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THE RAGGED SAINTS – Sonic Playground Revisited

AOR HEAVEN/SOULFOOD

Als diese Jungs aus Helsinki 2013 ihr Debutalbum »The Sound Of Breaking Free« veröffentlichten, stießen sie damit auf überaus reges Interesse. Zum einen, weil es der Fünfer mit seinem lässigen Mix aus Melodien und Hooks auf Anhieb schaffte, zum Mitmachen zu animieren, und zum anderen, weil der tief in den 80er Jahren verwurzelte Stil in jener Zeit eher selten zu hören war. Nicht zuletzt deshalb gab es nicht wenige Fans, die das Erscheinen von THE RAGGED SAINTS regelrecht feierten, regierten doch topaktuelle sowie vorwiegend an der Frühzeit des Hard Rocks orientierte Formationen das Tagesgeschehen. Den Burschen aus der finnischen Hauptstadt kamen danach zwar offenbar diverse andere Wichtigkeiten dazwischen, weshalb die Band kurzfristig sogar auf Eis gelegt wurde, von einer Auflösung war aber nie die Rede.

Gut so, denn womöglich hätte es »Sonic Playground Revisited« in seiner vorliegenden Form ansonsten gar nicht gegeben, und das wäre schade. Die Burschen haben nämlich nichts von ihrer Form eingebüßt und kredenzen erneut ausnahmslos Ohrwürmer, die durchaus aus einem Zeitraum zwischen 1983 und 1987 stammen könnten. Da auch der Sound entsprechend angelegt wurde, erweist sich »Sonic Playground Revisited« als logischer und konsequent umgesetzter Nachfolger zum erwähnten Erfolgsdebut und stellt gleichzeitig eine Art Zeitreise in die erwähnte Epoche dar. Zwar hat der Fünfer den Keyboardanteil im direkten Vergleich zum Erstling gehörig erhöht, vor allem in den getrageneren, gefühlvollen Momenten kommt das dem Klang aber sehr zugute. Von einer "Weichspüler"-Überdosis kann aber dennoch keine Rede sein, schließlich wird die meiste Zeit über im Stile der - zum Teil wirklich offensichtlichen - Vorbilder locker und lässig gerockt.

Beispiele gefällig? Kein Thema: Der Opener ›Never Gonna Let You Down‹ kommt mit dezenter »7800° Fahrenheit«-Schlagseite aus den Boxen und toupiert das Haupthaar von selbst (vorausgesetzt natürlich, es ist noch vorhanden...), während ›Take Me With You‹ eben jenes zu Pudellocken kräuselt und als Song auch TREAT nicht schlecht zu Gesichte gestanden hätte.

Das an diverse US-Rocker erinnernde ›Secrets In Our Hearts‹ wäre wohl anno dazumal ein Hit (und mit entsprechendem Video auch ein Dauergast auf MTV) geworden, während man sich bei ›Absence Of Light‹ ernsthaft die Frage stellen muß, ob dafür nicht jemand aus Finnland nach Dänemark gegondelt ist, um sich klammheimlich im Archiv der Herren Hammer und Atkins etwas "auszuborgen". Innovativ geht anders, keine Frage, doch das stört nicht wirklich. Schließlich schaffen es THE RAGGED SAINTS, mit einer Fülle an potentiellen Hits aufzufahren, die keinen Fan der genannten Referenzen enttäuschen wird.

Bleibt bloß noch zu hoffen, daß die Band nicht wieder dermaßen lange für das nächste Album benötigt und sich eventuell ein anderer Künstler für das Artwork finden läßt. Das wird dem Inhalt von »Sonic Playground Revisited« nämlich nicht einmal im Ansatz gerecht.

http://www.facebook.com/theraggedsaints/

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
THE RAGGED SAINTS im Überblick:
THE RAGGED SAINTS – Sonic Playground Revisited (Rundling-Review von 2020)
© 1989-2022 Underground Empire


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