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ICY STEEL – As The Gods Command

PURE STEEL RECORDS/TWILIGHT

Ja, ich weiß, der Name dieser Band suggeriert nicht wirklich innovative Töne und wenn ich erst die Herkunft dieser Band ins Spiel bringe, bin ich mir ziemlich sicher, einige Zeitgenossen endgĂŒltig dazu gebracht zu haben, zum nĂ€chsten Artikel weiterzugehen. Doch das von der Insel Sardinien stammende Quintett ICY STEEL schlĂ€gt sich auf seinem zweiten Album keineswegs schlecht und hat mit dem, was man sich als Metaller landlĂ€ufig unter dem Begriff "Made In Italy" vorstellt, nicht wirklich viel am Hut. Das Quartett lĂ€ĂŸt jeglichen Bombast nĂ€mlich außen vor und kommt stattdessen mit einer episch angelegten Version von traditionellem Heavy Metal daher. Hinsichtlich der Herkunft fĂ€llt lediglich der phasenweise deutlich zu vernehmende Akzent von SĂ€nger Stefano Galeano auf, ansonsten lassen uns ICY STEEL wissen, daß die ihren "eiskalten Metal" auf eine ganz spezielle Art schmieden. Die Chose klingt in etwa so, als ob sich Epic Metaller (von vorwiegend europĂ€ischer Herkunft) mit nordamerikanischen "Metal-Kauzen" zusammengetan, und der dabei entstandenen Melange eine amtliche Dosis "Teutonen-Stahl" hinzugefĂŒgt hĂ€tten. Sehr vielschichtig also das Ergebnis, den traditionellen Metal im weitesten Sinne aber dennoch niemals verlassend.

ErwĂ€hnenswert ist obendrein auch, daß ICY STEEL ihre stĂ€rksten Phasen dann haben, wenn die Tracks in ĂŒberdimensionale Spielzeiten gelangen und das fraglos vorhandene GespĂŒr fĂŒr detailreiche Arrangements mit den handwerklichen FĂ€higkeiten so kombiniert werden kann, daß die Chose in opulentem Umfang dargeboten wird. Als Beispiel dafĂŒr ist meiner Meinung nach der atmosphĂ€risch ansprechende, vielseitige, sich geradezu fĂŒr einen Soundtrack aufdrĂ€ngende Titeltrack zu nennen, der sich aus zwei Teilen zusammensetzt und es auf eine imposante Spielzeit von mehr als zwölf Minuten bringt. Aber auch das mĂ€chtige und ungemein intensiv vorgetragene â€șFallen Heroesâ€č weiß mitzureißen und lĂ€ĂŸt die Klasse dieser Band erkennen. Im direkten Vergleich zum selbstbetitelten Erstling lĂ€ĂŸt sich feststellen, daß die Jungs ordentlich an sich gearbeitet haben und ICY STEEL mittlerweile durchaus auf internationalem Niveau agieren, selbst wenn die Gesangsleitung - vor allem in den höheren Etagen - doch noch etwas dĂŒnn und nachholbedĂŒrftig klingt.

Dennoch ist »As The Gods Command« ein gelungenes StĂŒck Edelstahl und zudem ein Indiz mehr fĂŒr mich, daß sĂ€mtliche Klischees und voreingenommene Meinungen zum Thema "Metal From Italy" endlich ĂŒberdacht werden sollten!

http://myspace.com/icysteelband

gut 11


Walter Scheurer

 
ICY STEEL (vorhergehende Besetzung) im Überblick:
ICY STEEL – As The Gods Command (Rundling)
ICY STEEL – Through The Ashes (Do It Yourself)
ICY STEEL – News vom 25.04.2008
ICY STEEL – News vom 17.01.2010
ICY STEEL – News vom 21.09.2010
ICY STEEL – News vom 29.03.2011
ICY STEEL – News vom 22.10.2013
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