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PRIPJAT – Sons Of Tschernobyl

BRET HARD RECORDS/SAOL/H'ART

Der Bandname ist weder Provokation, noch Klischee und noch nicht einmal irgendeine andere Form, um aufzufallen, sondern pure, brutale Realität. In dieser Band spielen nämlich tatsächlich zwei Musiker mit Wurzeln in dieser auf tragische Weise berühmt gewordenen ukrainischen Stadt. Zwar haben deren Eltern sich retten können, Folgen der Reaktor-Katastrophe im Jahr 1986 blieben aber dennoch nicht aus. Tiefsten Respekt also erst einmal dafür!

Politisch aktiv sind die Burschen von PRIPJAT aber dennoch keineswegs, stattdessen beläßt es das nun im Raum Köln ansässige Quartett damit, durch Bandnamen und Titel des Albums an jenes Drama auch weiterhin zu erinnern. Auch in mehreren Texte sind autobiographische Züge zu vernehmen wie man auch ein sehr kritisches Aufarbeiten der nahen Zeitgeschichte verspüren kann. In Vergessenheit wird der Vierer aber ohnehin keineswegs geraten, denn dafür ballert ihr Thrash Metal schlichtweg zu gelungen aus den Boxen. Zwar wird man Innovationen vergeblich auf diesem "Brett" suchen, dafür aber gibt es weit mehr als nur solide dargebotene Kost zu hören, Die Songs kommen an sich zumeist pfeilschnell daher, gewieft eingestreute Breaks sorgen jedoch für ausreichend Abwechslung, und zudem verstehen es die Jungs verdammt gut, durch prägnante Refrains immer wieder zum Mitmachen (und/oder Mitgrölen) zu animieren.

Ehrlich und aufrichtig wie diese Jungs zu sein scheinen, machen PRIPJAT aus etwaigen Vorbildern und Inspirationsquellen erst gar kein großartiges Geheimnis, sondern legen diese durchweg offen. Ich bin mir sogar ganz sicher, daß man beim Erwähnen der zu vernehmenden Referenzen - die von KREATOR über DESTRUCTION bis hin zu EXODUS und SLAYER reichen - seitens der Band in erster Linie ein zustimmendes Nicken einheimsen wird.

Weit mehr als ein solches, vielmehr nämlich gnadenlos zwingendes Bangen ist dagegen beim Zuhörer an der Tagesordnung sobald sich dieser mit »Sons of Tschernobyl« auseinandersetzt. Alles andere ist hier definitiv ausgeschlossen!

http://www.pripjat-thrash.de/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
PRIPJAT im Überblick:
PRIPJAT – Liquidators (Do It Yourself-Review von 2012)
PRIPJAT – Sons Of Tschernobyl (Rundling-Review von 2014)
PRIPJAT – ONLINE EMPIRE 54-Interview
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