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Die südamerikanische Metalszene lebt! Und zwar nicht nur durch prügelnde Thrash und Death Metal-Kapellen, nein, auch durch hervorragende Bands, die sich der melodischeren Seite des harten Rocks verschrieben haben. Eine davon hört auf den Namen HASTATUS und hat bereits zwei Longplayer im Gepäck. Da hätten wir zum einen das Debüt »Lethal Pride«, welches Ende 2002 aufgenommen wurde und mich mit seinem Spagat aus anspruchsvollem Songwriting, gefühlvollem Gesang, der teilweise etwas exotisch anmutet, und heftigeren Ausbrüchen sehr schnell zu begeistern verstand. Einziges Manko war der etwas drucklose Sound. Trotz allem lege ich dieses Album immer wieder sehr gerne auf, was nicht zuletzt an der angenehmen Stimme von Felipe Mira liegt. Der junge Mann wandert zwar manchmal auf bedenklichen Höhen umher, vermeidet dabei aber geschickt den Absturz in schrille Gefilde. Vor allem bei ruhigeren Nummern, wie dem herzzerreißende ›Frightened Child‹ oder dem sentimentalen ›By My Own‹ wachsen zumindest mir gewaltige Gänsehäute.

Inzwischen liegt mir bereits ein unbetiteltes Zweitwerk vor. Und wieder bedurfte es einiger Durchläufe, um mich mit dem anspruchsvollen Material komplett anzufreunden. Danach war es aber um mich geschehen! Die zwölf Komposition sind dermaßen superb, daß ich mir HASTATUS regelmäßig reinziehe. Hat man sich an den etwas sterilen Sound gewöhnt, eröffnet sich hier eine Farbenpracht, die man von einer Exoten-Band so nicht erwarten dufte. Ich möchte die gewagte Sound-Parallele zu frühen QUEENSRYCHE-Werken ziehen, auch wenn HASTATUS ein bißchen unmetallischer daher kommen. Aber keine Bange, die Jungs können schon mächtig abrocken. Spätestens bei ›The Circle‹ dürfte die Matte kreisen. Auch wenn hier die Gesangsmelodie im Vers ziemlich modern anmutet, schwenken melodische Refrainparts und exzellentes Riffing diesen Song mächtig nach vorne. Und auch im weiteren Verlauf verstehen es die Jungs um Ausnahmesänger Felipe, schöne Akkustik-Versatzstücke in die treibenden Kompositionen einzuflechten. So gelingt es ihnen, selbst längere Nummern kurzweilig erscheinen zu lassen. Das wütende ›War Machine‹ weckt Erinnerungen an Bruce Dickinson in seiner guten Solophase. Vor allem der Gitarrensound klingt wie aus dem Roy Z.-Studio. Hier wird tiefer gestimmt gegroovt bis der Arzt kommt und mittels der überirdischen Sangesleistung der melodische Kontrapunkte gesetzt. Ganz groß! Alleine dieser Song verdient es von Tausenden gehört zu werden! Etwas Abkühlung folgt in ›Mr. Sandman‹. Entgegen des Titels versetzt der Song den Hörer aber nicht in Tiefschlaf. Vielmehr umgarnt er das Ohr mit gefühlvollen Klängen, die auch im anschließenden ›Life In The Mirror‹ fortgesetzt werden. Bei ›Blue Day‹ meine ich dann wieder, Bruce Dickinson zu vernehmen. Meine Güte, diese Ähnlichkeit ist einfach frappierend, obgleich weder dessen Stammband noch er solistisch jemals derart melodisch zu Gange war. Diese Nummer ist fast schon ein Popsong, was keineswegs abwertend zu verstehen ist. Vielmehr handelt es sich um eine balladeske Komposition, die durch geschickte Arrangements und eine herrliche Melodie sofort ins Ohr geht. Wunderschön! Richtig metallern wird es dann bei ›Made Of Fire‹. Ein heroischer Chorus, fettes Riffing und mächtiges Drumming zeichnen diesen Track aus, der einfach nur nach vorne losgeht und mit einem schönen doppelläufigen Solo verziert wird. Da kann sogar ein kurzes Keyboardintermezzo nichts mehr kaputt machen. Bedrohlich kriecht hiernach ›The River‹ aus den Boxen. Und auch wenn ich mich wiederhole: Da ist wieder die Dickinson-Schlagseite. Auch in der herrlichen Gitarrenarbeit. Davon hätte man gerne noch ein bißchen mehr auf das Album packen dürfen. Auch diese Nummer überzeugt, nicht allein durch die perfekten, mehrstimmigen Gesangsharmonien. Der Rausschmeißer ›Enough‹ ist natürlich völlig falsch betitelt, denn von solch grandioser Musik habe ich natürlich nicht genug. Der nachdenkliche Text fügt sich eindrucksvoll zur melancholischen Musik, die diesen Song ausmacht. Hier bleibt nichts anderes als die Repeat-Taste zu drücken.

Ihr seht es, manchmal lohnt es sich, weit über den Tellerrand hinauszublicken, um spannende Neuentdeckungen zu machen. In diesem Fall nach Chile, wo ja in SIX MAGICS eine weitere gute Kapelle an den Start gegangen ist. Testet dringend die Homepage der Jungs an und wendet euch an den Drummer Roberto, der sogar der deutschen Sprache mächtig ist. Man darf mehr als gespannt sein, was diese Truppe noch anbieten wird.

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Holger Andrae

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