UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 44 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → VANDERBUYST – »Vanderbuyst«-Review last update: 04.12.2022, 22:09:47  

last Index next

VANDERBUYST – Vanderbuyst

VÁN RECORDS/SOULFOOD

Schon mit meinem ersten Gedanken - es hiermit eventuell mit dem "Solo-Unternehmen" eines Herrn mit diesem Familiennamen zu tun zu haben - sollte ich nicht ganz unrecht behalten, und auch mein zweiter, es hierbei mit coolen Tourpartnern für VANDERHOOF zu tun zu haben, sollte es den alten Kurdt wieder einmal in den Fingern jucken, scheint so abwegig nicht zu sein, denn hinsichtlich der musikalischen Inspirationen, die hier ans Tageslicht befördert werden, scheint der gute Willem Verbuyst durchaus ähnliche Größen zu nennen wie die erwähnte Legende aus Seattle.

Verblüffend an der Tatsache, daß uns Willem derartige Klänge kredenzt, ist für mich auch der Umstand, daß er vor einigen Jahren bei den leider nur kurz, dafür aber intensiv durchstartenden niederländischen POWERVICE mit von der Partie gewesen ist und in jener Formation zusammen mit Selim Lemouchi aufgeigte, dessen Karriere seit dem Ende von POWERVICE und der Gründung von THE DEVIL'S BLOOD geradezu sensationell senkrecht losgegangen ist. Durchaus bemerkenswert also, daß sich nun auch Willem auf einer Spielwiese tummelt, die mit der Gangart der früheren gemeinsamen Truppe nur noch marginal etwas zu tun hat.

VANDERBUYST verstehen es vielmehr, die späten 70er Jahre hochleben zu lassen und klingen schwer von frühen RAINBOW, THIN LIZZY und UFO inspiriert. Speziell das unverwüstliche "Flugobjekt" scheint es den Mitgliedern dieser, erst seit knapp zwei Jahren existierenden Truppe immens angetan zu haben, weshalb man sich dazu entschieden hat, eine an Intensität kaum zu übertreffende, "live im Studio" eingespielte Version des Gassenhauers ›Rock Bottom‹ auf dem Debut zu verewigen.

Aber auch die Eigenkompositionen lassen uns wissen, daß der gute Willem Michael Schenker offenbar schon in der musikalischen Früherziehung genießen durfte. Beherzt, aber dennoch gefühlvoll, greift der Niederländer in die Saiten und läßt uns nicht nur seine Fingerfertigkeit vernehmen, sondern noch vielmehr sein Gefühl. Aber auch die NWoBHM dürfte ein wichtiges Thema gewesen sein, als es daran ging, Songs zu komponieren, und von daher sind in den heftigeren Momenten Einflüsse jener Epoche in reichlichem Ausmaß vorhanden. Willem und sein alter Bandkumpane Selim haben es sich nicht nehmen lassen, eine Nummer gemeinsam zum besten zu geben, und unter diesem Gesichtspunkt erscheint es durchaus angebracht, ›Tiger‹ als legitimen Nachfolger von »Behold The Hand Of Glory«, der einzigen POWERVICE-EP, zu bezeichnen. Vom Titel ›New Orleans‹ darf man sich dagegen nicht irreleiten lassen, denn die erwarteten Einflüsse aus den musikalischen Sümpfen der USA gibt es hier nicht zu vernehmen, vielmehr ist hier Phil Lynotts spätere Phase allgegenwärtig. Die Hommage an die Schauspielerin ›Traci Lords‹ entfacht bei "Fachmännern" dieselben Emotionen, wie die besungene Maid in ihren Filmen. Will sagen, das Gerät kommt rattenscharf aus den Boxen und versteht es, beim Zuhörer "Gefühle" auszulösen, auch wenn diese hier selbstredend doch ein klein wenig anders gelagert sind. Aber was soll's, ein geiles Gerät bleibt ein geiles Gerät! Mit ›Stealing Your Thunder‹ geht es nochmals geradewegs in die Frühzeit des britischen Hard Rocks zurück, ehe uns die breites erwähnte UFO-Nummer in einer imposanten knapp zwölfminütigen Version um die Ohren geknallt wird und das Album mit ›From Pilar To Post‹ auf mächtige Art abgeschlossen wird. Die im Info-Zettel über diese Band kolportierte Live-Stärke ist regelrecht greifbar, denn man hat sich im Studio an Liveversionen der letzen beiden Nummern herangewagt und versteht es perfekt, gleichermaßen Emotionen und Druck zu vermitteln.

Für das Schlußwort zitiere ich gerne nochmals den "Beipacktext", der mit den Worten "So next time VANDERBUYST is around you can raise your fist and yell along with these true rockers" endet - eine Aufforderung, der ich nur zu gerne nachkommen würde. Cooles Teil, sehr cooles sogar!

http://myspace.com/vanderbuyst

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
VANDERBUYST im Überblick:
VANDERBUYST – Vanderbuyst (Rundling-Review von 2010)
VANDERBUYST – ONLINE EMPIRE 45-Interview
VANDERBUYST – ONLINE EMPIRE 52-"Living Underground"-Artikel
VANDERBUYST – ONLINE EMPIRE 52-"Living Underground"-Artikel
VANDERBUYST – News vom 10.01.2009
Playlist: VANDERBUYST-Liveshow Wien, Escape Metalcorner 22.02.2014 in "Jahrescharts 2014" auf Platz 4 von Walter Scheurer
© 1989-2022 Underground Empire


last Index next

Stop This War! Support The Victims.
Button: here