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ODD LOGIC-CD-Cover

ODD LOGIC

Effigy

(8-Song-CD: Preis unbekannt)

Gut zehn Jahre lang galt ODD LOGIC mehr oder weniger als Soloprojekt, schließlich verzichtete Mastermind Sean Thompson auf jegliche Unterstützung, um uns seine Scheiben zu kredenzen. Selbst jene Namen, die auf früheren Demos verewigt sind, sollen der Legende nach vom Multi-Instrumentalisten erfunden worden sein, da er sich im Alleingang um alles gekümmert hat.

Auf dem inzwischen siebenten Album präsentiert der aus dem US-Bundesstaat Washington stammende Thompson nun also ODD LOGIC erstmals als Band. Wohl nicht zuletzt die Tatsache, daß man das Unternehmen auch auf der Bühne sehen wollte, dürfte ihn dazu gebracht haben, sich mit dem Gitarristen Stephen Pierce, dem Drummer Pete Hanson und einem Bassisten namens Mike Lee zusammenzutun sowie als zusätzliche Unterstützung Kevin Hunter an den Keys und den zweiten Gitarristen Mike Alvord mit ins Boot zu holen.

Live scheint die Chose ganz gut funktioniert zu haben, auch wenn man diversen Photos von ODD LOGIC-Shows anmerkt, daß der Chef immer noch jede Menge zu tun hat. Definitiv nicht zu wenig, denn angefangen von der Gitarre, über diverse Tasteninstrumente bis hin zum Gesangsmikro lastet immer noch ein großer Teil der Arbeit auf ihm. Offenbar aber auch im Studio, denn auch auf dem aktuellen Dreher hat Sean Thompson einmal mehr den Löwenanteil der Aufgaben gestemmt. Respekt!

An seiner Klasse an den Instrumenten gibt es aufgrund dieser Vorgeschichte wohl selbst bei Neueinsteigern keinerlei Zweifel, daß der Kerl aber auch ein überaus talentierter Komponist und Produzent ist, dürfte bislang noch nicht wirklich bekannt sein.

Doch auch das ist schon nach dem ersten Durchlauf von »Effigy« zu bemerken, denn der Dreher erweist sich als absoluter Leckerbissen für jeden Prog-Fanatiker. Egal, ob es ODD LOGIC im Stile der "alten Meister" in 70er Manier progrockig angehen, das Unternehmen in jazzig-vertrackt-komplexe Sphären abdriftet oder die Frickel-Metal-Keule geschwungen wird, die Songs kommen allesamt wie aus einem Guß und ergeben ein in sich stimmiges und zugleich ungemein abwechslungsreiches, weil vor Überraschungsmomenten nur so strotzendes Bild.

Dazu trägt der Chef auch in seiner Funktion als Sänger bei, stellt er sich doch über die gesamte Spielzeit von mehr als einer Stunde immer wieder als ausdruckstarker Barde, der mit viel Gefühl die dargebotenen Texte zu intonieren versteht, heraus. Darüber hinaus weiß Sean aber auch, den eher aggressiven Frontmann zu geben, der mit Hingabe ins Mikro röhrt. Gelegentliche Vokal-Ausflüge in den Death Metal-Bereich runden diese variantenreiche Darbietung fein ab und sollte ODD LOGIC für Fans von RUSH ebenso interessant machen wie für FATES WARNING-, ENCHANT- und CYNIC-Anhänger. Cooles Ding!

http://www.facebook.com/oddlogicband

effektives Bildnis


Stefan Glas

 
ODD LOGIC im Überblick:
ODD LOGIC – Effigy (Do It Yourself-Review von 2017)
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