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VUG – Vug

NOISOLUTION

Benannt hat sich diese Formation aus Berlin nach dem Song ›Vug‹ von ATOMIC ROOSTER, der auf deren 1970er Album »Death Walks Behind You« enthalten war. Zwar kann man jetzt nicht unbedingt behaupten, daß sich die vier jungen Männer am Stil der Briten orientieren würden, zumindest aber ist auf ihrem selbstbetitelten Debutalbum zu bemerken, daß jene Epoche überaus inspirierend für sie gewesen ist.

Und das auf Anhieb, denn schon der Opener ›Lose‹ - ein lässig-rotziger Blues-Rocker vor dem Herrn - kommt mit schwerer 70er-Schlagseite aus dem Boxen gedröhnt und gefällt nicht zuletzt durch den Gesang von Felix Scholl, der irgendwie nach dem jungen Jimi Hendrix klingt. Das eher verhalten eingeleitete, in weiterer Folge dafür um so explosiver bretternde ›Garden‹ zeigt dann die Affinität des Quartetts für den immer noch berühmtesten aller irischen Blueser: Mister Rory Gallagher. Würde mich nicht wundern, wenn man dafür extra eine alte, abgewetzte Stratocaster ins Studio gekarrt hätte... Warum auch nicht, es hätte perfekt gepaßt, denn auch soundtechnisch klingt auf »Vug« nichts "modernisiert", sondern schlicht nach den 70ern, jedoch kein bißchen angestaubt. Überaus authentisch und inspiriert kommt auch ›Prophecy‹ daher, auch wenn in der eher ruhigeren, balladesken ersten Hälfte der Nummer der Gesang ein wenig zu schüchtern wirkt. Feine Twin-Gitarren mit WISHBONE ASH-Anleihen lassen den Track aber dennoch zu einem exquisiten Hörerlebnis werden. Auch, weil im Verlauf der gut sieben Minuten Spielzeit sowohl das Tempo als auch der Härtegrad gehörig angezogen werden und sich Felix bei raueren Gesangspassagen ganz offensichtlich leichter tut.

Das folgende ›Awaken‹ kommt zwar auch gefällig, aber wenig spektakulär aus den Boxen, ehe das psychedelische ›Poseidon‹ wieder mächtig und intensiv klingt. Etwas überraschend wirkt dann die Tatsache, daß es sich bei ›White Room‹ doch nicht um die vermutete Coverversion des CREAM-Klassikers handelt, sondern um einen von VUG komponierten Stampfer, der sich im Endeffekt als härteste Nummer der Scheibe entpuppt. Mit dem namensgebenden Titeltrack beendet die Formation schließlich den Reigen und liefert damit wesentlich mehr als nur eine Talentprobe ab.

Ob tatsächlich eintreten wird, was das Label im Infoschreiben orakelt, bleibt zwar erst abzuwarten, jedoch kann man VUG attestieren, daß es kaum bessere Voraussetzungen dafür geben dürfte, um "sich vom ewigen Geheimtip zum Tip zu entwickeln" als eine Leistung wie die auf »Vug« gebotene. Thumbs up!

http://www.vugrock.net/

gut 11


Walter Scheurer

 
VUG im Ăśberblick:
VUG – Vug (Rundling)
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