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  UE-Home → History → Online Empire 78 → Interview-├ťbersicht → SKULL FIST-Interview last update: 25.05.2019, 10:10:08  

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Da sowohl ihre erste, 2010 in die Umlaufbahn katapultierte EP ┬╗Heavier Than Metal┬ź als auch das im Jahr darauf nachgereichte Longplay-Debut ┬╗Head ├ľf The Pack┬ź f├╝r Furore im Underground sorgten, war davon auszugehen, da├č SKULL FIST so richtig durchstarten w├╝rden. Diesen Eindruck konnte die Truppe sogar noch weiter untermauern, schlie├člich sah es nach dem zweiten, Anfang 2014 ver├Âffentlichten Langeisen ┬╗Chasing The Dream┬ź kurzzeitig sogar danach aus, als w├╝rde das Quartett aus Toronto, Ontario regelrecht explodieren. Der quirlige, traditionelle Heavy Metal-Sound kam n├Ąmlich weltweit, ganz besonders aber hierzulande gut an und sorgte nicht nur entsprechende Verkaufszahlen, sondern noch vielmehr f├╝r entsprechende volle Clubs.

SKULL FIST-Headline

Doch irgendwas schien in Folge falsch zu laufen, denn anstelle weiterer Gastspielreisen und Meldungen zur kontinuierlichen Fortsetzung des Erfolgslaufes war es zuletzt fast schon be├Ąngstigend ruhig geworden um die Kanadier. Gut viereinhalb Jahre sp├Ąter haben die Jungs nun aber doch einen neuen Dreher an den Start gebracht. Grund genau also, S├Ąnger/Gitarrist Zach Slaughter zum Status Quo von SKULL FIST zu befragen.

SKULL FIST-Bandphoto 1

Zach, was war los?

Einiges, leider aber nicht unbedingt Positives. Zun├Ąchst einmal mu├č ich zugeben, da├č ich selbst diese Schaffenspause verursacht habe. Da ich vor allem auf unseren Tourneen zu viel geraucht und obendrein auch noch viel zu viel gesoffen hatte, waren meine Stimmb├Ąnder schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. So sehr, da├č ich mich mehreren Stimmbandoperationen unterziehen mu├čte. Dazu kam auch noch, da├č mein Alkoholproblem bek├Ąmpft werden mu├čte. Aber auch diesen D├Ąmon habe ich besiegen k├Ânnen. Der gesamte Heilungsproze├č hat gut drei Jahre in Anspruch genommen.

Das hei├čt die Band lag mehr oder weniger auf Eis?

Nicht ganz, auch wenn ich mir in dieser langen Zeit schon sehr viele Gedanken ├╝ber mich, die Band und die Zukunft gemacht habe. Das gr├Â├čte Problem, so viel wei├č ich aus heutiger Sicht, war definitiv mein Lebenswandel. Ich versp├╝rte ├╝ber all die Jahre ein inneres Verlangen, jeden Tag aufs Neue die Grenzen auszuloten.

Selbstkontrolle scheint nicht unbedingt Deine St├Ąrke gewesen zu sein?

Ganz und gar nicht. Leider. Angefangen hat es damit, da├č wir uns einen derartigen Erfolg f├╝r ┬╗Chasing The Dream┬ź noch nicht einmal in unseren k├╝hnsten Tr├Ąumen vorzustellen gewagt h├Ątten. Dazu kam, da├č alles explosionsartig losging und wir uns mehr oder weniger permanent auf Achse befanden. So etwas mu├č man auch erst einmal ohne Nebenwirkungen ├╝berstehen k├Ânnen. Zum Gl├╝ck sind wir nicht komplett ├╝bergeschnappt, auch wenn es ab und zu Momente gab, wo wir allesamt knapp davor standen.

Alles klar. Lassen wir die Vergangenheit nun ruhen und wenden uns der Zukunft zu. Euer neues Album ┬╗Way Of The Road┬ź sollte auf jeden Fall helfen, verlorenen Boden wieder gutzumachen. Ist das Material darauf denn wirklich neu?

Jein! Der Gro├čteil der Songs hat so zwischen zwei und drei Jahre auf dem Buckel. Da ich aber schlichtweg nicht dazu imstande war, auch nur eine Textzeile einzusingen, war eben Abwarten angesagt. Als es dann aber doch endlich so weit war, bemerkte ich, da├č ich mich mit diversen Textoassagen einfach nicht mehr identifizieren konnte.

Und deshalb hast Du dann nicht nur die Texte ge├Ąndert, richtig?

