inspirationsquellen, die immer wieder offenkundig gemacht werden. Für Gitarrist Eivind Strømstad, Tastenzauberer Ole Gjøstøl und Bassist Morten Strypet dürften das vorwiegend YES zu Zeiten von »Tormato« und »Drama« sein, während der akzentuierte, pfiffige Einsatz der Violine von Åsa Ree und der Viola von Ingvild Nordstoga Eide mehrfach eine Atmosphäre entstehen lassen, die an die symphonisch vorgetragenen Epen von KANSAS in jener Epoche denken lassen .

Das geschickte, jedoch niemals übertriebene Integrieren von modernen, elektronischen Zutaten, und nicht zuletzt der überaus abwechslungsreiche Gesangsbeitrag, verabreichen »Playing House« aber dennoch eine gehörige Dosis Eigenständigkeit. Diese trägt auch ein gehöriges Scherflein zur Wirkung dieses Albums bei, schließlich sorgen Kompositionen wie das an eine mit erhöhtem Tempo vorgetragene, neuere ANATHEMA-Nummern erinnernde ›Across The Ocean‹, oder das orchestrale Mini-Epos ›Lay It Down‹, trotz des Umstandes erst einmal erschlossen werden zu müssen, für tiefenentspannten Hörgenuß.

http://www.facebook.com/meermusikk

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
MEER im Überblick:
MEER – Playing House (Rundling-Review von 2021)
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