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  UE-Home → History → Online Empire 61 → Interview-├ťbersicht → REAPER (D)-Interview last update: 04.11.2018, 00:42:39  

REAPER (D)-Logo

Eventuelle Fragen nach Urheberrechten darf man sich in diesem Fall trotz des seit langer Zeit mehrfach und immer wieder gerne gebrauchten Bandnamens getrost schenken. Die von Gitarrist und S├Ąnger Daniel Zimmermann geleiteten REAPER aus Kassel existieren n├Ąmlich schon seit 30 Jahren und haben obendrein auch beim Thema Ver├Âffentlichungen die Nase klar vorn. Auch wenn es auf den ersten Eindruck hin wenig imponierend erschient, da├č der Vierer mit ┬╗An Atheist Monument┬ź eben erst seinen f├╝nften Studiodreher kredenzt, wei├č der eingeschworene Fan nat├╝rlich, da├č die Diskographie der Herren in Summe deutlich ├╝ppiger ausf├Ąllt, da die Band auch schon mehrere Demos, die EP ┬╗Fairies Return┬ź sowie zwei Compilation-Alben auf der Haben-Seite stehen hat. Zu einem solchen wurde auch die Neuauflage der erw├Ąhnten EP, die um einige Demotracks erweitert wurde und in erster Linie daf├╝r gedacht war, sich wieder ins Gerede zu bringen und darauf hinzuweisen, da├č ein weiteres Studioalbum in absehbarer Zeit aufgenommen werden w├╝rde. Dieses wird nicht nur bei den Fans auf Anhieb f├╝r Begeisterung sorgen, zumal die Band einmal mehr traditionellen Stahl serviert, sondern l├Ą├čt auch Frontmann Daniel zufrieden auf die Aufnahmen zur├╝ckblicken, wie er uns beim vereinbarten Interview wissen l├Ą├čt.

REAPER (D)-Bandphoto 1

Wer eine Band seit drei Dekaden am Laufen hat und seine Ver├Âffentlichungen bis vor kurzer Zeit in Eigenregie unters Volk zu bringen versuchen mu├čte, dem geb├╝hrt mehr als nur Respekt f├╝r sein Durchhalteverm├Âgen. ├ťber Individualismus und Motivation braucht man mit Dir wohl nicht zu diskutieren?

Nein, absolut nicht. Musik bedeutet uns einfach viel mehr als alles andere, und die Band ist l├Ąngst ein nicht mehr wegzudenkender Teil des Lebens geworden. Dabei war es keineswegs abzusehen, da├č REAPER tats├Ąchlich so lange existieren w├╝rden. Und da├č wohl auch noch einige Zeit dazukommen wird, ist sicher, denn so wie es momentan l├Ąuft, ist noch lange kein Ende in Sicht. Allerdings mu├č ich der Richtigkeit halber doch hinzuf├╝gen, da├č jene REAPER, die unser Bassist Matthias Kraft und ich damals aus der Taufe gehoben haben, mit den heutigen nicht mehr viel gemeinsam haben. Vor allem seit ich 1994 auch den Posten am Mikro ├╝bernommen habe, klingt alles deutlich anders.

Das liegt vorwiegend an deiner pr├Ągnanten und rauhen Stimme, die zudem ├╝ber einen verdammt harschen Ausdruck verf├╝gt und daher auch gut zu Euren nicht minder heftigen Texten pa├čt. Hat sich diese Kombination erst im Laufe der Zeit ergeben, oder hast Du das ge├╝bt?

Nein, ge├╝bt habe ich das nicht, zumindest nicht bewu├čt. Manchmal sagt man mir immer noch nach, mein Gesang w├Ąre nicht gut. Neulich erst wurde unser neues Album von einem Radiosender vorgestellt und der Kommentator meinte, da├č wir ganz ordentliche Mucke machen w├╝rden, man sich den Gesang allerdings erst mal sch├Ânh├Âren m├╝sse. Aber damit kann ich leben, denn auf der anderen Seite gibt es ja Meinungen wie Deine, die mir attestieren, da├č Stimme und Texte zusammenpassen, also was soll's?

REAPER (D)-Headline

Bez├╝glich der Texte Eures aktuellen Albums ┬╗An Atheist Monument┬ź ist mir auch ohne Textblatt aufgefallen, da├č Dich wohl vorwiegend die Themen Religionskritik und Krieg besch├Ąftigen d├╝rften.

Exakt, und speziell der zweite Weltkrieg ist in seinen Nachwirkungen immer noch sp├╝rbar. Sieh dir doch mal die weltweiten Krisenherde und Unruhegebiete an, ein Gro├čteil der Ursachen der momentanen Kriegsszenarien geht immer noch auf diese Zeit zur├╝ck. Und da solche Themen daf├╝r pr├Ądestiniert sind, als Heavy Metal in musikalischer Form umgesetzt zu werden, f├╝hlt sich die ganze Geschichte einfach stimmig an.

F├╝r ┬╗An Atheist Monument┬ź habt Ihr mit MASSACRE RECORDS ein namhaftes Label an Eurer Seite, denkst Du, da├č Ihr nun auch einen entscheidenden Karriereschritt nach vorne tun k├Ânnt?

Schwierige Frage, zumal ich nach so langer Zeit im Gesch├Ąft nat├╝rlich realistisch genug bin, um mir in etwa ausmalen zu k├Ânnen, was f├╝r eine Band von unserem Status zu holen ist. Aber eines ist sicher: Die Voraussetzungen sind momentan besser denn je. Allein die Tatsache, da├č wir das Artwork von unserem Label bezahlt bekommen haben, ist sensationell. Keine Ahnung, wie das Album ankommen wird, bis dato schaut's aber schon mal nicht schlecht aus, und wir selbst als Band sind auch sehr zufrieden damit.

REAPER (D)-Bandphoto 2

Dieses Bandgef├╝hl, das Du ansprichst, vermeine ich, auch in den Songs nachvollziehen zu k├Ânnen. Bei Euch regiert das Kollektiv, oder?

Absolut! Auch wenn ich es meistens bin, der erste Ideen f├╝r Riffs hat und diese auch aufnimmt, kann ein Song erst dann entstehen, wenn wir uns gemeinsam im Proberaum daranmachen, diese ersten Entw├╝rfe weiter zu bearbeiten. Und zwar solange, bis etwas zur Zufriedenheit aller entsteht. Wir treffen uns nach wie vor m├Âglichst w├Âchentlich in unserem Proberaum, wobei das Musikmachen aber l├Ąngst nicht die einzige Rolle spielt. F├╝r mich pers├Ânlich ist auch die soziale Komponente eine ganz wesentliche! Ohne diese w├Ąre es wohl kaum denkbar, da├č eine Band so viele Jahre besteht. Doch bei REAPER haben sich scheinbar die richtigen M├Ąnner gefunden, die ihren Proberaum sowohl als solchen, aber auch als Kommunikationszentrum verwenden.

http://www.reaper.de/

band@reaper.de

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photo: Leif Lohne

REAPER (D)-Logo

 

REAPER (D) im ├ťberblick:
REAPER (D) – An Atheist Monument (Rundling)
REAPER (D) – Beyond All Time (Rundling)
REAPER (D) – Elements (Do It Yourself)
REAPER (D) – Fairies Return (Re-Release)
REAPER (D) – Gardens Of Seth (Rundling)
REAPER (D) – Victory V (Do It Yourself)
REAPER (D) – ONLINE EMPIRE 61-Interview
REAPER (D) – News vom 19.11.1991
REAPER (D) – News vom 27.12.2010
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