Exakt! Ich begann, das Material entsprechend umzuschreiben. Das verursachte allerdings geh├Ârig Stre├č, denn inzwischen wollten meine Jungs endlich wieder richtig loslegen, und auch das Studio zur Fertigstellung war bereits gebucht. Dazu kam dann auch noch, da├č auch unser Label schon auf ein fertiges Produkt wartete. Ich konnte und wollte aber nicht einfach nur andere Texte zu den Nummern haben. Nicht zuletzt, weil die Musik dann zum Teil nicht mehr gepa├čt h├Ątte. Ein Gl├╝ck, da├č wir zeitgleiches Arbeiten an unterschiedlichen Themen gew├Âhnt sind.

SKULL FIST-Bandphoto 2

Habe ich das jetzt richtig verstanden, da├č die ├╝bliche Arbeitsweise von SKULL FIST ein paralleles Arbeiten vorsieht?

Genau. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands ist bei uns der Arbeitsablauf f├╝r Plattenaufnahmen offenbar ein anderer. Seit ich es mir angew├Âhnt habe, zeitgleich an Texten und der Musik zu arbeiten, w├Ąchst der dabei entstehende Song im Prinzip fast von selbst. Mir pers├Ânlich f├Ąllt dieses Arbeiten sehr viel einfacher. Ich mu├č mich allerdings in Zukunft mehr darum k├╝mmern, meine Ideen auch entsprechend zu speichern. Genauer gesagt, immer etwas bei mir zu tragen, womit ich gegebenenfalls sofort etwas aufnehmen kann.

Deine Kollegen kommen mit dieser Arbeitsweise klar, oder gibt es da manchmal Probleme?

Jetzt nicht mehr. [lacht] Aber am Anfang war es schon hart. Dennoch sehe ich bisher nur Vorteile. Unter anderem kann ich mir auf diese Weise recht rasch eine Vorstellung vom fertigen Song machen und diese auch den anderen Jungs vermitteln. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als einen fertig komponierten Song zu haben, zu dem dir partout kein Text einf├Ąllt. Oder andersrum, wenn das Thema, das du dir dazu urspr├╝nglich f├╝r eine Nummer gedacht hast, gar nicht mehr pa├čt, weil die Musik eine v├Âllig andere Atmosph├Ąre verbreitet.

Ein wenig schrullig mutet das schon an. Aber Kompromisse scheinen bei Euch generell kein Thema zu sein. Schlie├člich ist doch das Artwork irgendwie unkonventionell und anders ausgefallen.

Ich wollte nicht ein weiteres Mal ein comicartiges, gezeichnetes Cover verwenden. Deshalb haben wir eine Photographin beauftragt, um den Titel umzusetzen. Der alte, klapprige Van, der darauf zu sehen ist, war lange Zeit unser Tourbus. Da ich eine Zeitlang sogar in diesem Vehikel gewohnt habe, verbindet mich mit der inzwischen verschrotteten Karre logischerweise eine ganze Menge.

Wie bitte?

Ich hatte mein Appartement vor der Tour verkauft und mir bl├Âderweise keine Gedanken gemacht, was denn danach kommen w├╝rde. Doch auch das ist inzwischen schon einige Zeit her und w├╝rde mir jetzt nicht mehr passieren.

Klingt nach Selbsterkenntnis. In der Vergangenheit selbst scheinst Du jedenfalls definitiv nicht gefangen zu sein.

Gar nicht. Ich blicke immer schon viel lieber nach vorne, auch wenn ich zugeben mu├č, diesbez├╝glich noch ein wenig skeptisch zu sein. Vor allem die anstehenden Tourneen bereiten mir ein wenig Kopfzerbrechen, weil ich keine Idee davon habe, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Ich habe n├Ąmlich noch nie v├Âllig n├╝chtern auf den Brettern gestanden.

http://www.facebook.com/skullfisted

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

SKULL FIST im ├ťberblick:
SKULL FIST – Chasing The Dream (Rundling)
SKULL FIST – Heavier Than Metal (Rundling)
SKULL FIST – Way Of The Road (Rundling)
SKULL FIST – Y-FILES ┬╗UE┬ź-"Rising United"-Artikel
SKULL FIST – ONLINE EMPIRE 78-Interview
SKULL FIST – News vom 15.07.2010
SKULL FIST – News vom 01.01.2011
SKULL FIST – News vom 10.05.2011
SKULL FIST – News vom 26.05.2011
SKULL FIST – News vom 08.07.2011
SKULL FIST – News vom 01.07.2012
SKULL FIST – News vom 07.10.2014
andere Projekte des beteiligten Musikers John "Johnny Exciter/Adrammalech/The Infernal Inquisitor/Jonny Speedslaughter/Jonathan Redekop" Nesta:
METALIAN (CDN) – News vom 24.04.2011
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