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  UE-Home → History → Online Empire 82 → Interview-Übersicht → OUTLAWS (US)-Interview last update: 20.11.2022, 22:24:48  

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Als uns vor wenigen Wochen die Ankündigung ins Haus flatterte, daß die legendären Südstaaten-Rocker OUTLAWS Ende Februmit »Dixie Highway« ein neues Studioalbum veröffentlichen werden, war die Freude groß. Die Gelegenheit, "Ur-OUTLAW" Henry Paul für ein Interview ans Telefon zu bekommen, konnten wir uns also nicht entgehen lassen.

OUTLAWS (US)-Headline

Wir erreichten den als Sänger und Gitarrist seit 2008 die Geschicke der Band leitenden Herrn - Achtung, mehr Klischee geht eigentlich gar nicht! - in seinem Pick-up, als er zum nächstgelegenen Baumarkt unterwegs war. Dort erwartete er am Parkplatz unseren Anruf, ehe er sich daran machen wollte, diverse Baumaterialien zu besorgen.

Du wirkst ebenso entspannt wie die Musik Eures aktuellen Albums. Gibt es da einen Zusammenhang?

Auf jeden Fall. Als wir uns zusammensetzten und uns entschieden, endlich wieder einmal neues Material für ein Album zu schreiben, war uns allen klar, daß wir das alles aus purer Überzeugung machen. Wir brauchen schon längst niemandem mehr irgendetwas zu beweisen, sondern freuen uns lediglich darüber, daß es uns einigermaßen gut geht. Auch die Freude an der Musik ist uns nach all den Jahren nicht abhandengekommen, von daher waren die Voraussetzungen für ein Album wunderbar. Daß wir mit »Dixie Highway« im Endeffekt noch dazu ein Gerät aus dem Boden gestampft haben, das sämtliche Merkmale des typischen Bandsounds enthält und daher kein Fan enttäuscht sein wird, stimmt uns sogar noch fröhlicher. Streß hatten wir definitiv keinen, der entsteht bei mir erst, wenn ich später an der Kasse im Baumarkt zu lange warten muß. [lacht]

OUTLAWS (US)-Bandphoto 1

Die Scheibe wirkt fast wie Konzeptalbum, war das Eure Absicht?

Nein, eigentlich nicht. Aber Du bist nicht der Erste, der das so empfindet. Dabei hat sich ein Zusammenhang der einzelnen Nummern erst im Laufe der Zeit ergeben. Als Konzept im eigentlichen Sinn kann man »Dixie Highway« aber trotzdem nicht wirklich betrachten, auch wenn es stimmt, daß sich die Texte rund um die Band und diverse Begebenheiten unserer Karriere drehen. Dadurch hat sich ein Kontext ergeben, der die elf Songs quasi zusammenhält.

Auch einige Eurer früheren Kollegen habt Ihr darauf geehrt. War der Zusammenhalt innerhalb der Band und der Southern Rock-Szene generell für Euch schon immer wichtig?

Ich finde es schön, wenn man das dem Album anhört! Selbstverständlich wollten wir damit in erster Linie unseren inzwischen verstorbenen Ex-Bandkollegen Frank O'Keef, Billy Jones und Hughie Thomasson Tribut zollen, doch auch die Beziehung zu unseren langjährigen Szenekollegen ist uns immer noch sehr wichtig. Durch die vielen, langen Tourneen in der Frühzeit unserer Laufbahn sind die Bands irgendwie zusammengewachsen. Daher lag es mir sehr am Herzen, auch unsere Wegbegleiter in einigen Songs zu ehren.

OUTLAWS (US)-Bandphoto 2

Mit dem Opener ›Southern Rock Will Never Die‹ darüber hinaus sogar ein ganzes Genre. Oder hat es damit etwas anderes auf sich?

Nein! Der Titel, wie auch die Musik selbst, sind ganz klar als Hymne an uns und all unsere Rocker-Kollegen aus dem Süden gedacht. Ich meine, ohne die ALLMAN BROTHERS BAND, die MARSHALL TUCKER BAND, LYNYRD SKYNYRD und uns würde es heutzutage wahrscheinlich noch nicht einmal den Begriff "Southern Rock" geben. Ich denke, wir haben uns eine Hymne verdient, auch wenn wir uns diese erst selber schreiben mußten. [lacht]

Nach Rente klingt das definitiv nicht. Wie sieht es denn mit der Planung für die nähere Zukunft aus?

Ans Aufhören denke ich noch lange nicht! Erst recht nicht, wo es das Album zu präsentieren gilt. Wir werden ab März einmal mehr in den Staaten unterwegs sein und sind für den Sommer auch schon für einige Festivals gebucht. Ob wir auch zu Euch rüberkommen werden, läßt sich aber noch nicht sagen. Wenn ich so drüber nachdenke, geht es mir nicht mehr aus dem Sinn, ein Southern-Rock-Package zusammenzustellen und gemeinsam mit unseren Kumpels nach Europa zu kommen. Wär' das nicht was?

Wir würden uns riesig darüber freuen, nehmen vorerst aber einmal dankend (und aus gegebenem Anlaß auch auch Sicherheitsgründen) Euer neues Album in Empfang und knattern mit Euch von zu Hause aus den »Dixie Highway« rauf und runter.

http://www.outlawsmusic.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: John Gellman

Nachtrag 29. März 2020: Aufgrund der aktuellen Situation hat sich der Tourplan logischerweise erheblich verändert, so hat die Band etwa diverse Festivals in den USA schon jetzt von Oktober auf Januar 2021 verschoben. Zum Zeitpunkt des Interviews Ende Januar sah die Sache aber natürlich noch völlig anders aus.


Walter Scheurer

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OUTLAWS (US) – Lady In Waiting (Re-Release-Review von 2008)
OUTLAWS (US) – Legacy Live (Rundling-Review von 2016)
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OUTLAWS (US) – ONLINE EMPIRE 82-Interview
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