UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 62 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → NATIVE CONSTRUCT – »Quiet World«-Review last update: 03.02.2023, 18:16:54  

last Index next

NATIVE CONSTRUCT – Quiet World

METAL BLADE RECORDS/SONY MUSIC

Es gibt durchaus verheißungsvollere Bandbiographien als jene, die uns wissen lassen, daß wir es mit einer Kooperation einiger Musikstudenten zu tun bekommen, denen danach war, eine Band zu gründen um dem Metal frischen Wind zu verabreichen. Doch der - zumindest auf dem Papier momentan als Trio agierenden - Formation mit dem geschmackvollen Namen NATIVE CONSTRUCT aus Boston zuzuhören entpuppt sich in der Tat als erfrischend, selbst wenn der Metal an sich eher ein "Nebengeräusch" darstellt.

Dennoch wird sich jeder Saitenfetischist durch den Vortrag von Myles Yang auf Anhieb angezogen fühlen, schließlich hantiert der Kerl, der seine Mitstreiter am renommierten Berklee College of Music kennenlernte, sehr häufig in entspannt-jazziger Manier auf seinem Arbeitsgerät und läßt dabei sowohl die Eleganz von Helden wie Pat Metheny oder Al Di Meola ebenso erkennen, wie er es auch schafft, mit einem an ProgRock-Gitarristen wie Steve Hackett oder Steve Rothery erinnerndem Flair zu überzeugen. Doch er kann auch richtig derbe in die Saiten langen, wie man auch am Beitrag seiner beiden Kollegen Max Harchik am Baß und Robert Edens am Mikro bemerkt, daß die drei keinerlei Grenzen und stilistische Limits kennen. Robert glänzt ebenso mit seiner Darbietung, die von ruhig und tiefentspannt bis hin zu giftig-aggressiv reicht, während es Max in fast schon Southern Metal-mäßiger Gangart zu grooven versteht, nur um kurz darauf besonnen und gelassen den Tieftöner als pure Untermalung der Atmosphäre einzusetzen.

Doch das Beste an der Chose ist, daß die Kompositionen bei aller Variabilität und trotz unzähliger verkopft anmutender Instrumental-Passagen nie verworren oder gar zerfleddert wirken, sondern ein kompaktes, aufregendes wie tiefschürfendes und zugleich schlicht wunderschönes Album ergeben. Daß dieses von einem nicht minder edlen Artwork "umhüllt" wird, das schon auf den ersten Eindruck hin zum Eintauchen in pittoreske Gefilde einlädt, ergibt einen überraschenden und wunderbaren Gesamteindruck. Feines, erlesenes Teil!

http://www.facebook.com/nativeconstruct

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
NATIVE CONSTRUCT im Überblick:
NATIVE CONSTRUCT – Quiet World (Rundling-Review von 2015 aus Online Empire 62)
© 1989-2023 Underground Empire


last Index next

Stop This War! Support The Victims.
Button: here