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AHOORA – Awkward Diary

ZIRZAMIN (Import)

Inwiefern es fĂŒr den Status dieser Band in ihrer Heimat hilfreich gewesen ist, daß sich auch hierzulande zahlreiche Zeitgenossen mit ihren Album »All In Blood With You« beschĂ€ftigt haben, kann wohl kaum jemand beurteilen, der nicht unmittelbar aus dem Umfeld von AHOORA stammt. Zwar ist man sich in Europa mittlerweile sehr wohl ĂŒber die QualitĂ€t von einigen Bands aus dem Nahen und Mittleren Osten bewußt, doch speziell fĂŒr Formationen aus dem Iran gelten wohl noch immer ganz eigene Gesetze. So leider auch fĂŒr AHOORA, die zuletzt sogar Festival-Angebote aus den USA ausschlagen mußten, da man ihnen die Ausreise aus der Heimat verweigerte. Immerhin hat die Truppe mit ZIRZAMIN nun einen Businesspartner gefunden, der sich fĂŒr »Awkward Diary« verantwortlich fĂŒhlt und es der Band ermöglicht, ihr aktuelles Schaffen auf breiterer Ebene bekannt zu machen.

Das ist auch gut so und sollte zumindest ein weiterer - wenn auch vorerst noch ganz kleiner - Schritt fĂŒr AHOORA in Richtung Akzeptanz auf breiterer Basis sein.

Ein solcher sollte den Burschen rund um Bandleader Milad Tangshir aber auch mit ihrem aktuellen Material locker gelingen können, auch wenn es fĂŒr diejenigen, die mit den frĂŒheren Werken dieser Band vertraut sind, zunĂ€chst eine relativ harte Nuß zu knacken gilt. Der harsche, technisch anspruchsvolle Thrash Metal der FrĂŒhzeit ist aus dem musikalischen Vortrag von AHOORA nĂ€mlich nahezu völlig verschwunden und wurde durch abgedrehte, experimentelle Sounds substituiert. Zum GlĂŒck bleiben AHOORA dabei zumindest in ProgRock-Gefilden, so daß der erste Schock nach intensivem "Eintauchen" in die nunmehr sphĂ€rischer angelegte Klangwelt der Iraner zumindest halbwegs ĂŒberwunden werden kann. Man kann sich das GefĂŒhl, das »Awkward Diary« bei seinem Erstkontakt in mir ausgelöst hat, in etwa so vorstellen, wie jenes des eingeschworenen FATES WARNING-Fans, als er sich zum ersten Mal an O.S.I. herangewagt hat. Exakt diese Formation war es im Endeffekt auch, an die mich das neue Material von AHOORA sehr hĂ€ufig erinnert hat.

Auch wenn mich persönlich die nunmehrige Marschrichtung der Band deutlich weniger anspricht als ihr brettharter, frĂŒherer Sound, muß man AHOORA zugestehen, sich weiterentwickelt zu haben und zudem attestieren, sich nicht vollstĂ€ndig vom Metal entfernt zu haben. Schließlich kann man die eigentlichen Wurzeln der Band immer noch erkennen, sind doch feinsĂ€uberlich arrangierte Gitarrenharmonien ein wesentlicher Bestandteil von »Awkward Diary«.

Die aktuelle Gangart benötigt zwar wesentlich mehr Zeit, um sich an die KlĂ€nge von AHOORA zu gewöhnen, ist aber dennoch keineswegs schwach ausgefallen, so daß die neue Marschrichtung dennoch auf Akzeptanz stoßen wird.

Um sich als "Neueinsteiger" in den Klangkosmos dieser Band einzuleben, bedarf es lediglich einer gewissen Vorliebe fĂŒr abgedrehten Stoff in facettenreicher AusfĂŒhrung und eines hohen Toleranzlevels, das es zulĂ€ĂŸt, noch nicht einmal vor Saxophon-KlĂ€ngen und reichlich elektronischen Einsprengsel zurĂŒckzuschrecken.

http://www.ahoora-band.com/

contact@ahoora-band.com

gut 10


Walter Scheurer

 
AHOORA im Überblick:
AHOORA – Awkward Diary (Rundling)
AHOORA – ONLINE EMPIRE 35-Special
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