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  UE-Home → History → Online Empire 43 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → AHOORA – »Awkward Diary«-Review last update: 18.06.2022, 10:01:29  

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AHOORA – Awkward Diary

ZIRZAMIN (Import)

Inwiefern es für den Status dieser Band in ihrer Heimat hilfreich gewesen ist, daß sich auch hierzulande zahlreiche Zeitgenossen mit ihren Album »All In Blood With You« beschäftigt haben, kann wohl kaum jemand beurteilen, der nicht unmittelbar aus dem Umfeld von AHOORA stammt. Zwar ist man sich in Europa mittlerweile sehr wohl über die Qualität von einigen Bands aus dem Nahen und Mittleren Osten bewußt, doch speziell für Formationen aus dem Iran gelten wohl noch immer ganz eigene Gesetze. So leider auch für AHOORA, die zuletzt sogar Festival-Angebote aus den USA ausschlagen mußten, da man ihnen die Ausreise aus der Heimat verweigerte. Immerhin hat die Truppe mit ZIRZAMIN nun einen Businesspartner gefunden, der sich für »Awkward Diary« verantwortlich fühlt und es der Band ermöglicht, ihr aktuelles Schaffen auf breiterer Ebene bekannt zu machen.

Das ist auch gut so und sollte zumindest ein weiterer - wenn auch vorerst noch ganz kleiner - Schritt für AHOORA in Richtung Akzeptanz auf breiterer Basis sein.

Ein solcher sollte den Burschen rund um Bandleader Milad Tangshir aber auch mit ihrem aktuellen Material locker gelingen können, auch wenn es für diejenigen, die mit den früheren Werken dieser Band vertraut sind, zunächst eine relativ harte Nuß zu knacken gilt. Der harsche, technisch anspruchsvolle Thrash Metal der Frühzeit ist aus dem musikalischen Vortrag von AHOORA nämlich nahezu völlig verschwunden und wurde durch abgedrehte, experimentelle Sounds substituiert. Zum Glück bleiben AHOORA dabei zumindest in ProgRock-Gefilden, so daß der erste Schock nach intensivem "Eintauchen" in die nunmehr sphärischer angelegte Klangwelt der Iraner zumindest halbwegs überwunden werden kann. Man kann sich das Gefühl, das »Awkward Diary« bei seinem Erstkontakt in mir ausgelöst hat, in etwa so vorstellen, wie jenes des eingeschworenen FATES WARNING-Fans, als er sich zum ersten Mal an O.S.I. herangewagt hat. Exakt diese Formation war es im Endeffekt auch, an die mich das neue Material von AHOORA sehr häufig erinnert hat.

Auch wenn mich persönlich die nunmehrige Marschrichtung der Band deutlich weniger anspricht als ihr brettharter, früherer Sound, muß man AHOORA zugestehen, sich weiterentwickelt zu haben und zudem attestieren, sich nicht vollständig vom Metal entfernt zu haben. Schließlich kann man die eigentlichen Wurzeln der Band immer noch erkennen, sind doch feinsäuberlich arrangierte Gitarrenharmonien ein wesentlicher Bestandteil von »Awkward Diary«.

Die aktuelle Gangart benötigt zwar wesentlich mehr Zeit, um sich an die Klänge von AHOORA zu gewöhnen, ist aber dennoch keineswegs schwach ausgefallen, so daß die neue Marschrichtung dennoch auf Akzeptanz stoßen wird.

Um sich als "Neueinsteiger" in den Klangkosmos dieser Band einzuleben, bedarf es lediglich einer gewissen Vorliebe für abgedrehten Stoff in facettenreicher Ausführung und eines hohen Toleranzlevels, das es zuläßt, noch nicht einmal vor Saxophon-Klängen und reichlich elektronischen Einsprengsel zurückzuschrecken.

http://www.ahoora-band.com/

contact@ahoora-band.com

gut 10


Walter Scheurer

 
AHOORA im Überblick:
AHOORA – Awkward Diary (Rundling-Review von 2010)
AHOORA – ONLINE EMPIRE 35-Special
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